Milliardäre basteln sich ihre Schweiz zurecht

von Johannes Hofmann, 24.05.08.

  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 24.05.08   #1
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,554607,00.html

    Was geschieht mit bevölkerungsreichen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien), diezudem Ziel eines starken Einwanderungsstromes sind, wenn an ihren Ecken und Enden (Schweiz, aber auch Österreich, Luxemburg, demnächst Slowenien...) kleine bevölkerungsarme Staaten ihre Steuerpolitik so gestalten, dass alle Geldströme dort hin fließen und sich für die, die in den bevölkerungsreichen Staaten verbleiben und dort arbeiten müssen, Steuern und Abgben in immer schwindelerregendere Höhen schrauben?

    Welche Maßnahmen wären geeignet, diesem Trend entgegen zu steuern?
     
  2. bimbimfranzi.xx

    bimbimfranzi.xx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #2
    klingt toll :rolleyes:

    gut dass ich in Zürich studieren möchte (wollte) :(
     
  3. Fe7zn

    Fe7zn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #3
  4. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 24.05.08   #4
    Ist es nicht im Grunde eine negative Auswirkung einer einfachen Konkurrenz-Situation? Freier Markt halt. Die kleineren Länder wie Österreich, Schweiz, Luxemburg haben nur in begrenztem Masse die Möglichkeit, Industrie aufzubauen (keine Autoindustrie etc.), keinen direkten Zugang zum Meer. Auch Land ist nur in begrenztem Masse vorhanden. Österreich und Schweiz bestehen ja zu einem grossen Teil aus unbewohnbarem und auch so gut wie unkultivierbarem Land, den Alpen. Damit sind diese Länder für Produktion, auch landwirtschaftliche, ungeeignet und müssen sich, um im weltweiten Wettbewerb - auch im Sinne von Buhlen um steuerbare Einkommen - zu bestehen, was anderes suchen. Das heisst jetzt nicht, dass diese Länder gar keine Industrie hätten, aber eben im Verhältnis zu z.B. Deutschland oder Frankreich deutlich weniger.

    Da bleibt für die Kleinen eigentlich nur der Dienstleistungssektor. Tourismus, Banken, Versicherungen etc. So haben sich die kleineren Länder halt dort fit gemacht, wo sie auch konkurrenzfähig sind. Und damit entstand fast automatisch, aber eben nicht unmerklich, ein Geldstrom, der von daher, wo Mehrwert konkurrenzfähig produziert wird (Industrieländer) dahin fliesst, wo der Reichtum kunkurrenzfähig verwahrt und verwaltet und wird (auch "inzestuös" vermehrt, wenn man den Finanzmarkt mitzählt).

    Und dann braucht man sich auch nicht lange zu fragen, wo jetzt wohl die Korrupten und die faulen Schmarotzer zu finden sein könnten, am Anfang oder am Ende jenes Geldstromes...

    Gruss, Ben

    Edit: Damit meine ich nicht, dass alle Schweizer, Österreicher, Luxemburger etc. etwa faul oder korrupt wären, nur dass solche Elemente in vermehrtem Masse von "Goldrausch" angezogen werden.
     
  5. Crestfallen

    Crestfallen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #5
    hm, also ich glaube einige hier wären richtig froh, wenn österreich tatsächlich ein steuerparadies werden sollte. ist es aber nicht.
     
  6. Limerick

    Limerick helpful and moderate Moderator HFU

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    Erstellt: 28.05.08   #6
    Grüss euch!

    Ich als Schweizer Bürger der eher gesunden Mittelschicht würde mal sagen, dass der Artikel mächtig hinkt. Die Realität wird meiner Meinung nach hinter Statistiken verborgen, die hauptsächlich für Zürich repräsantiv sind. Und dann wird Familie S., welche den Kehricht eine Woche auf den Balkon stellt in den SUV-Lebensstandard der Stadt Zürich miteinbezogen. Klar, es soll nicht vertuscht werden, dass es auch in Zürich weniger wohlhabende Familien gibt, die sich die Hochpreisinsel Zürich nur bedingt leisten können (darunter fällt auch die Jugend). Trotzdem sind es meiner Meinung nach nicht die Millionäre, die Zürich (und ich sage bewusst Zürich, weil es in weit verbreiteten Teilen der Schweiz nicht so ist) "verunstalten" sondern die gesamte Schweizer Preispolitik. Und nach der richten sich eben Millionäre, weil sich die das am ehesten leisten können.


    Alles Liebe,

    Limerick
     
  7. Samuel_Groth

    Samuel_Groth Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 28.05.08   #7
    Vielleicht Steuern senken....und trotzdem am Ende mehr/genauso viel in der Staatskasse haben. Wie das funktionieren soll? ----> http://de.wikipedia.org/wiki/Laffer-Kurve

    Das ist die Laffer Kurve, die beschreibt, dass man das man mit einem niedrigeren Steuersatz eventuell höhere Steuereinnahmen erreichen kann, da der Konsum (auch der "Konsum" von Arbeit:D) angeregt wird. Das Problem ist, dass niemand weiss wo man sich mit der derzeitigen Steuererhebung gerade auf der Kurve befindet, daher könnte eine Steuersenkung auch dazu führen, dass weniger Steuern eingenommen werden.

    Sowieso ziemlich schwammig diese Theorie, aber man könnte es ja einfach mal versuchen.:D
     
  8. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 28.05.08   #8
    Stattdessen plant die SPD eine "Reichensteuer" -> SPD will Reichensteuer schon ab 125.000 Euro

    Und senkt deren Bemessungsgrenze gleich in die Mittelschicht - wohl weil sie weiß, dass "Reiche" eh keine Steuern in Deutschland bezahlen.