News - Software bringt tote Pianisten zum Spielen

von binOr, 22.04.05.

  1. binOr

    binOr Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.09.04
    Zuletzt hier:
    6.05.09
    Beiträge:
    98
    Ort:
    Frankfurt am Main
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    31
    Erstellt: 22.04.05   #1
    Durch ein neues Digitalisierungsverfahren kann der Tastenanschlag von einem automatischen Piano nachempfunden werden. Eine US-Softwarefirma will ein "Live-Konzert" zweier toter Pianisten organisieren. Die Technik kann Glenn Gould und Alfred Cortot zwar nicht wieder zum Leben erwecken, wohl aber deren Art, die Tasten anzuschlagen.

    Das Unternehmen Zenph Studios in Raleigh [North Carolina] hat nämlich zwei 50 und 77 Jahre alte Mono-Aufnahmen der Musiker mit einem neuen Verfahren digitalisiert, wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet. Bisher gingen bei einer Digitalisierung zehn bis 20 Prozent gleichzeitig gespielter Töne verloren oder waren falsch. Dieses Problem der polyphonen [mehrstimmigen] Umsetzung hat die Firma nun nach eigenen Angaben weitgehend gelöst. Das eigentliche Klavierspiel übernimmt bei dem Konzert ein automatisches Piano, dessen Tasten über einen Computer gesteuert werden. Das Instrument berücksichtigt dabei auch, wie schnell und stark die Tasten und Pedale ursprünglich gespielt wurden.

    Vom Kanadier Glenn Gould [1932-1982] werden Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen zu hören sein. Ein Präludium von Frederic Chopin soll ganz im Stil des Schweizers Alfred Cortot [1877- 1962] aufgeführt werden.

    Das neue Digitalisierungs-Verfahren bietet der Musikindustrie nach Ansicht des Unternehmens die Chance, auch Material, das wegen seiner schlechten Qualität bisher unveröffentlicht geblieben ist, in die Musikläden zu bringen.

    quelle: http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=264958&channel=3

    hört sich viel versprechend an, auch wenn die verstorbenen pianisten leider nicht mehr die möglichkeit haben, gegen künstlich erstellte aufnahmen, die unter ihrem namen verkauft werden, einspruch zu erheben. vielleicht werden die cd's deshalb aus rechtlichen gründen mit "99,9% Alfred Cortot" betitelt. *g* ich könnte mir auch vorstellen, dass mit hilfe der neuen digitalisierungstechnik gewonnene spielweisen in software-pianos wie 'the grand' integriert werden. nach dem klavierspiel kann man dann auf statistik klicken und sieht, dass der eigene spielstil aus 3,75% Chopin und 96,25% Tom Green besteht. oder so. :D

    aber ernsthaft: ich besitze einige aufnahmen gefeierter pianisten auf cd, welche allerdings durch die schlechte aufnahmequalität wirklich schwer genießbar sind. diese cd's würde ich äußerst gern mal reproduziert in super audio qualität anhören. wenn das verfahren tatsächlich zuverlässig ist, hut ab!
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    18.08.03
    Zuletzt hier:
    3.12.16
    Beiträge:
    10.615
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    1.926
    Kekse:
    23.787
    Erstellt: 25.04.05   #2
    "Neues Digitalisierungsverfahren" beschreibt die Sache eigentlich ziemlich verkehrt.
    Ein besserer, ausführlicherer Artikel hier: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-04/ns-ief042005.php

    Es geht zudem erstmal nicht um eine Neuaufnahme auf CD, sondern zunächst mal um eine Demonstration der Software in Form eines "Live"-Konzerts. (Nur eben ohne den Pianisten, der aus verständlichen Gründen nicht anwesend sein kann...).

    Jens
     
Die Seite wird geladen...

mapping