Madagaskar - suche nach dem russischen Text

von beaufort, 10.02.08.

  1. beaufort

    beaufort Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.08   #1
    Wir lagen voar Madagaskar. Suddeutsche Zeitung: "Weniger bekannt als Text und Melodie dieses Ohrwurms sind die historischen Hintergründe seiner Entstehung. Sie liegen vermutlich um 1905, als während des Russisch-Japanischen Krieges (1904/05) das Zweite russische Pazifikgeschwader auf seinem Umweg zur Seeschlacht über den Indischen Ozean vor Madagaskar ankern und dort einen fatalen Pestausbruch erleben musste. Die Mannschaften starben wie die Fliegen. Der Urtext des Liedes, das wohl auf dieser Begebenheit fußt, ist nicht bekannt."
    Dieser Urtext wird dann wohl in russischer Sprache sein! Wenn wir das Lied nicht ganz so heino-krachermäßig runter haun, kann man sich auch sehr gut vorstellen, dass die Melodie russischen Ursprungs ist. Ich bitte also um Hilfe bei der Suche nach dem russischen Originaltext.

    Noch ein zweiter Aspekt ist interessant; ich zitiere wieder die Süddeutsche:
    "In seine dauerhafte textliche und musikalische Form goss den Gassenhauer 1934 Just Scheu (1903-1956), der neben seiner Tätigkeit als Komponist vor allem in NS-Propagandafilmen agierte und auf Goebbels' Liste der "gottbegnadeten" Mimen stand. Scheu spielte Nebenrollen im NS-Propagandafilm "Togger" (1937), im Euthanasiefilm "Ich klage an" (1941) oder in dem Untergangswerk "Titanic" (1943), das der Propagandaminister allerdings wegen der Kriegslage verbot.

    "Wir lagen vor Madagaskar" taucht dann interessanterweise aber nicht im strammen NS-Liedgut auf, sondern in den Liederbüchern von Gruppen der verbotenen bündischen Jugend, der Edelweißpiraten und Navajos, die durch melancholisch-fatalistische Lieder dieser Art ins Visier der Gestapo gerieten. Sein trauriger Text passt eigentlich nicht richtig zur beschwingten Melodie. Gerade das paradoxe Zusammenspiel von fatalem Seemannsschicksal und markig-trotzigem Rhythmus musste den NS-Machthabern im hoffnungslosen Pesthauch von Diktatur und Untergang verhasst sein. Sie wussten warum: "Weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt, die er gerne einmal wiedersehen will."
    So kommt Scheu (er arbeitete nach dem Krieg beim Hessischen Rundfunk) möglicherweise lediglich das Verdienst zu, Text und Lied in eine für Heino besser singbare Version gebracht zu haben...
     
  2. hatschi

    hatschi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.08   #2
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