Neumann U87 Selbstbau

von hippiejim, 01.03.16.

  1. hippiejim

    hippiejim Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #1
    Hallo liebe Forum-Gemeinde,

    ich war in den letzten Jahren weniger aktiv im Forum.
    Vorwiegend bin ich früher im Drum-Forum unterwegs gewesen und habe da einige Reviews geschrieben.
    Im Recording-Bereich war ich zuletzt aktiv, als ich meinen Unique Melody Reshell vorgestellt habe.
    Heute wollte ich einen Thead eröffnen, der für einige von euch sicherlich sehr interessant ist und der auch für mich total neu ist.
    Ich habe in den letzten Jahren mir ein wenig Equipment angeschafft, da ich mich beim Schlagzeug üben selbst recorde und das hatte den Effekt, dass ich vom "Recording-Virus" infiziert wurde.
    Sprich, ich bin, wenn es die Zeit zulässt, oftmals Stundenlang in meinem Proberaum und teste, teste, teste.
    Fragt mich nicht warum, aber das Neumann U87 hatte immer eine gewisse Anziehungskraft auf mich. Mir ist es aber mit 2500€ viel zu teuer.
    Ich interessierte mich immer sehr für die DIY-Szene und habe schon als Schüler meine erste Snare selber gebaut, später habe ich dann an meinen Gitarren rumgelötet und auch eine Gitarre aus Parts selbst zusammengeschraubt sowie selber lackiert.
    Später kamen dann noch eigene Effektgeräte dazu, die ich selber zusammengelötet habe.
    Als ich letztens wieder in einem DIY-Forum unterwegs war und mir den Selbstbau eines 1176 Compressors zu Gemüte führte, gab es mehrere Theads zum Thema Mikrofonbau.
    Ich wurde sofort auf den U87 Nachbau von Studio939 aufmerksam.
    Nach kurzer Überlegung waren bereits die ersten Parts in den Warenkorb gelegt und die Bestellung ausgeführt.
    Nach einem Tag drüber schlafen, hätte ich mich dafür zwar hauen können, aber so hat es den Vorteil, dass ich euch an den Bau teilhaben lassen kann.
    Vorweg:
    Ich weiß, dass ein Mikrofonselbstbau alles andere als billig ist und für das Geld kriegt man auch locker ein gebrauchtes Neumann TLM 102 oder 103 sowie andere sehr feine Mikrofone.
    Aber mir geht es um das basteln und auch hier weiß ich, dass es andere Möglichkeiten gibt sein Geld sinnvoller anzulegen.
    Dies sollte jedem klar sein, der sich damit beschäftigt ein Mikro selber zu bauen.

    Ich möchte euch über den Bauprozess aber gerne auf den laufenden halten.
    Es sind noch nicht alle Parts eingetroffen und ich lass mir für den Bau auch Zeit.
    Erwartet bitte nicht, dass in einer Woche der Bau erledigt ist.
    Es stehen noch Lieferungen aus den USA aus und alles muss gut durchdacht werden.

    Bestellung:
    - Mikrofonkorpus von Studio 939 (SYT-5) mit allen Switches
    - U87 PCB von Vintagemicrophonepcbkit
    - NOS StyroFlex Kondensatoren
    - Elektronik von Mouser
    - AMI Funkenwerk T13 Transformer
    - Peluso K87 Kapsel mit Kapselhalterung

    Bis jetzt sind eingetroffen die Platine mit den StyroFlex Kondensatoren von Vintagemicrophonepcb.
    Die Elektronikparts von Mouser sind auch auf dem Weg, leider war ich heute nicht anwesend, als FedEx bei mir klingelte.

    Alle weiteren Parts sind noch zu mir unterwegs.

    Fotos folgen vom Bauprojekt und ich hoffe, dass ich auf euer Interesse stoße.
    Gruß
     
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  2. Don Joe

    Don Joe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #2
    Cool, DIY ist eh schön mit anzusehen, wenn es dann noch so was ungewöhnliches wie ein Mic wird...:great: Bin gespannt, wie es weiter geht!
     
  3. .s

    .s .hfu Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 01.03.16   #3
    Klingt interessant. Ein abschließender A/B Test wäre klasse. Und Bilder. Jede Menge Bilder. :)
     
  4. bitzone

    bitzone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #4
    Abonniert :great:
    Schon vorab - viel Erfolg!
     
  5. Signalschwarz

    Signalschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #5
    Die genaue Bezeichnung aller Komponenten und ihre direkte Verlinkung wäre gut.
     
  6. hippiejim

    hippiejim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.03.16   #6
    So,
    gestern habe ich angefangen die ersten Widerstände auf die Platine zu löten.
    Da gefragt wurde wegen dem Komponenten, möchte ich euch die Parts verlinken.
    Folgendes:
    Ich habe mich entschieden für meinen Selbstbau nur die besten Parts zu nehmen, es gibt massiv Einsparpotenzial, wenn man eine günstigere Kapsel verwendet, einen günstigeren Transformer und einen vorhandenen Mikrofonkorpus (dazu später mehr).

    Für mein Mikrofon habe ich folgende Sachen verwendet und ich bin froh, dass es für einige Teile einen Vertrieb in Deutschland gibt, da es sich bei dem schlechten Euro-Dollar-Kurs nicht mehr lohnt zu importieren.
    Hier die Auflistung meiner genutzten Parts:

    Mikrofonbody ist von Studio 939, ich weiß jetzt die chinesische Firma nicht, von der er es importiert, man könnte sich sicherlich auch an diese wenden, um den Korpus günstiger zu kriegen.
    http://store.studio939.com/product/syt-5-microphone-body-kit

    Wichtig ist, sollten ihr den auch bestellen wollen, achtet darauf, dass ihr die 3-Pin Version nehmt ;).

    Der Transformer stammt von AMI Tab Funkenwerk. Tab Funkenwerk hat alte Patente von Telefunken und Neumann aufgekauft und stellt nach original Specs die Transformer her.
    Für das U87 gibt es einen speziellen Transformer (also den man auch in das Original Neumann setzen kann). Diesen gibt es zum Glück in Deutschland zu erwerben.
    Über AMI könnt ihr direkt bestellen:
    http://www.tab-funkenwerk.com/id133.html

    Oder ihr bestellt diesen einfach in Deutschland bei Digital Audio Service. Die Jungs sitzen in Hamburg und die Kommunikation verlief so Reibungslos und war so angenehm, dass ich den Shop nur empfehlen kann. Der Transformer muss noch aus den USA geliefert werden. Digital Audio Service hat den Vertrieb übernommen.
    http://digitalaudioservice.de/tab-funkenwerk-t13.html

    Kommen wir zu Kapsel, da hätte es mehrere Möglichkeiten gegeben, ich habe mich entschieden eine von John Peluso zu nehmen. Peluso stellt ja auch selber Mikrofone her und ... naja... verkauft halt ein paar seiner Parts.
    Ich habe mich für die Peluso P-K87i Kapsel entschieden, da diese auch auf Basis der alten Vintage Neumann U87 aufgebaut ist.
    http://www.pelusomicrophonelab.com/parts/Capsules.html

    Auch hier gibt es zum Glück einen deutschen Vertrieb. KMR Audio in Berlin.
    Da ich zum Glück in Berlin wohne und sie die Kapsel auf Lager hatten, habe ich diese da abgeholt.
    Was soll ich sagen, dass war ein tolles Erlebnis. Die Jungs sind super nett und alle Produkte die sie vertreiben, stehen in einem extra Studio zum testen, ich habe fast 2 Stunden dort verbracht bevor es zum eigentlichen Geschäft gekommen ist :D
    Kann ich nur empfehlen, wer hochwertiges Studioequipment braucht, sollte den Jungs mal einen besuch abstatten.
    http://kmraudio.de/shop/
    Einfach bei den Jungs melden, sie haben leider den Shop noch nicht fertiggestellt.
    Für die Kapsel braucht ihr natürlich auch noch eine Halterung.
    Diese habe ich auch wieder von Studio 939 genommen.
    http://store.studio939.com/product/34-35mm-capsule-mount

    Nun die Elektronik, da verschafft die DIY-Szene immer große abhilfe.
    Ihr braucht nur das hier:
    https://www.mouser.de/ProjectManager/ProjectDetail.aspx?AccessID=1AD602D54E

    Ihr müsstet nur den Tantal Kondensator ersetzen, der ist gerade nicht lieferbar, aber da gibt es genug alternativen.

    Zu guter letzt die Platinen. Ich habe die blauen genommen von Vintage Microphone PCB Kit.
    Dieses ist speziell auf den Mikrokorpus zugeschnitten und hat eine Aussparung für den Transformer.
    http://www.vintagemicrophonepcbkit.com/DU87.html

    Für die Bestellung geht ihr einfach auf "Order" ich habe dann bestellt:
    • D-U87M (Blue)
    • Switch PCB D-U87M
    • StyroFlex Kondensatoren
    So genug Theorie.
    Zum löten braucht ihr, klar einen Lötkolben, Lötzinn (am besten 0,5mm bis 0,8mm) eine dünne Lötspitze, weil die Platine ist echt klein.

    Hier erstmal die Parts:
    Die Kapsel noch in der Verpackung:
    FullSizeRender.jpg

    Die Platinen
    FullSizeRender-2.jpg

    Die Elektro-Parts
    IMG_2659.JPG

    Der Rest folgt noch, wenn alles da ist.

    Dann habe ich gestern angefangen, ich habe mich entschieden, erstmal nur die Widerstände einzulöten und die Zener Diode.
    Das wichtigste Tool ist auch eine Zahnbürste sowie Isopropylalkohol zum ständigen reinigen der Platine um es zu vermeiden, dass sich Lötrückstände auf den Leitern befinden.
    Das hatte ich damals bei meinem Phaser Nachbau, es war ne heidenarbeit den Fehler zu finden und das Teil zum funktionieren zu kriegen.
    Soll diesmal ja nicht passieren.

    IMG_2660.JPG

    Die ersten Minuten nach den ersten Widerständen. Eine dritte Hand sowie eine Lupe helfen.
    Die Platine ist gut beschriftet und man braucht einfach nur die richtigen Bauteile aus den Tüten zu ziehen, da diese von Mouser super beschriftet sind.
    Das löten an sich ist nicht ohne, da die Platine sehr klein ist, ich muss wirklich sagen, wer vorher nicht mal seine Mikrokabel selber gelötet hat, sollte es lieber sein lassen, dass es erstes Projekt zu nehmen.
    Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen beim löten, immer wieder Lötpunkte überprüft, so dass ich nach circa einer Stunde alle Widerstände eingelötet hatte.
    Ich hätte es sicherlich auch in 15 Minuten geschafft, aber ich musste noch die richtigen Widerstände suchen, bei den ganzen Tüten. Und ich habe ja Zeit, mich hetzt niemand und es muss ordentlich werden.
    Und alle Widerstände eingelötet...
    IMG_2661.JPG

    Am Wochenende geht es weiter, ich warte jetzt nur noch auf die restlichen Parts.


    Wie versprochen, zeige ich euch alternativen für einen noch günstigeren Bau:
    Als Korpus könnte ihr auch das Behringer B2 oder MXL 2010 verwenden, da braucht ihr nur eine andere Platine (green). Bei der Elektronik lässt sich noch sparen, wenn ihr alles bei Conrad oder Reichelt kauft. Mouser hat nur Markenware.
    Den Transformer könnte ihr auch von Cinemag (CM-2480) nehmen, dieser ist etwas günstiger (43$) und direkt über den Hersteller beziehbar http://cinemag.biz/mic_output/mic_output.php.
    Die Kapsel könnte ihr bei microphone-parts kaufen, diese sind glaube ich aus China und haben eine Endkontrolle in den USA http://microphone-parts.com/products/rk87-microphone-capsule.

    So, wenn ihr noch fragen habt, fragt einfach.
    Ich kontrolliere jetzt nicht auf Rechtschreibfehler und hoffe, alles ist verständlich geschrieben.
     
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    Erstellt: 05.03.16   #7
    Super! Ich wuensche dir viel Spass bei dem Projekt und ein richtig geiles Endergebnis. Hast du auch in Erwaegung gezogen, deine eigenen Features zu verwirklichen? Und warum gerade das U87? Selbst davon gibt es ja verschiedene Varianten.
     
  8. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 05.03.16   #8
    Das U 87 gibt es in zwei Varianten, wenn man die Prototypen und die frühen mit Tuchel bzw. Tonaderspeisung (U 77) mal weglässt. Das "alte" U 87 (i), das von 1967 bis 1986 mit der modifizierten K-87-Kaspel vom U 67 gebaut wurde, hatte auch noch eine Batterieversorgung von 9 V. 1986 hatte sich die Phantomspeisung durchgesetzt und die 9-V-Batterien waren vom Markt verschwunden. Das Batteriefach war bei Relaunch des U 87 Ai also wegegfallen. Es wurde eine "Ersatzschaltung" eines Gleichspannungswandlers mit 60 V eingbaut. Die Kapsel wurde ab 1986 wieder auf die K 870/67 vom U 67 zurückgestellt. Es gibt viel Esoterik um alte U 87. Das Ai hat jedenfalls einen besseren Störabstand von 3 dB und die Kaspel vom U 67!
     
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  9. hippiejim

    hippiejim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.16   #9
    Puh gute Frage, ich muss gestehen, dass ich es selber noch nie benutzt habe. Ich glaube, ich hab mich einfach ein bisschen vom Hokus Pokus leiten lassen ;)
    Das u87 ist für mich wie DW, Fender oder Gibson. Man kennt es einfach und verbindet damit viele positive Sachen. Dann muss ich auch sagen, dass die meisten Mikros der DIY-Szene Röhrenmikros sind. Sprich, es gibt eine große Nachfrage ein Ela M-251 oder AKG C12 nachzubauen sowie diverse Neumann Röhrenmikros. Für das U87 gibt es zahlreiche Anleitungen etc. Das macht es für den Eigenbau leichter, da einem schneller geholfen werden kann, sollte es nicht funktionieren.

    Ich habe heute die Kondensatoren gelötet (Bilder erfolgen noch).
    Zur Zeit wird mein Bau sich etwas verzögern, da ich morgen erst den Transformer kriege und mir auch am Samstag er Studio 939 schrieb, dass sie mein Paket absenden. Sprich, ich habe schon vor 2 Wochen bestellt. Es wurde zwar bereits in einer Mail angekündigt, dass es länger dauern wird, da sie viel zu tun haben, aber dass es dann doch so lange dauert, hätte ich auch nicht gedacht.
    Es fehlen noch die StyroFlex Kondensatoren und solange ich das Paket nicht habe und die speziellen Teflonkabel für den Bau, ist mein Eigenbau erstmal ein wenig zum erliegen gekommen.
    Die StyroFlex ertragen nicht viel hitze und ich werde nicht weitermachen mit dem Löten, wenn nicht komplett klar ist, ob ich alles richtig mache.

    Nein habe ich nicht, da ich ehrlich gesagt mich mit Elektronik 0 auskenne. Ich kann einen Schaltplan gerade so lesen, für Veränderungen fehlt mir das nötige Wissen.
     
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    901 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.03.16   #10
    Ah, so. Ich habe naemlich auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, mir ein Mikro aus Teilen zu bauen, aber ich hatte da eher was in U47-Richtung im Auge. Da es die originalen Teile nicht mehr gibt, waere es aber sicher eine Eigenkreation geworden.

    Das U87 ist ein tolles Mikrofon, auch wenn man in manchen Foren andere Meinungen liest. Viel Freude damit!
     
  11. whitealbum

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    Erstellt: 08.03.16   #11
    In wieweit die DIY-Kreationen einem U87 nahekommen, kann man wohl nur im Direktvergleich rausfinden.

    Ich teile auch die Meinung, dass das U87 ein richtig gutes Mikrofon ist, wenn ich ehrlich bin, für Vocals mein Topfavorit aus dem aktuellen Neumann-Portfolio.

    Da fällt mir ein, dass ich es schade finde, das Neumann nicht versucht die legendären Klassiker U47 und U67 wieder aufleben zu lassen.
    Der HighEnd-Markt gibt es ja her, wenn man bedenkt wer sich alles am U47 versucht --> Telefunken, Vox-O-Rama, Beesneez, Flea, Wunder, Wagner und Co.

    Beim u47-fet ist es ja gelungen.
    Klar die spezielle Stahlröhre gibt es nicht mehr, aber andere bekommen es ja auch gut hin.
     
  12. hippiejim

    hippiejim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.16   #12
    Bei Mic and Mod gibt es einen U47 Röhrenbausatz Bausatz. http://micandmod.com/en/home/98-u47-diy-kit.html

    Ich hab jetzt einige Tage nichts geschrieben. Das hat den Grund, dass ich noch auf die Teile von Studio939 warte.
    Ich hoffe, dass diese bis vor Ostern eintreffen, da es nach Ostern ernst wird mit den Aufnahmen meiner Band und ich eigentlich das Mikro nutzen wollte für sämtliche Schandtaten.
    In der Zeit habe ich mich aber natürlich auch noch betätigt mit meinem Projekt.
    Alle Kondensatoren, außer die StyroFlex, habe ich auf die Platine gelötet.
    IMG_2665.JPG
    Am schwierigsten waren die Tantal-Kondensatoren, ich weiß nicht warum, aber bei denen habe ich mich ziemlich doof angestellt.
    Trotz dritter Hand ist mir beim löten einer rausgesprungen und ich hatte dann die Führung verlötet. Doofe Sache, vorallem, weil selbst mit Lötpumpe das Lötzinn nicht rausging.
    Also an der Stelle das Lötzinn erhitzt und dann den Tantal Kondensator von oben reingedrückt. Da habe ich echt kurz geschwitzt.
    Der FET-Transistor war auch nicht ohne, da der mittlere Draht nicht in die Platine geht sondern auf den kleinen Metallbolzen
    Hier nochmal eine Nahaufnahme der Platine.
    IMG_2667.JPG

    Die andere Platine, die mit der Kapsel verbunden ist, sieht noch relativ leer aus, dass liegt daran, dass auf dieser sich 4 StyroFlex Kondensatoren befinden.
    IMG_2666.JPG

    Ihr fragt euch jetzt sicher, wofür die Aussparung auf der oberen Platine ist.
    Die Antwort liegt in diesem Schmucklosen Karton.
    IMG_2669.JPG

    Darin befindet sich quasi eines der wichtigsten Bauteile für das Mikrofon.
    Ich war dann aber doch erschrocken, wie klein der Transformator ist.
    IMG_2668.JPG

    Auf den ersten Blick wirkt er auf mich sehr gut verarbeitet, ich muss aber auch gestehen, dass dies der erste ist, den ich jemals in der Hand gehalten habe.
    Was mich ein wenig stört ist, dass die Kabel die selbe Farbe haben, es gibt zwar eine Schematic von AMI, aber die muss ich mir nochmal genauer anschauen.

    So was tut mit der angebrochenen Zeit ...
    ich habe die Zeit genutzt und mich nach neuen Projekten umgeschaut :D
    Zur Zeit denke ich, dass ich mal die Bändchen Mikrofone von Artur Fisher probieren werde. http://www.diyaudiocomponents.com/
    Der Bausatz scheint mir sehr einfach zu sein, dass einzige was ich nicht von ihm verwenden werde ist sein Transformator, ich denke, da würde ich für den Eigenbau ein Lundahl nehmen.
    Mal schauen ... ich habe langsam mehr Mikrofone als Eingänge in meinem Interface und ich habe noch kein Plan, wie ich die Bändchen an meinem Schlagzeug einsetze.
    Weitere Möglichkeit wäre ein Paar Oktava Mk012 und da die Elektronik zu modden ... oder ich verkaufe mein Haun MBC660 Hi Hat Mikrofon ... irgendeine Entscheidung wird in den nächsten Monaten fallen.
    Dann war's das dann auch erstmal mit den Mikrofonen, da ich diese immer noch über mein Motu Interface nutze.

    So wie immer, viel Spaß beim lesen und bei weiteren Fragen, stehe ich euch gerne zur Verfügung.
     
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  13. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 14.03.16   #13
    Bändchen kannst Du auch als Overheads nehmen, brauchst aber zwei dazu.
     
  14. hippiejim

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    Erstellt: 16.03.16   #14
    Ja das wäre auch meine Idee gewesen.
    Entweder für den Raum, als Ride und Hi Hat Mikro oder als Overheads.
    Für die Overheads habe ich aber bereits Rode NT5 mit dem Michael Joly Mod.
    Dieser Mod hat richtig was gebracht, die NT5 klingen so gut jetzt, ich habe die alten Kapseln verkauft, als ich sie nochmal testweise draufgeschraubt habe.

    Kleines Update zum Bau.
    Ich bin echt sauer.
    Ich habe am 23.2 bei Studio939 bestellt.
    Letzte Woche Samstag schrieb er mir, dass er mein Paket packt.
    Erst heute habe ich eine Rückmeldung bekommen, dass das Paket abgeschickt wurde. Es wurde bereits in der ersten Mail geschrieben, dass es länger dauern kann, aber so lange... Vorallem war die Kommunikation dazwischen nicht zufriedenstellend. Wenn er die Rechnung jetzt nicht außerhalb des Pakets angebracht hat, dann habe ich ein richtig fettes Problem.
    Meine Band wollte in der Woche nach Ostern das Album aufnehmen, wir fahren dafür extra in die Provinz um uns nur darauf zu konzentrieren.
    Ich kann jetzt Knicken, dass das Paket pünktlich kommt.
    Riesengroße sch... ist das.
     
  15. Hotspot

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    Erstellt: 22.03.16   #15
    Das ist natürlich Mist. Die Aufnahmen für ein Album von einem noch nicht fertiggestellten Mikro abhängig zu machen, finde ich persönlich aber auch ein wenig...abenteuerlich ;-)
    Zur Not würde ich mir dann ein Pendant für die Zeit leihen.
     
  16. hippiejim

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    Erstellt: 22.03.16   #16
    Hahahaha
    nein keine Sorge, es sind genug Mikros am Start.
    Sagen wir mal so, es wäre cool gewesen, aber die Aufnahmen werden jetzt nicht besser oder schlechter, nur weil der Selbstbau nicht am Start ist.
     
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  17. Hotspot

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    Erstellt: 22.03.16   #17
    Okay, dann ist ja gut :-)
    Das las sich oben noch ein wenig anders/ernster.
     
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  18. hippiejim

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    Erstellt: 27.03.16   #18
    Kurzes Update.
    Mein Korpus liegt seit Donnerstag beim Zoll.
    Ich werde diesen erst nächste Woche abholen können.
    In der Zwischenzeit wurden meine M1,6 Lötösen geliefert, diese ranzukriegen war fast ein Ding der Unmöglichkeit und ich bin bei einem Modellbahnshop fündig geworden, nachdem ich halb Berlin durchtelefoniert habe.
    Es geht dann also nächste Woche in die heiße Phase und ich hoffe, dass alles funktioniert und ich keinen Fehler auf der Platine gemacht habe.
    Wenn ich es Zeitlich schaffe, mache ich natürlich einen AB-Vergleich, ich wollte diesen gerne mit Stimme machen, ich denke aber, dass ich eine Mono-Overhead-Aufnahme machen werden zwischen einem Rode NT1, AKG C214, Neumann TLM 102, Rode NT5 Michael Joly Mod und dann halt meinem Selbstbau. Ich bin gespannt und ich hoffe, ihr seit es auch ;)
     
  19. hippiejim

    hippiejim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.16   #19
    Soooooo Leute ..... es ist vollbracht.

    Aber der Reihe nach.
    Ich war ja erstmal im Urlaub und konnte dann am Freitag mein Paket vom Zoll abholen.
    Der Korpus ist von erstaunlicher Qualität. Wirklich high end Niveau und ich hatte schon einige Mikrofone in der Hand.
    So mein erster Eindruck.
    Ach ja ... ich brauchte ja noch die Lötösen, die hatte ich schon gekauft.
    IMG_0016.jpg

    Nun ein paar Eindrücke vom Mikrofon für euch.
    IMG_0017.jpg
    Es ist ziemlich groß, ich würde sogar sagen, fast eins zu eins in der Größe zum original.
    IMG_0019.jpg
    Hier im offenen Zustand, alles ist wirklich sehr wertig verarbeitet.
    IMG_0020.jpg
    und hier ohne den Grill, ich habe noch zusätzlich einen Delrin-Spacer dazugekauft, dieser erhöht die Kapsel um circa 8,5mm.
    So ist die Kapsel auf der höhe wie beim u87.
    IMG_0018.jpg

    Ich war jedenfalls total aufgeregt und das führt zu Fehlern.
    Kurz zusammengefasst, ich hab mich am Lötkolben verbrannt, hab Lötfehler gemacht und zu allem übel, auch noch die Messingschraube vom XLR Output zerstört.
    Wie ging das... tja ... ich hätte die Schraube reindrehen müssen, ich wollte sie rausdrehen, zu viel kraft und ... naja die Quintessenz war, ich musste die Schraube aufbohren.
    IMG_0021.jpg
    danach hab ich erstmal Pause gemacht und mir zum ersten Mal echt ernsthafte Gedanken gemacht, ob das Projekt nicht eine Nummer zu hoch war.
    Ich war so sauer auf mich selber, dass das Projekt vielleicht an so einen dummen Fehler scheitert, dass ich erstmal zum Trotz die XLR Kabel eingelötet habe um dann auch zu merken, dass ich wieder einen Fehler gemacht habe, weil ich so den XLR Pin nicht mehr ins Gehäuse gekommen hätte.
    Naja was passiert dann ... anstatt einfach die Kabel am XLR-Pin wieder auszulöten, habe ich angefangen die Kabel an der Platine auszulöten ... Katastrophe... ab dem Zeitpunkt war mir klar ... es wird Zeit eine Pause zu machen.

    Wie der Tag doch noch eine gute Wendung nahm, werde ich heute Abend posten oder morgen, ich hab erstmal zu tun an diesem schönen Tag ;)
     
  20. hippiejim

    hippiejim Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.16   #20
    Teil 2:
    Also ... nachdem ich gefühlt 5 Schachteln Zigaretten auf dem Balkon geraucht habe und mir alles nochmal durch den Kopf hab gehen lassen, bin ich erstmal an die frische Luft gegangen und habe mich mit Freunden getroffen.
    Als ich nach Hause kam und das Mikrofon so hab daliegen sehen, zuckte es mir dann doch nochmal im Finger.
    Als erstes wollte ich schauen, ob ich erstmal eine Lösung finde, um den XLR Anschluss doch noch zu nutzen im Mikrofon, bis ich einen Ersatz erhalte.
    Mit einer kleinen m2 Schraube ging es dann zum Glück, die Buchse sitzt perfekt und hat auch genug halt. Von diesem Erfolgserlebnis angesteckt nahm ich meine Lötzinnpumpe zur Hand und endlötete die XLR Kabel, nachdem alles draußen war und die Pins auch befreit waren vom Löten startete ich einen zweiten Versuch und war wieder konzentriert, so wie am Anfang meines Baus.
    Nachdem die Styroflex Kondensatoren eingelötet waren und alle Kabel der Platine verbunden waren kam der erste Test.
    IMG_0023.jpg
    IMG_0024.jpg
    IMG_0025.jpg
    Am FET-Transistor muss mit Hilfe des Bias eine Spannung von 11,5v anliegen.
    Ich nahm mein Multimeter zur Hand, leider habe ich nur ein billiges und dieses schwankte von den Werten ohne Ende.
    Ich war aber froh, dass ich anscheinend keinen Lötfehler gemacht habe, denn am FET-Transistor lag genug Spannung an, so dass ich ungefähr 11,5v einstellen konnte mit Hilfe des Bias (dazu später mehr).

    Nun konnte ich noch die Kapsel verbauen sowie den Transformator.
    Der AMI T13 war etwas schwierig zu verbauen, da ich mit den Kabeln erstmal klarkommen musste, aber Google war wie so oft bei diesem Bau mein Freund, sodass ich alles schön auf die Platine löten konnte.
    Nun war die Zeit gekommen für euch ein paar Fotos zu schießen ;)
    Ich muss zugeben, nachdem ich so angefixt war nach dem morgen, habe ich etwas vergessen viele Fotos vom Bau zu schießen.
    IMG_0026.jpg

    Wie ihr seht, habe ich die Kabel etwas länger gelassen, dass hat folgenden Grund. Ein Selbstbau ist natürlich keine Industrieware und sollte ich doch nochmal was neu verlöten müssen oder modifizieren, möchte ich noch genug Reserven haben, damit ich nicht immer neue Kabel verbauen muss und an mehreren Platinen rumlöten muss. Die Kapsel von Peluso brauchte noch die Ground-Kabel. der Einbau war etwas kniffelig, vorallem wegen den kleinen m1,6x6mm Schrauben.
    IMG_0027.jpg
    Auf dieser Seite sieht man schön den TAB-Funkenwerk Transformator.
    Diesen habe ich mit Kabelbinder befestigt. Es gibt sicherlich auch noch die Möglichkeit sich so eine Transformatorkapsel zu besorgen, wo man diesen reinlegt. Auch hier habe ich die Kabel lieber länger gelassen, sollte ich auch da nochmal etwas verlöten müssen.
    IMG_0029.jpg

    Damit die Switches passen, habe ich einen Abstandshalter dazwischengelegt, sowie eine kleine Unterlegscheibe, somit sitzen die Switsches perfekt im Gehäuse und lassen sich Butterweich schalten.
    IMG_0028.jpg

    Zum Schluss nochmal ein kleines Detailbild der Kapsel.
    Diese ist sehr schwer und wirklich sehr gut verarbeitet.
    IMG_0030.jpg

    So sieht es dann aus, wenn das Mikrofon in seiner Spinne hängt.
    Auch die Spinne ist von wirklich sehr, sehr guter Qualität.
    FullSizeRender.jpg

    Der erste Test:
    Da war ich ja richtig aufgeregt, denn nichts ist schlimmer, als die Ernüchterung, wenn es nicht funktioniert.
    Also: Kabel rein, Phantompower an und ... "Test, Test, Test" ... es funktioniert !!!
    Ihr könnt euch nicht vorstellen wie erleichtert ich war.
    Aber ... es funktioniert ja selbstverständlich nicht alles gleich.
    Ich hing das Mikrofon als Mono Overhead über mein Drumset und spielte etwas ein.
    Beim reinhören bemerkte ich eine komische Kompression/Verzerrung wenn ich Rimshots auf der Snare spielte, sowie wenn ich auf die Toms schlug.
    Uncool... die Verzerrung klang nicht mal unangenehm, aber natürlich soll die Übertragung sauber sein.
    Beim genaueren betrachten der Waveform sah ich einen komischen Ausschlag nach unten.
    FullSizeRender-2.jpg
    Wenn jemand Erfahrung mit so etwas hat, bin ich für jeden Rat dankbar. Es sieht nach DC-Offset aus, leider habe ich noch nicht ganz herausgefunden woher das kommt.
    Ich habe bei der weiteren Récherche festgestellt, dass ich die Spannung nicht am Transistor messen darf, sondern an dem kleinen Widerstand neben dem Transistor. Also heute nochmal das Multimeter bedient und siehe da, mein Multimeter schwankt auch nicht mehr mit den Volt-Werten.
    Der Bias war auf 11,8v eingestellt.
    Also nochmal den Trimpod bedient und auf 11,5v runter.
    Bei einem ersten Test konnte ich in den Waveformen nicht mehr diesen Ausschlag feststellen und ich werde morgen am Schlagzeug testen, ob es so bleibt.
    Am Freitag kann ich mein Mikrofon nochmal durch ein Oszilloskop jagen und hoffe, dass es dann besser wird.
    Wichtig ist mir erstmal, es funktioniert. Die Schalter für die Richtcharakteristiken funktionieren, der Pad-Schalter, sowie der Filter.
    Das Mikrofon mach keine komische Geräusche und die Sprachaufnahmen sind schon mal richtig, richtig gut.
    Ich hoffe, dass andere kriege ich noch in den Griff.
    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte, bei dem DC-Offset.
    Des Weiteren bin ich nach über einem Monat Bauzeit froh, dass es fertig ist und muss auch sagen, es hat sich gelohnt.
     
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