Kümmern um Gigs - eine zähe Angelegenheit

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Hallo Leute,

wir sind gerade dabei, uns um Auftrittsmöglichkeiten zu bemühen.
Zu diesem Zweck haben wir vor 14 Tagen ca. 50 potentielle Veranstalter in und um das Ruhrgebiet herum (also auch Münster/Osnabrück) angemailt.
Das ganze war schon sehr professionell aufgezogen, ordentliche Bandmappe als PDF, zwei Fotos, Stagerider und Links zu Demos waren natürlich dabei.

Die Adressen waren zu 90% aktive Veranstalter, also Kneipen und Clubs, wo kontinuierlich Konzerte auch für "kleinere" Bands stattfinden.

Was mich wundert, bis jetzt ist das feedback relativ dünn bis nicht vorhanden.
Wir haben dann auch gleich die Adressen unter uns aufgeteilt, um telefonisch nachzuhaken.
Wie das so ist, gehen natürlich nicht alle in der Band mit der gleichen Motivation und dem gleichen Mut ran, so dass manche Adressen noch komplett unbeackert sind.
Aber das ist ein anderes Thema...

Auch telefonisch sind die Leute zwar alle ganz nett und aufgeschlossen, aber so richtig was ist noch nicht rumgekommen. Da wird auf irgendwann verschoben, zu viele Interessenten vorgeschützt etc.

Ich frage mich: Ist das normal? Sind wir zu schlecht? Gibt es insgesamt kein Interesse an quasi neuen Bands? Was ist da los?
Wollen die Veranstalter alle nur Bands, die ohnehin bekannt sind und die mind. 200 Leute mitbringen?
Und da wurde über Geld noch nicht mal ansatzweise gesprochen.
Ich mein, wir machen halt ausschließlich eigene Songs, und ist allen klar, dass man da erst einmal nicht viel reissen kann. Aber mehr als die Bereitschaft, "auf Hut" zu spielen, kann man von uns doch wirklich nicht erwarten.

Was ist falsch? Stimmt unsere Außendarstellung nicht? Was können wir besser machen?

Viele Fragen, einige Zweifel....
Hat jemand Ideen dazu?

LG
Falcone
 
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Hallo falcone

Das ist ein gutes Thema, womit sicherlich ganz viele Bands zu kämpfen haben.
Die Frage, ob ihr zu schlecht seit, kann ich natürlich nicht beantworten aber mein Gefühl würde
mir sagen, das ihr dass bestimmt nicht seit.
Ich glaube, das ihr mit Sicherheit selber genügend Realismus besitzt um einzuschätzen, ob das
was ihr könnt, für die Bühne reicht.

Gibt es insgesamt kein Interesse an quasi neuen Bands? Was ist da los?
Doch, das schon aber die Sache sieht heut zu Tage so aus, das die Betreiber von Kneipen und Clubs
zu 90% am Umsatz interessiert sind. Die restliche 10% kommt dem Interesse der Band zugute.
Das ist meine Einschätzung.

Wollen die Veranstalter alle nur Bands, die ohnehin bekannt sind und die mind. 200 Leute mitbringen?[/QUOTE]
Das wird wohl der ausschlaggebendste Punkt sein.
Das größte Problem tut sich auf, wenn ihr euch z.B. als Bonner Band in Locations bewerbt, die
in Köln, Aachen oder Düsseldorf liegen.
Wenn man sich in solchen Locations bewirbt, kommt meist die erste Frage....
"Wieviel Leute zieht ihr mit" ?. Da fängt das Problem schon an.
Wenn wir mal ehrlich sind,...Wieviele von den "Fans" die wir als komplett unbekannte Band haben,
würden von Bonn mit nach Aachen "reisen" ?.

Und das ist wohl die größte Sorge von den Betreibern, das an dem Abend dann vielleicht nur
10 oder 15 Leute da sein werden.
Das einzige was ihr tun könntet, um das alles etwas zu entschärfen wäre, das ihr im
Vorfeld Bands aus der Region anschreibt und bei denen anfragt, ob sie Interesse hätten mit
euch zusammen einen Gig zu machen. Ihr spielt dann so zu sagen als "Vorband".
So habt ihr aber wenigsten die Möglichkeit auch an Gigs ausserhalb zu kommen.
Und mit Sicherheit wird es Leute darunter geben, die euch dann so gut finden, das sich das
im kleinen Rahmen rum spricht und die dann vielleicht auch mal zu einem Gig von euch kommen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, das es wahnsinnig schwer ist, Gigs alleine zu bestreiten.
Man muss sich zusammen tun und sich gegenseitig helfen an Gigs zu kommen.
Auf diese Art und Weise haben wir letztes Jahr auch ne Menge Gigs machen können.
Wir haben Band zu unseren Gigs mitgenommen und im Gegenzug wurden wir dann von denen
in Clubs mitgenommen, in denen wir alleine hätten niemals spielen können.

Und was wir auch erkannt haben ist, "Du darfst nicht wählerisch sein".
Das hört sich zwar hart an aber ich Glaube wir sind nicht in der Position um uns die Gigs
auszusuchen.....Alles nehmen was kommt...Hauptsache raus aus dem Proberaum.
 
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Richtig.

Kurz gesagt: Ihr müsst weniger den Veranstaltern klar machen, dass Ihr eine gute Band seid, sondern ihm klar machen, dass mit Euch der Laden voll ist und die Leute viel trinken.
Wenn das unrealistisch ist, weil niemand "wegen Euch" kommt, sucht nach AUftrittsmöglichkeiten, wo sowieso Leute da sind, kleine Stadtteilkulturfestivals oder so - da müsst Ihr die Veranstalter dann nur überzeugen, dass Ihr so gut sein, dass die Leute wegen Euch bleiben. ;-)
 
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Am Anfang finde ich es, wie von Vinterland schon ähnlich genannt, auch sinnvoll (wenn auch nicht einfach) selbst entsprechende Veranstaltungen zu organisieren, und für die entsprechenden Orte bereits bekanntere Bands, die Leute ziehen, mit an Bord zu holen.
 
Ich weiß nicht so recht ob man das vergleichen kann, da ich im Folgenden um Covermusik rede.
Aber in der Musikkneipe wo jede Woche freitags eine Band spielt sind wir einfach mal hingegangen an einem ruhigeren Tag und haben mit dem Wirt gesprochen. Klinkenputzen ist wesentlich effektiver als indirekte Kommunikation.
Jedenfalls haben wir eine Chance erhalten, Geld bekommen und spielen bald wieder dort, ganz einfach weil die Hütte voll war. Wäre niemand gekommen würden wir da bestimmt nicht mehr spielen.
Ihr müsst also eure Fanbase mitnehmen. Wenn ihr dann dort bekannter seid kommen auch Leute, die euch bei vorherigen Gigs nur durch Zufall gesehen haben. Wir haben zu Beginn auch nur vor Bekannten gespielt, aber dadurch hat man natürlich ersmtal die Kneipe voll und ein gutes Standing beim Wirt.
Aber natürlich kann man als Covertruppe auch leicht den ganzen Abend spielen und 4 std Programm füllen, das macht natürlich was aus. 90min eigene Lieder oder so, da wird es schwer.
Ich würde den Tipp annehmen und mich um gemeinsame Auftritte kümmern.
 
Hey @falcone !

Höre von Freunden aus NRW immer wieder, dass gerade dort die Gigsuche eine endlose und Zeit fressende Odyssee ist.

Also mein erster Gedanke war, ganz ehrlich, da kommen auf 50 schriftliche Anfragen vielleicht 1 Gig rum. Das liegt zum Beispiel daran, dass...

... Die Email leider oft noch von kleinen Location sehr stiefmütterlich, sprich: gar nicht, beachtet wird
... Mails als Erstkontakt ungefähr so stark im Gedächtnis bleiben wie der fünft platzierte der vorletzten DSDS-Staffel.
... Ihr euch nicht in deren bekanntem Netzwerk tummelt.
... Ihr sowieso direkt aussortiert werdet, weil die Suche andersrum läuft (Veranstalter sucht sich die Bands passend zum Konzept)
... Ihr Locations angeschrieben habt, die selber aber nichts Veranstalten (?).
... Ihr eine Band von vielen seit, und es immer wen gibt, der sowieso noch besser/billiger/professioneller ist.

Ich persönlich würde so nie nach Gigs suchen, es ist, leider, inzwischen verschwendete Zeit.

Viel, viel, viel wichtiger sind in meinen Augen:

Der harte und zeitaufwändige Weg: persönliches Netzwerken und eine starke Leber.
Rennt auf jedes Konzert in der nähe was auch nur annähernd mit eurer Musikrichtung zu tun hat. Quatscht mit allen Bands, die da spielen, den Veranstaltern, dem DJ, der PA-Firma, den Tontechnikern. Sprich: Geht der Szene richtig auf den Sack :D. Irgendwann kennt man sich, dann kommt mal ein Proberaumgig zustande, "wollt ihr nicht mal bei uns Vorband spielen?", "Wir bauen da im Sommer immer die Anlage beim Stadtfest auf, sprich doch mal mit Frau Sommer vom Stadtmarketing, sag du kommst von mir".

In eurem direkten Umkreis könnte das gehen, aber da ich (durch dein Apollo Twin Duo Video^^) mal davon ausgehe, dass du und deine Band schon berufliche/familiäre Verpflichtungen habt, ist dieser Weg eher was für die engagierte Studentenband.

Das selektive Netzwerken:
Bands und Veranstaltungsorte aus der Nähe GANZ genau anschauen, z.B. über soziale Medien. Welche Band kann was, ergänzt uns gut? Welcher Veranstaltungsort würde zu uns passen? Dort enge Kontakte knüpfen. Sich austauschen. Im Gedächtnis bleiben.

Einen ganzen Abend anbieten:
Seht zu das ihr andere Bands, einen DJ etc. an der Hand habt, der Location also bestenfalls sagen könnt: "Kein Thema, wir organisieren die komplette Unterhaltung an dem Abend".

Selber Veranstalten:
Ist man gut Eingebunden in die "Szene", ist der oft erfolgreichste (aber auch riskanteste und aufwändigste) Weg, selber zu Veranstalten. Je nach Anspruch lässt sich das oft durch die Spenden/Hut Methode das ganze oft unbürokratisch lösen. Die meisten Locations sind da sehr offen, da sie dadurch keinen Nachteil und keinen aufwändigen Papierkram haben. Und unterm Strich kommt meist dann doch n 5er pro Gast dabei rum.

Gigs Außerhalb:
Sind nahezu ein Ding der Unmöglichkeit für die Semi-Pro Band. Man konkuriert selbst bei Kleinstlocations mit Bands aus ganz Europa. Auch hier gilt aber wieder: Vitamin B bringts. Im Ruhrgebiet sowieso total schwierig, weil das eine einzige riesige Großstadt ist.


TL&DR:

Unterm Strich: Netzwerken bis der Arzt kommt. Es wird die Band genommen die man gut kennt, nicht die die auch besonders gut ist.
Und eine Email ist als Erstkontakt vollkommen ungeeignet, Anrufen oder persönlich hingehen.

Gruß,

CosmicEgg.
 
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Danke Leute, ihr bestätigt meine Vermutungen.

Ich nehm mal als Anregungen mit;

Netzwerken!
Selbst Veranstaltungen organisieren.

Ja, wir sind alle beruflich eingespannt, hat den Vorteil relativer finanzieller Unabhängigkeit und den direkten Nachteil, dass Zeit eben begrenzt und dadurch kostbares Gut ist.

Wie gesagt, die Mails waren nur der Opener, wir telefonieren das alles ab, auch mehrfach, um den Leuten so lang auf den S*** zu gehen, bis da was bei rum kommt :)

Apropos netzwerken... Hier tummelt sich doch viel an potentiellen Mitstreitern. Gibts da irgendwo nen zentralen Ort, wo man sich für gemeinsame Gigs versammelt? Also hier im board?
 
Hallo falcone

Selbst Veranstaltungen organisieren.
Also wie "gedan" auch schon angedeutet hatte (Post #4), hatte ich das eigentlich nicht gemeint. Also nicht eigene Veranstaltungen organisieren, sondern
doch schon in Locations anfragen aber dann im gleichen Atemzug erwähnen...."Ach ja, wir hätten da auch noch eine andere Band, die aus ihrer näheren Umgebung
kommt und auch schonmal bei Ihnen gespielt hat".
So ist ja dann eventuell für den Betreiber mehr oder weniger sicher, das wenigstens ein paar Leute mehr kommen, als wenn ihr euch als außenstehende Band
alleine dort bewerbt.

Ja, wir sind alle beruflich eingespannt, hat den Vorteil relativer finanzieller Unabhängigkeit und den direkten Nachteil, dass Zeit eben begrenzt und dadurch kostbares Gut ist.
Genau so sieht´s bei uns auch aus. Deshalb versuchen wir so gut es geht, Gigs fürs Wochenende zu bekommen. Was meist aber auch klappt.
Ok, ab uns zu ist auch mal ein Gig Donnerstags oder Freitags dabei aber für sowas haben wir dann meist auch Urlaub bekommen.
 
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[...]
Wir haben dann auch gleich die Adressen unter uns aufgeteilt, um telefonisch nachzuhaken.
Wie das so ist, gehen natürlich nicht alle in der Band mit der gleichen Motivation und dem gleichen Mut ran, so dass manche Adressen noch komplett unbeackert sind.
Aber das ist ein anderes Thema...
[...]

Nicht unbedingt. ;)
Ich denke, die Akquise und das Booking sollte eine einzelne Person machen, die dafür auch geeignet ist. Nicht jedem liegt das in gleicher Weise.

Allgemein gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, erst anzurufen und bei gewecktem Interesse zu vereinbaren, eine Email mit Infos, Links zu Demos, etc. zu schicken.
Oder auch persönliche Ansprache des Wirts vor Ort und bei Interesse, 'ne CD mit Infomaterial dort lassen.

Persönlicher Kontakt ist noch immer das Wichtigste. Viele Wirte betreiben Musikkneipen mit Livemusik aus Engagement. (Es wäre bei all den Umständen mit z.B. der GEMA für sie oft einfacher darauf zu verzichten.) Oft gibt es dort auch Musiker Stammtische. Hier kommt wieder das Netzwerken ins Spiel...

Am Anfang steht natürlich die Recherche: Schauen, was für Bands, wo spielen und einschätzen, ob man zu den Locations überhaupt passt.

Grüße, Pat
 
Ja, vielen Dank Leute. Jetzt, so 3 Wochen nach dem initialen Mailing sieht es doch schon etwas rosiger aus. Wir haben vier feste Gigs und noch ein paar Kontakte mit potentiellen Terminen in der Schwebe.
Aber: die Aktionen, die tatsächlich erfolgreich waren - sprich, zum Gig führten - sind allesamt aufgrund von persönlichen Beziehungen zustande gekommen.
Nun gut, wenn es so weiter läuft, auch in Ordnung. Eins ergibt das andere.

Die Mailgeschichte ist und bleibt zäh, auch nach etlichen Telefonaten, Erinnerungsmails etc. Aber gut, man muss halt dran bleiben und den Leuten auf den Sa** gehen. Geduld ist schon eine Tugend (die mir manchmal etwas abgeht :) ).
 
Wie ich gerade gesehen habe, seid ihr am 13.3 in meiner Heimatstadt. Vielleicht sieht und hört man sich da. Termin ist zu mindestens mal notiert.
 
Gerne :)
Wir haben ne gute halbe Stunde, an dem Abend spielen ja aber noch mehr Bands.
Kennst du das "Eigenart"?
 
Jein. Ich kenne es natürlich dem Namen nach und weiß wo es ist. Da gewesen bin ich aber noch nicht...
 
... Hier tummelt sich doch viel an potentiellen Mitstreitern. Gibts da irgendwo nen zentralen Ort, wo man sich für gemeinsame Gigs versammelt? Also hier im board?
Ja gibt es, genau hier in diesem Bereich des Musiker-Boards, ein paar Subs tiefer: https://www.musiker-board.de/forum/band-kontakte-gig-austausch.144/
Alternativ haben wir auch Regionale Subs, wo man auf die Suche gehen kann: https://www.musiker-board.de/forum/mb-regional.782/
Da kannst du gezielt auf die Suche nach Mitstreitern in Deinem Umkreis gehen.

Wir haben für die Organisation eines Gigs im letzten Jahr mal das Regio Sub Hannover und Umgebung erfolgreich genutzt: https://www.musiker-board.de/threads/mb-event-hannover-und-umgebung.547046/page-6#post-6924548
 
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Also wir sind nun auch an einem Punkt angekommen an dem wir selbst nicht mehr weiterkommen. Sprich wenn wir uns weiterhin selbst um die Sachen kümmern treten wir auf der Stelle bzw. es geht einfach zeitlich auch nicht mehr.

Daher sind wir jetzt endgültig soweit, dass wir eine Management- und Bookingagentur mit der Sache beauftragen. Mal schauen ob das eine Erfolgsgeschichte wird oder Geld zum Fenster rausgeworfen (was ich auch schon öfter gehört habe....)
 
Also wir sind nun auch an einem Punkt angekommen an dem wir selbst nicht mehr weiterkommen. Sprich wenn wir uns weiterhin selbst um die Sachen kümmern treten wir auf der Stelle bzw. es geht einfach zeitlich auch nicht mehr.

Daher sind wir jetzt endgültig soweit, dass wir eine Management- und Bookingagentur mit der Sache beauftragen. Mal schauen ob das eine Erfolgsgeschichte wird oder Geld zum Fenster rausgeworfen (was ich auch schon öfter gehört habe....)

Was macht ihr denn für Musik und wieviel kostet das? Wir sind bis jetzt auch eher Do-it-yourself bei der Angelegenheit, kostet aber schon einiges an Zeit und Nerven.
 
Daher sind wir jetzt endgültig soweit, dass wir eine Management- und Bookingagentur mit der Sache beauftragen. Mal schauen ob das eine Erfolgsgeschichte wird oder Geld zum Fenster rausgeworfen (was ich auch schon öfter gehört habe....)

Verstehe ich das richtig, dass ihr einer Bookingagentur aktiv Geld bezahlt, damit die euch anbieten? Wie läuft das ab?
 
Du zahlst eine Pauschale für deren Bookingservice oder eben eine Provision pro gebuchten Auftritt.
Die Bookingagentur soll die Band professioneller dastehen lassen und in erster Linie durch deren Kontakte bessere Gigs an Land schaffen, die du so als selbstständige Band nur schwer oder gar nicht bekommst (viele Veranstalter und Locations nehmen von privat beispielsweise überhaupt keine Bewerbungen entgegen).
Kommt halt immer auch ganz auf die Agentur an. Größe, Kosten und vor allem Nutzen unterscheiden sich da schon gewaltig.

Überlegen sollte man sich diesen Schritt auf jeden Fall gut, bevor man ihn geht. Und vor allem, mit wem. Grade gestern auf einem Gig haben uns Kumpels einer befreundeten Band erzählt, dass sie die letzten Monate mit einer Agentur mehr oder weniger auf die Nase gefallen sind. Monatelang einen dreistelligen Betrag für Vertrieb und Booking bezahlt, im Endeffekt kam aber ausser leeren Versprechungen und einer abgesagten (weil nicht gebuchten) Tour nichts rum.

Auf der anderen Seite werden wir diesen Schritt spätestens mit dem kommenden Album im Herbst auch angehen. Klar, viel läuft nach wie vor über Kontakte, aber sämtliche Locations im Umkreis sind abgespielt und vor allem an Festivals oder eben "richtige" Locations kommt man auf eigene Faust eigentlich nicht ran, vor allem nicht weiter auswärts, wenn man nicht grade für den Sprit draufzahlen will.


Wenn ihr natürlich noch am Anfang und frisch in den Startlöchern steht, habt ihr eigentlich alles erstmal in der eigenen Hand. Oben stehen eigentlich viele hilfreiche Tips, die ihr befolgen und umsetzen könnt. Ist halt harte, nervige und undankbare Arbeit und es kommt wenig bei rum. Aber je besser ihr euch mit anderen Bands und Veranstaltern vernetzt, desto mehr wird auch am Ende rumkommen.
Wenn ihr bereit seid, weite Wege zu fahren und auch mal auf den Spritkosten hängen zu bleiben sollte es auch kein Problem sein, in einiger Entfernung was zu finden. Müsst ihr dann eben entscheiden ob es euch das wert ist.
 
Wir machen Dark Melodic Metal. haben lokal praktisch schon überall gespielt wo es möglich ist und haben auch schon auf ein paar großen Festivals gespielt. Alles irgendwie selbst gedeichselt. Aber der Aufwand der inzwischen damt verbunden ist, 3 - 5 gute(!) Gigs im JAhr zu bekommen, ist einfach nicht mehr tragbar. Daher dieser Schritt.

Es geht bei uns nicht nur um Booking. Es geht um einen Management deal. D.h. hier geht es neben dem Booking auch praktisch um alles organisatorische, um Promo, Marketing, Vertragsverhandlungen etc.

Das läuft so ab, dass man eine monatliche Pauschale bezahlt, die quasi die Kosten der Agentur decken soll. Zusätzlich bekommt die Agentur eine feste Provision an allen verschafften Gigs und an allen Verkäufen. Über unsere konkreten Zahlen rede ich hier nicht. Allerdings habe ich in dem Bereich schon vieles gesehen. Pauschalen von 60 - 3.000 Euro im Monat. Provisionen von 10% - 50%. Wir liegen bei beidem irgendwo dazwischen, allerdings viel näher an den Untergrenzen ;)

Und ja da gibt es viele scharze Schafe. Wir haben auch einer Booking Agentur 1 Jahr lang Geld in den Hintern geschoben. Deswegen muss man bei solchen Verträgen immer auf kurze Kündigungsfristen achten. Wir haben beispielsweise eine Kündigungsfrist von 2 Monaten ausgehandelt. D.h. wenn wir unzufrieden sind, sind wir binnen 2 Monaten aus dem Vertrag raus.
 
Wir machen Dark Melodic Metal. haben lokal praktisch schon überall gespielt wo es möglich ist und haben auch schon auf ein paar großen Festivals gespielt. Alles irgendwie selbst gedeichselt. Aber der Aufwand der inzwischen damt verbunden ist, 3 - 5 gute(!) Gigs im JAhr zu bekommen, ist einfach nicht mehr tragbar. Daher dieser Schritt.

Es geht bei uns nicht nur um Booking. Es geht um einen Management deal. D.h. hier geht es neben dem Booking auch praktisch um alles organisatorische, um Promo, Marketing, Vertragsverhandlungen etc.

Das läuft so ab, dass man eine monatliche Pauschale bezahlt, die quasi die Kosten der Agentur decken soll. Zusätzlich bekommt die Agentur eine feste Provision an allen verschafften Gigs und an allen Verkäufen. Über unsere konkreten Zahlen rede ich hier nicht. Allerdings habe ich in dem Bereich schon vieles gesehen. Pauschalen von 60 - 3.000 Euro im Monat. Provisionen von 10% - 50%. Wir liegen bei beidem irgendwo dazwischen, allerdings viel näher an den Untergrenzen ;)

Und ja da gibt es viele scharze Schafe. Wir haben auch einer Booking Agentur 1 Jahr lang Geld in den Hintern geschoben. Deswegen muss man bei solchen Verträgen immer auf kurze Kündigungsfristen achten. Wir haben beispielsweise eine Kündigungsfrist von 2 Monaten ausgehandelt. D.h. wenn wir unzufrieden sind, sind wir binnen 2 Monaten aus dem Vertrag raus.

Ok, interessant – dass Bookingagenturen pauschal bezahlt werden kenne ich so nicht und halte ich auch für eine etwas seltsame Vorgehensweise. Normal ist meiner Erfahrung nach eine Provision, üblicherweise im Bereich von 15-25%. Wie ihr auch schon sagt – eine pauschale Bezahlung kann sehr schnell nach hinten losgehen.

Der Erfolg einer Bookingagentur einer Band einen Gig zu buchen hängt ja zu einem großen Teil auch davon ab, dass die Veranstalter die Agentur kennen und sich darauf verlassen, dass die eine anständige Vorauswahl getroffen haben. Heißt – dadurch, dass die Agenturen erfolgsabhängig arbeiten, werden Sie nur Bands aufnehmen, von denen Sie sich auch Erfolg versprechen, also deren Qualität stimmt.
Wenn jetzt ein Erfolgsabhängiges arbeiten wegfällt und durch eine pauschale Bezahlung ersetzt wird, lohnt es sich für Agenturen auch schon, ganz einfach viele Bands unter Vertrag zu haben und einfach mal auf Verdacht anzubieten, denn Geld gibt es sowieso. Dadurch kann der Ruf einer Agentur bei den Veranstaltern leiden und sich negativ auf den Bookingerfolg auswirken. Das will ich grundsätzlich keiner Agentur unterstellen, aber ich finde man sollte das im Hinterkopf haben.
 

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