Masterkeyboard mit Aftertouch für Bläsersounds des Roland Fantom 08 - sinnvoll?

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klausk

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Hallo,

ich spiele in einer Coverband und nutze dafür einen Roland Fantom 08 (gewichtete Tasten, kein Aftertouch).
Darüber habe ich meinen alten Roland D20 (ungewichtete Tasten, kein Aftertouch) den ich nur als "Tastatur" nutze.

So habe ich zwei Tastaturen zur auswahl und kann mir die Sounds, die ich für einen Song benötige, auf die beiden Tastaturen verteilen.
Ich muss nur am Fantom das passende Setup aufrufen.
Das macht MobileSheets (auf meinem Tablet) - en Swipe zum nächsten Song in er Setlist und alles passt.
Sweit - so gut.

Nun frage ich mich, ob es geschickt wäre mir für oben ein Masterkeyboard mit (Channel) Aftertouch zu kaufen und das vor allem bei Bläsersounds zu nutzen.
Um z.B. einen Bläsersound laut zu beginnen, dann etwas zurück zu nehmen und am Ende nochmal mehr zu geben.
Dafür müssten man den Aftertouch auf Volume und evtl. auf eine FIlter (?) routen.
Hat da jemand Erfahrungen ob das was bringt?

Daran schließt sich die Frage an, welches Masterkeyboard sich da anbietet. Ich möchte nicht so viel Geld dafür ausgeben und habe den
M-Audio Oxygen Pro 61 entdeckt - der wird aber offenbar eher von Home-Recording Nutuern und weniger Live eingesetzt?
Welche Alternativen gibt es bzw. wieviel muss man Investieren damit das Ganze Sinn macht?
Über ein paar Hinweise würde ich mich freuen.

Gruß
Klaus
 
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Hallo Klaus,
in dem Fall würde ich dir tatsächlich ein Masterkeyboard empfehlen. Ich persönlich nutze dazu ein Arturia KeyLab MK2 49, das sich sehr gut spielt, die M-Audios fand ich nicht so gut von der Qualität der Tastatur und der AT-Kontrolle her. Auf dem Gebrauchtmarkt lassen sich die auch sehr gut finden.

Praktischerweise ist die Funktion „Bläserswell auf Aftertouch“ bei vielen Sounds schon im Preset hinterlegt. Wenn du Glück hast, wirst du da gar nichts mehr machen müssen.

Viele Grüße vom HammondToby
 
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  • #3
Hi HammondToby,
vielen Dank für die Antwort und die Empfehlung hab ich mir mal angesehen.
Ich würde mich noch dafür interessieren wie du das einschätzt. funktioniert das mit dem Aftertouch für Bläser live bzw. ist das wirklich sinnvoll/nötig oder ist das ausdeiner Sicht eher eine Spielerei die keiner mitbekommt.
Gruß
Klaus
 

Hallo Klaus,
als Ausdrucksform funktioniert das aus jeden Fall sehr gut.
Was Bläser live angeht: das verweigere ich komplett. Ich spiele aber auch nicht in einer Coverband und muss das nicht bedienen.
Der Punkt ist eher, dass es dir wichtig ist, sonst hättest du den Thread ja nicht eröffnet. Ich kann dir gerne technisch helfen, soweit ich das kann, aber nicht, was die Spielweise angeht. ;)

Viele Grüße vom HammondToby
 
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Ich selbst würde Bläser immer durch Hammond ersetzen.
Mach ich auch oft so, Sax-Solo von "Herz wia a Bergwerk" von Fendrich z.B., leicht gezerrte Hammond*, ordentlich mit Sweller Pedal moduliert. Die Nordstage Saxophone waren ein Graus dafür 😅😬...
Aber der Keyboarder im Video macht das schon geil!
 
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Aftertouch ist ein bisschen überschätzt, finde ich. Ich möchte immer keine Tastatur ohne haben, aber nutzen tu ich es dann doch nur selten. Ich finde bei so ziemlich allen Tastaturen die Ansprechkurve vom AT recht steil, da gefühlvoll was zu kontrollieren ist schwer.
Ich habe meistens nur Modulation und zusätzlich vielleicht "Filter auf" bei Synths da programmiert, um einen Solosound noch ein bisschen "nachzudrücken" - das ist auch einigermaßen intuitiv.

Für das was du vorhast, würde ich das Modwheel nehmen, wenn eine Hand frei ist (oder joystick oder ribbon). Ansonsten für Bläser, wenn alle Hände voll, dann eher ein Breath controller.
 
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Ich möchte immer keine Tastatur ohne haben, aber nutzen tu ich es dann doch nur selten.
Das Problem kenne ich zu gut 🤣

Nun frage ich mich, ob es geschickt wäre mir für oben ein Masterkeyboard mit (Channel) Aftertouch zu kaufen und das vor allem bei Bläsersounds zu nutzen.
Die größte Herausforderung ist die (bei den meisten Masterkeyboards) sehr schwierig zu kontrollierende Aftertouch-Ansprache. Für einen starken Vibrato-Effekt bei Synth-Sounds oder auch das Umschalten der Leslie-Geschwindigkeit ist das egal, für eine wirklich kontrollierte Modulation (oder Filterung) von Akustik-Sounds ist das aber schon recht anspruchsvoll. Teilweise lässt sich das schon etwas verbessern, indem die AT-Kurve im Masterkeyboard angepasst wird, aber nur in Grenzen. Ich persönlich verwende daher viel lieber ein Mod-Wheel in Kombination mit einem Expression-Pedal, um Ausdruck ins Spiel zu bekommen.

Gibt es im Roland Fantom 08 keine Super Natural Acoustic Sounds mehr? Diese waren sehr gut spielbar und auch mit einer Keyswitches (hießen Variations) ausgestattet. Da waren richtig coole Brass-Sounds dabei.

Edit: Die SN-A scheint es weiterhin zu geben:

View: https://www.youtube.com/watch?v=DjWfB1MERq0
 
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Gibt es im Roland Fantom 08 keine Super Natural Acoustic Sounds mehr?
Der Fantom 08 hat natürlich alle Super Natural Funktionen und klingt auch super. Nur hat die günstigere Tastatur keinen AT Sensor verbaut, wie es eben Standard ist für Midrange Workstations … ist beim MO DX M ja genauso.

Viele Grüße vom HammondToby
 
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  • #10
Ich habe viel mit AT herumprobiert, aber meine (persönliche) Erkenntnis ist, dass ich AT nur zur Modulation bei Synth-Sounds nutze. Wichtig finde ich bei AT oft, dass ich vor dem Loslassen der Taste den Druck ähnlich sanft wegnehme, wie ich ihn beim Runterdrücken aufbaue, um bei stärkerer Modulation merkwürdig klingende Release-Zeiten zu vermeiden.

Für Bläser-Sounds wäre mir Brass Swell über AT zu schwierig zu kontrollieren. Wenn ich Bläser-Sounds einmal ohne, einmal mit Brass Swell spielen wollte, würde ich das eher so lösen:
  1. Entweder Velocity Switch und einfach zwei Tones oder in einem (ZEN Core) Tone zwei Partials verwenden - einen Klang ohne, einen mit Swell. Hier dann ausprobieren, wo der individuelle Velocity-Switch-Wert zu setzen ist.
  2. Oder Expression-Pedal (finde ich sehr elegant) oder Wheel-Controller; vielleicht via Matrix Control mit Wirkung auf mehrere Parameter: Expression, Cutoff, Ein-/Ausblenden zusätzlicher, den Brass Sound verstärkender, Waveforms, ...
 
  • #11
Wichtig finde ich bei AT oft, dass ich vor dem Loslassen der Taste den Druck ähnlich sanft wegnehme, wie ich ihn beim Runterdrücken aufbaue, um bei stärkerer Modulation merkwürdig klingende Release-Zeiten zu vermeiden.
Für sowas baue ich mir im Kronos für diverse Controller gerne eine zeitliche Glättung (z.B. auch wenn ich per SW1/2 Layer dazu schalte, wird das bei mir gerne über ca 1s geglättet und so dann sanft eingeblendet).
Die Idee dazu und das Template habe ich mir mal gebaut, als ich das Solo für "Baby Love" gebaut habe, der ja mit dem "Dive bomb" endet, wo ich aber schon wieder beide Hände brauche. Also haue ich am Ende einmal kurz auf den Switch und die Hüllkurve fährt den Pitch über 2s die 3 oder 4 Oktaven runter.
Das gleiche Prinzip kann man auch anwenden, um jedwede CCs zu glätten (sogar unterschiedlich schnell für positive und negative Flanke).
 
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  • #12
Für Bläser-Sounds wäre mir Brass Swell über AT zu schwierig zu kontrollieren. Wenn ich Bläser-Sounds einmal ohne, einmal mit Brass Swell spielen wollte, würde ich das eher so lösen:
  1. Entweder Velocity Switch [...]- einen Klang ohne, einen mit Swell. Hier dann ausprobieren, wo der individuelle Velocity-Switch-Wert zu setzen ist
Das ist die Maßnahme, die ich auch machen würde (bin Posaunist+Keyboarder). Je nach Stilistik muss man halt schauen, welcher Velocitywert als Schwellwert passt. Ich würde statt "Brass Swell" die Spieltechnik sforzando+crescendo nennen, weil dann auch ggf. echte Bläser wissen, welcher Dynamikverlauf gemeint ist, aber das nur nebenbei.

Ich würde es übrigens offen halten, ob es geschickter ist, den sforzando+crescendo-Sound auf die untere Velocityzone oder die obere zu legen - wenn man z.B. Funk spielt und lange laute Haltetöne braucht, aber keine leisen, wäre es evtl. geschickter, die untere Velocityzone dafür zu nutzen.

Wenn man für sforzando+crescendo einen eigenen Sound programmiert, ist halt die crescendo-Geschwindigkeit immer gleich. Musikalisch interessant und richtig gut wird es natürlich, wenn diese Geschwindigkeit zur jeweiligen Stelle im Song passt und änderbar ist. Das ist aber viel aufwändiger. Ich leite zwei Big-Bands, und da ist das ein harter Teil der Probenarbeit, die echten Bläser mit ihren crescendo-Geschwindigkeiten gut aufeinander abzustimmen.
 
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  • #13
Hi,
vielen Dank für die vielen Gedanken, Ideen und Vorschläge und besonders für das Beispiel mit Edo Zanki.
Ich glaube ich probiere das wirklich erst mal mit den Boardmitteln des Fantom 08 aus.
Die Bläser in dem Beispiel Video finde ich auch echt gut - ich hatte bisher den Eindruck, dass der Fantom
eher realistische (sanftere) Bläser gut kann - weniger eine durchsetzungsstarke Bläser-Section für die Covers.
Aber auch da werde ich nochmal genauer nachschauen - vielen Dank für die Anregungen.
Gruß
Klaus
 
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