Mp3, Ipod und co. machen Musik kaputt...???

von Mighty Scoop, 12.01.06.

  1. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #1
  2. AgentOrange

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    Erstellt: 12.01.06   #2
    Naja, dem ersten Absatz schon, das mit den Castings etc.

    Der Rest is irgendwie schmarrn, ich mein, muss ich mich zu 100% auf die musik konzentrieren die ich grad hör und darf sie auch nur dann hörn wenns Karma heut besonders gut is und darf ich nebenbei nix machen? meine güte . . .

    Wenn ich mir eine langweilige aktivität wie z.B. Geschirrspülen (ja, ich helfe im Haushalt) irgendwie aufpeppen will hol ich halt ne CD und schieb se in die Stereoanlage (gnädigerweise haben wir halt in fast jedem Zimmer so n Ding ) . . .
     
  3. Perfect Drug

    Perfect Drug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #3
    Was soll man dazu sagen. Ich finde der Auto r des Berichtes sagt doch schon alles. In 20 Jahren wirds die selben Leute und die selben Artikel geben und alle werden sagen das heute alles besser war. Der Mensch romantisiert (gibts das Wort?) eben seine Erinnerungen.
     
  4. zion

    zion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #4
    der autor sagt nichts darueber das ganz frueher auch nur ein kleiner Teil der Menschen sich ausfuehrlich mit musik beschaeftigt hat.

    heutzutage ist musik wesentlicher Bestandteil der Identitaetsfindung. Es stehen mitunter nicht mehr die Musik sondern die Aussage und das Image des Interpreten im Fordergrund.

    Es gibt aber nachwievor menschen die sich musik in totaler Ruhe und mit voller Konzentration anhoeren. Das sind inb der regel leute die selbst auch musik machen.
     
  5. Gnomine

    Gnomine Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 12.01.06   #5
    Ich muss sagen, ich denke, der Autor, bzw. diverse andere in dem Artikel zur Sprache kommende Leute, haben nicht ganz unrecht.

    Es geht in dem Artikel auch nicht um Menschen, die Musik machen, insofern müssen die meisten hier sich sowieso nicht unbedingt angesprochen fühlen, weil hier noch anders mit Musik umgegangen wird, als der Normalo-Popmusik-Hörer das aus reinen Konsumzwecken tut. Und in dem Bereich sind diverse "Künstler" heutzutage einfach ersetzbar. Und dass man Musik nicht bei anderen Tätigkeiten hören sollte, wird darin ja von Musikern auch nicht "gefordert", denn es geht dort imho um Menschen, die Musik durch unbegrenzte Konsummöglichkeiten weniger schätzen. Hier dürfte dem nicht so sein.

    Was allerdings die Taubheits-Angelegenheit betrifft, muss ich sagen, dass ich schon lange eine derartige Befürchtung hege. Jedesmal, wenn ich wieder mit Öffis durch die Gegend fahre, sind in dem U-Bahn-Waggon, in dem ich sitze, irgendwelche Jugendlichen, die sich ihre Musik durch diese kleinen Kopfhörer in einer Lautstärke reinpfeifen, dass ich am anderen Ende noch raten kann, was bei denen gerade läuft. Da davon auszugehen ist, dass die das nicht nur dann machen, wenn ich gezwungen bin, mich mit denen in einem Raum aufzuhalten, kann man schon darauf schließen, dass die spätestens in ein paar Jahren diverse Frequenzen nicht mehr hören können. Wobei ich aber dann auch häufiger Anflüge von Schadenfreude habe, wenn die mich mit ihrer §'**%& Musik belästigen. :evil:
     
  6. Perfect Drug

    Perfect Drug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #6
    Also da befolge ich einen sehr guten Lebensgrundsatz:
    Mir doch egal.
    Wenn sich jemand seine Ohren ruinieren möchte soll er das doch tun. Ich finde das liegt in der Eigenverantwortung eines Menschen. Ich verbiete ja auch niemanden das Skateboarden oder BMX fahren obwohl auch hier die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung recht hoch ist.
     
  7. Der Konrad

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    Erstellt: 12.01.06   #7
    Wie geil. :D
     
  8. zion

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    Erstellt: 12.01.06   #8
    naja so ganz egal sollte einem das dennoch nicht sein, in deutschland zahlt man nach wie vor gesetzlich in die Krankenkasse ein und je mehr menschen sich die Ohren kaputt machen desto mehr werden die Krankenkassen ausgeben um die Kosten dafuer zu tragen. Auf wen faellt das zurueck? natuerlich auf all diejenigen die in die Krankenkasse einzahlen.

    Und nochwas:
    Jemand der nahezu taub ist hat schlechte chancen einen Job zu finden oder seinen job zu behalten. Wenn derjenige also arbeitslos ist wer bezahlt ihn dann, richtig der Staat und wer bezahlt den Staat. Richtig der Steuerzahler, und zu denen werden die meisten von uns irgendwann auch gehoeren. MWSt. zahlen wir ja eh schon alle.
     
  9. Perfect Drug

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    Erstellt: 12.01.06   #9
    Ok das stimmt schon.
    Ich sag ja auch nicht dass sich alle ihre Ohren ruinieren sollen. Was mich aber nervt ist, dass sowieso niemand darüber nachdenkt was er sich antut. Und wenn er dann kaputte Ohren hat ist der Hersteller des MP3-Players schuld daran.
    Und dann zahl wieder ich drauf. Wieso:
    Ich hab mir eine Playstation Portable gekauft und bei dem Teil sind Kopfhörer dabei die nur bis zu einer stark begrenzten Lautstärke funzen, weil sich Sony fürchtet aufgrund von Hörschäden verklagt zu werden. Also kann ich mir wieder Kopfhörer kaufen. Scheiße ist das.
     
  10. Laevergrean

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    Erstellt: 12.01.06   #10
    Da kann ich dir nur recht geben!
    denn welcher Musiker wenn wir mal ehrlich sind hört den nun hauptsächlich HipHop und kann darin total sich laufen lassen und darin aufgehen? Also ich kann das nicht, ich brauche einen bezug zur musik. Den habe ich durch meine Instrumentalischen künste!(mehr oder weniger :) )
    Und wenn ich dann halt mal ein Stück höre wie z.b. Somewehre over the rainbow von Ismael oder mit e-gitarre und schlagzeug von Steve Vai dann kann ich mich in den anneinander gereiten Soli einfach ganz gehen lassen und dann läufts mir auch schonmal kalt über den rücken weil es halt einfach nur GEIL ist!
    und das ist das warum ich musik höre und spiele/mache!
    und nicht um einen auf fett konkreten Poser zu machen!

    mfg
     
  11. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.01.06   #11
    Pseudointellektuelles Geschwaetz mit einer reisserischen Titelzeile. O tempora, o mores..... so gerne ich Spiegel.de lese... die Kolumnen kommen oft nicht ueber Stammtischniveau hinaus.
     
  12. DaDaUrKa

    DaDaUrKa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #12
    Verrücktes Thema.:confused:

    Ich denke, und glaube auch daran, da mir das auch im Musik Unterricht beigebracht wurde, dass die Musik schon immer ein Unterhaltungsmittel war und auch sein wird.

    Im Laufe der Geschichte hat sich auch einiges getan. Wo im Baraock-Klassik die Musik noch zum Tanzen und Amüsieren "gemacht" wurde von Mozart und Co., und sich richtig Gedanken über die Musik gemacht habe, ein Wechselspiel aufgebaut haben und im Impressionismus/Expressionismus Gedanken und Bilder, Trauerspiele NUR mit Musik darzustellen,
    ist die Musik heute fast "industriealisiert". Nein sie IST industriealisiert.
    Mal abgesehen von der Industrie für Instrumente. Heute gibt es Firmen die sich über Vermarktung und allem möglichem publizistischen Kram gedanken machen, weil einfahc nur noch das Geld imn Vordergrund steht. Der Kommerz rückt in den totalen Vordergrund und die Leute lassen sich immer einfacher belustigen, weil keiner mehr sein Hirn anstrengt, die Scheuklappen vor die Augen setzt und den iPod anmacht.

    Das "FAST" alle Musiker eigentliche eine Intention in ihrer Musik haben, bzw. eine versteckte Message, geht total unter.
    Gerade die Musiker die schon länger dabei sind, und auch von Musik Leben, denken sich was dabei, bei dem Scheiß den sie dann leider an die Plattenfirmen geben müssen damit die dumme Masse sich belustigen können.
    Es kommt mir so ein bisschen wie Perlen vor die Säue geworfen.

    Das ist einfach so, weil es schon immer unterschiedliche Zuhörer bei der Musik gab.
    Mir fallen jetzt nicht alle ein, jedoch gibt es die Zuhörer, die auf einer ganz anderen Ebene die Musik erfassen als andere.
    Sowas ist natürlich nicht unbedingt leicht, jedoch ist es schade das die Musik im eigentlichen Sinne den Begriff "Kunst" verliert. :o
    Schließlich gibt es im Louvre doch auch die Leute, die sich die Mona Lisa einfach nur anschauen und sagen:"ach wie schön!". Dann gibt es den Betrachter der bemerkt, "moment, die schaut mich doch immer an...!?"
    Diese "Ach wie schön" oder auch Otto-Normalverbraucher findet man finde ich in letzter Zeit viel zu oft in den Reihen der Zuhörer der Musik.
    Schlimm finde ich soetwas nur, wenn das an der Tagesordnung steht.
    Zumindest sollte man, wenn man der Musik nicht folgen kann, ihr einen gewissen Stellenwert geben.

    Wo soll eine Jamba/Viva/iPod/MP3 Generation nur hinführen.
    Die immer mehr anspruchslose Kunst der Musik is total am Kaputt gehen.

    Man beachte die Entwicklung der Musik:

    Von den Sinfonien von Beethoven zu Schnii Schnaa Schnappi....Was soll der Scheiß??
     
  13. Perfect Drug

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    Erstellt: 12.01.06   #13
    oder zu A perfect Circle und Tool und Nine Inch Nails und Bright Eyes und Jamie Cullum und wie sie alle heißen. Man muss nur suchen (und das nicht mal all zu lange) und schon findet man ausgezeichnete Musiker. Die auch noch Künstler sind. Vielleicht keine Beethovens aber mindestens Mozarts...:D
     
  14. Laevergrean

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    Erstellt: 12.01.06   #14
    Ja wie war das mit dem Axel F. song? erst war er wirklich ein schöner song mit nen guten keyboard part und dann kommt der frosch erst als klingelton und dann sogar als CD und alle kleinen kiddies und sogar mein bruder (20) wollte diesen scheiß song haben!
    ich weigere mich ihm nochmals was runterzuladen! (natürlich auf Musicload.de wir sind doch nicht illegal! :D )
     
  15. DaDaUrKa

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    Erstellt: 12.01.06   #15
    Das is doch gut. Die Musik hat sich eben etwas verändert.

    Aber bei denen Musiker hat sich in Ihrer Auffassung zur Musik SEHR WENIG geändert in Gegensatz zu ihren älteren Vorväter.

    Aber das dann ein saudummer Zlatko kommt und in nem Container ein Lied sau schlecht runterjault und dann auch noch Geld dafür bekommt und was nmoch schlimmer ist, das es auch noch Typen gibt die diese Hirnverbrannte Scheiße kaufen, bringt mich auf den Gipfel der Unverständlichkeit.

    Mal ganz von Hip Hop abzusehen. Vielleicht werden viele rummecker, is mir aber egal, weil das keine Musik FÜR MICH ist, sondern niveauloses Gestottere von irgendwelchen a**zialen Typen. Früher nannte man das eine Krankheit. Heute kann man es heilen.

    Solche Sachen kann jeder mit Magix Music Maker und nem PS2 Mic machen.
     
  16. Perfect Drug

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    Erstellt: 12.01.06   #16
    Das sag ich doch auch. Es gibt eben schon noch sehr viel gute Musik heute.

    Bei dem ganzen Zlatko Zeugs (ich hinterfrage jetzt mal einfach nicht wieso du dich noch an den erinnern kannst geschweige denn weso du weißt wie man den schreibt :D) kauft man ja nicht wirkich den Song sondern den ganzen Medienrummel drum herum. Auch bei dem Frosch und den Kücken oder was es da alles gibt. Da kauf ich mir nicht "woah geiles Riff" sondern "woah süßes kuscheliges wuscheliges kulleraugenbehafftetes quietschendes Federvieh".
     
  17. DaDaUrKa

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    Erstellt: 12.01.06   #17
    Eben. Das ist geistiger Dünnschiss.

    Das ist wie du setzt dich mit deiner Gitarre vor deinen Amp spielst ein 08/15 Riff und machst quakende Geräusche dazu. MTV macht daraus einen Hit.

    Dann 1 Woche später hats jeder Depp als Klingelton.

    Hallo Gesellschaft, bitte aufwachen aus dem Wachkoma der Trostlosigkeit!
     
  18. Imperial

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    Erstellt: 12.01.06   #18
    Interessanter ist doch die Frage nach der Wurzel des Problems....

    Ich denke, da kommen extrem viele Faktoren zusammen. Die Leute machen heute mehr und mehr von ihrem "Recht auf Dummheit" gebrauch. Wozu soll man sich denn kultivieren, wenn man mit nichts bei DsdS zum gefeierten Musiker werden kann? Wozu soll man seinen Wortschatz erweitern, wenn man mit 3x "Dings" pro Satz auch erreicht, was man will? Wozu soll man arbeiten, wenn man auch so gut leben kann? Wo ist denn da die Notwendigkeit zur Leistung?

    Und nicht nur das. Es wird ja alles immer einfacher. Bald kann man mit einem Chip unter der Haut seine Haustüre öffnen, ohne einen Finger krumm zu machen, Problem ist nur ... das können Hinz und Kunz dann auch. Und genau DIESES Problem trifft auf oben aufgeführte Punkte in gleicher Weise zu.

    Die von der Dekadenz korrumpierte Gesellschaft täuscht Werte durch "Wert" vor, und trägt eher dick auf als das sie Inhalte liefert. Ist ja auch bedeutend einfacher, die Aufmerksamkeit der Masse mit einem Panoptikum von fehlplatzierten und gescheiterten Existenzen zu bekommen, als mit jemandem, der tatsächlich etwas kann, weil er sich aus Passion mit seiner Leidenschaft auseinandersetzt und tatsächlich etwas kreiert was eine Aussage hat.

    Das liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt daran, dass der Mensch im Grunde eine voyeuristische und schlechte Veranlagung in sich trägt. Im Mittelalter haben sie zugesehen, wie vermeintliche Hexen verbrannt wurden, heute wollen sie sehen, wie sich Intersexuelle beim Sangeswettstreit zum Hofnarren der Nation qualifizieren. Keiner will Gewinner sehen. Wozu auch... es kann ja heute jeder gewinnen bzw. singen. Ein Knopfdruck genügt und die Stimmlage wird angeglichen, schräge Töne begradigt und ein kratziges Vibrato wird seidig weich. Wozu wollte/sollte man sich unter solchen Voraussetzungen kultivieren/bilden/anstrengen/anfeuern/motivieren oder überhaupt mal seinen Arsch aus dem Sessel heben, wenn man doch im Prinzip nichts weiter als Rohmasse ist, welche zur richtigen Zeit am Richtigen Ort quasi alles werden kann. Die Kultivierung bzw. Dekultivierung unserer Generation wird früher oder später zum Zentralthema werden, denn mit der Kultur verschwinden auch allmählich Werte wie Moral, Anstand, Mitmenschlichkeit, Ambitioniertheit, Wille, Charakterstärke, Tradition .......

    Geht es bei dieser Debatte wirklich um iPod´s? Ich meine, nehmen wir mal an, mit der Hochgeistigkeit wäre es noch nicht weit her, und die Musikkultur würde sich einer florierenden Hochkonjunktur erfreuen. Würde jemand vom Kaliber eines J. H. Bach oder ein W. A. Mozart nicht von der Möglichkeit gebrauch machen, Musik unterwegs zu hören? Ich meine, die Qualität solcher Geräte ist ja durchaus beachtlich. Wären diese Leute lieber Elitärfaschisten, welche Musik nur im barocken Saal vorm 50 Köpfigen Orchester im Nerzohrenbackensessel mit Stradivari und Konsorten hören, weil es ein Rückschritt wäre nach vorne zu schreiten? Mit Sicherheit nicht. Hätte Goethe die Strapazen von Federkiel und Tusche der Leichtigkeit von Kugelschreiber und Füllfederhalter vorgezogen, weil alles, was nun nicht mehr irgendwie traditionell ist, nichts taugt? Ich sage nein.

    Das Problem ist und bleibt die konsequente Weichspülung der Bürger durch Industrieen, an deren Spitze Leute stehen, die sich mit dem Geld -welches sie damit verdienen- sicherlich nicht die Musik von Alex K. auflegen und sicher nicht bei Burgerking speisen. Ich bin mir sicher, dass es Leute sind, die wohl eher die Werte zu schätzen wissen, welche ich zuvor als schwindend einstufte.
    Getrieben von dieser Entwicklung macht sich ein Verlangen nach diesem Lebensstil der Großen eben auch (wie schon seit Jahrhunderten) unter den Kleinen im Volk breit. Die Mittel, die sie zur Erreichung dieses Ziels von den Großen in die Hand bekommen, sind jedoch nichts weiter als eine Paradoxe Lebensmaxime "Erst ins Fernsehn, dann nachdenken!", welche unterm Strich Geld in die Taschen der Großen bedeutet.

    ... eine traurige Entwicklung.
     
  19. Perfect Drug

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    Erstellt: 12.01.06   #19
    Und wieder jemand der meine Meinung besser als ich ausdrücken kann...
    Thx Imperial!
     
  20. DaDaUrKa

    DaDaUrKa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.06   #20
    @Imperial: Du hast verdammt Recht. Der iPod ist nicht Schuld. Das ist einfach die gesellschaftliche Rückverdummung, Faulheit und Oberflächlichkeit.

    Jeder Depp kann in die Zeitung(Bild), ins Fernsehen(Talkshow), auf die Bühne(DSDS), oder auf CD/Radio kommen(auch DSDS...xD).
    Weil SOWAS die Mehrheit interessiert.