Mixing vs. Producing: Wie schaltet ihr den Perfektionismus beim Arrangieren aus?

A

andrewshepherd

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
13.04.26
Registriert
07.07.09
Beiträge
32
Ort
Solingen
Hey zusammen,

die Frage richtet sich vielleicht eher an Producer als Menschen die ausschließlich mischen:
wenn ich an neuen musikalischen Ideen/Songs arbeite (bei mir passiert Komponieren, Arrangieren und Produzieren meistens gleichzeitig) neige ich dazu, schon sehr früh an EQs, Kompressoren und Effekten zu schrauben, sobald ich einen neuen Synth, Gitarre oder ein Sample etc. hinzugefügt habe.
Ich habe das Gefühl, dass ich die ‚Bestätigung‘ brauche, dass der Sound schon perfekt klingt oder sich gut in den Rest einfügt, bevor ich mit dem Arrangement weitermachen kann. Das killt allerdings oft meinen kreativen Flow und verwandelt eine Songwriting-Session viel zu schnell in eine Mixing-Session.
Wie entwickelt ihr das Vertrauen darauf, dass ein noch roher Sound später im Mix funktionieren wird? Wie schafft ihr es, das ‚kreative Gehirn‘ vom ‚analytischen Gehirn‘ zu trennen?
Genre ist Richtung Synth Indie Dream Pop

Ich bin sehr gespannt auf eure Ansichten und Ansätze!
 

Zwar bin ich kein Producer, sondern nur Hobbykomponist:
… neige ich dazu, schon sehr früh an EQs, Kompressoren und Effekten zu schrauben, sobald ich einen neuen Synth, Gitarre oder ein Sample etc. hinzugefügt habe.
Ich habe das Gefühl, dass ich die ‚Bestätigung‘ brauche, dass der Sound schon perfekt klingt oder sich gut in den Rest einfügt, bevor ich mit dem Arrangement weitermachen kann. …
Das finde ich tendenziell nicht falsch, solange man es damit nicht übertreibt, d.h. den gesamten Workflow diesem Thema unterwirft.

Der umgekehrte Weg - also das Verlagern jedweder „technischen“ Arbeit am Sound auf das Mixing und Mastering, ist m.E. kein besserer, weil der Sound ja bereits beim Arrangieren und Einspielen eine wesentliche Rolle spielt. Ich habe genau das eine Weile falsch gemacht und gehe gerade mehr in die Richtung, dass ich bereits beim Einspielen jedes einzelne Instrument kritisch prüfe und ggf. im Klang bearbeite. Damit verringern sich letztlich Überraschungen, die sich andernfalls auftun, wenn man erst im Mixing und Mastering wesentlich am Sound feilt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
1. Wenn's nur ums Komponieren geht, nehme ich gerne für alle Tracks ein Plugin, dass alle Sounds gut geordnet hat, aber nicht unbedingt in Endqualität. Bei mir ist es xpand2. Ich weiss, dass ich die Sounds z.T. später ersetze, komme also nicht in Versuchung, daran rumzutüfteln.

2. Producing ist Sounddesign, so wurde es m.W. immer schon gemacht: Es ist eine falsche Vorstellung, dass der Producer zuerst die nackten Sounds auswählt und erst wenn alles fertig ist, beim Mixing versucht, die Sounds zu ändern. Warum ist diese Vorstellung falsch?: in Rec. Studios wählt der Producer bereits Instrument, Amp, Mic (+Position), Preamp, Recording EQ-Einstellungen & ev. Kompressor, Tapesättigung, Raumakustik,... aus.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer

Ich bin sehr gespannt auf eure Ansichten und Ansätze!
Meine Tips für die Songwriting-Phase:

1. ein/zwei Templates zu bauen, mit allen Instrumenten/Plugins, die du für dein Genre idR benötigst. Dabei schon auf's Gainstaging achten (deshalb das VU-Meter im Bild unten) und alles ordentlich beschriften.
2. Pluginfenster wärend dieser Phase minimieren, das hält von Soundbasteleien ab.
3. Standardworkflow entwickeln (zB. 1. Akkordfolge, 2. Bass, 3. Synthpads, 4. Melodie, 5. Vox), der muss aber natürlich nicht immer korrekt eingehalten werden.
4. Zeitrahmen für jede Phase setzen (zB.: 1. Songwriting: 3h, 2. Soundediting/Mixing: 2h, eine Woche später Final Mix, noch eine Woche danach Mastering)

So sieht mein Template für EDM/Housemusic aus. Für andere Genres hab' ich andere Templates. Du siehst oben eine Spur für einen Referenztrack, falls ich einen Song nachbauen will lade ich ihn dort rein. Dann noch eine SC-Triggerspur mit der ich einen Kompressor im Bass Bus ansteuere, dann alles weitere mit dem ich meist beginne. Ich lade dieses undTemplate und als erstes danach bekommt das Projekt einen Namen und eigenen Ordner.

1775637283829.webp


Hier noch ein Video (auf englisch) zu dem Thema:


View: https://youtu.be/41cFFgx4Bas?si=2wzBUtpccO8aSZ9A

:hat:
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
Wie schafft ihr es, das ‚kreative Gehirn‘ vom ‚analytischen Gehirn‘ zu trennen?
Das geht bei mir relativ leicht.
Alles, was Komposition/Arrangement angeht, ist im Kopf schon fertig, bevor ich zum ersten mal zum Computer gehe, um daran zu arbeiten. Also Dinge wie: Tempo, Rhythmus, Groove,
Instrumentierung (der einzelnen Songteile), Gegenstimmen, ... Während des Einspielens kommen dann keine "kreativen Fragen" mehr auf, zumindest keine schwerwiegenden.

Den "richtigen" Streicher-Sound, das gut passende E-Piano oder das "richtige" Drumset zu finden passiert erst dann, wenn alles fertig eingespielt ist.
Natürlich gibt es dauernd kleine Details, die in die eine oder andere Richtung angepaßt werden müssen, bei denen sich die Bereiche "Kreativität" und "Technische Optimierung" überschneiden.
Aber die sind sehr überschaubar.

Ich muß aber auch erwähnen, daß ich in einer Art Musik zu Hause bin, bei der der soundtechnische Aspekt nicht so eine große Rolle spielt.

Thomas
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich finde es extrem hilfreich, wenn man das Kreative komplett vom Producing trennt.
Alles andere stört eher.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
… Den "richtigen" Streicher-Sound, das gut passende E-Piano oder das "richtige" Drumset zu finden passiert erst dann, wenn alles fertig eingespielt ist. …
Erstaunlich - das würde für mich nicht funktionieren. Ich überlege mir direkt zu Beginn des Einspielens sehr genau, und wähle sorgfältig aus, welches Piano, welche Streicher usw. zu verwenden sind. Anders ginge es für mich gar nicht, denn jedes Detail des Stückes hängt (bei mir) von dieser Instrumentierung doch erheblich ab.

Das geht für mich bis in die kleinsten Details: Nicht nur macht es einen gravierenden Unterschied, ob ich eine volle Besetzung von z.B. 16 Violinen verwende oder nur „Chamber sized“ 8 Violinen. Sondern auch bei den 16 Violinen ist (für mich) vorab zu entscheiden, aus welcher orchestralen Library ich die nehme. Die Unterschiede sind doch enorm, in vielen Nuancen und Details, in der Dynamik, Raumklang und vielem mehr. 16 Violinen aus dem BBC Orchestra klingen doch deutlich anders als 16 Violinen aus den Pacific Ensemble Strings, oder aus dem Spitfire Symphony Orchestra, und so weiter…

Nicht anders ist es für mich mit anderen Instrumenten wie dem Piano, oder auch mit modernen Instrumenten wie Gitarre oder Drums. Auch die müssen vorab „passen“.

Anschaulich merke ich das, wenn ich ältere Werke neu vertone oder auch nur im fertigen Werk ein einzelnes Instrument auswechsle: Fast immer muss ich diese Spur dann massiv anpassen oder sogar neu einspielen. Denn z.B. Piano B klingt eben ganz anders als Piano A.

Insofern: Interessant, wie fundamental anders das andere machen. 🙂
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
Es gab da mal einen berühmten Komponisten, der hat angeblich sogar taub noch erstklassig komponiert und die Noten für´s große Orchester dazu geschrieben - also alles im Kopf...

(Da ich ähnliche "Probleme" habe):
Von dem alterwürdigen Typ schauen wir uns mal was ab und versuchen "nur die Musik" zu entwickeln, ganz ohne jegliches Sound-Auswahl-und-Design-Problem.

Heisst für mich: Nen simplen Pianosound auf die Tastatur laden und alles, also jede Stimme damit einspielen.
(Denn ganz taub schaffe ich das sicher nicht...) ;-)
Dann erst in der DAW die unterschiedlichen Sounds und Instrumente wählen.

Ergibt natürlich bei weiten nicht dasselbe, als mit entsprechenden "optimal" klingenden Instrumenten direkt bei der Aufnahme, aber nen Versuch ist es (mit) mal wert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Die Unterschiede sind doch enorm, in vielen Nuancen und Details, in der Dynamik, Raumklang und vielem mehr.
Na klar sind sie das.
Aber das muß mich ja im Moment des Einspielens, oder gar im Moment des Arrangierens im Kopf noch nicht kümmern oder gar stören.

Thomas
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Ersteller
  • #10
Danke schonmal für euren Input! Echt interessant, dass es so unterschiedliche approaches gibt.

Um meine Situation aber nochmal detaillierter zu veranschaulichen:
angenommen ihr addiert nach und nach Instrumente/Sounds und nehmt ein weiteres element hinzu , das euch gefällt und zum vibe/zur Soundästhetik des Songs passt.
Ihr merkt aber direkt " ah das kämpft vll in den mitten oder Bässen etc. mit Instrument xy".
könnt ihr das ignorieren weil ihr euch vorstellen könnt wie es später aufgeräumt nach dem mixen klingen wird und geht dieses kleine Problem erst später an (falls es kein externer engineer macht) ?

Vor allem wenn sich das während dem producen/Auswahl der Sounds und Instrumente summiert macht es ja irgendwann auch keinen Spaß mehr wenn es zu muddy oder zu dünn etc während dieser Phase klingt. Und genau dann laufe ich Gefahr schon zu früh ins mixing zu gehen und versuche so schnell wie möglich einen Close-to-radio-ready Sound zu haben der mich inspiriert weiterzumachen, was aber manchmal einer never ending story wird.

Ich Frage mich ob das alles eine Frage der Soundselektion oder des Vorstellungsvermögens ist 🤔
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • #11
… angenommen ihr addiert nach und nach Instrumente/Sounds und nehmt ein weiteres element hinzu , das euch gefällt und zum vibe/zur Soundästhetik des Songs passt.
Ihr merkt aber direkt " ah das kämpft vll in den mitten oder Bässen etc. mit Instrument xy".
könnt ihr das ignorieren weil ihr euch vorstellen könnt wie es später aufgeräumt nach dem mixen klingen wird und geht dieses kleine Problem erst später an …
Wenn das neue/weitere Instrument ein Problem verursacht, dann ist es (für mich) wahrscheinlich das falsche Instrument - und ich nehme direkt ein anderes. Es sei denn, das „Problem“ ist keines, sondern nur eine marginale Auffälligkeit, die sich mit Sicherheit auch später leicht und zuverlässig korrigieren lässt.

Wenn z.B. ein Bass zu „fett“ ist und damit andere Instrumente konterkariert, dann reagiert man hierauf doch unweigerlich direkt beim Einspielen, z.B. indem man den Bass leise(-r) einspielt. Das kann funktionieren, besser aber dürfte es sein, man nimmt direkt einen weniger aufdringlichen Bass - und spielt den dann ordentlich ein.

So oder so kann es natürlich erforderlich sein, die Instrumente während des Einspielens von Zeit zu Zeit „nachzujustieren“. Z.B. kann ein einzelner Synthi-Sound wunderbar funktionieren. Im gesamten Arrangement wird er dann aber ggf. zu dominant und muss dann z.B. mit einem EQ oder durch verringerte Stereobreite reduziert werden. Ein anderes Beispiel ist das klassische Orchester: Je mehr Instrumente man einspielt, umso mehr muss man justieren, damit das Gesamtergebnis nicht zu „fett“ wird. Oder der bislang präsente Chor wird auf einmal von den hellen Violinen überlagert - und muss deshalb akustisch nachjustiert werden.

Alles in allem kommt man deshalb, meiner Meinung nach, um solche technischen Aktivitäten nicht herum, wenn man optimal nuanciert einspielen möchte. 🙂
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • #12
für mich gibts da keine klare Trennung mehr, das fliesst alles ineinander.

Das Hauptproblem das ich dabei sehe ist, wenn man zulange bestimmte Punkte ignorieriert (zb zuviel Bass oder Muddy), gewöhnt man sich daran und dann wirds noch schwerer was dagegen zu tun weil der Vibe des Songs und alles andere entwickelt sich ja dabei und runherum.

Vielleicht hab ich auch leicht reden, wenn ich eine neue Song Idee habe, starte ich mit einem Template wo ich schon VSTI Drums und VSTI Bass drin habe, die schon fett klingen, ich hab meine ganzen FX Sends.Kanäle zur Hand die ich einfach ansteuern kann, und ich hab auch meine Handvoll Kemper Profile die ich für die Gitarren verwenden kann wo ich weiss, die funktionieren, insofern ist die Basis für so eine neuen Songkonstrukt schon recht gut, trotzdem heisst es nicht das man sich darauf immer versteifen muß und nicht die Sounds nicht ändert, mache ich dann schon im Prozess zwischendurch oft, wenn die Kickdrum zu sehr hämmert oder die Snare einfach den falschen Vibe hat, dann tausche ich diese auf der Stelle aus und warte nicht zu.

ich nehme auch lieber mehr auf und lasse der Kreativität freien lauf, und schalte dann anschliessend nichtbenötigte Stumm oder lösche sie wenn ich sehe das es nicht funktioniert oder was anderes besser ist, aber die Sachen die ich aufnehme, da spricht für mich nichts dagegen das ich gleich den Sound verwende, der im Final sein soll, oder ich gleich entsprechend den EQ setze, was sowieso nur Augenblicke braucht. am besten funktioniert das für mich auch auch an getrennten Tagen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
  • #13
angenommen ihr addiert nach und nach Instrumente/Sounds und nehmt ein weiteres element hinzu , das euch gefällt und zum vibe/zur Soundästhetik des Songs passt.
Ihr merkt aber direkt " ah das kämpft vll in den mitten oder Bässen etc. mit Instrument xy".
könnt ihr das ignorieren weil ihr euch vorstellen könnt wie es später aufgeräumt nach dem mixen klingen wird und geht dieses kleine Problem erst später an
Gleich korrigieren ist schon der richtige Weg, aber halt nicht zu viel Zeit verschwenden mit Details. Der Mittelweg zu finden ist wohl die Kunst. Wie exoslime schreibt, besteht sonst die Gefahr, dass man sich an den schlechten Sound gewöhnt.

Mich inspirieren auch die Sounds zu neuen Ideen. Gewisse Dinge funktionieren auch nur mit ganz bestimmten Sounds. Der semi open Hat muss z.B. genau eine bestimmte Länge und Klangfarbe haben, damit es goovt, so ein Groove lässt sich nicht trennen in Komposition und Sounddesign/Mixing. Der Groove inspiriert dann wieder zu einer etwas anderen Bassline...
Ist halt ein bisschen wie wenn man mit anderen Musikern spielt, da fängt auch einer an und der andere hat eine Idee dazu und man sitzt meist nicht am Notenblatt und schreibt sich zuerst alle Noten auf...


Es gab da mal einen berühmten Komponisten, der hat angeblich sogar taub noch erstklassig komponiert und die Noten für´s große Orchester dazu geschrieben - also alles im Kopf...
ich hab davon gehört, das war ein krasser Opa mit absolut korrektem Sound.

Vielleicht hab ich auch leicht reden, wenn ich eine neue Song Idee habe, starte ich mit einem Template wo ich schon VSTI Drums und VSTI Bass drin habe, die schon fett klingen,
Ja Du kannst gut reden, ich habe mehrere 10'000 Snaresounds, die gut klingen und die ich gerne layere. Dafür habe ich aber eine Liste erstellt, damit ich ungefähr weiss, was ich wo finde.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
  • #14
ja ohne Listen geht einfach nix
 
  • #15
Ich sehe das so ähnlich. Ich glaube, das ist sehr abhängig von Musikstil und Zielgruppe.

Bei sozusagen band-ähnlichen handgespielten Songs fand das Kreative ja oft bei Proben, also schon vor der Aufnahme oder Produktion statt. Da war der Song und das "Feeling" erstmal wichtiger, als der Klang. Und die finale Form muss dann in ggf. mehreren Durchläufen von Aufnahme, Mixing, Änderungen herausgearbeitet werden.

Bei elektronischer Musik ist das wieder ganz anders.

Ich konnte mich für das was ich möchte erst sozusagen "auf die Spur setzen", nachdem ich mich immer weiter beschränkt hatte: Welche Musikrichtung? Aus welcher Zeitspanne? Welche Referenz-Aufnahmen (und auch die immer weiter reduziert bis klar wurde, dass es mehr oder weniger genau dieser Sound sein soll)? Und dann einfach hören und selber machen und vergleichen.

Das ist natürlich alles abhängig von individuellen Vorlieben. Für mich zum Beispiel:
Wie klingt der Bass da und bei mir? Wie ist das Verhältnis von Instrument A zu Instrument X? Wie wurde diese Spur vermutlich aufgenommen und kann ich das selbst auch so versuchen? Ist das ein synthetischer Klang oder ein reales Schallsignal? Und so weiter ...

Als hoffentlich mehr oder weniger universelle Tipps fallen mir nur ein:
1) Ein Mix ist eine Illusion. Die einzelnen Spuren klingen für sich zum Teil richtig schronzig, aber ergänzen sich gegenseitig so, dass sie gut klingen. Das ist mir bei Intros von manchen Songs aufgefallen, die mir ziemlich "flach" erschienen und wenn dann die anderen Spuren dazu kamen ging auf einmal die große Bühne auf. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
2) Und wichtig ist, was den Song eigentlich ausmachen soll. Es gibt Songs, die vom Beat von Schlagzeug und Bass leben. Andere brauchen die volle Gitarrenwand. Oder ist es ein Gesangsstück und alles Andere eher "nur" Begleitung? Zum Beispiel müsste ein super-präsentes Drumsignal (also eine richtig tolle Schlagzeugaufnahme) möglicherweise sehr leise, wahrscheinlich zu leise in den Mix, falls der Gesang nicht so präsent wäre. Bei leiseren Drums könnte dann der Bass nicht so laut, sonst stimmt das Verhältnis nicht, und und und ... beeinflusst sich alles gegenseitig. Der perfekte Klang für eine einzelne Spur funktionierte bei mir im Kontext eines gesamten Mixes jedenfalls sosehr nicht, dass ich das gar nicht mehr versuche.

Ansonsten vielleicht den ersten Ansatz nur als Skizze verstehen? Also das ganze Ding erstmal aufnehmen, dann den Sound so hindrehen, wie er werden soll. Und das dann als "Fahrplan" dafür nehmen, Alles nochmal aufzunehmen, aber dann spurweise bereits mit dem "richtigen" Sound?

:stars:

Nachtrag:
am besten funktioniert das für mich auch auch an getrennten Tagen.
3) Danke! Genau, Pausen! Die Ohren gewöhnen sich an Allem. Also wiederholtes Vergleichshören. Und auch andersherum: manchmal klingt, was vorher noch unzufriedenstellend war, einige Wochen oder Monate später irgendwie gar nicht mal schlecht.

Nachtrag 2:
Wie schafft ihr es, das ‚kreative Gehirn‘ vom ‚analytischen Gehirn‘ zu trennen?
Deine konkrete Frage hatte ich irgendwie überlesen. Also ich habe immer wieder hin- und hergeschaltet bis ich ein Setup gefunden hatte, auf das ich mich verlassen kann. Ganz zum Schluss ist dann klar (also analytisches Gehirn), was welches Instrument wie spielt. Alle Soundeinstellungen sind bis auf relativ geringe Spielräume abgeklärt. Bei der finalen (oder wiederholten) Aufnahme einer Spur ist dann alles soweit vorbereitet, dass ich mir das Instument nehmen und mich voll und ganz auf die Performance konzentrieren kann (also kreatives Gehirn).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • #16
Ich Frage mich ob das alles eine Frage der Soundselektion oder des Vorstellungsvermögens ist 🤔
Das ist, mMn, vor allem eine Frage dessen, welcher Aspekt der gesamten Musikmacherei einem besonders wichtig ist.
Ist es „der Sound“, oder sind es andere Dinge, die vom Sound nicht direkt beeinflußt werden ?

Thomas
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
  • #17
… Das Hauptproblem das ich dabei sehe ist, wenn man zulange bestimmte Punkte ignorieriert (zb zuviel Bass oder Muddy), gewöhnt man sich daran und dann wirds noch schwerer was dagegen zu tun weil der Vibe des Songs und alles andere entwickelt sich ja dabei und runherum. …
Das kann ich nur unterstreichen. 🙂 👍 Jedenfalls ist das Teil des Fehlers, den ich bisher gemacht habe - nämlich mich darauf zu verlassen, dass man allerlei akustische Unzulänglichkeiten im Rahmen des Mixings oder Masterings schon wird korrigieren können. Bessere Resultate habe ich, seitdem ich solche Themen schon früher im Rahmen des Einspielens angehe - womit im Mixing und Mastering bestenfalls nur noch klein(st)e Anpassungen und Optimierungen übrig bleiben (sollten).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
  • #18
Ich finde, die Soundfindung gehört zum kreativen Teil, und hat erheblichen Einfluss auf das Resultat.

Ein markanter Sound beeinflusst meine Kompositionen. Bei einem anderen Sound würden mir vermutlich andere Melodien vorschweben.

Von da her lässt sich bei meiner Vorgehensweise beim Mischen der Sound nicht einfach so ersetzen. Der Song ist auf den ersten Sound den ich ausgewählt hab zugeschnitten. (EQ, Kompressor etc ausgenommen, da gehts ja nur noch darum, den gewählten Sound im Mix einzubetten.)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
  • #19
Ein markanter Sound beeinflusst meine Kompositionen. Bei einem anderen Sound würden mir vermutlich andere Melodien vorschweben.
Das ist bei mir ganz anders.
Ich habe eine konkrete (Klang-)Vorstellung im Kopf, die ich dann möglichst umzusetzen versuche. Ein Sound, der sich nicht mit meiner Vorstellung deckt,
ändert nichts an meiner Vorstellung, oder wenn, dann nur ganz marginal.

Thomas
 
  • #20
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Zurück
Oben