Mehr Stabilität/Ausdauer für hohe Passagen gesucht

von grillstern, 27.06.08.

  1. grillstern

    grillstern Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.08   #1
    Hallo miteinander,

    folgendes Problem plagt mich leider immer wieder, welches ich gerne in den Griff bekommen würde:

    Mein Wenigkeit singt (und spielt Gitarre) in einer "die ärzte" Coverband. Nun ist es so, das Farin Urlaub in manchen Parts schon recht hoch & druckvoll singt. Wenn ich gute Tage habe, sind diese hohen Parts kein Problem - manchmal allerdings quäle ich mich da echt durch mein Limit und muss (wenns mal wieder schlecht läuft) diese hohen Passagen "das Publikum singen lassen" - halt je nach Tagesverfassung.

    Vom Gefühl ist das so, als würde mein Hals "dicht/eng" machen und mir 1-2 Ganztonschritte von oben her abziehen. Ich denke mir dann immer "man meine Stimme ist -oben- fertig".

    Folgende Ausschnitte aus einem Livemitschnitt sollen mal die "Problemparts" aufzeigen:

    http://www.youtube.com/watch?v=DrvIhqbyeAk

    0:05 "...mitten in die Fresse..."
    0:30 "...wir lungern nur in Schulen rum, verkaufen..."
    0:44 "...nichts verändern kannst..."
    5:33 "...diese eine Liebe wird nie zu ende gehn, wann werd ich sie wiedersehen..." (hier gings schon los wo ich echt "pressing" machen musste um noch halbswegs die Töne zu treffen"

    In dem Video ging es ausnahmsweise mal - aber wie erwähnt - an anderen Tagen - no way. Ich weiss jetzt nicht ob das eine Konditions-/Technikfrage oder sonst was ist?!?

    Was kann ich machen um diese Parts in Zukunft besser zu meistern?

    Vielen lieben Dank für Eure Hilfe im vorraus
     
  2. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.06.08   #2
    Ich denke, es wird (auch) eine Technikfrage sein. Dass es nicht an jedem Tag gleich gut geht, ist normal. Mal ist man hoeher, mal tiefer, manche singen als Alt sogar manchmal Bariton, gelle, mos? ;) Letzteres aber mit ner fetten Erkaeltung.

    Ich verstehe Deinen Post so, dass du ziemlich an der Grenze von dem kratzt, wo Du stimmlich hinkommst, richtig? Da sollte man mit richtiger Technik singen. "Eng macht" klingt nach Druck auf den Kehlkopf, det is schlecht. Erstens macht es statt lauter leiser und zweitens tut's nicht gut. Resonanz ist besser, also der richtige Stimmsitz.

    Mir ist jetzt am Video nichts gravierendes aufgefallen, es klingt soweit gut; vielleicht nimmst einfach mal ein paar Stunden bei einer/m GL, die koennen das besser beurteilen, was Du da machst.
     
  3. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 27.06.08   #3
    Hallo !
    Du hast es ja schon selber gut auf den Punkt gebracht:

    Für hohe Töne braucht man genau das Gegenteil: ein weites, freies Gefühl im Hals. Wahrscheinlich singst Du mit zuviel Druck, und Dein Kehlkopf steigt zu sehr, wenn Du in die Höhe gehst. Die Höhe lässt sich schon trainieren - wenn Du deine Töne bereits gut stützen kannst, könntest Du Übungen für die Erweiterung des Stimmumfangs machen. Natürlich gibt es bei jedem unüberwindbare anatomische Grenzen, aber innerhalb dieser Grenzen lässt sich schon einiges erreichen.
    Am besten wäre es, wenn Du dir das mal von einem GL zeigen lässt.
    schöne Grüße
    Bell
     
  4. Fish

    Fish HuF User & Mod PA/E-Tech Moderator HFU

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    Erstellt: 27.06.08   #4
    Hallo,

    Du schaust beim singen der hohen Töne recht gequält aus - Entspanne Dich! Es wurde schon viel gesagt in Punkto Hals öffnen und Stimmsitz.
    Hinzufügen möchte ich noch einen Trick der mir gut hilft. Wenn Du hoch singst, denke -vom Bauchgefühl- Tief und wenn Du Tief singst denke hoch. Klingt jetzt komisch, ich weis, hilft mir aber ungemein.
    Ansonsten fällt mir noch ein:
    Machst Du Dich ordentlich warm vor dem Singen? Einen kalten Motor sollte man auch nicht mit vollgas Quälen.

    Gruß

    Fish
     
  5. Tinitus

    Tinitus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.08   #5
    Hi grillstern,

    ich denke das Gefuehl kenne ich bzw. eigentlich sogar zwei. Ich versuch es mal so gut wie moeglich zu beschreiben.

    1.
    Der Ton bleibt hinter dem Gaumen haengen, ist irgendwie eingepackt, wattiert, (aehnlich dem Gefuehl wenn man etwas verschleimt ist, z.B. weil man kurz vorher etwas gegessen hat) . Das ist bei mir eine Techniksache, da hilft es den Mund weiter aufzumachen, nach vorne oben aus dem Mund rauszusingen, wie Fish_1 geschrieben hat "von oben" auf den Toenen landen. Das sind alles bekannte Bilder, die mir anatomisch gesprochen helfen, etwas mehr Falsettanteil in die Stimme zu bringen und die oberen Resonanzraeume im Mundbereich besser anzusprechen, was Du beim Singen mit der Band evtl. schwerer wahrnimmst. Das ist aber Uebungssache, letztendlich kann man ja die Resonanzen auch fuehlen und den Mund muss man spaeter auch nicht zwingend aufreissen.

    2. Die Stimme ist ueberanstrengt, verschrieen.
    Da komme ich dann nurnoch mit enorm viel Luft und Kraft hoch, mit entspanntem Ansingen von oben ist dann zumindest bei mir nix mehr. ;)
    Zeichen dafuer waere, wenn Du nach einer Pause im Lied wieder an die hohe Stelle kommst, und es zunaechst wieder etwas besser geht um dann wieder rapide abzufallen.

    Punkt 1 und 2 sind natuerlich in gewisser Weise verbunden. Zu Punkt zwei kommt es durch mangelnde Technik, wobei es da eher um die Atmung geht. Punkt zwei passiert auch eher, wenn ich nicht jeden Tag uebe sonder mal ein paar Tage nicht gesungen habe und dann im Proberaum am besten noch ohne Einsingen loslege. Je mehr und "richtiger" ich zuhause singe, desto eher kann ich das auf die Band uebertragen, z.B. dieses offene Gefuehl. Oft achtet man auch einfach in der Hitze des Gefechts nicht drauf.

    Als Uebung veruche ich jeden Tag knapp unter meiner Obergrenze, also noch im entspannten Bereich zu summen, jeweils im Wechsel mit einem Halbton hoeher. Dann arbeite ich mich langsam hoch, bis ich merke jetzt kommt so langsam die Grenze. Zwischendurch singe ich immer mal wieder ein paar Toene nach unten, zur kurzzeitigen Entspannung. Ich mach das auch nur 1-2 Minuten und wenn es geht ein paarmal am Tag.
    Das Ziel ist, die Stimmbaender an die hohen Toene zu gewoehnen und leicht zu fordern, aber nicht zu ueberanstrengen. Das bewirkt keine Wunder aber gerade die paar Halbtoene um die Du immer kaempfen musst, sollten schon drinsein.

    Dass Deine Stimmbaender "trainiert" sind, heisst aber noch lange nicht, dass Deine Technik gut ist, im Zweifelsfall kannst Du halt einfach ein bisschen laenger krakelen. ;)
    Es lohnt sich also in jedem Fall, sich in die Materie reinzuknien, Atmung, Stuetze etc.

    Ich bin jetzt mit den Aerztesachen nicht so vertraut aber ich denke mal, der Farin singt einfach so, wie es fuer ihn funktioniert. Ich schaetze er singt das zum grossen Teil mit der Bruststimme, vor allem die kraftvollen Sachen und schert sich nicht besonders um Resonanzraeume. So wahnsinnig hoch ist es ja eigentlich nicht und Deine Stimme scheint es ja auch herzugeben. Falls Du Dich schon "hochtrainiert" hast, ist natuerlich irgendwo Schluss.
     
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