Naglfar / Vittra / 1995/2001 / CD

von GigaDrow, 12.01.06.

  1. GigaDrow

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    Erstellt: 12.01.06   #1
    Naglfar – Vittra

    [​IMG]


    Erscheinungstermin: 1995 ( Re-release: 2001 )
    Genre: Black Metal
    Label: Regain Records
    Spielzeit: 59:24min ( ohne Bonussongs ( alte Version ) 46:.96min )
    Studio: Abyss Studio von Peter und Tommy Tägtgren


    Besetzung:

    Jens Rydén ( Vocal)
    Kristoffer W. Olivius ( Backvocals + Bass )
    Andreas Nilsson ( Rythm-Lead Gitarre)
    Morgan Hansson ( Rythm-Lead Gitarre)
    Mattias Holmgren ( Schlagzeug )


    Track-List:

    1. As the twilight gave birth to the night - 6:27
    2. Enslave the astral fortress – 5:06
    3. Through the midnight spheres – 5:27
    4. The eclipse of infernal storms – 4:18
    5. Emerging from her weepings - 6:41
    6. Failing wings – 4:09
    7. Vittra - 2:53
    8. Sunless dawn – 4:54
    9. Exalted above thrones – 6:14
    10. *12th rising – 4:25
    11. *The evil that men do – 4:45
    12. *Pleasure to kill – 3:58

    *Bonussongs nach Re-release

    _______________________

    Das Nagelschiff bricht zum ersten Mal die schäumenden Wellen eines schwarzen Meeres.
    Die Fahrt ist schnell, frostig und schneidend. Am Steuer steht ein Mann der gegen den eisigen Sturm mit hasserfüllten Schreien ankämpft, begleitet durch eine Mannschaft, die es versteht, eine Symbiose mit dieser unwirklichen Natur einzugehen und die Atmosphäre mit kalter Musik zu zerschneiden.
    12 Tage sollte diese Fahrt dauern und das Ziel war unbekannt…
    ________________________


    As the twilight gave birth to the night


    Der erste Song ihrer ersten Langdrehscheibe beginnt mit einem Intro, welches Streicher durch die Boxen ertönen lässt. Eine gewisse „Weltuntergangsstimmung“ wird heraufbeschworen die sich dann mit einem Schlag entlädt und Platz für ein wahres Feuerwerk an genialen Melodiebögen und gezielt gesetzten Schlagzeugpassagen, vollendet von den durchweg sehr gute kreischenden Kapitän Rydén, macht.
    Schon dieser Song zeigt, was für ein Album auf Rotation geschaltet ist.

    Enslave the astral fortress


    „Enslave the astral fortress“ schlägt wie zu erwarten in die gleiche Kerbe.
    Rasierklingenartige Gitarre im Hintergrund, das Schlagzeug ohne Fehl und Tadel im Vordergrund und Frontmann, der sich die hasserfüllte Seele aus dem Halse kreischt.
    Ein höchst abwechslungsreicher Song mit schönem Solo.
    Der Reichtum an Abwechslung ist im übrigen auf der ganzen Platte sehr groß.
    Mein Lieblingssong!

    Through the midnight spheres


    Wiederum ein hervorragender Song. Das Riffing lädt förmlich zum banging ein und die ruhigen Passagen wirken wie eine Pause, um das Schwert zu schwingen und erneut ins Gehör zu treiben.

    The eclipse of infernal storms


    Mir fällt auf wie schwer es ist, einzelne Songs zu beurteilen und zu bewerten, denn dieses Album ist einfach ein Gesamtkunstwerk.
    Nun ich probier es trotzdem:
    Wie glücklich ich bin, wenn ich höre, dass das hier auftrumpfende Keyboard diese Atmosphäre so unglaublich erweitert und weiterhin die Düsternis in eure Herzen drängt.
    Das Tempo ist ein wenig gedrosselt und trotzdem, oder gerade deswegen denkt man, dass man in einem dunklen Wald steht und man spürt förmlich die Kälte. Schließt die Augen und überzeugt euch.

    Emerging from her weepings


    Schlagzeug im Vordergrund, eine Akustikgitarre spielt ihren düsteren langsamen Part, Keys bilden das Fundament, wie der Bug des Nagelschiffes und der 4-Saiter untermalt dieses Gebilde mit tiefen Tönen. Ein markanter Schrei führt das Schiff auf die nächste Reise.
    Wieder ein unglaublich atmosphärischer Song, der auch eher vom gemäßigten Tempo bestimmt ist. Kristoffer W. Olivius unterstützt Jens Rydén mit seinen Vocals. Kein Wunder also, dass er sich nach dem Ausstieg von Jens Rydén das Sprachrohr geschnappt hat, um die düsteren Texte zu verlautbaren.

    Failing wings


    Naglfar behalten auch hier ihre, wie ich finde bis heute erhaltenen Trademarks bei.
    Das Tempo wurde wieder angezogen sämtliche Mannschaftsteile zeigen wieder Höchstleistungen. Auch der Song hat sich bei mir ziemlich Ohr ins gesetzt.
    Auch diese Eigenschaft kann man fast auf alle Songs anwenden.

    Vittra


    Nun,
    auffallend ist erst einmal, dass der Titelsong der Kürzeste auf dem gesamten Longplayer ist.
    Ungewöhnlich, auch sonst sticht der Song irgendwie heraus.
    Die gesamte erste Hälfte übernehmen Keyboardsounds und cleane Gitarren das Schlachtfeld und verzaubern einen mit ihren Tönen. Dann folgen tolle Melodiebögen, begleitet durch einen Sprech“gesang“ und ein Schrei vom Kapitän, nur damit die cleanen Gitarren diese Symphonie zu ende bringen. Das ganze wirkt wie ein Zwischenspiel um den geneigten Zuhörer eine gewisse Erholungspause zu gönnen, doch die Fahrt hat noch nicht geendet…


    Sunless dawn


    Die Geschwindigkeit wurde wie zu erwarten wieder angezogen. Die Gitarren sägen sich in Gehör und das Schlagzeug hämmert dein Trommelfell gekonnt klein.

    Exalted above thrones


    Das Schiff rast im Höchsttempo aufs Ziel zu, doch die Mannschaft nimmt keinesfalls Wind aus den Segeln.
    Im Gegenteil, alle legen noch mal eins drauf. Das Schlagzeug kennt keine Gnade und die Gitarren beschwören noch ein letztes Mal Melodien, die direkt aus der Hölle zu kommen scheinen.
    Wieder sind diese typischen langsameren Teile zu finden, die Naglfar so unglaublich spannend und abwechslungsreich klingen lassen.
    Eine Akustikgitarre lässt diese Fahrt ausklingen.
    ________________________

    Das Ziel war erreicht. Naglfar erntete schon damals unglaublich gute Kritiken. Vergleiche mit Dissection und ähnliche Kaliber in ihren Glanzzeiten waren die Regel
    Es muss noch gesagt werden, dass der Sound wirklich unglaublich gut ist.
    Peter und Tommy Tägtgren haben wirkliche eine glanzvolle Arbeit geleistet.
    Ich besitze nur die Wiederveröffentlichung, aber aus anderen Reviews konnte ich entnehmen, dass auch damals die Produktion unglaublich gut war.
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    Doch noch einmal bläst der Wind heftig in die Segel. Der Rumpf, gefertigt aus den Nägeln der Gefallenen, wird wieder angetrieben um die See zu fahren.

    ________________________
    12th rising


    “12th Rising” ist ein Song, der ursprünglich auf ihren Nachfolgewerk “Diabolical” erschien.
    Irgendwie ist der Sound relativ komisch geraten. Die ganze Aufnahme wird von einem komischen Geräusch im Vordergrund überschwemmt. Ich kann nicht genau heraushören, obes sich um eine Liveaufnahme handelt. Vorsichtig bei Kopfhörern, unbedingt leiser stellen…
    Der Song ist wieder typisch Naglfar, nicht umsonst zählt er zu einem der besten Song auf „Diabolical“, aber irgendwie kommt er nicht an die Klasse der vorhergehenden Songs.
    Aber keinesfalls schlecht!!

    The evil that men do


    Nun was erfassen denn da meine Ohren?
    Ein Song den es schon auf einem sehr schwer zu erhaltenen Iron Maiden Tribut gab.
    Dieser Iron Maiden Coversong ist wirklich ziemlich gut geglückt wie ich finde.
    Der Sound schwächelt wieder ein bisschen, aber diesmal handelt es sich auch eindeutig um eine Liveaufnahme.

    Pleasure to kill


    Die letzte Reise wird dann mit einem Kreator-Cover abgeschlossen.
    Auch ziemlich gut geglückt. Sehr sehr schnell. Sowohl Gitarren, Tieftöner, Drums als auch Jens Rydén.
    Lässt nicht viel zu wünschen übrig.

    _______

    Und damit endet die Fahrt endgültig und der Sturm lässt nach…

    Nun man kann sich denken, welche Punktzahl ich vergeben werde.

    Für mich ein Klassiker, der entstand, als diese Musikkultur ihre Blütezeit hatte und trotzdem so heraussticht.

    10/10 Punkte
     
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