Miese Erfahrungen beim schönsten Hobby der Welt

von Peegee, 04.10.04.

  1. Peegee

    Peegee Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 04.10.04   #1
    Musik machen bringt viel Spaß. Sonst würde der Großteil von uns es ja wahrscheinlich nicht machen. ( Profis mal ausgenommen ) Doch manchmal erlebt man dabei auch mal eher unangenehme Dinge. Ich meine jetzt keine Peinlichkeiten, über die man im Nachhinein lacht (davon kann ich als international erfahrener Fettnäpfchentreter :o reichlich und zur Genüge zum Besten geben), sondern die richtig große Scheiße. Erzählt doch mal, was euch da so alles passiert ist. Ich geh mal mit gutem Beispiel voran und lass mal ein paar (bei weitem nicht alle) Sachen ab, die mir widerfahren sind.

    Proberaum unter Wasser
    Unser erster Proberaum stand nach einem Wasserrohrbruch gut 40 cm unter Wasser. Aus heutiger Sicht war das dabei zerstörte Equipment zwar kaum eine Träne wert, doch damals war es eine absolute Katastrophe. Schließlich musste mit fast nicht vorhandenen Geldmitteln ein Großteil des Zeugs neu beschafft werden. :(

    Der Über - Proberaum
    Durch unglaublich viel Glück (?) hatten wir nach einiger Zeit und drei weiteren Proberäumen, die Möglichkeit in den Proberaum eines Bekannten unseres Drummers einziehen zu dürfen. In diesem Raum gab es nämlich ein abgetrenntes Studio mit allem Zubehör, das wir sogar nutzen durften. Ein fettes Yamaha Recording Mischpult (O2R?), dass damals frisch rauskam; zwei Adats; Mac; zig richtig gute Mikros usw usw usw. Musikers Traum ging in Erfüllung. Leider nur recht kurz. Denn nicht viel später wurde der Kollege, dem alles gehörte festgenommen. Es stellte sich heraus, dass er einer der größten Haschisch- Dealer im ganzen Umkreis war und daher das ganze Geld stammte. Nicht nur dass unser schöner Traum geplatzt war, nein wir durften uns auch mit der Polizei auseinandersetzen, die nun auch uns verdächtigte. Außerdem mussten wir schnellstens unseren Kram aus dem Raum schaffen, da er sonst locker mit konfessiert worden wäre. :mad:

    Death Metal
    Da unser nächster Proberaum gelinde gesagt schweineteuer war, mussten wir auf die Suche nach Untermietern gehen. Nach diversen missglückten Versuchen mit Bands aus den verschiedensten Stilrichtungen (sind eigentlich alle Rockmusiker mittellose Extremschlampen?), haben wir das große Los bei der Untermieterverlosung gezogen (dachten wir). Ein Einzelmusiker, der nur sein Schlagzeug in den Raum stellen wollte, um ab und an mal zu üben und dafür die Hälfte der Miete übernahm. Okay, sein Drumkit war wirklich riesig. Aber lieber ein riesiges Drum, als das kmpl. Equipment und die chaotischen Mitglieder einer weiteren Band. Sogar die Miete hat er immer pünktlich bezahlt. :great:
    Bis........ zu jenem denkwürdigen Freitag. Wir haben unsere ganz normale, ca. 4-stündige Probe durchgezogen. Mit lauter, unanständiger Rockmusik, ein paar Bierchen, viel Gelächter und Gelaber. Ganz so wie es sein sollte. Nach der Probe waren zwei Kollegen bereits weg und ich saß mit unserem Gitarristen noch etwas rum. Als er dann das Fenster öffnete und sich umdrehte, sah er unseren Untermieter hinter seinem Schlagzeug liegen. (Nur aus diesem Winkel und bei dem nun eingeschalteten Deckenlicht konnte man ihn überhaupt sehen). Nach dem üblichen „Hey wach auf!“ und Gerüttel, habe ich dann am Hals seinen Puls geprüft.
    Ich weiß nun, wie sich eine Leiche anfühlt. (Ich sag nur: drei Tage schwer unterdrückbarer Waschzwang) :eek: Also mitten in der Nacht noch die ganze Prozedur mit Notarzt und Kripo. Es stellte sich heraus, dass er Selbstmord begangen hat. Das krasseste war, das der Todeszeitpunkt auf während unserer Probe festgelegt wurde. Das war wirklich Death Metal!
    Üblerweise kann ich bis heute nicht den Gedanken verdrängen, dass er wohl von uns gefunden werden wollte. Schließlich wusste er ganz genau, dass wir an diesem Abend noch proben würden.

    Support-Gig für befreundete Band
    Eine uns gut bekannte Band fragte uns, ob wir nicht den Support für ihren CD-Release machen könnten. Klar haben wir zugesagt. Beim Soundcheck war auch noch alles bestens. Aber anscheinend haben wir dabei wohl schon zu viel und zu gut gerockt. Denn beim eigentlichen Auftritt wurden wir dann mit Absicht kaputtgemischt. Das der Headliner lauter ist als der Support, ist ja normal. Doch das unser Monitoring im Publikum lauter war, als die PA sagt ja wohl alles. Dabei wurden dann auch noch die Instrumente mal lauter, mal leiser gedreht. Aber nie so, dass es auch nur annährend geklungen hätte. Ein Freund, der im Publikum stand, erzählte mir später, das in dem einen Song der Bass überhaupt gar nicht zu hören war und im nächsten nichts anderes mehr. Als wir den Mischer zur Rede stellten, bekamen wir die lapidare Antwort: „wer bezahlt bestimmt.“ Na danke! Und das von einer Band, deren Mitglieder wir zum Teil schon seit Jahren kannten. Das nenne ich mal desillusionierend. :evil:

    Die tolle Wasserkiste (hat eher indirekt damit zu tun)
    Vor ca. 10 Jahren habe ich eine Kiste Wasser die Treppe hochgetragen. Dabei rutschte ich auf einem losen Treppenläufer (diese schicken, roten Sisalläufer) aus und konnte mich mit der doofen Kiste in den Händen nicht mehr abfangen. Dadurch schlug ich mit dem Handrücken der linken Hand (also verkehrtherum) auf eine Stufe auf. Bänder übelst überdehnt; Nerven eingeklemmt; Gelenkknochen teilweise gesplittert; Schmerzen bis zur Ohnmacht. Das ich dadurch fast vier Monate musikalisch ausgefallen bin, war ja schon übel. Doch es ist nie wieder richtig verheilt (was mir vom Doc direkt prophezeit wurde). Seitdem kann ich einige Sachen mit der linken Hand nicht mehr spielen. Tolle Melodielinien, Soli usw. sind fast unmöglich. Einige Dinge gehen überhaupt nicht mehr, weil die Hand dabei extrem schnell verkrampft. Andere sind nur noch unter Schmerzen (sind aber nicht soooo schlimm) möglich, die ich aber mittlerweile ganz gut verdrängen und sogar in mein Spiel einbinden kann. Das führt dazu, dass man mich oft als „Tier“, „coole Sau“ und „toll böse, oder unheimlich guckend“ betitelt, wenn ich auf der Bühne stehe. Na, wenigstens etwas. Dabei bin ich doch eigentlich ein ganz lieber und unscheinbarer Typ. ;)

    Über meine EX- Band zu schreiben, die sich nach 10 Jahren auflösen musste, ist gerade im Moment zu deprimierend für mich. Darum lass ich das mal im Augenblick.

    Hört sich jetzt so gebündelt schon ziemlich heftig an. Doch hatte ich immerhin fast 20 Jahre Zeit, damit das alles auch passieren konnte. Doch waren das nur ein paar Kostproben, dessen was mir wiederfahren ist. Da gab es noch so einige Dinge, die mir fast die Lust verdorben hätten. (Alkoholismus eines Bandmitglieds, Streit wegen einer Frau, diverses Kleinzeug geklaut worden, ein ziemlich schlechter Sänger mit Rockstarallüren, betrügerische Vermieter usw.)

    Lasst mich jetzt nicht hängen und erzählt mal von euren miesen Erfahrungen.
    Ich hoffe doch, da kommen ein paar Antworten, denn sonst müsste ich ja glauben, das Pech für mich allein gemietet zu haben. :frown:


    //Edit:
    Ooops, jetzt habe ich doch ein bißchen mehr von mir gegeben, als ich eigentlich wollte. Egal! Ihr dürft mich jetzt Weichei, Heulsuse oder sonstwas nennen, aber....

    Ich rocke immer noch!!!!! :rock:
     
  2. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.10.04   #2
    Krass. Und echt spannend geschrieben.

    Persönlich kann ich nicht annähernd soviel berichten, da ich erst knapp zwei Jahre in 'ner Band bin, aber:

    - Den Wasserschaden haben wir hinter uns.
    - Unser Proberaum entwickelt sich grade zum "Überproberaum".

    Und ich hoffe stark, dass in der Auflistung hier Schluss ist. :eek:

    Am Mittwoch treffen wir uns mit den Typen, die bei uns Untermieter werden sollen. Einen Schlagzeuger mit Riesenset hatten wir schon. Der ist aber nicht mehr im Proberaum (verließ den Raum allerdings aus eigener Kraft).

    Gruß,
    Jay

    PS: Schon teilweise paralleler Verlauf der Ereignisse ...
     
  3. Comrade

    Comrade Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #3
    Da kann ich ja nicht mal annähernd mit halten...so viele Schicksalsschläge sind hart.Vor allem das mit der Hand. :(
     
  4. littlewing

    littlewing Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #4
    hi peegee, ueble stories, die du da auf lager hast, dem mixer und der band haett ich btw. die eier abgerissen,

    schlimmster gig

    war irgendwann im winter und die kaelte spielte uebel mit,
    wir sollten in nem kleinen club spielen, in denen maximal hundert leute passten (jedenfalls in dem raum, wo die bands auftraten) und das schlimmste - kein backstage, (selbst) die musiker durften keine getraenke mit reinnehmen usw.
    in unserem aerger hatten wir vergessen die klampfen vor dem gig auszupacken, sodass es, kurz bevor der gig losging soweit kam, dass wir eiskalte instrumente in der hand hatten - wir mit den dingern auf die buehne und es war wirklich nichts mehr zu retten, sie waren nach na halben minute wieder total verstimmt, dazu kam noch, dass wir in diesem kleinen raum zwei riesige stacks zu stehen hatte, die alles zubruellten, am naechsten tag hatte der drummer dann fuer lange lange zeit n scheiss tinitus,
    am naechsten tag allerdings, stand der naechste gig and und der wurde wunderbar gerockt, naja ente gut und so :)

    ich wuerde gern noch mehr schreiben, muss aber los,
    gruss,
    lw.
     
  5. Matkra

    Matkra Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #5
    Eijeijei... :eek: :eek: :eek:
    Krasse Geschichten. :(
    Ich kann da zum Glück (noch) nichts berichten. :o
     
  6. Domo

    Domo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.10.04   #6
    als ich den threadnamen gelesen habe dachte ich spontan ans masturbieren :o
     
  7. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #7
    Naja, so schlimm ist es mir nicht ergangen, ich bin jetzt aber auch in keiner Band mehr.
    Grund:
    1. Band: Band mit Schulkollegen. Der Gitarrist wollte nur das Zeug spielen, das er konnte, er übte auch nichts andres, miserabler Sänger, Bassist absoluter Anfänger. Also hab ich das nach ein paar Proben gelassen.
    2. Band: von der Musikschule. Musikstil war etwas herb.
    3. Band: 1 Probe, dann hat uns der Schlagwerker verlassen, der aber sowieso recht unfähig war.
    4. Band: 2 Musiker waren grottenschlecht und unmusikalisch (was? das ist ein 7/4 Takt?), aber seeeehr von ihrem Können eingenommen. Der Proberaum war auch noch akkustisch fürchterlich, man hat nur laut gehört.
    5. Band: Naja, "Band" ist übertrieben. Ein Freund und dessen Onkel haben mich so quasi als Lehrer zu einer Probe mitgenommen, ich sollte das auch öfters machen. Der Drummer ist absoluter Anfänger (44) und will nicht üben, aber fleißig Proben machen, der Gitarrist übt auch nicht, hat aber wenigstens schon ein bissl Können. Was soll ich da tun?!

    Mittlerweile hab ich gemerkt, dass ich eine Band für mich kaum finden werde (am Besten wäre hochmotiviert, aber ohne Auftritte. Das findet sich wohl kaum). Naja, was solls:)
     
  8. magge

    magge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #8
    meine übelste story ist bisher diese: ich hatte vor knapp nem halben jahr mit meiner alten schulband nen gig in einem (total asozialen) gemeinschaftszentrum in unserer siedlung. wollte eigentlich schon vorher aus der band aussteigen, wollte die aber nicht hängen lassen, da das echt nette kerlz sind...jedenfalls haben wir da unser ding durchgezogen (natürlich kaum beifall weil asis und so gut wie alles hip-hopper). dann nach dem gig ging ich hinter zur bar während ne andere band ihre songs spielte auf einmal kam so ein typ an und rempelt mich an. der sagt so "ey alter was stehste im weg rum du spasst" ... auf einmal kommt sein kumpel "ey du arschloch was machste meinen kumpel an" ... das nächste was passiert is, das der typ mir eine runtergehauen hat und ich grad dabei war zurückzuhauen, während ein aufseher von dem zentrum kam und natürlich MICH angemacht hat, weil der typ meinte, ich hätte ihn angerempelt...

    blödmänner
     
  9. rheadude

    rheadude Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #9
    Der Wasserrohrbruch war auch schon dabei, dazu noch schwere Probleme eines Bandmitglieds und Freundes mit chemischen Drogen.

    Abgehobener Gitarrist, der von Punkrock zu Jazz überlief :eek: und sich dadurch für den geilsten Typ der Welt hielt/hält.

    Horrende Proberaummieten und auch der "Überproberaum" war schon dabei, außer dass das Ende anders verlief (der Kerl ist bis heute nicht gefasst).

    Tausende Biomüllmücken und Rattenbefall, überall angeknabberte Müllreste, Gestank und Schimmel.

    Sich alleine den Arsch aufreißen für die Band und keinerlei Feedback, nichtmal ein "Danke" dafür bekommen, obwohl man Gigs regelt, Bilder und MP3s verwaltet, CDs brennt und ganz nebenbei noch die Homepage machen muß.

    Die Scheißkifferei (von Leuten, die es bis jetzt nicht gerafft ham!!!)

    Als Sänger und Gitarrist das einzige Mal total besoffen auf der Bühne stehen und nichts raffen...
     
  10. Dr. Oleg REcznski

    Dr. Oleg REcznski Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #10
    ja die Punkrock-> Jazzüberläufer sind mitunter die schlimmsten... totale Narzisten :(
     
  11. ruficus

    ruficus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #11
    Oh, das hört sich aber alles nicht gut an.
    Das derbste war das mit dem toten Schlagzeuger.
     
  12. Phili

    Phili Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 04.10.04   #12
    Also die jüngste Story ist folgende:

    Ich habe momentan zwar keine eigene Band mehr (also in der ich meine eigenen Ideen umsetzen kann), spiele aber in einer anderen Band Gitarre und singe. Dennoch teile ich mir mit zwei weiteren Parteien (inoffiziell sind da aber ständig noch mehr Leute) einen Proberaum, denn man weiß ja nie, wann man mal wieder neue Mitmusiker für´s eigene Projekt trifft.
    In diesem Proberaum steht mein Marshall Valvestate 100 Watt-Halfstack, auf das ich damals bei der Anschaffung tierisch stolz war. Nun war ich mehrere Wochen nicht mehr im Proberaum, weil ich ja keinen wirklichen Anlass hatte (liegt auch recht weit weg). Irgendwann verplapperte sich dann ein Bekannter von mir und es kam raus, dass der Verstärker wohl irgendwie kaputt sei. Ich habe natürlich sofort die Mitnutzer kontaktiert und gefragt, was da los ist. Letztlich war es so, dass wohl einer dem anderen das Versprechen abgenommen hat, mir das nicht mitzuteilen. Wohl weil er Angst hatte, ich würde meine Miete nicht mehr zahlen, wenn ich das erführe. Traurig ist bloß, dass ich meinen Mitnutzern sehr viel Vertrauen entgegenbrachte und sie für sehr anständig hielt. Der, der das Versprechen abgab ist sogar einer meiner längsten Freunde (gewesen). Dadurch, dass sie es so lange vor mir verheimlichten kann ich nicht einmal mehr sicher rausbekommen, wer nun eigentlich Schuld hat.
    Ich finde erstens, dass man mich hätte sofort informieren müssen (denn so ein Schaden wird ja durch eine weitere Benutzung auch nicht geringer) und zweitens hätte ich ja gar nicht konkret einer Person die Schuld gegeben, insofern hätten eigentlich auch alle, die den Verstärker mitbenutzt haben, zusammenlegen könne, um mir wenigstens einen Teil der Reparaturkosten zu erstatten und somit ihre guten Willen zu beweisen. Aber mich wochenlang zu hintergehen und sich auch noch auf meiner Geburtstagsfeier auf meine Kosten zu besaufen fand ich schon sehr derbe.
    Es ist übrigens der Cleankanal im Eimer, der Zerrkanal dagegen funktioniert noch tadellos. Gerade den Cleankanal habe ich aber immer benutzt und ein Verzerrerpedal davor geschaltet.
    Krass ist auch, dass einer der Mitnutzer meines Verstärkers, mir gegenüber damals noch skeptisch war, als ich in den Proberaum mit einziehen wollte und meinte, ich solle aber nicht seine Technik benutzen. Und genau derselbe legte mir nach ein paar Monaten einen Zettel auf den Amp: "Du, ich wollte dir nur mal mitteilen, dass ich schon seit einer Weile deinen Verstärker mit benutze. Ich hoffe du hast nichts dagegen". Habe dann extra auch einen Zettel hingelegt, in dem stand, dass er bitte das Top nicht über die Hälfte aufreißen soll, weil das die Box nicht mitmacht...wer weiß, was er damit angestellt hat.


    Dann gibt es noch so eine Wintergeschichte:


    Ich hatte mal mit meiner eigenen Band einen Gig in einer alten Fabrik/Lagerhalle. Das gebäude bestand eigentlich nur aus einer riesen Halle ohne viele Wände und mit vielen Löchern in den Wänden. Es war mitten im Winter, draußen lagen Schnee und Eis und es war saukalt. Ein großer Heizlüfter, der eigentlich ein bisschen Wärme erzeugen sollte funktionierte leider gar nicht mehr. So haben alle meine Freunde sich den Arsch abgefroren und darauf gewartet, dass es endlich losgeht. Irgendwann sehr spät war es dann auch so weit (wir mussten warten, bis die Hauptband, also die Gastgeber, lust hatte zu spielen und sollten erst nach einer längeren Pause nach ihnen spielen). Wir gingen auf die Bühne, es war schweinekalt in der Halle und wir spielten mit steifen Fingern los. Das war das erste und bisher einzigste Mal, dass ich komplett in meinem langen schwarzen Wintermantel aufgetreten bin. Aber der konto an den kalten Händen und Füßen auch nichts ändern.


    Und dann habe ich mal einen sehr guten Freund im Streit verloren:

    Ich spielte ganz am Anfang mal Bass in einer sehr guten Band, die aber sehr viel Metallica coverte. Dort wurde eines Tages die Stelle des Sängers frei und ich versuchte mich daran. Leider konnte ich als relativer Anfängerbassist Gesang und Bassspiel noch nicht wirklich miteinander verbinden. Daher hatte ich die Idee, einen meiner besten Freunde vorrübergehend als Bassisten für die Band anzuheuern. Er war früher immer bei mir zuhause und hat ganz fasziniert auf meinem bass rumgeklimpert, bis er sich dann irgendwann mal selbst an der Musikschule angemeldet hat, um Bass zu lernen. Ich habe also diesen Freund gefragt, der überdies ein ziemlicher Metallica-Fan war, ob er nicht bei uns spielen möchte, habe aber auch gesagt, dass dies nur so lange gelte, bis ich den Gesang mit dem Bass verbinden könnte. Er hat zugestimmt und ich habe mir gedacht, dass das eine optimale Lösung wäre, weil mein Freund ja genauso von dieser Bandpraxis profitieren könnte, wie ich es tat. Nach etwa einem Jahr war es dann so weit und ich wollte wieder den Basspart übernehmen, ich fühlte mich überdies als reiner Sänger vorn am Mikro, ohne eine Instrument in der Hand nicht, nicht besonders wohl. Ich wies ihn darauf hin, dass es jetzt so weit sei, aber er wollte das natürlich nicht mehr akzeptieren. Ich wusste nur, dass ich auf jeden Fall nicht weiterhin der reine Sänger bleiben könnte, eben weil ich mir mit nur einem Mikro vor dem Mund immer sehr blöd vorkam. Weil ich aber nicht als Tyrann entscheiden wollte, machte ich den Vorschlag, die Band zu befragen, wer bleiben sollte, wer also für die Band rein technisch am wichtigsten sei. Und sie entschied sich für mich, da ich eine doch recht außergewöhnliche Stimme habe, die sie nicht so einfach hätten ersetzen können. Damit war es natürlich um unsere langjährige Freundschaft (seit der Grundschule) geschehen. Er ist da also nie drüber hinweggekommen und hat mir verziehen, oder eingesehen, dass auch er sich damals auf diesen Deal eingelassen hat.


    Aber nochmal zu dir, Peegee: das klingt wirklich alles sehr schlimm. Ich find´s super, dass du den Glauben an die Musik nicht aufgegeben hast und weiter Freude beim Musik machen empfindest. Du bist ein wahrer Rocker :rock: :rock: :rock:
     
  13. FuckingHostile

    FuckingHostile Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.10.04   #13
    Kann leider nicht wirklich was bemerkenswertes berichten. aber das mit dem "Death Metal" ist schon ziemlich heftig. :eek:
     
  14. Phili

    Phili Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 04.10.04   #14
    Sowas kenne ich auch :rolleyes: . Haben mal in nem Jugendclub in einem etwas größeren Dorf gespielt und da waren nur Hardcore-Prolls und Nazis zu besuch. Eine Weile nachdem wir fertig waren gab es dann auch die ersten Sprüche und Rämpeleien und wir verdrückten uns mit unserem Kram gerade noch rechtzeitig, bevor es dort richtig zum Stress gekommen wäre. Eine BM-Band und eine Punk-Band waren da auch mit von der Partie :D Also die perfekte Mischung ;)
     
  15. Peegee

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    Hmm, eigentlich eher das mit der Hand. Hatte/habe ich länger was von. ;)

    @ Phili
    Durch, bzw. beim Mucken einen guten Freund zu verlieren, ist wie ich finde, so mit das Schlimmste überhaupt. Wie lange ist das denn schon her? Vielleicht kann man das ja doch irgendwie wieder einrenken. :confused:
     
  16. Phili

    Phili Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 04.10.04   #16
    Das stimmt, danach hatte ich da auch irgendwie einen Komplex. Hab immer ganz klar zu meinen Mitmusikern gesagt, dass man sich gut verstehen kann und auch gern mal einen trinken und sich natürlich auch vertrauen muss...aber Freundschaft...lieber nicht. Denn wenn dann was schief geht, tut´s doppelt weh. Ist allerdings schon ein paar Jahre her. Und gerade heute habe ich ihn in der Uni getroffen (zum ersten mal nach den Jahren). Er hat sich gerade dort angemeldet, ich bin schon im 3.Semester. Werden wir uns in Zukunft öfter über den Weg laufen. Die Freude vorhin war eher verhalten, halt so die typischen Fragen und Sprüche alà "hast dich aber ganz schön verändert" und "was machst du denn hier?". Ich glaube, da ist erstmal nichts zu machen, da war zu viel Zeit dazwischen. Heute ist er allerdings nicht mehr mit der Freundin von damals zusammen, in die ich insgeheim immer ziemlich verknallt war...hm...vielleicht geht ja da was :D
     
  17. The Hunter

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    Erstellt: 04.10.04   #17
    Bei uns hat nur mal unsern Drummer sein Hausschwein den Proberaum vollgekackt, aber danach haben wir ein hochsicherheits schloss hingemacht, damit dieses schwein nichtmehr reinkommt!

    Und das für die Band den Arsch aufreisen kenn ich auch! Und die anderen sehen das alles als selbstverständlich an! Das ist das, was dabei am meisten ankotzt!

    Da fällt mir noch was ein! Nach einem riesen saufgelage der Band, kotzte laut Schlagzeuger unser Gitarrist den ganzen Probraum voll, also über Gitarren, Möbel, etc. Und am nächsten Tag wollte der Gitarrist nicht mal mehr etwas davon wissen!

    Ps: Ich bin Gitarrist :rolleyes:
     
  18. Comrade

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    Erstellt: 04.10.04   #18
    Wie jetz?Wieso hat der ein Schwein im Haus? :confused:
     
  19. Peegee

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    Erstellt: 04.10.04   #19
    @ Phili
    Das mit dem doppelt wehtun kann ich nur bestätigen. Habe das ja auch kurz erwähnt (10 Jahre Band usw). Mit meiner neuen Band gibt es da eigentlich kaum Berührungspunkte und wir haben uns außerhalb der Musik nicht so wirklich viel zu erzählen. Erstaunlicherweise finde ich das sehr entspannend und man schafft auch viel mehr, da nicht so viel Gelaber und vor allem nicht so viel falsche Rücksichtnahme.

    Zu deinem Freund. Lass dir diese Chance nicht entgehen. Mach den ersten Schritt. Lade ihn auf ein Bier, oder sonstwas ein. Gehe ihm entgegen. Ich habe mich gerade erst vor drei Wochen mit einem alten Freund ausgesöhnt, mit dem ich fünf Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Das war schlichtweg ergreifend.
     
  20. The Hunter

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    Erstellt: 04.10.04   #20
    jo, so n kleine niedliches Hausschwein!
    Das hab ich zum essen gern :D

    Edit: Hab n Bild von ihm gefunden Jo, das ist es!