Line6 Helix - Stereo Setup vs. Wet/Dry/Wet

von RayBeeger, 13.11.19.

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  1. RayBeeger

    RayBeeger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.19   #1
    Ich bin vor kurzem von meinem Helix Floor zum Helix Rack umgestiegen. Hintergrund ist, dass ich mir ein Rack erstellt und nun, mit zwei Cabs, die Möglichkeiten ausgelotet habe W/D, "W/D/W" oder Stereo zu spielen.

    Ein echtes Wet/Dry/Wet funktioniert in der Konstellation mit zwei Boxen erst einmal nicht. Stereo klingt zum Teil etwas "verwaschen", weil der Direktsound fehlt (Dry). Ich habe eine Endstufe mit zwei Kanälen, einen dritten Amp will ich nicht.
    Guckt man sich die ganzen "Bedenkenträger" an, kommt es zu Phasenproblemen, Brummschleifen oder auch nicht usw. .

    Nach einigem Experimentieren mit den im Internet kursierenden Möglichkeiten und den Patches des Line6 Helix, habe ich alles noch einmal von vorn gedacht. Letztendlich ist die Lösung einfacher als gedacht!

    Rack:

    Line6 Helix
    Mesa Boogie Studio Preamp (befindet sich im Loop 1 des Helix)
    Marshall Valvestate 8008 (Zweikanal Poweramp 2x80 Watt)
    Cab1: C90 Speaker
    Cab2: NanoCab

    Da die Effekte im Helix einen Mix-Regler haben erübrigt sich der klassische Dry-Kanal, denn man mischt damit den Effektanteil zum Dry-Signal dazu. Wenn man also nicht komplett auf Ambient-Sounds hinaus will, benötigt man auch keinen 100% Effektanteil wie im W/D/W-Setup. Es klingt trotzdem "amtlich"!

    Im Grunde habe ich nun einen Dry-Pfad und einen Parallel-Pfad mit den Stereoeffekten. Im Parallel-Pfad habe ich ein Expressionpedal integriert, um die Lautstärke der Effekte beeinflussen zu können. Ein Gain-Block reduziert die Lautstärke des Parallel-Pfades, da dieser automatisch (beim Anlegen) lauter installiert wird.

    Ich habe geprüft, ob es ein Semi-Stereo oder "echtes" Stereo ist. Am besten funktioniert das mit einem Ping Pong Delay, damit hört man deutlich, wenn das Signal von einem Speaker zum anderen "panned". Das Direktsignal bringt dabei das Attack. Vielleicht noch ein Hinweis: Der Mix für die Stereoeffekte ist bei mir immer unter 50% eingestellt.

    Somit bekommt man ein Dry-Signal und das Stereo-Signal auf die beiden Lautsprecher. Und wie man es am Ende auch nennt, es funktioniert und klingt...

    Für mich ist der Helix damit mal wieder die beste Schaltzentrale für effektives Routing!
     
  2. Szaladin

    Szaladin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.19   #2
    Die Routing-Möglichkeiten vom Helix sind wirklich flexibel.

    Also nutzt du den Pream nun im FX-Loop, um dann nach dem Preamp Effekte/etc zu schalten, um dann das Signal über den Poweramp 'laut' zu bekommen? Färbt der Marshall dann nicht das Signal noch weiter ein? Und wenn ja, ist das dann gewünscht?

    Wie schickst du das ganze an den Tontechniker? Theoretisch könntest du das ganze direkt vom Helix aus in Stereo an den Mixer schicken. Du bräuchtest nur nen passenden Speaker-Block / IR von deinen Cabs.

    Dann könntest du im Proberaum / Zuhause exakt checken, was der Ton-Mann bekommt. Und dir lästiges Mikrofonieren auf der Bühne sparen. Deine Boxen wären dann quasi nur für dich und die Band und du könntest dir eine gewisse Autonomität beim Monitoring leisten ;)

    Ebenso würdest du die Menge an Objekten, die technische Probleme bereiten (jedenfalls fürs FOH) um drei verringern. Und gerade bei kleineren Bühnen kann es sich lohnen, seine Patches als "Cab-Freie-Variante" parat zu haben, um direkt ins Pult zu spielen.

    Das Helix ist nicht nur fürs Routing interessant, man kann mit mehreren Set-Ups sich stark an die Bühne anpassen, sich für technische Probleme wappnen und somit flexibel bleiben :)
     
  3. RayBeeger

    RayBeeger Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.19   #3
    Den Floor habe ich verkauft, weil ich unbedingt ein Rack haben wollte. Das ganze Setup im Helix zu realisieren hat mir nie wirklich gefallen. Ich brauche den Amp und Cabs, wobei man bei dem Poweramp auch die Cabs mal weglassen kann, wenn man über einen Monitor abhören will/muss.

    Stereo hat mich schon immer interessiert, aber das bringt immer Probleme mit dem PA-Sound oder dem FOH, wenn es um das Direktsignal geht.
    In meinem jetzigen Setup habe ich sozusagen ein W/D/W mit einem Dirketsignal in der Mitte, jedoch nutze ich dabei nur zwei Cabs anstatt von drei Wegen. Der FOH kann den "Effektkanal" selbst steuern. Mit dem Expressionpedal kann man die Modulationseffekte (nach dem Preamp) komplett aus dem Re./Li.-Panorama "herausnehmen" und hat dann ein "trockenes" Signal mit allen Pre-Effekten.

    Ich verwende zwei Multi-Outs (getrennt). Der Pfad A liefert das Direktsignal an den Ausgang. Der Parallelpfad geht auch auf Multi-Out, jedoch, wie vorher beschrieben, getrennt und nicht zurück zum Pfad A.

    Der Trick ist der Merge-Block (das ist der vor dem OUT) im Parallelpfad. Nutzt man im Parallelpfad Stereo-Effekte, kann man im Merge-Block nach Rechts und Links "pannen". Im Merge-Block kann man sogar, falls notwendig, in einem Weg die Phase tauschen, was bei mir nicht benötigt wird.

    Der Helix liefert nur Effekte und ist meine Schaltzentrale für das Rack. Der Röhren-Preamp ist mein zentrales Soundmodul im Loop jedes Patches. Die Valvestate-Endstufen fahre ich absichtlich im "Gitarren-Modus", weil ich das mehr mag als wenn sie linear arbeitet (das geht auch und ist umschaltbar).

    Links habe ich den C90 in einem offenen Cab, das rechte NanoCab ist geschlossen und bringt etwas mehr Punch. Der Mix gefällt mir ausgesprochen gut und der "amp in the room"-Sound ist so wie ich ihn mag.

    Zum FOH gebe ich die Signale über zwei DI-Boxen (PDI 09 "The Junction") mit Speakersimulation mittels XLR.

    Diesen Sound, mit all den Möglichkeiten, leiste ich mir, weil ich der einzige Gitarrist in der Band bin. Ein Mono-Set ist noch in Arbeit, falls ich das mal brauche.
     
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