Mikrofon für kleine Gesangsgruppen (2-3 Pers.) Bühne->PA

schamass
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Hallo lieber Schwarm!
Bei unseren Faschingsveranstaltungen haben wir immer eine Gesangsgruppe (ca. 8 Leute), die jeweils zu zweit (evtl. auch mal zu dritt) in ein Mikrofon singen.
Das sind alles Leute, die sonst das Jahr über kein Mikrofon benutzen und daher auch nur wenig darauf achten, wie sie in das Mikro hineinsingen, bzw. welchen Abstand sie dazu haben, usw... (ihr kennt das vielleicht).
Aktuell nutzen wir irgendwelche alten dynamische Mikrofone (so weit ich weiß mit Nieren-Charakteristik), die aber nur so semi-gut abnehmen und ziemlich dumpf klingen.

Daher suche ich ein "Wunder-Mikrofon" (oder eine Art der Mikrofonierung), das solche Fehler am ehesten verzeiht, so preiswert wie möglich ist, und dabei noch so unempfindlich wie möglich gegen Rückkoppelungen ist.

Die Bühne is wenigstens mal 10x4m (eher mehr, wird dabei aber nicht komplett ausgenutzt), die Akteure stehen hinter den Haupt-Lautsprechern, es gibt auf der Bühne zwei Frontmonitore und zwei Sidefills.
Als zusätzliches Instrumentarium spielt noch ein E-Piano und ein Cajon, oder es werden seit neuestem auch mal fertige Backing tracks eingespielt.

Ich hoffe, ich habe die Situation ausreichend beschrieben, damit man sich ein Bild machen kann, um sinnvolle Ratschläge zu geben.
Auf jeden Fall schonmal vielen Dank für euren Input!
 
Kannst du deine Preisvorstellung in konkreten Zahlen ausdrücken?

Kleiner Hint, das gängige Feld-Wald-und-Wiesen-Gesangsmikrofon, das Shure SM58, kostet um die hundert EUR. Daher liegt auch eine Reihe von Konkurrenzprodukten namhafter Firmen ungefähr bei diesem Preispunkt, bei dem man ordentliche und auch langlebige Mikrofone kriegt.

Wenn es um das letzte Quäntchen Rückkopplungsfestigkeit geht, greift man oft zu den "engeren" Richtcharakteristiken Super- oder Hyperniere. Der Preis dafür ist, daß man so ein eng richtendes Mikrofon diszipliniert handhaben muss, also an die richtige Stelle halten und in die richtige Richtung zeigen lassen. Da du das ausschließt, fallen diese Kandidaten aus meiner Sicht raus, es bleiben also do "normalen" Vertreter mit Nierencharakteristik.

Ebenso fallen für mich mit dem Wort "preiswert" alle Kondensatormikrofone raus, es bleiben also die dynamische Bauart.

Dann würde ich Insbesondere im Umgang mit Amateuren, grundsätzlich nur Mikrofone OHNE Schalter kaufen.

Wenn ich also bei einem großen Musikhaus auf der Website Gesangsmikrofone auflisten lasse, dynamisch, 80-120 EUR, ohne Schalter.. dann werden mir angezeigt:
  • Shure SM58 LC
  • Sennheiser E835
  • beyerdynamic TG V50
  • Rode M1
  • Yamaha YDM505
Bei den ersten beiden kann man meiner Meinung nach nichts falsch machen, die halte ich für empfehlenswert.
Zu den anderen drei habe ich keine Erfahrungswerte.

Ach ja, kleine Nebenbemerkung. Ich hatte mal eine Band, in der die Sängerin ihr über die Jahre dumpf gewordenes Mikrofon durch ein neues ersetzen wollte. Ich habe ihr dann mal einen neuen Schaumstoff
in den Korb gelegt - einen neuen, der nicht mit Lippenstiftreste aus drölfzig Jahren zugekleistert ist.
..und schon war es nicht mehr dumpf.
 
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die jeweils zu zweit (evtl. auch mal zu dritt) in ein Mikrofon singen.
Hi @schamass

Wenn man sich ein Mikrofon "teilt" und gleichzeitig singt (das entnehme ich Deinem Beitrag), dann handelt man sich ein Problem ein, das @nichtrauscher schon implizit angesprochen hat. Die genannten Mikrofone haben alle eine "Richtcharakteristik" und sind dafür gebaut, Schall von vorne aufzunehmen und seitlich zu bedämpfen. Hyperniere weit mehr als die "normale" Niere. Aber auch bei einer normalen Niere sollten die Sänger nicht zu weit seitlich stehen, weil sonst die Dämpfung einsetzt.

Ich glaube, wenn es das Budget, das oben schon skizziert wurde, erlaubt, dann würde ich eher mehr Mikrofone hinstellen, als nur ein einziges. Klar gibt es Lösungen mit einem Mikrofon, das dann eher "rund" aufnimmt oder eine sehr breite Nierencharakteristik hat, aber das kann dann auch schnell zu Rückkoppelungen führen. Also im Zweifel lieber 3xSM58 (und natürlich einen entsprechenden Mischer) als eines in der Mitte und wenn zwei singen hört man wenig.
 
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Schonmal danke für eure ersten Ratschläge.
Preislich würde ich mal so um die 500-600€ als Obergrenze für die Gesamtlösung ansiedeln...

Würde sowas eigentlich auch mit Kleinmenbranmikrofonen funktionieren (z.B. AKG C100s oder Rode M3)?
Könnte man evtl. auch mit X/Y-Mikrofonierung für jeweils zwei Sängergruppen ans Ziel kommen?
Oder sind diese Mikrofone / Mikrofonierungstechnik nur zum Aufnehmen (ohne Verstärkung in eine PA) geeigent?

Ich meine, es ist auf der Bühne nicht ohrenbetäubend laut, die Rückwand und Bühnenseiten sind bis knapp unter die Decke mit Molton abgehängt (Es handelt sich ansonsten um eine Turnhalle).
Generell haben wir auch nicht mit Rückkoppelungen zu kämpfen - ob ich jetzt (als Sitzungspräsident & Moderator) mit meinem Headset, oder auch mit einem Handmikro auf der Bühne herumturne und spreche, schreie, singe... da pfeift bis jetzt nix.
Auch bei den Sängern ist weitestgehend alles ruhig geblieben, allerdings sind wir dort schon eher am Limit, was das "aufdrehen" angeht... dort besteht halt am ehesten die Gefahr, dass es pfeift, weil die Sänger eben größtenteils undiszipliniert sind,
und im Bedarfsfall vielleicht etwas nachgeregelt werden muss.
 
Eine Standard-Empfehlung für solche Anwendungen ist hier das
Es gibt einige Kollegen, die darauf als Universallösung schwören. Siehe z.B. hier:
https://www.musiker-board.de/threads/review-audio-technica-at2010.743821/
Ich selbst kann leider keine eigenen Erfahrungen beisteuern. Die Richtcharakteristik sieht aber im Datenblatt ganz ordentlich in Sachen Gleichmäßigkeit aus, was von den technischen Daten her mit entscheidend für deine Anwendung sein sollte.
 
Diese "dicken" Kleinmembrankondensator-Mikros (ich hatte mal in den 90er ein Pärchen AKG C1000s) sind mir als "ok" in Erinnerung geblieben. Man könnte damit sicher arbeiten, wenns schon da wäre. Aber es ist nicht das, was ich für diesen Zweck eigens anschaffen würde.

Ich hatte bei meinen C1000s seinerzeit als Drum-OHs eingesetzt, das dringende Bedürfnis, diese in Spinnen aufzuhängen, da Trittgeräusche doch deutlich durchkamen. Von daher, an die interne Kapselaufhängung als schuldigen denkend, frage ich mich, ob man dann bei nervös fummelnden Sängern dann doch deutlich mehr Griffgeräusche im Signal hat als mit einem normalen dynamischen Gesangsmikrofon. (Oder sind die Mikros auf Stativen?)

Zu XY-Stereomikrofonie:
In der Kunst ist ja alles erlaubt, und am Ende hat der Recht, der einen guten Sound erzielt.
Aus Ingenieurs-Sicht wäre XY allerdings für Livekonzerte, an Sängern, nicht mein erster Ansatz, den ich aus der Methodenkiste krame.
Erstens, weil XY jeweils zwei Mikrofone an einer Stelle benötigt, wo sonst nur eines stünde. Bei gegebenen begrenztem Budget und daraus resultierender verknappter Mikrofonanzahl (ich betrachte mal alles, wo weniger Mikros als Sänger vorhanden sind, als knapp, wenn es nicht gerade ein Mords-Chor ist) habe ich also weniger Mikrofonstandorte, damit durchschnittlich größeren Abstand Sänger-Mikrofon -> das Mischverhältnis Bühnenlärm:Gesang wird schlechter.
Auf der anderen Seite gewinne ich eine Stereoabbildung, die ich Live aber für kaum was brauchen kann. Das ist jetzt natürlich eine Grundlagendiskussion. Aber, gehen wir da mal rein - ich bin der Ansicht, daß der Anteil des Publikums, der so zentral steht, daß er beide PA-Seiten ausreichend gleichmäßig hört- Also so, daß er von einer Stereowiedergabe überhaupt einen erhöhten Genuss haben KÖNNTE, das dieser Anteil an Menschen im Saal also so gering ist, daß ich dafür nicht in Kauf nehme, dem anderen, überwiegenden Anteil des Publikums (an den Seiten, in den front-fills stehend) per Panning die Balance des Mixes zu zerstören. Auch der Kompromiss, dann halt nur sanft zu pannen, ist faul - denn dann bleiben immer noch einige dB an Verwerfung an den Seiten, und dafür ist in der Mitte das Stereobild weder spektakulär, eigentlich nicht mal mehr mau.

Überhaupt würde ich empfehlen, wenn euch das möglich ist, eure Performance mal direkt Multitracking-mäßig aufnehmen, und anhören, was bei der aktuellen Abnahme mit Mikrofonen an euren, ich nenne es mal "undisziplinierten" Positionen, überhaupt an den Mikros ankommt. Dabei nicht darauf zu achten, wie die Mikros selber klingen, sondern ob das, was da ankommt, überhaupt brauchbar ist.
Ob das Verhältnis Gesang-vs-Rest passt.
 
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