Live-Sound dünn - Wie/womit Gretsch/Tele-Sound der Stray Cats erzielen?

Veeti
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hallo leute,
ich habe eigentlich viel geld in mein equipment gesteckt, ein guter sound ist mir immer wichtig, umso entäuschter bin ich über den live sound der das nicht wiederspiegelt und frage mich wo ich jetzt ansetzen kann oder was ich falsch mache?

egal ob ich am amp mehr mitten und bässe dazugebe oder weniger, am ende fehlt einfach der punch und die kraft... vermutlich wenn ich den amp ordentlich aufdrehe wäre er da, aber sooo laut kann ich nirgendswo spielen, der amp hat ja schon nur noch 15 watt...
ich spiele primär rock n roll, rock und blues, mein soundziel und vorbild ist brian setzer/stray cats:

mein setup & livesituation:

a) gitarre: gretsch 6120 mit tv jones classic oder fender 50s telecaster single coils
(hier wäre die überlegung ob ich die pickups etwas weiter runterschrauben sollte damit es "runder" und kräftiger klingt...!?)

b) amp: fender blues junior 15 watt modifiziert mit einen v30 speaker und einige billm mods die den sound eigentlich verbessern sollten richtung fender twin sound, sowie einen presence regler
(problem ist das ich die 15w selten live weit aufdrehen kann, also meistens mastervol auf 2-3 von 10)
desweiteren habe ich die endstufenröhren erneuert und den ruhestrom auf ca 70% eingestellt, hier wäre auch die frage ob weniger eine bessere lösung wäre? kalter vs warmer sound?) zuhause würde ich sagen klang der amp soweit okay, aber live ist alles anders bzw fehlt der punch...

c) kabel habe ich 2x 6m klotz 59, sowie einige patchkabel davon, klar gibt es hier bessere und vorallem teurere, aber eigentlich sind sie guter standart...

d) effektkette: gitarre - tc buffer - korg stimmgerät - 2 verzerrer - sowieso ein tape delay mit einer vorstufe/preamp boost sound (der aktiviert ist) - amp
(könnte der buffer kontraproduktiv sein? habe ihn da er empfohlen wird um eben schlechten sound auszugleichen bei mehreren effekten. beim delay habe ich eben auch stark den eindruck das es zu dünn und kraftlos am ende klingt...)

e) live ist auch die frage ob es mehr sinn macht jedesmal den amp mit einen mic über die pa zu schicken oder sollte das keine rolle für einen guten livesound spielen?

wenn am ende ein equipment über die tausende euros kostet und wie 200 euro klingt läuft deutlich was falsch, nur was? und wie kann ich das problem lösen?

danke!!
 
Eigenschaft
 
nur mal so: der Gitarrensound aus dem Video ist mMn ziemlich clean. Da braucht es keine Zerrer auch keinen Booster. Dann kannst du auch den Amp weiter aufreissen und Pickups runter, kann evtl auch mehr Dynamik bringen.
Amp über PA in größeren Räumen ist auch keine schlechte Idee, aber dir geht's ja wohl mehr um den Bühnensound.
Da spielt dann allein schon die Aufstellung eine große Rolle.
 
ja die meisten gigs sind in pubgigs bzw lokale die nicht sooo groß sind oder im freien!
hier hört man die harmonische zerre die sehr nahe an einen clean/crunch sound sind besser:
aber in erster linie gehts mir nicht nur um den clean/verzerrten sound sondern mehr um druck und generellen "guten live" sound...
aufstellung??
 
Aufstellung eben so, das du dich gut hörst und der Amp nicht nur deine Hosenbeine zum flattern bringt. Setzer spielt über ein extrem langes Kabel, das nicht wenige Höhen schluckt.
Vlt. hilft so etwas:
oder einfach mal den Ton Regler zurücknehmen, das ist auch häufig ne gute Idee.
 
Naja, so das Mörderbrett fährt der Herr Setzer nu auch nicht ... bis er mal das Pedal anschaltet, und dann ist er auch eher auf der knackig-brillanten Seite unterwegs. Das ist jetzt kein super punchy sound, sondern schon eher transparent, brillant und "plonkig", aber natürlich sehr prominent abgemischt. Wenn man sich real im Jugendclub oder im Pub gegen Drums und Bass durchsetzen muss, kann das schon mal anders aussehen.

Einer fürs Phrasenschwein: Eine mäßige Gitarre klingt durch einen Top-Amp besser als eine Top-Gitarre durch einen mäßigen Amp - was ja eher das ist was Du machst. Von den tausenden Euro entfallen nur ein paar Hunderter auf den Amp, aber ein großer Teil auf die Gretsch. So schlecht ist der BJr aber dennoch ja nicht. Warum kannst Du ihn denn bei Gigs nicht aufdrehen? Zu den Mods kann ich nichts sagen, aber Röhren kälter fahren wird Dein Problem eher nicht lösen. Und der V30 ist auch nicht gerade mein Liebling, aber das ist Geschmacksache. Generell finde ich, sollte man Mods nicht machen weil im Internet steht, dass dann irgendwas "besser" wird. Denn besser ist nirgends definiert. Deshalb schreiben die Modder meistens dazu, was sie genau erreichen wollen und können. Mehr Gain, sanftere Verzerrung, mehr Klarheit? Nicht alles davon hilft immer.

Vielleicht hast Du Deinen Amp sogar in die falsche Richtung entwickelt? Von einem Twin Reverb trennt einen BJ mehr als nur ein paar Mods, und ein Twin Reverb klingt komplett (!) anders als der von Setzer präferierte Blonde Bassman. Da wärst Du vielleicht mit einem ungemoddeten BJ sogar näher dran ;)


Wie klingt denn Dein Rig ohne die Treter? Besser? Dann beginne nur mit einem Kabel und bau ein Gerät nach dem anderen in die Signalkette, und schaue wo es schlechter wird. Manche Delays färben den Ton sehr stark, das ist wohl so ... Dann kannst Du auch feststellen, ob der Buffer positiv, neutral oder negativ wirkt. Mal einen Euqalizer, Kompressor oder noch stumpfer einen Line Booster getestet?

Und zu den PU: TV Jones schreibt zum Setzer Signature Pickup:
this design provides more clarity while producing some of the punchiest low-mid response in our line. The classic Setzer sound is slightly overdriven yet clear, with a defined and tight/punchy low end. With slightly higher output than a TV Classic, the Setzer Signature punches through a mix with ease and dexterity.
Den hast Du ja nun nicht, aber das sollte kein Problem sein. Die Polepieces tiefer schrauben würde ich nicht empfehlen, dann wird es eher leiser und transparenter.
 
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Hallo,
schön wäre, wenn man von Dir und Deiner Band ein Soundbeispiel hätte, dann könnte man natürlich mehr dazu sagen.
Aber meiner Ansicht könnte das hier schon ein Grund sein:
...aber natürlich sehr prominent abgemischt. Wenn man sich real im Jugendclub oder im Pub gegen Drums und Bass durchsetzen muss, kann das schon mal anders aussehen.

Ich spiele einen ähnlichen Sound und ich versuche ihn folgendermaßen hinzubekommen:
Sehr wenig bis gar keine Zerre
Bässe ausgedünnt
Amp (5E3) eher mittig eingestellt
Und ganz wichtig, der Amp muss einfach so laut sein, damit man locker und dynamisch über Bass und Drums spielen kann.
Hier ist ein zu lauter Drummer, der mit seinem Blech alles zumacht einfach Gift.
 
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Von den tausenden Euro entfallen nur ein paar Hunderter auf den Amp, aber ein großer Teil auf die Gretsch. So schlecht ist der BJr aber dennoch ja nicht.

Naja Geschmackssache ..... Für mich ist der Blues Jr. eindeutig überbewertet, zwar brauchbar aber nicht mehr.
Auf ner Skala von 1 - 10 maximal ne 5. Ein bluesiges Solo damit geht gerade noch, aber wenn es ein druckvoller
Sound mit Akkorden sein soll , kackt der für mich schnell ab. Zu topfig und die Bässe gefallen mir nicht.
Ein Hot Rod Deluxe im clean Kanal + Zerrer gefällt mir z.B. um längen besser.
 
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Was kypdyrron da zu bedenken gibt, sehe ich auch so!

Wenn Du schon einen Amp mit nur 15 Watt hast, dann sollte er mindestens im Sweet Spot laufen, damit er sich entfalten kann. Besonders viel Headroom für Cleansounds oder Breakup-Sounds wirst Du dabei nicht haben. Als zweiten Punkt halte ich den Lautsprecher, ich glaube es war ein V30, für diesen Sound nicht gut geeignet. Ich würde eher einen Jensen oder C90 (Mesa Boogie) probieren.

Brian Setzer baut seinen Sound wohl recht klassisch auf und fährt seinen Amp leicht am Breakup. Bei cleaneren Sounds regelt er das Volumenpoti etwas herunter.

Falls der Amp im Sweet Spot zu laut ist, da nimm' ein Power Soak und mache ihn damit leiser. Meine Empfehlung dafür ist die französische Firma P+P Amplification, das Teil von denen klingt für mich sehr neutral und ich bändige damit einen Mesa Boogie Lonestar Classic, der im 100 Watt-Modus läuft.

Dann ein Slapback-Delay und schon sollte es einigermaßen passen.

Was man immer bei den YT-Videos bedenken sollte ist, dass es sich um Mixe handelt, die auch professionell erstellt oder sogar nachbearbeitet wurden.

Der Gitarrensound im Bandkontext klingt völlig anders als wenn man alleine im WoZi spielt, damit er sich einpaßt und man sich durchsetzt, kann es sich schon einmal recht dünn und fizzelig anhören. Zusammen mit Bass und Drums drückt es dann trotzdem ordentlich.

Höre Dir mal islolated tracks von Studioaufnahmen an, dann weißt Du was ich meine.

Ray
 
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Naja Geschmackssache ..... Für mich ist der Blues Jr. eindeutig überbewertet, zwar brauchbar aber nicht mehr.
Auf ner Skala von 1 - 10 maximal ne 5. Ein bluesiges Solo damit geht gerade noch, aber wenn es ein druckvoller
Sound mit Akkorden sein soll , kackt der für mich schnell ab. Zu topfig und die Bässe gefallen mir nicht.
Ein Hot Rod Deluxe im clean Kanal + Zerrer gefällt mir z.B. um längen besser.

Kurz nachgesehen: ja, das ist das Amp-Sub. Gebe Dir da in allem Recht, ich hab auch nur 2 Jahre einen BJ besessen (USA, erste Serie - der mit allen Designfehlern). Wobei es dann doch topfigere Amps gibt :) Es ist definitiv ein Amp, der als Amp lange nicht so geil ist wie eine Gretsch 6120 als Gitarre geil ist. Allerdings halte ich ihn trotzdem für nicht unbrauchbar, vor allem hatte ich nie Probleme, mich damit durchzusetzen. Und zu dünn fand ich ihn auch nicht, in manchen Einstellungen eher zu matschig. Ob das nach den Mods noch so ist, weiß ich natürlich nicht. Der BJ III soll ja original schon deutlich klarer klingen.

In jedem Fall glaube ich nicht, dass der TE direkt einen neuen Amp braucht, um seine Gretsch ordentlich rüberzubringen. Wenn ich einen BJ hätte und sonst nix und dann auch noch regelmäßig auftreten würde, stünde das aber wohl durchaus auf der Wunschliste für nach dem nächsten Weihnachtsgeld :)
 
Wurde ja schon geschrieben: trotzdem, ja, DEN gewünschten Sound solltest Du mit DEINER Gitarre, mit DEINEM AMP und einem DELAY sehr, sehr nahe kommen! Der Amp muss aber mindestens "mittellaut" sein (Volume 4 - 7?; "noch clean" - so ist es bei meinen 15 W Camp und Princeton), damit er genug Punch hat und nicht dünn ist.

PU tiefer, Mods raus, Speakerwechsel auf z. B. Jensen etc. sind weitere sinnvolle Verbesserungen, die aber für Deine Soundvorstellungen sicher nicht so viel bringen, wie der lautere Amp. Kannst Du ja sehr einfach testen ... ;-)

Buffer bei Dir überhaupt nötig?!
 
am ende fehlt einfach der punch und die kraft
Gib doch mal nen Mitschnitt, ich dann kann man konkret werden, statt Vermutungen anzustellen, wie es aktuell klingt und was man tun könnte, damit es besser wird. :)
 
hallo leute,
ich habe eigentlich viel geld in mein equipment gesteckt, ein guter sound ist mir immer wichtig, umso entäuschter bin ich über den live sound der das nicht wiederspiegelt

[...]

e) live ist auch die frage ob es mehr sinn macht jedesmal den amp mit einen mic über die pa zu schicken oder sollte das keine rolle für einen guten livesound spielen?

Da stellen sich mir gleich eine ganze Menge Fragen:
- Klingt dein Sound für dich gut (= zu dünn), wenn du alleine (zuhause) spielst? Bei welcher Lautstärke ist das?
- Klingt es für dich gut mit der Band im Probenraum? Wie klingt es für die anderen?
- Klingt es live nur für dich nicht gut oder auch für die Band oder auch das Publikum?
Das sind ggf. alles verschiedene Baustellen.
 
Falls dein Korg Tuner buffered ist kannst du auch schon mal den Buffer ganz nach hinten schmeißen auf deinem Brett ..

Und ein kalter Amp würde ja noch dünner und undynamischer klingen ..
Hat das Ding ein Loop ? Dann evtl ein Vol. Pedal reinschmeißen bzw einen EQ um die Vorstufe etwas zu drosseln und die Endstufe höher schmeißen zu können ..
 
Hat das Ding ein Loop ? Dann evtl ein Vol. Pedal reinschmeißen bzw einen EQ um die Vorstufe etwas zu drosseln und die Endstufe höher schmeißen zu können ..
Was soll das bringen? Das wäre doch nur ein zusätzliches Poti damit man das Master-Poti weiter aufdrehen kann um am Ende die gleiche Spannung an den Röhren der Endstufe zu haben. :weird:
 
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Ja, aber das Signal der Vorstufe kommt dann leiser an der Endstufe an.. Gibt's als Fender Volume Box zu kaufen.
 
BJ hat keinen Einschleifweg, aber normal auch nicht diese supersensiblen Potis ... :)
 
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Das ist aber doch eher für Amps ohne Master Volume gedacht, sonst macht eben der das.
Kommt drauf an wie der Master Volume ausgeführt ist, siehe Mod zu PPIV etc.
Aber prinzipiell hast du natürlich recht.
 
Versuche doch einmal Deinen Amp+Cab so einzustellen, wie Du ihn hören willst. Mit den Einstellungen trittst Du dann bei der Probe an und versuchst Dich damit "gegen" den Bandsound hörbar durchzusetzen. Gelingt das nicht, schiebe mal die Mitten etwas an. Reicht das immer noch nicht, senke etwas die Bässe ab. Fehlt es dann oben herum, gehe mit den Höhen etwa herunter und drehe den, hoffentlich vorhandenen, Presenz-Regler etwas auf.

Wichtig! Immer mit der Band zusammen den Sound testen und nicht so sehr auf das eigene Gitarrensignal konzentrieren, sondern den Gesamtsound beurteilen. Vielleicht bist Du zu sehr auf Deinen Gitarrensound fixiert...

Ich nehme mein Monitorsignal, welches auch immer etwas dünn klingt, und "mische" es mit meinem direkten Ampsignal. Der Vorteil ist, dass aus dem Amp der Sound doch etwas wärmer/voller kommt und die mangelnden Wohlfühlfrequenzen zurückbringt. Durch die Position auf der Bühne kann ich dann selbst entscheiden, wo sich der Punchpoint oder Sweet Spot für mich befindet.
 
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