Muss man Vintage-Amp-Spielen lernen?

von Moerk, 29.10.05.

  1. Moerk

    Moerk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.05   #1
    Hallo zusammen,

    komische Frage, stimmt. Es geht mir um folgendes:

    Früher (60er, anfang 70er) gab es ja nur einkanalige Amps, die ganz eben zerrten, wenn man sie voll aufdrehte. Die Ausgangsleistung der Pickups der Gitarre sind natürlich auch wichtig; gehen wir mal davon aus, sie ist recht gering (ich spiele eine Stratocaster mit Standart-Pickups, die wie bei Hendrix ziemliech tief liegen). Verzerrer gab es kaum. Wenn man allerdings Santana auf Woodstock mal im Fernsehen gesehen hat, erkennt man, dass er einfach nur eine SG in ein Marshall-Stack gesteckt hat.
    Genau das Gleiche habe ich mal in einem Musikladen ausprobiert (800er-Top) und es klang absolut Schei*e.

    Ich selber habe von Anfang an nur moderne zweikanalige Amps gespielt, wo man den Grad der Verzerrung bei jeder Lautstärke einfach einstellen konnte. Jetzt möchte ich aber gerne einen Vintage-Sound haben, und nicht ständig Stepptanz auf der Bühne veranstalten, sondern alles einfach nur noch per Volume-Regler regeln.
    Da der Lead-Kanal meines Vollröhren-Combos nicht wirklich clean kann, bleibt mir nur die Möglichkeit, den Clean-Kanal aufzureißen. Bei 20 Watt Leistung ist das auch recht ungefährlich.
    Das habe ich getan und es klang wie damals im Musikgeschäft mit der SG-800-Kombination - nämlich Schei... hatten wir schon.

    Jetzt werde ich das Gefühl nicht los, dass das irgendwie an mir liegt...:rolleyes:

    Und nun zurück zum Thread-Titel: Muss man es lernen, diese Art zu spielen? Kann man irgenwie mit der Spieltechnik einen sahnigen, sustainreichen Sound mit diesem Crunch hinbekommen?

    Vielen Dank,

    Mörk
     
  2. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 29.10.05   #2
    Alle Regler nach rechts. Classik Rock ist LAUT!!! Wie Du richtig sagst, gab es damals keine Mastervolumes und keine Vorstufenzerre.

    Spielen "lernen" muß man nicht wirklich, aber mit einem ehrlichen, cleanen Vintageamp lernst Du besser spielen weil er Dir sofort mit der Haselnussrute auf die Finger klopft wenn Du unsauber wirst.
    Komprimierende Gainmonster wie Line6 Amp Modelle oder Engl Powerballs verleiten zum schlampigen Spiel.
     
  3. t jonez

    t jonez Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.05   #3
    Also ich würde sagen man muß nicht Vintage-Amp spielen lernen, sondern man muß lernen mit einem Cleanen-sound gut zu klingen.
    Und das ist halt schwieriger als mit verzerrtem Sound.
    Ich sehe das so ähnlich wie Gary Moore, ich hatte früher ne relativ schlechte Gitarre und einen unterirdischen Verstärker, mit dem ich bestenfalls angecrunchte Sachen spielen konnte. Von daher konnte man jeden Fehler besonders gut hören und es war umso schwerer irgendwelche coolen rock sachen zu spielen. Metallica mit Clean Sound ist jetzt nicht so der hammer.
    Aber ich habe dabei einen ich sag mal guten ton entwickelt und das ist ja das wichtigste.
    Ich kann jetzt nicht so mega schnell spielen, dafür klinge ich aber besser als viele andere.
    Davon zehre ich noch heute, wenn ich über nen Hi Gain Amp spiele.
    Von daher würde ich sagen mit ein bißchen üben wird das schon und da hast du auch länger was von.

    Gruß
    t Jonez
     
  4. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 29.10.05   #4
    Sag ich doch :)

    Ich bin auch ein Slowfinger, aber mit meinem Tone bin ich zufrieden.
     
  5. HempyHemp

    HempyHemp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.05   #5
    endlich mal gitarristen denen es nicht nur darum geht so schnell wie möglich zu spielen, sondern die auch mal an den ton denken :great:.
    was das spielen über vintage-amps betrifft schließ ich mich meinen vorrednern an (und was die technik und den ton betrifft auch ;)).
     
  6. Moerk

    Moerk Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.05   #6
    Danke erstmal für die Antworten.

    Das es etwas cleaner als Verzerrt, sprich Crunch ist, ist logisch. Und man muss lernen, damit klar zu kommen. Aber wie ist das mit Sustain? Gerade bei meiner Pappelkorpusstrat ist das so ne Sache. Wenn ich einige andere Bluesgitarristen in der deutschen Szene sehe, muss ich schon staunen - da hört man bei dem gleichen Equipment (ich habe meines sozusagen mal "zur Verfügung gestellt" :cool: ) schon Anklänge von Santana und der Ton steht tierisch (oder wie unser Geschichtslehrer sagt: tierich) lange im Raum. Kann man mit sauberen Greifen und einem guten Vibrato das Sustain irgendwie verbessern? Das ist nämlich mein Hauptproblem bei "alle Regler nach Rechts".

    MfG

    Mörk
     
  7. tuzz

    tuzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.05   #7
    Kann man. Gerade Vibratos eigenen sich perfekt um das Sustain zu erhöhen. Ich mag vor allem im Blues das "goße Vibrato", sprich die Saite wirklich nach oben und unten zu dehnen, dabei kommst du immer wieder am "gewollten" Ton vorbei. Dadurch verlängerst(/veränderst) du sowohl deinen Ton(klang) als auch deinen Ton. Auch mit dem Hummingbird (siehe B.B.King) kannst du deinen Ton verlängern, halt auf eine andere Art und Weise. Generell eignet sich aber jede Vibratotechnik zum verlängern. Probier es mal aus, dabei wirst du sicherlich auch zwangsläufig einen "eigenen" Ton finden, schon allein dadurch wie du bendest, wie du vibrierst (und zwar nicht nur die Saiten ;))...

    Ich würd dir vorschlagen bekannte Blueslieder zu nehmen, wie zB von B.B. oder old slowhand und dazu einfach langsam und gefühlvoll zu experiementieren. Macht verdammt viel Spaß und du kommst dahin die Gefühle des Liedes mit 1-2 Tönen auszudrücken. Ging zumindest mir so ;)

    Viel Spaß + Erfolg.
    lg
    t.
     
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