Logopädie - Gewebeschwäche an Stimmbändern

von Daw12345, 10.01.16.

  1. Daw12345

    Daw12345 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.01.16   #1
    Hallo :)

    In kürze muss ich Anfangen zur Logopädin zu gehen, da mein HNO eine "Gewebeschwäche" bei meinen Stimmbändern gefunden hat. Soll heißen meine Stimmbänder sind anscheinend sehr verspannt, dadurch werde ich schnell heisser und auch meine Kopfstimme leidet darunten. Er meinte auch ich soll ja nicht zu viel singen bzw. wenn es geht gar nicht weil das meine Stimme sehr beansprucht.

    Hat jemand von euch schon Erfahrung mit Logopädie wegen Gesang gemacht und wie lange hat es bei auch gedauert bis ihr wieder "Geheilt" wart bzw. die Stimme einwandfrei verwenden konntet?

    Wäre echt froh über ein paar Erfahrungen, da ich echt keinen Plan habe wad auf mich zu kommt. :)
     
  2. applcreepz

    applcreepz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #2
    Hallo Daw12345!

    In der Logopädie wird meines Wissens vorallem mit deiner Sprechstimme gearbeitet. Es werden grundlegende Sachen wie Atmung, Stimmsitz (verbessern der Resonanz) und Artikulation geübt.

    Also zb.: für die Artikulation "Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid" etc.

    Ziel ist ein ökonomischer Umgang mit deiner Stimme. Ich bin der Meinung, dass das auch eine sehr positive Wirkung auf das Singen haben kann.
    Wenn ich mich warmsinge, mach ich vorher auch erst immer Sprechübungen. (und davor Atmung)

    Logopädie kann aber keinen Gesangsuntericht ersetzen. Wenn deine Verspannungen vom Singen kommen, solltest du versuchen deine Technik zu verbessern. Nimmst du GU?

    Gruß
    applcreepz
     
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  3. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #3
    @applcreepz hallo :), nein nehme zurzeit keinen Gesamgsunterricht...

    Wichtig zu sagen ist, die Verspannung kommt nicht vom Singen sondern durch die Verspannungen sind die Stimmlippen eben mehr als normal beansprucht und deswegen solltw ich nicht viel singen.
     
  4. applcreepz

    applcreepz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #4
    Ich kann über deine Gesangstechnik nicht urteilen, weil ich erstens selbst kein Profi bin und dich zweitens nicht gehört habe.
    Aber ich habe auch schon einige Fehlschritte als Autodidakt hinter mir und kann dir deshalb aus eigener Erfahrung sagen, man kann sich täuschen, was die Gesundheit der eigenen Gesangstechnik angeht.
    Also hör auf deinen Körper und bleibe selbstkritisch (Versuch ich auch). Rauchst du eigentlich oder trinkst du häufig Alkohol? Was machst du beruflich (Sprechberuf zb.: Lehrer)?

    Aber die Logopädie wird dir auf alle Fälle gut tun.:great:
     
  5. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #5
    @applcreepz ja ich denke auch das meine Gesangstechnik wirklich verbessert werden muss...nein ich rauche nicht und Alkohol trinkw ich sehr selten hin und wieder mal ein Bier am Wochenende...Ich bin noch Student :)
     
  6. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #6
    Hallo @Daw12345

    üblicherweise erhälst Du ein 5 - 10er Rezept vom Arzt - so Du gesetzl. KV genießt. Diese Behandlungen müssen in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt werden. Ggf. gibt es ein weiteres Rezept - also weitere Behandlungen.
    Mein Tipp: Schau doch mal, ob es eine logopädische Praxis in Deiner Nähe gibt, die auch "funktionales Stimmtraining" anbieten. Für eine solche Praxis bist Du ein "guter" Patient, weil motiviert (denke ich) und eben auch mal kein Grundschulkind mit Sigmatismus :). Insofern kann das durchaus auch in Richtung stimmliche Verbesserung beim Singen gehen.
    Viele Grüße
    Markus
     
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  7. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #7
    Was genau gemacht wird in der Logopädie hängt davon ab, welches Problem du genau hast. Meine Stimme ist oft "verspannt", d.h. es geht dann vor allem um entspannende Übungen. Wichtig ist dann aber wieder, was genau verspannt wird. Manchmal ist es der Kiefer, der den Kehlkopf hochhält. Manchmal ist es der Solar Plexus, der verspannt ist (ich denke, dass ist bei mir z.B. das Hauptproblem). Manchmal ist es auch die Zunge. Bei "verspannter" Stimme werden v.a. Übungen auf H gemacht, z.B. Vokale deutlich aussprechen, aber eben mit einem H davor und ganz locker und entspannt. Es gibt abern natürlich auch Leute, die eher ein Problem haben, dass die Stimmlippen nicht richtig schließen oder die überhaucht sprechen, da werden natürlich andere Sachen gemacht. (z.B. auch vocal fry).

    Ich bin bis heute nicht "geheilt", schlicht und einfach, weil ich die Ursache irgendwie nicht in den Griff bekomme. Wahrscheinlich bräuchte ich mehr Bewegung. Als ich noch Sportler war, hatte ich solche Probleme nie. Natürlich kann ich mit den Entspann-Übungen meine Stimme in einen entspannten Zustand bringen, das dauert aber meist eine Weile. Wenn ich dann wieder 4 Stunden im Büro sitze ist meist danach alles wieder im Eimer und das ohne dass ich auch nur ein Wort gesagt hätte in dieser Zeit.

    In puncto Gesang hat das erstmal nicht so schlimme Auswirkungen für mich. Meistens ist es sogar so, dass auch der Gesang nach einer Weile entspannend wirkt, weil da natürlich auch die Stützmuskulatur beansprucht wird und sich mit der Zeit lockert. Wenn ich vor einer Probe keine Zeit habe mich aufzuwärmen, singe ich die ersten Songs eher soft und leise bis sich alles einigermaßen gelockert hat, bevor ich intensive Sachen mache. Aber wie gesagt: Es kommt auf die Ursache an. Wenn die Ursache z.B. der Kiefer ist und du den auch beim Singen angespannt hältst, dann verschlimmert das Singen das Problem eher noch.

    Bei mir ist aber die Auswirkung auch nicht so gravierend, dass es die Stimmlippen in Mitleidenschaft zieht, meine Laryngoskopie war völlig okay.
    --- Beiträge zusammengefasst, 11.01.16 ---
    Also das lasse ich jetzt aber nicht gelten als Argument für "ich trinke wenig Alkohol" ;)
     
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  8. applcreepz

    applcreepz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #8
    Das ist schon mal gut. Bei mir hat immer starke Beanspruchung + Rauchen zu Stimmproblemen geführt. Jetzt hab ich mir das Rauchen abgewöhnt, seitdem hab ich sehr selten Probleme (manchmal in Kombination mit Erkältung). Ich hatte damals ein Brennen im Hals. War beim HNO - der hat gesagt Stimmlippen sind OK, dennoch habe ich aufgehört - wer weiss, wie sich das noch entwickelt hätte.
    Das will und kann dir natürlich keiner verbieten.:prost:
     
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  9. Vali

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    Erstellt: 11.01.16   #9
    Sag mal broeschies, machst du jetzt auch autodidaktisch Logopädie? Oder hattest du mal und hast diese Übungen bekommen? Übungen auf H können falsch ausgeführt zu einer hypofunktionellen Dysphonie führen. Dann wär man immer noch iwie verspannt, nur mit schlechterem Stimmlippenschluss. Solltest du an dir selbst rumdoktorn ist das eine ganz ganz ganz ganz schlechte Idee!!!

    Ich ping mal welche an, die vielleicht was zu Logopädie wüssten @6thfoot @Ibanesss
     
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  10. 6thfoot

    6thfoot Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.16   #10
    Ja, moin auch! :hat:

    Hm, ich könnte ja das eine oder andere dazu sagen, aber auch nur aus meiner Erfahrung mit einer Stimmtherapie. Der Ansatz war bei mir von vornherein ein sehr viel musikalischerer als es mir bislang von der klassischen Logopädie zu Ohren gekommen ist. Bei wir war es ein Problem mit der Atmung, das zu einem mangelhaften Stimmbandschluss geführt hatte. Was dein HNO mit einer Gewebsschwäche meint, kann ich nicht beurteilen. Ist das denn jemand mit Expertise für Gesang? Sonst hol lieber eine zweite Meinung ein. Der "einfache" HNO ist da wohl doch nicht ganz der richtige Ansprechpartner, wenn du Sänger bist - egal ob du das als Hobby betreibst oder profimäßig.

    Magst du uns da ein bisschen mehr Infos geben?

    Beste Grüße,
    6f
    --- Beiträge zusammengefasst, 11.01.16 ---
    @applcreepz: Kleiner Querverweis, aus gegebenem Anlass...
     
  11. Shana

    Shana HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 11.01.16   #11
    Ich kann nur sagen, daß ich als Gesagslehrerin sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Logopädie gemacht habe. Es gibt da einen Grenzbereich, der die gesangliche Stimmbildung betrifft - und ich selber arbeite sehr viel mit SchülerInnen in diesem Bereich. Wenn dann zusätzlich noch Logopädie für die Sprechstimme genommen wird war das bisher immer sehr erfolgreich.

    Meine Erfahrung mit LogopädInnen ist allerdings die, daß da oft recht wenig gesangliches know how vorhanden ist. Ich habe mal eine Fortbildung gemacht mit dem Thema "Gesangsübungen zur Behandlung von Dysphonien". zufällig war ich da die einzige Sängerin/Gesangslehrerin unter lauter Logopädinnen. Ich war schnell diejenige, die alle Übungen vorsingen musste als weiblicher Gegenpol zur männlichen Dozenten-Stimme ;-) und die Logopädinnen hatten mit den Übungen (viele Glissandi) selber Probleme.

    Ich habe einige Schülerinnen auf die Aufnahmeprüfung an der Schule für Logopädie vorbereitet. Die Rückmeldung ist dann aber jedesmal, daß gar nicht soooo viel Wert auf Gesang in der Ausbildung dort gelegt wird.

    Also mit anderen Worten: wenn du singen willst ist es vielleicht eine gute Idee zweigleisig zu fahren, also Gesangsunterricht zu nehmen UND Logopädie. Die Logopädie wird dir ja sicher von der Krankenkasse bezahlt.
     
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  12. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.16   #12
    Hier ist eine schöne Zusammenfassung, was sich so alles problematisch auf die Stimme auswirken kann.
     
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  13. Foxx

    Foxx Pop/Rock-Gesang HFU

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    Erstellt: 12.01.16   #13
    Innerhalb der Logopädie gibt es Spezialisierungsgebiete wie Artikulation, Kinderstimmen, Sprache und eben auch Stimme. Es ist im Bereich Gesang und Stimmgebung auf jeden Fall nützlich, einen Logopäden zu haben, der/die sich auf Stimme spezialisiert hat. Manchmal hat man das Glück, und gerät sogar an jemanden, der selbst singt. ;)

    Wenn Du GU hast, wird ein guter Logopäde Kontakt zu Deinem GL suchen und sich mit diesem abstimmen.

    Die therapeutischen Ansätze können weitreichend sein, sogar in Bewegung und Aktivität bestehen, gerade wenn es darum geht, dass Körperspannungen auf die Stimme "abstrahlen". Die Dauer der Behandlung ist schwer vorherzusagen. Ob es mit einem Rezept getan ist oder Du ein Folgerezept brauchen wirst, ist hochindividuell.
     
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