Meinungen zu "Adam Maria"

von 36 plus 3, 06.02.08.

  1. 36 plus 3

    36 plus 3 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.02.08   #1
    Hallo ...

    Ich möchte euch darum bitten den folgenden Text zu beurteilen.
    Er besitzt kein definiertes Genre.
    Ich stelle ihn mir mit einer langsamen Melodie vor.

    Gruß,
    Martin


    "Adam Maria"

    (Strophen)
    Im Schatten des Akkordeon´s
    bewegt sich ein kleiner Mann
    Ein Star in der Manege
    Der jedes Herz erobern kann

    Begeisterte Augen sind seine Drogen
    An jedem Abend steht er ganz oben
    Doch mit weiten Flügeln kann man tief fallen
    Im Mitternachtswind werden seine Schreie erhallen

    (Refrain)
    Nach der Show zieht er sich aus
    Hängt die Maske in den Schrank
    Abgeschminkt wird er sehr traurig
    Versinkt in den schwarzen Sand

    Der Kontrast ist die Konsequenz
    Im Spiegelbild sieht er sich nicht
    Ein Schatten seiner Handlungen
    Eine Marionette ohne Gewicht

    (Strophen)
    Immer wieder dreht er sich
    Spielt sein Lied - Singt ein Gedicht
    Er tanzt bis alle applaudieren
    Zerstört den Schatten mit seinem Licht

    An manchen Abenden spielt er Klavier
    Weil das die Damen sehr entzückt
    Doch wenn sie nach Hause gehen
    Bleibt er ganz allein´ zurück

    (Refrain)
    Nach der Show zieht er sich aus
    Hängt die Maske in den Schrank
    Abgeschminkt wird er sehr traurig
    Versinkt in den schwarzen Sand

    Der Kontrast ist die Konsequenz
    Im Spiegelbild sieht er sich nicht
    Ein Schatten seiner Handlungen
    Eine Marionette ohne Gewicht
     
  2. 36 plus 3

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    Erstellt: 07.02.08   #2
    Findet ihr ihn gut?
    oder
    Habt ihr Vorschläge für Verbesserungen?

    Wenn dies so ist, dann nennt sie mir bitte.

    Grüße,
    Martin
     
  3. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 07.02.08   #3
    Jetzt sei nicht immer so ungeduldig :(

    Der Text ist ganz gut ... finde ich.

    Aber schreib statt:

    Versinkt in den schwarzen Sand

    Versinkt im schwarzen Sand...

    .. ich kann zwar etwas/mich selbst in den schwarzen Sand hineinbefördern (ich gehe in den schwarzen Sand). Aber darin versinken kann kann ich nur , wenn ich mich bereits in ihm befinde.
     
  4. 36 plus 3

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    Erstellt: 07.02.08   #4
    Hallo.
    Ich danke dir nun erst einmal für deine Antworten und verstehe auch,
    weshalb du meine Geduld kritisierst.
    Allerdings würde ich gerne wissen, wie lange es im Durchschnitt an Zeit bedarf,
    bis die Rückmeldungen der User dem erstellten Themenbeginn folgen.

    Nimm es mir nicht böse, aber ich zweifle ein wenig an der von dir vorgeschlagenen Korrektur für die Zeile "Er versinkt in den schwarzen Sand".

    Ich gebe dir wohl Recht, wenn du sagst, dass die Handlung eines "A" erst dann erfolgen kann, wenn sich "A" im selbigen Raum befindet wie das Objekt "B".

    Beispielsweise wäre es nicht korrekt,

    dass "H" sie in den Wald jagt, wenn "sie" sich bereits im Wald befinden.

    Dann würde es natürlich
    - "H" jagt sie im Wald -
    lauten.

    Ebenso besteht eine Differenz zwischen
    - Der Fluß fließt im Gebirge. -
    und
    - Der Fluß fließt in das Gebirge. -


    Aber wenn es nicht feststeht, ob er
    - Im schwarzen Sand versinkt -
    oder
    - In den schwarzen Sand versinkt -
    so sind in meinen Augen beide Schreibweisen möglich.

    Der Mann kann sich
    a) bereits im schwarzen Sand befinden
    oder
    b) langsam von ihm umkreist werden und dann versinken


    Übertragen auf "Adam Maria" bedeutet dies für mich, dass er nach der Show in den schwarzen Sand (subjektiv symbolisch für Traurigkeit, Zweifel, ...) versinkt.

    Da diese Geschichte allerdings auch die freudigen Zeiten (auf der Bühne) darstellt und er sich somit nicht ständig "im" schwarzen Sand befindet empfinde ich "... in den schwarzen ..." als sinnvoller.

    Was denkst du / denkt ihr über meine Erklärung?

    Ich danke euch für die Hilfe.

    Martin
     
  5. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.08   #5
    Ja, ich glaube, dass beides geht, dass Antipastis "im Sand" vielleicht logischer ist.
    Vor allem glaube ich, dass es mir bei einem solchen Text egal ist.
    Jeder versteht, was gemeint ist.
    Schlimmer finde ich, wobei ich den Text im Grunde nicht schlecht finde, und er auch eine gewisse Eindringlichkeit besitzt, dass eben diese durch schwülstige Sätze wie "Im Mitternachtswind werden seine Schreie erhallen"
    und Unverständlich- Umständliches wie "Der Kontrast ist die Konsequenz" und "Ein Schatten seiner Handlungen"
    weitgehend zerstört wird.
    Du opferst dem Reimzwang so manche interessant aufgebaute Spannung.
    Manche schöne Formulierung wie "Zerstört den Schatten mit seinem Licht" verpufft leider.
    Darüberhinaus klappt das mit dem Reimen dann doch nicht so richtig.
    Dennoch finde ich den Text stimmungsvoll und ich denke, Du solltest noch tiefer in die Traurigkeit und die Einsamkeit des Clowns einsteigen und den Text überarbeiten.
    Grüße
    willy
     
  6. 36 plus 3

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    Erstellt: 07.02.08   #6
    Hallo Willy.

    Ich danke dir für deine erklärenden Sätze.
    Es ist wohl wahr, dass die Reime in jedem Fall verbesserungsfähig sind.

    Die einzelne Wortwahl (wenn auch schnulzig) gefällt mir im Allgemeinen gut.
    Aber diese wird wahrscheinlich auch sehr subjektiv betrachtet.

    Kannst du mir sagen, was du unter dem "Reimzwang" verstehst?


    Danke und Gruß,
    Martin.
     
  7. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.08   #7
    Hi M.
    Reimzwang ist wenn man gerne einen Reim texten möchte und dann etwas in dieser Art rauskommt:
    "Doch mit weiten Flügeln kann man tief fallen
    Im Mitternachtswind werden seine Schreie erhallen"

    Oder benutzt du "erhallen" regelmäßig?
    Grüße
    willy
     
  8. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.02.08   #8
    Hi Melange,

    erst mal willkommen am Board und im forum!

    Meiner Erfahrung nach ist es sehr unterschiedlich, ob und wann und wie viel feedback auf hier eingestellte Texte erfolgt. Das hängt auch an der Tat der Texte bzw. dem Genre selbst - also auf einen englischen metal-text gibt es wesentlich mehr feedback als auf einen deutschen fun-text - mal so als unverbindliches Beispiel.

    Das kann und sollte man auch nicht unbedingt erzwingen. Das "pushen" von Kommentaren wird in den seltensten Fällen als angenehm empfunden. Manchmal (aber nicht immer) ist das Ausbleiben von Kommentatoren auch eine Art feedback.

    Na ja - es gibt halt hier kein Festkommitee oder ne Art jury oder so, die sich quasi verbindlich vornimmt, Texte zu beäugen und Feedback zu geben. Von daher kann man auch nicht wirklich sagen, wann wieviel oder ob überhaupt feedback kommt. Ein paar Tage sollte man aber schon Geduld haben bevor man noch mal selbst anklopft.

    Zum Text selbst (zu Deinem anderen Text habe ich was geschrieben):
    Vorweg: in der Regel sage ich nix zu deutschen Texten, weil ich da selten einen Zugang finde und auch selbst englische Texte mache.

    Ich empfinde da ähnlich wie willypanic: ich finde die grundmetapher (jemand, der nur vor und für publikum fröhlich ist, der applaus und bewunderung braucht und alles dafür tut, für sich aber einsam und eigentlich verloren ist) gut gewählt, das ambiente stimmt (erinnert mich etwas an: so let´s all drink to the death of a clown ...) und einige Formulierungen finde ich schön - insgesamt aber zu hmmm unausgewogen: also einiges zu pathetisch, zu dick aufgetragen, einiges kommt mir gereimzwangt vor, anderes gut gewählt - vielleicht ein bißchen so wie jemand der einen film machen will und nicht weiß, ob es eine tragödie, eine komödie, ein drama oder ein dokumentarfilm werden soll.

    Ich weiß, dass das jetzt vielleicht von der Analyse her nicht so der absolute Bringer ist, aber es ist mein Eindruck und ich wollte jetzt auch nicht Zeile für Zeile durchgehen. Also willy war da mit seinen Beispielen konkreter und das wäre mir da auch aufgefallen.

    Manches ist ja auch Geschmacksache oder hat mit den eigenen Ansprüchen zu tun - also es ist nicht immer einfach, Feedback einzuordnen und damit umzugehen. In meiner Signatur findest Du einen link dazu und einen link zu dem workshop lyrics - vielleicht entdeckst Du da auch ein paar Anregungen. Ach so - da ist übrigens ein Abschnitt (ein thread von steinhart) drin, wo mal an einem Beispiel das Überarbeiten eines deutschen Textes aufgezeigt wird - das fand ich ganz aufschlußreich. Ist aber auch wieder die Frage, was Dein Anspruch an den Text ist und wie stark Du Dich da hineinknien willst.

    x-Riff
     
  9. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 07.02.08   #9
    Im Moment überzeugt sie mich noch nicht... bei "umkreist werden und dann versinken" dann würde eher: "Ich versinke in schwarzem Sand" greifen - dH, es ist nicht ganz eindeutig, worum es sich hierbei handelt.. Also der schwarze Sand nicht als Materie gedacht, sondern als Metapher für einen "Gefühlszustand" . Ähnlich wie "ich versinke in Gedanken"

    Hieße es "Ich sinke in den schwarzen Sand" wär es für mich auch plausibel. ... möglicherweise ist Deine Formulierung sogar eine Beschreibung mit einem gewissen poetischen Wert. Aber gelernt hab ich so nicht.

    Es ist die Eigenart der Vorsilbe "ver", die hier Probleme macht. "Ver" weist hier darauf hin, dass etwas aufgelöst/entfernt wird, etwas, wo Ort und Ziel nicht immer klar definierbar ist:

    Verjagen: das, was man jagd, verschwindet. Es gibt kein verjagen ohne jagen

    Versinken: das, was sinkt, verschindet. Es gibt kein versinken ohne sinken.

    Verlaufen: Der Verlaufene weiß nicht, wo er sich befindet. Sein Ziel ist weg. Es gibt kein Verlaufen ohne laufen.

    Man kann also nicht versinken, ohne vorher zu sinken. Das Sinken ist also dem Versinken voran gestellt. Um irgendwo zu versinken, muss ich erst den Ort aufsuchen, wo ich sinken kann. Das heisst: ich gehe in den schwarzen Sand, um dort zu sinken bis ich versunken bin.

    ...
     
  10. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.08   #10
    Man kann sich aber vertragen, ohne vorher etwas getragen zu haben.
    Meistens hat man aber vorher was ertragen.
    Gilt das auch?

    Ist das noch nicht OT?
    Grüße
    willy
     
  11. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.02.08   #11
    Noch mal ne andere Frage zu dem Text:

    Muss man den Titel verstehen?
    Ist der irgendwie hintergründig oder mit ner versteckten Bedeutung oder so?
     
  12. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 07.02.08   #12
    man kann auch verkommen, ohne vorher gekommen zu sein ... oder vergessen, ohne vorher gegessen zu haben. Die Silbe "ver" wird vielfältig genutzt. Da müsste amn den Wortstamm und die Entwicklung jedes einzelnen Wortes kennen.

    Aber klar ist, dass dem VER meisten ein anderer Zustand voran gestellt ist.
     
  13. willypanic

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    Erstellt: 07.02.08   #13
    @antipasti
    Ja, ich weiß.
    Man kann sich auch in endlose Diskussionen verwickeln, ohne vom Wickeln eine Ahnung zu haben.
    Das mit dem Essen und Vergessen hat mir auch sehr gut gefallen.

    willy
     
  14. 36 plus 3

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    Erstellt: 07.02.08   #14
    Hey ...

    Vielen Dank für die von euch vorgestellten Verbesserungs-Vorschläge.

    Wie ich bereits zuvor geschrieben habe ist die Wortwahl sicherlich sehr subjektiv.
    Allerdings muss man auch die Konstellationen im gesamten Text betrachten.

    In diesem Zusammenhang stimme ich euch nun zu, dass der Song eine traurige Grundstimmung besitzt, aber die Ausgewogenheit nicht als vollkommen erscheint.

    Der Sand sollte nicht als ein Objekt mit materieller Verhaftung betrachtet werden, sondern besitzt in unter meinen Aspekten eine symbolische Bedeutung.

    Ich habe den Begriff "Adam Maria" als Titel für diesen Text gewählt, weil ich ihn vom Klang in der Aussprache sehr schön fand. Zu dem besitzt er meines Erachtens nach eine angenehme Erscheinung.

    Die philosophische Komponente unterlag dem Kontrast zwischen Mann und Frau - im Vergleich zu dem introvertierten und extrovertierten Erscheinungsbild des Darsteller´s.

    Im Allgemeinen habe ich versucht den Text mit Poesie und Philosophie zu verbinden. Daraus folgt sicherlich auch die unverständliche Satzwahl von (z.Bsp.):

    "Doch mit weiten Flügeln kann man tief fallen
    Im Mitternachtswind werden seine Schreie erhallen"

    oder

    "Der Kontrast ist die Konsequenz"


    Mein Problem liegt nun darin, dass ich mir nicht sicher bin, welche Zeilen auf euch angemehm wirken und welche zu überheblich.

    Ich finde "Der Kontrast ist die Konsequenz" eigentlich sehr schön.
    Am Ende folgt daraus schließlich auch nur die simple Aussage:

    Der Unterschied zwischen Innen und Außen / Show und Backstage ist die Folge aus seiner Handlung.


    Gruß und Dank,
    Martin
     
  15. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.08   #15
    Hallo M.
    was mir nicht gefällt, habe ich mal markiert:
    Einfache schmucklose Worte sind hier mMn die bessere Wahl.
    Grüße
    willy

     
  16. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 08.02.08   #16
    Was bei mir leichtes Unbehagen hervorruft - außer dem bereits erwähnten schwarzen Sand, der meiner Meinung nach noch immer falsch ist - ist die etwas sprunghafte stilistische Vielfalt.

    So stehen teilweise schwere Metaphern sehr leichten, fast burlesken oder kindlichen Reimen gegenüber.

    Aufgefallen ist mir besonders bei dem hier:

    An manchen Abenden spielt er Klavier
    Weil das die Damen sehr entzückt
    Doch wenn sie nach Hause gehen
    Bleibt er ganz allein´ zurück

    Das wirkt fast W-Buschig, einfach, der Anfang wirkt fast unbeholfen

    ...
    Versinkt in den schwarzen Sand

    Der Kontrast ist die Konsequenz
    Im Spiegelbild sieht er sich nicht
    Ein Schatten seiner Handlungen
    Eine Marionette ohne Gewicht
    Das dagegen wieder sehr "bildhaft"


    Wenn Du damit den "Kontrast" zwischen dem Clown, wie er nach außen wirkt und dem Clown hinter den Kulissen verdeutlichen möchstes, ist das ein gutes Stilmittel.

    Dennoch sollte der "Schwung" nicht darunter leiden. Und - so finde ich - das tut er in der Klavierstrophe. "An manchen Abenden spielt er Klavier" holpert irgendwie.

    ...
     
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