Line-Array Kinderkrankheiten...

von .Jens, 11.06.05.

  1. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 11.06.05   #1
    Moin...

    Komme gerade von einem Kurztrip zum Hurricane zurück, und habe mal wieder bestätigt gesehen, dass nach meiner Hörerfahrung die LineArray-Technik bei allen Vorteilen immer noch mit diversen Problemen zu kämpfen hat.

    Zunächst mal die (mal wieder) gehörten/gesehenen Vorteile:
    - Druck (fast) ohne Ende bis in die letzte Reihe and beyond. Ich hab jetzt nicht ganz vorne gestanden, aber es war ab etwa 20m von der Bühne bis weit hinterm FOH einfach nur angenehm laut (ohne Stöpsel gut zu ertragen, selbst bei Rammstein), gut zu hören, und untenrum mächtig Schub.
    Vorne gabs vom Subbass noch ordentlich in die Magengrube, und hinten war immer noch gut was zu hören, auch "im Keller".
    Und selbst über 300m weg von der Bühne kam immer noch schön was an (nicht mehr laut, aber deutlich), wenngleich je nach Wind mit mehr oder weniger Höhen.
    - Leistung "aus dem Nichts". Dat kenn ich aber noch ganz anders - da hängt ja nun heute sprichwörtlich "nichts" mehr (vor allem nicht im Sichtweg), und es tönt recht sauber und vor allem laut.

    Aber, jetzt kommts:

    - seitliche Directivity: der Sinn beim LA ist ja eigentlich, dass die Bündelung in der vertikalen stark ist, in der horizontalen sollte das System schon breit abstrahlen. Jedenfalls nicht viel schmaler als "konventionelles" Material. Fehlanzeige. Seitlich der Bühne (~45°) nur Höhen (und Bässe, die waren überall gut, was Wunder ;) ), etwas näher zur Achse kommen so langsam die Mitten mit rein und erst am FOH kriegt man einen einigermaßen runden Sound.
    Das widerspricht so ziemlich allem, was ich über Richtwirkung und Frequenzen bisher so kannte :rolleyes: . Nun ja. war auch nicht das erste Mal, dass mir das auffällt.
    - Tiefmittenloch: Subbass ist bei den LAs immer da ohne Ende (gut, die Subs sind jetzt keine LAs in der Regel, sondern konventionell dazugestellt, aber betrachten wir mal die typische Gesamtsituation bei LA-basierten Systemen). Höhen und Hochmitten sind auch da und klingen gar nicht mal schlecht (wenn auch oft zu grell und in den Höhen wenig präzise) - aber Tiefmitten? Wo ist denn der typische "4*12er-Schub", wo ist der knackige Bass? so um 400Hz rum scheinen die LAs nicht wirklich viel Atemluft zu haben. War bis jetzt auch jedes Mal so.
    - Gesamtsound: wenn man sich im ersten Moment noch von mächtigen Subbässen und schillernden Höhen beeindrucken lässt (z.B. beim Soundcheck der BD), klingt das alles sehr passabel. Auch ein komplettes Drumkit macht noch richtig Spaßßßß :D. Alles da, wo es hingehört und mit ordentlich Dampf. aber dann, so eine ganze Band, da lassen die LAs doch IMHO sehr oft bei der Transparenz zu wünschen übrig. Irgendwie hört sich das bei genauerem Durchhören immer noch recht matschig an.

    Jetzt die große Frage: Wer hat schonmal ein LA gehört, was zu 100% überzeugt hat (für Live)*? Wie sehen das die anderen? Meinungen, Kommentare, Prügelei? ;)

    Jens

    *A propos LA: L'Acoustics habe ich auch schon diverse Male gehört, und die haben's IMHO noch mit am besten im Griff - aber so ganz dann auch nicht. Vor allem sind es durch die Bank (alle Hersteller) immer wieder dieselben Knackpunkte, die zum Tragen kommen - mal mehr, mal weniger...
     
  2. slaytalix

    slaytalix Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 11.06.05   #2
    Moin

    Meyer Sound wurde mit "Mapp" eingemessen & mit dem parametr. EQ gut eingestellt

    L Acoustics V Dosc wird nur an erfahrene User abgegeben

    HK Audio setzt bei Cohedra einen "Führerschein" für LA voraus

    Gestackte Bell VPS 500 T mit Stack-Cradle auf 500 L hat mir auch nicht gefallen, ebensowenig wie d & b Q 1 / Q 7 gestackt auf Q Sub
     
  3. FranceArno

    FranceArno Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 11.06.05   #3
    Tja, wenn man hier mal so richtig vergleichen wollte, dann müsste man auf ein Event gehen, bei dem neben LAs nochmal parallel eine konventionelle PA aufgebaut wird ;) ....könnte vielleicht etwas viel Aufwand sein.

    Ich war gestern bei mir um die Ecke und habe Open Air zwei Coverbands angehört. Der Sportplatz war befeuert mit 6 Stacks Nexo Alpha (auf dié ich ja nix kommen lasse). Leider war unterschiedlicher Wind, meistens in Richtung Bühne, und eine Aussage über den Sound kann man beim besten Willen nicht machen. (Außer, dass der Tonmann Bassdrum und Snare permanent 110% Gain gegeben hat, was mir keinen Spaß bereitet hat :( . Aber das gehört hier nicht hin).

    Wenn ich mir also überlege, dass ich nicht 25m, sondern 100m von den Boxen weg stehe, dann wird das in der Regel nichgt besser werden, egal ob LA oder konventionell.
    Beim Aufbau und Ausrichten verzeiht einem ein LineArray wohl keine Fehler.

    Indoor war ich beim Robbie Williams - Konzert auf Schalke (jawohl, ich oute mich) von den L'Acoustics begeistert. Allerdings nicht bei Herrn Williams (zu laut, zu undiferenziert), sondern bei Skin. Das war klasse.
    Und Rush in der Arena Oberhausen war auch sehr gut (übrigens auch das Licht: kein PAR, sondern ausschliesslich Kopfbewegtes und ähnliche Schweinereien). Aber von Rush erwartet man ja auch eine perfekte Show. Weiss da jemand, was tonmässig unter der Decke hing?
    Zu hundert Prozent hat mich das jetzt nicht überzeugt, aber es kam diesem Traumziel schon recht nahe.
    Den besten Sound seit langem hatte ich bei einem kleineren Konzert, GAE und nix LA, in diesem Jahr in Kölle. Die Band heisst Porcupine Tree und gibt sich mit durchschnittlichem Sound auch nicht zufrieden.

    Viele Grüße

    France.
     
  4. niethitwo

    niethitwo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.06.05   #4
    naja, das ist heutzutage bei großen shows häufig zu sehen....v.a. bei fernsehshows sind paars bloß noch als floor und dann die wand hoch, evtl. noch mit nem farbwechsler drauf..

    hab daneulich gesehen:

    par64 floorspot, wand hoch, farbwechsler...aber: folie geteilt, eine seite orange, andere rot, dann noch hellblau und unkelblau...das verlief dann ineinander und sah echt geil aus! :great:
     
  5. animalcracker

    animalcracker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.05   #5
    tja was jens da berichtet kann ich nur noch mal bestätigen!
    auch wenns schon etwas her ist das der thread erstellt wurde abe rich war gerade 5 tage lang auf dem NOVAROCk festival!
    anlage: 12 V-Dosc pro seite + 2 kleinere elemente als nearfill geflogen und auf der bühne also über kopfhöhe noch 6 weitere nearfill und 8 passende Subs(SB218 glaub ich) auf der bühne und weitere 8 unter der bühne!
    keine delay-line (anders als bei aerodrome)!
    sound in der "mitte" des abstrahlfeldes laut, absolut gut und klar! auch sehr weit aber heftiger wind deshalb der übliche effekt!
    seitlich war das schon ganz anders! klang irgendwie verwaschen und wenig höhen und seichte mitten!
    aber das V-Dosc klingt einfach toll wenn man richtig steht!

    mfg man
     
  6. lini

    lini HCA PA-Praxis & LS-Selbstbau HCA

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    Erstellt: 16.06.05   #6
    Das Problem mit den fehlenden Tiefmitten bei vielen LineArrays ist bei den verwendeten Lautsprechern meiner Meinung nach eigentlich ganz klar: Aus einem 8"er oder 10"er bringt man eben nicht allzuviele Tiefmitten raus. Das V-dosc System hat ja (wenn ich mich recht erinnere) zwei 12"er drin und die haben natürlich schon eine ganz andere Membranfläche als die 8"er.
    Zum Thema Directivity: Nicht jedes LA, daß sich LA schimpft, ist auch eines (Bestes Beispiel: Dynacord Cobra :rolleyes: ) und nicht jeder Systemtechniker kennt sich mit den ja doch recht speziellen Eigenheiten des jeweiligen LA´s aus.
     
  7. Marcel

    Marcel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.06.05   #7
    V-DOSC hat 2 x 15", 4 x 7", 2 x 1,4" laut L-Acoustics 50Hz - 18kHz +-3dB

    dV-DOSC hat 2 x 8", 1 x 1,4" 160Hz - 18kHz +-3dB (100Hz bei -10dB)

    So wie ich das dV-DOSC bisher gehört hab klang das Teil meist wie ne große Hifianlage und recht edel. Tiefmitten fehlten wirklich ein wenig, aber je nach Art der Musik fällt das mal weniger und mal mehr ins Gewicht.

    Nur den SB 218 mag ich nicht. In Kombination mit V-DOSC gehts ja noch, wenn die Kiste quasi nur mal als Effekt eingesetzt wird. Ansonsten klingt in einer Halle V-DOSC ohne Sub auch schon recht ordentlich, wenngleich natürlich kein Hosenflattern und laut dröhnender Bass zu erwarten ist. Da kommts imho wieder auf den persönlichen Geschmack an. Ich mag solchen Sound eigentlich lieber, als den Mega-Blub unten rum (nur ab und an find ich das auch mal ganz nett :D), aber die meisten Leute (Publikum) mögen anscheinend den fühlbaren Bass und bewegte Kleidung lieber.

    BTW: V-DOSC müsste man mal mit dem neuen 700er Sub von Meyer kombinieren. Fand den gar nicht mal schlecht für ne 18" Kiste und ein himmelweiter Unterschied gegenüber dem SB218. Ansonsten klingt M3D, Milo etc. ja auch nicht unbedingt schlecht, wobei ich bisher meine besten Konzerterlebnisse mit V-DOSC hatte - bzw. im kleinen Rahmen dem AD CLA2 :)
     
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