Marathon 5-String Bass defekt

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Hallo zusammen,
Meine Tochter hatte vor ca. 1 Jahr einen gebrauchten 5-String E-Bass von Marathon erworben.
Der Bass war allerdings defekt(?), und der Hals war krumm.
Sie hat den Bass dann von einem lokalen Musikladen reparieren lassen für über 200Eur...:cautious:
Seit letzter Woche, bei einer Probe, funktioniert er leider wieder nicht mehr.
Am Verstärker kommt offensichtlich kein Signal mehr an.
Wir haben die Batterie gewechselt und uns die Elektronik angeschaut.
Sieht relativ wild aus in diesem Fach.
Das wären meine Fragen:
1. macht es Sinn, das Teil nochmal zu reparieren?
2. Wenn ja, könnt ihr mir einen Tipp geben, woran es liegen könnte?
3. Kann jemand einen guten, günstigen Laden empfehlen, der sich den Bass vielleicht mal anschauen kann?
Sie spielt seit 2 Jahren in der Band und sie haben am 20.06. Ihren ersten "großen" Auftritt und benötigt bis dahin wieder einen funktionieren Bass.
Wenn alle Stricke reißen, würde ich ihr auch einen "neuen" gebrauchten besorgen.
Was könntet ihr hier empfehlen, wenn eine Reparaturnicht mehr lohnt?

Ich hänge mal einige Bilder mit an.
Vielen Dank im Voraus
Oli
 

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Da sieht soweit nichts offensichtlich kaputt aus. Wenn der geflickte Batterieanschluss auch funktioniert (kommt die Spannung an der Platine an?), und auch das Instrumentenkabel garantiert funktioniert, würde ich um zukünftigen Problemen vorzubeugen in Erwägung ziehen, die aktive Elektronik rauszuschmeißen und das gute Teil auf passiv umzurüsten. Der klingt dann zwar etwas anders, aber das wird man am Amp mehr oder weniger ausgleichen können (sofern man die aktive Elektronik nicht nutzt, um viele verschiedene Sounds abzurufen). So ein Umrüsten auf passiv kann quasi jeder, der ausreichend gut mit einem Lötkolben umgehen kann, also ggf. auch Freunde/Bekannte mit entsprechendem Hintergrund.

Gute Leute gibt es hier in Hamburg, ob die auch günstig sind weiß ich nicht.
 
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Hi

wie Finn Anklam sagte, dürfte die Elektronik oder die Verkabelung usw. zu reparieren sein. Wenn Ihr das aber nicht selbst könnt oder niemanden kennt, der Euch kostenlos hilft, kann das schon etwas Aufwand sein, der dann auch etwas kostet. Einzelne Teile wie ein Poti oder die Klinkenbuchse zu ersetzen, sind dabei nicht das Teure, eher die Zeit.
Allerdings sollte jemand Erfahrenes den Fehler ziemlich schnell finden können. Mit etwas Glück ist nur eine Lötstelle defekt.

Falls Ihr selbst löten könnt oder jemand kennt, der löten kann, ist mein Tipp:
Lötet mal alle Lötstellen an den Potis, der Klinkenbuchse und der Platine nach - ordentlich -, an denen Litzen ("Kabel") verlötet sind.
Vllt war es das dann schon und der Defekt ist behoben.

Gruß Ulrich

edit:
Und schaut mal genau nach, ob sich irgendwo blanke Stellen von Litzen, Bauteilen auf der Platine, Potis oder der Klinkenbuchse berühren oder berühren können. Das kann zu einem Kurzschluss der Elektronik führen, so dass kein Ton zu hören ist.
( Die Platine scheint nur lose im Elektronikfach zu liegen. Sie darf auf keinen Fall mit blanken Stellen der Bauteile oder Leiterbahnen andere Bauteile berühren und auch nicht die Wände des Fachs oder den Deckel und auch nicht durch Bewegung des Basses. Auch das kann zu einem Kurzschluss bzw. Tonausfall führen.)
 
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Hallo,

falls tatsächlich über eine Reperatur durch einen Fachmann nachgedacht wird:
Die Gitarren und Bässe unter der Marke "Marathon" wurden zwischen Mitte der 80er bzw. 90er bei Samick in Korea für die "Roland Meinl Musikinstrumente" produziert - der gezeigte Bass sollte um 1994-1995 produziert worden sein, damals wohl hauptsächlich über den Direktversender "RoadsTar" vertrieben.

Ein einfaches Einsteiger-Instrument mit Sperrholz-Korpus, der 4-Saiter sollte knapp 450,-DM kosten. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass es sich um ein schlechtes oder irgendwie minderwertiges Instrument handelt bzw handeln muss, aber wenn jetzt zu dem Kaufpreis schon +€ 200,- an Reperaturkosten angefallen sind würde zumindest ich mir überlegen, nochmals 100,- Euro oder mehr in eine weitere Reperatur zu investieren...wobei man natürlich auch kein vergleichbares Instrument für 100,- Euro bekommt.
Vielleicht hängt deine Tochter ja auch an dem Bass? Und so kurz vor einem großen Auftritt auf ein neues Instrument wechseln ist vielleicht auch keine gute Idee?

Wenn es dann doch ein neuer, günstiger Gebrauchter werden soll wären die üblichen Verdächtigen z.B. Yamaha* RBXxxx, Ibanez* SR 3xx, Harley Benton*...
 
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Ich würde auch überlegen, auf passiv umzurüsten, das ist auch meistens nicht schwierig - ohne jetzt zu wissen, wie fit du mit dem Lötkolben bist.
Meistens sind die PUs bei solchen Bässen nämlich passiv und nur die Klangregelung ist dann aktiv.

Wenn man den Pickup mal testweise ablötet, kann man daran direkt eine Klinkenbuchse befestigen und testen, ob ein Signal anliegt. Tut es das, ist der PU passiv und du kannst die Platine einfach rausschmeißen. Eine passive Schaltung einzubauen, ist dann einfach und du wärst mit der ganzen Operation in einer Stunde durch.

Falls du dich für diesen Weg entscheidest, können wir dir hier im Forum auch bei der passiven Elektronik helfen.

Auch wenn aktiv sehr verbreitet ist, passive Bässe sind immernoch häufiger. Passiv klingt der Bass halt etwas anders, aber nicht schlechter. Das ist Geschmacksache aber ich denke, jeder Bassist spielt lieber passiv als eine schlechte aktive Elektronik.
 
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  • Ersteller
  • #6
Guten Morgen,

erst einmal vielen Dank für eure Unterstützung, das Board ist wirklich klasse.

Tatsächlich finde ich die Idee mit dem Umbau auf passiv sehr gut. Zumindest ist es eine Maßnahme, dass wir nicht ständig in dieses Problem laufen.
Ich werde das mit meiner Tochter mal besprechen, sie ist aber z.Zt. unterwegs.

Das mit dem Löten sollte kein Problem sein. Es ist zwar einige Jahre her, aber das habe ich tatsächlich in meiner Ausbildung als Energieelektroniker mal gelernt.
Aber mit Gitarren kenne ich mich leider so gar nicht aus 🧑‍🦯. Versuche halt nur, meier Tochter und ihrer Band hier etwas zu helfen.

Wenn man den Pickup mal testweise ablötet, kann man daran direkt eine Klinkenbuchse befestigen und testen, ob ein Signal anliegt. Tut es das, ist der PU passiv und du kannst die Platine einfach rausschmeißen. Eine passive Schaltung einzubauen, ist dann einfach und du wärst mit der ganzen Operation in einer Stunde durch.

Auf einem Bild sieht man, dass 2 weiße Adern in Richtung Pickups gehen und eine schwarze Ader in Richtung?...
Würde wohl bedeuten, ich löte die beiden weißen ab und löte sie an eine (Mono?) Klinkenbuchse?
Dann einfach so an einen Verstäker anschließen und testen.

Zu meinem Verständnis: Der Bass hat einen 3-fach Umschalter, mit dem ich was umschalte? Zwischen den 3 Pickups oder wie ist das zu verstehen?

Das Ergebnis poste ich dann nochmal hier und würde mich freuen, wenn ihr mich ggf. beim Umbau auf passiv weiterhin unterstützen könntet.

Viele Grüße
Oli
 

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Die beiden "weißen Adern" sind die Kabel von den Pickups. Jede der "Adern" ist selbst 2-adrig, das kann man an deren Ende erkennen.

Sie haben üblicherweise außen eine Abschirmung, die zugleich als Minus/Masse genutzt wird. Das ist hier dem Foto nach nach der Abisolierung schwarz ummantelt worden (Schrumpfschlauch?) und auf eine der Potikappen gelegt.

Und der als Plus/Signal genutzte Draht ist weiß und dünn und direkt an einen Pin desselben Potis gelötet.

Also zwei "weiße Adern", für jeden der beiden Pickups eine, die jeweils selbst wieder zwei Adern haben. Ob die PUs so funktionieren müsste eigentlich sogar ohne Ablöten gehen: Batterie abnehmen, alle Potis in Mittel- oder sonst Maximal-Stellung und je "weißer Ader" die beiden Anschlüsse temporär an eine extra Klinkenbuchse heranführen (z.B. mit zwei Kroko-Klemmen). Das hält natürlich nicht gut, aber meistens lange genug um zu hören, dass da ein Signal herauskommt bzw. nicht.
 
  • Ersteller
  • #8
Alles klar, jetzt kommen wir der Sache näher.
Es sind also 2 PUs:
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Diese werden mit geschirmten Kabeln (weiß) ins Elektronikfach geführt.
Der Schirm ist Masse.
Diese führe ich dann testweise jeweils auf die Klinkenbuchsen:
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Kann ich ablöten, muss ich aber nicht zwingend.

Dann je an den Verstärker anschließen und testen, ob etwas ankommt.
 
Nein, was du markiert hast, sind die beiden Spulen eines einzigen PUs, der wegen genau dieser Spulentrennung auch "Split Coil" genannt wird. Der zweite PU ist die schwarze Box auf deinem Foto direkt oberhalb des Stegs.

Und mit dem Schalter mit den drei Positionen schaltest du entweder den einen PU oder den anderen oder in der Mittelstellung beide zusammen.
 
  • #10
Nein, das ist ein Pickup der aus zwei Teilen besteht.
Ich erkenne auf dem Bild vom E-Fach ehrlich gesagt nicht so sehr viel...

Normalerweise sollten beide Pickups, also der zweiteilige richtung Hals (P) und der schmale richtung Bridge (J) eine eigene Bohrung haben. Hier laufen aber die beiden weißen Kabel in eine Bohrung. Dann endet das Kabel-Loch in der Fräsung des J-PUs und eines der beiden Kabel geht von da aus zum anderen PU. Wäre allerdings ungewöhnlich. Ich sehe auch ein leeres Loch auf der linken Seite des Bildes. Das sieht mir aus, als würde das eigentlich zum P-PU gehen aber da kommt kein Kabel raus. Etwas mysteriös...
Das schwarze Kabel geht vermutlich zur Bridge als Erde.

Aber das sieht aber schon sehr nach passiven PUs aus, aktive PUs bräuchten nämlich eine Verbindung zur Batterie.
Teste also die PUs mal aus, ob da Signale rauskommen und dann kannst du den einfach auf passiv umbauen.

Das obere Poti scheint Push-Pull zu sein. Ich vermute, das ist dann um die aktive Elektronik abzuschalten. Wenn das stimmt, könntest du einfach mal dran ziehen. Auch wenn die Elektronik defekt sein sollte, müsstest du dann ein Signal haben.
 
  • #11
Zur Belegung an der Klinkenbuchse (nur zur Sicherheit)

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(Freihandzeichnung mit Maus, sorry)

Die Pinbelegung kann man sich am besten aus dem Aufbau des Steckers erklären. Dann nämlich ist klar, dass das Gewinde der Buchse zugleich den Massekontakt darstellt, so dass die Lötöse, die mit der hinteren Öffnung verbunden ist, für Minus/Masse zuständig ist. Je nach Bauart sind mehrere Isolationsscheiben vorhanden (in der Grafik braun) und man kann rein mechanisch erkennen, dass die Klemme (in der Grafik rot) zu einem Metallring zwischen zwei Isolationsscheiben führt und dieser Metallring auch eine Lötöse hat, die dementsprechend für Plus/Signal zuständig ist.
 
  • #12
Hm,

es gibt natürlich auch noch andere Fehlerquellen, die es auszuschließen gilt - den Amp, das Instrumentenkabel, die Klinkenbuchse und wer weiß was sonst noch alles!
Ich gehe auch stark davon aus, dass es sich bei den Tonabnehmern um passive handelt - aktive PUs sind idR teurer und kommen bei Einsteigerinstrumenten eher seltenst zum Einsatz - der 9V-Block wird lediglich für die Klangregelung via Preamp/EQ benötigt. Ich gehe mal davon aus, dass die beiden anderen Potis einen Boost bzw. Cut für Bässe und Höhen darstellen - eine einfache 2-Band-Geschichte halt - was auch völlig ausreichend ist. Wie hier ja schon angemerkt worden ist bevorzugen viele Bassisten eh eine Regelung des Tons am Verstärker...
Aber: Wenn man den Bass jetzt auf passiv umrüstet geht auch die Möglichkeit flöten, den mal eben ohne weitere Hilfsmittel in ein Audiointerface* einzustöpseln um z.B. am Rechner zu spielen!

Wenn ich dir als Vater einen Rat zum Thema musikbegeisterter Nachwuchs geben darf: Über kurz oder lang würde ich tatsächlich über ein neues - gebrauchtes - Instrument nachdenken - vielleicht wäre gerade jetzt der rechte Zeitpunkt für solch ein Vorhaben? Ich meine, wenn jetzt noch etwas mehr als ein Monat Zeit ist weiß ich nicht, ob ich persönlich noch die Ruhe hätte, um groß am Instrument rumzubasteln - vor allem wenn man nicht weiß, wo der Fehler eigentlich liegt?
 
  • #13
Tatsächlich finde ich die Idee mit dem Umbau auf passiv sehr gut. Zumindest ist es eine Maßnahme, dass wir nicht ständig in dieses Problem laufen.
Bevor du die Elektronik jetzt zerpflückst; hast du die von @Finn Anklam in Beitrag #2 vorgeschlagenen Tests schon durchgeführt (Instrumentenkabel und Spannungsversorgung der Elektronik)? Das Tape an den Leitungen zur Batterie sieht mir sehr verdächtig aus, vielleicht ist es das einzige, was die Kabel zusammenhält.
Das obere Poti scheint Push-Pull zu sein. Ich vermute, das ist dann um die aktive Elektronik abzuschalten.
Genau das vermute ich auch und da an diesen Poti noch ein Kondensator hängt, fungiert es vermutlich im Passivbetrieb als Tonblende.
Ich gehe mal davon aus, dass die beiden anderen Potis einen Boost bzw. Cut für Bässe und Höhen darstellen
Sieht für mich nicht danach aus. Die PUs gehen direkt jeweils an ein Poti, also Vol/Vol und danach kommt der PU-Schalter, was eine ziemlich unübliche Kombination ist. Dann bleibt nur noch das Push/Pull-Poti für die Klangregelung, passiv als Tonblende und aktiv als Tilt-EQ oder etwas anderes, daß mit einem Poti funktioniert.
Mein Bruder hat eine Vester E-Gitarre* aus den Neunzigern, die hat auch eine aktive Elektronik mit nur einem Poti zur Klangregelung.
Aber: Wenn man den Bass jetzt auf passiv umrüstet geht auch die Möglichkeit flöten, den mal eben ohne weitere Hilfsmittel in ein Audiointerface einzustöpseln um z.B. am Rechner zu spielen!
Nein, das ist sehr wahrscheinlich kein Problem. Fast alle Audiointerfaces haben einen Hi-Z Eingang oder einen Umschalter, um die Impedanz des Eingangs an passive Instrumente anzupassen.

Vielleicht noch dazu:
Der Bass war allerdings defekt(?), und der Hals war krumm.
Sie hat den Bass dann von einem lokalen Musikladen reparieren lassen für über 200Eur...:cautious:
Das ist ein stolzer Preis. Hat der Servicemensch denn wenigstens erklärt, was er gemacht hat? Bei dem Preis dürfte jedenfalls auch kein Klebeband mehr um die vermutlichen Lötstellen des Kabels sein, sondern das sollte durch Schrumpfschlauch ersetzt sein. Und die Halskrümmung (ich nehme an, das ist mit "der Hals war krumm" gemeint) kann man problemlos selbst einstellen.
 
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  • #14
Welches gängige Interface kommt denn nicht mit dem Signal eines passiven Basses klar und warum nicht?
Normalerweise sollte das kein Problem sein.

Auf dem Bild vom E-Fach sieht es eher so aus, als wären die beiden PUs zuesrt an die zwei Potis unten gelötet - also wäre das zweimal Volume und von da aus zum PU-Wahlschalter. Gängiger wäre zwar wie es der Graf geschrieben hat, sieht mir hier aber eigentlich nicht so aus.
 
  • Ersteller
  • #15
Hallo,
zum aktuellen Status:
1. Amp funktioniert, mit 2. Bass getestet = Anschlusskabel funktioniert auch
2. dann habe ich die beiden Kabel der PUs an den Potis abgelötet und jeweils direkt an eine Klinkenbuchse angelötet
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--> an beiden Anschlüssen gab es ein Signal beim bespielen der Saiten! (y)(y)(y)

Wenn ich das richtig verstehe, bedeutet es, dass die PUs passiv sind und man die Schaltung umbauen kann, ohne die Elektronik zu verwenden(?)
Ich habe mal das Pinout der gesamten Schaltung aufgenommen und hier mit hochgeladen. Dort könnt ihr sehen, wie es aktuell verschaltet ist.

Außerdem habe ich von diesen ICs (2-K Audio OP-Verstärker) mal welche bestellt, da ich denke, dass außer dem auf der Platine eigentlich nicht viel kaputt gehen, evtl. noch ein paar Z-Dioden.
Macht es Sinn die Elektronik wieder in stand zusetzen, oder sollten wir besser direkt umbauen?
Wenn ja, könnt ihr mir dann sagen, wie der Umbau genau aussehen würde und was zu machen ist?
Bleiben die Regler/Potis, Umschalter dabei bestehen?

Vielen Dank nochmal
 

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  • #16
Wenn du die Elektronik reparieren kannst, spricht nichts dagegen das zu tun. Das wäre dann ja sogar das Einfachste und Beste.

Hier hat Boarduser @Cadfael eine "kleine" Sammlung an Bassschaltungen zur Verfügung gestellt:
Thema 'Cadfaels Schaltplan-Sammlung für passive E-Bässe - Diskussionsthread'
Ist vielleicht ganz hilfreich, wenn man nicht genau weiß, wohin die Reise geht und wie man das macht.

Ich würde von den Pick Ups zu jeweils einem Volumen Poti gehen, von da aus auf den PU-Wahlschalter - also so, wie es jetzt schon ist.
Du musst dann nur am Tone-Regler die Kabel vom "Schalter-Teil" (nennt man das so?) ablöten und den Tone-Regler direkt anschließen - aber eigentlich nur, damit der Regler nicht die ganze Zeit gezogen sein muss. Mit gezogenem Regler müsste es jetzt nämlich auch schon funktionieren.

Wie die Tonregler angeschlossen werden, siehst du in der Schaltplansammlung. Im Grunde funktionieren die alle gleich, auch wenn der Kondensator nicht immer an derselben Stelle ist. Und so ist es ja auch jetzt schon, nur, dass eben der Push-Pull-Schalter davor ist.

Da ich keine toten Schalter mag, würde ich den Push-Pull dann verwenden, um die PUs in Serie zu schalten, aber das wäre etwas aufwändiger. Eine Out-Of-Phase Schaltung wäre auch eine Option. Aber das ist an dieser Stelle vielleicht etwas viel...

Das "?" in deinem Schaltplan ist übrigens die Erde, das Kabel müsste einfach nur zur Bridge gehen.
 
  • #17
Hallo,

Dein Schaltbild ist ja echt sehr gut geworden. Bei mir sieht sowas kritzeliger aus. Da merkt man, dass Du mal was mit Strom gelernt hast. Keine Ahnung, ob das überhaupt Not tut, aber ich habe einfach mal Pfeile in Dein Schaltbild gezeichnet. Ich hoffe das ist okay für Dich. Bei Bedarf kann ich noch eine detaillierte Erklärung dazu schreiben.

Marathon 5-String Bass Elektronik Layout.webp


Das Gute daran ist, dass die Schaltung größtenteils passiv ist und eigentlich bei entweder gedrücktem oder gezogenem PushPull-Poti auch passiv funktionieren müsste, weil dann die Elektronik aus dem Signalweg heraus geschaltet wird.

Und das macht gleich den ersten Test: Liefert der Bass in beiden Stellungen des PushPull-Potis kein Signal? Dann nämlich liegt ein Fehler außerhalb der Elektronik vor (und vielleicht ein weiterer in der Elektronik, aber das käme dann später). Falls dem so wäre, könntest Du mit zwei Krokoklemmen an einer Klinkenbuchse den Signalweg Stück für Stück, ausgehend von den PUs abgreifen und so herausfinden hinter welchem Bauteil es nicht mehr funktioniert. Den Umschalter dabei am besten in Mittelstellung, dann soll der beide PUs "durchlassen".

Bezüglich der Elektronik könnte ich auch nicht viel mehr helfen, als Bauteil für Bauteil auszulöten, zu messen und ggf. zu ersetzen, in der Hoffnung, dass es dann wieder funktioniert. Für Deine Tochter wär's möglicherweise schöner, den Bass wieder wie gewohnt benutzen zu können.

Im Sinne von Schluss mit Ärger würde ich auf passiv umrüsten. Das sollte in diesem Fall sogar besonders einfach sein:
1) es ist gleich dem Signalweg, wenn das PushPull-Poti in Deinem Schaltbild "oben" steht
2) man könnte einfach
2a) die aktive Elektronik und die Batterie herausnehmen
2b) beim PushPull-Poti so umlöten, dass dessen Schaltzustand egal wird, oder es durch ein einfaches, ansonsten aber gleiches Poti ersetzen

Und ich würde, wenn ich schon dabei wäre, auch gleich schauen, ob der Umschalter noch fit ist, oder den durch einen stabileren ersetzen. Vielleicht liege ich da auch falsch, aber ich kenne die eher so wie (Suchbegriff) "gibson toggle-switch". Das ist dann so eindeutig nur noch mechanisch, dass da eigentlich nichts mehr auseinanderfallen kann.

Auf den Fotos sehe ich nichts offensichtlich Falsches, aber einige Stellen, bei denen ein Signalkabel versehentlich Verbindung zu etwas Anderem bekommen könnte (z.B. das weiße Kabel in *_121844?). Aber sowas kann ich anhand von Fotos schwer einschätzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #18
Hi Oli,

nach Deinem Test der PUs direkt an je einer Klinkenbuchse würde ich die beiden PUs wieder an je ihr Poti 1 bzw. 2 löten und dann testweise den mittleren Pin des Umschalters U1 und die Gehäusemasse von U1 an eine der Klinkenbuchsen anschließen.
Dann testen, ob beide Potis und der Umschalter funktionieren.

Wenn das alles funktioniert, die Potis wieder einbauen und erneut Potis und Umschalter durchtesten.
Alles ok?

Dann den Umschalter (wieder mittlerer Pin und Gehäusemasse) provisorisch an die eingebaute Klinkenbuchse anschließen und wieder testen.

Als nächstes am PP 1 die Platine komplett ablöten (ich sehe 3 Verbindungen im Schaltplan) und das PP 1 wieder nach Schaltplan zwischen U1 und eingebaute Klinkenbuchse verkabeln.
Beim Testen müsste in der einen PP 1-Stellung ein Ton zu hören sein. Und Drehen am PP 1-Poti müsste natürlich den Klang ändern (Tonblende).

Die Platine kannst Du testen, indem Du + und - direkt mit der Batterie verbindest, einen der beiden PUs an Si und - anschließt und 2 und - an eine Klinkenbuchse anschließt.

VG Ulrich
 
  • #19
Also das ganze Gewurstel ist grausam. So lange Kabel braucht man nicht, (außer man muss die Schaltung immer wieder raus nehmen zum Testen) Die 200€ waren definitiv zu viel zum Reparieren.
Falls du also des Lötens mächtig bist, würde ich versuchen, erst mal alles Pflaster und Klebstreifen wegzuschneiden und mal die Lötstellen darunter anschauen. Ich habe da eine eigenartige Stelle gesehen, wo ein schwarzes Kabel unter einer Klebestelle an einem roten Kabel veschwindet. Das ist seltsam.

Ich habe gesehen, dass du ein Messgerät hast, das ist schon mal gut zum Testen. Kommt überhaupt Spannung von der Batterie an den IC?
Was du auch als Störungsquelle ausschließen musst, das sind die Schalter. Stelle das Messgerät auf Durchgangsprüfung und teste alle Schalter, ob sie richtig reagieren. Ist die Klinkenbuchse auch mit Schalter? Zwei der Widerstände stehen ziemlich nahe beieinander, ich hoffe das ist auf deren Seite, wo sie sowieso verbunden sind, sonst hast du dort einen Kurzschluss.
 
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  • #20
Jetzt erst entdeckt den thread. Also ich würde anhand des dritten Bildes ganz oben einen Kurzschluss zwischen den katastrophalen Lötungen vermuten, also dort wo das schwarze, rote und gelbe Kabel aufgelegt sind.

Das wäre jedenfalls mein erster Versuch. Ordentlich entlöten, Lötstellen reinigen und dann unter deutlich sparsamerer Verwendung von Lötzinn die Kabel wieder auflöten.

Alternativ könnte man auch mechanisch die drei Kontakte voneinander trennen.

Viel Erfolg!

*
 
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