Noten gebunden spielen ohne Haltebogen

von gregor1, 19.12.07.

  1. gregor1

    gregor1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #1
    Hallo

    in meinem Übungsheft (Heumann, "Piano Crash-Kurs") steht drin, das wenn kein Haltebogen zwischen den Noten ist, das dann trotzdem legato gespielt wird. Dann frage ich mich warum man einen Haltebogen macht, wenn auch ohne legato gespielt wird?

    Gruß
     
  2. markus85

    markus85 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #2
    Hi,

    meiner Meinung nach haben "Haltebogen" und "Legato" nichts mit einander zu tun.

    Haltebogen zwischen Noten: klingen wie ein Ton (ohne neuen Anschlag der gleichen Taste, einfach den Ton "halten")

    Legato: Melodiefolge "gebunden" spielen. Schwer zu erklären, halt die vorherige Taste erst loslassen, wenn man die nächste Taste schon drückt. Blöd erklärt, aber ich denk man kanns verstehen :p
     
  3. gregor1

    gregor1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #3
    Stimmt, hast wohl recht das Haltebögen und legato ist wohl noch mal etwas anderes. Obwohl das Prinzip wohl dasselbe bleibt, das man den Finger nicht von der Taste nimmt bevor die nächste Taste angeschlagen wird (was bei zwei gleichen Tönen natürlich die Folge hat, das der Finger einfach auf der Taste bleibt).

    Meine Frage bliebe aber, da wohl auch ohne Bogen (also den "legatobogen") legato gespielt wird. Hab aber inzwischen eine Antwort erhalten (aus einem anderern Forum), diese "legatobögen" werden wohl gemacht um einzelne Abschnitte aufzuteilen, d.h. statt dem Takt wird wohl der "legatobogen" zur primären Strukturierung, das heißt die Töne des "legatobogens" (ich denke der nennt sich dann Phrasierungsbogen) werden in besonderer Betonung gespielt und es ist sozusagen ein eigener Abschnitt.
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 20.12.07   #4
    Nun haben wir alles beisammen:
    1. der halte- oder bindebogen, der eine note an die nächste bindet
    2. der legatobogen, bedeutung klar
    3. der phrasierungsbogen, der besonders wichtig ist, wenn ein sinnzusammenhang vom taktgefüge abweicht. Kleiner tip: dem anfang einer solchen phrase einen akzent geben, auch wenn er nicht auf einem betonten taktteil steht.

    Ohne bogen muss der spieler selbst entscheiden, ob legato, non-legato, portato oder staccato in allen möglichen nuancen, oder muss sinngemäß phrasieren.
    In urtextausgaben etwa von Bach muss man die strukturen durch entsprechende phrasierung deutlich machen, irgendetwas muss der interpret ja auch tun :), dafür hat er auch freiheiten. Streicher sind an hren bogen gebunden, sänger und bläser an ihre atemkapazität, akkordeonspieler an den balg, nur klavierspieler brauchen nicht zu atmen und können sogenannte bandwürmer produzieren :rolleyes:
     
  5. Tastendilettant

    Tastendilettant Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #5
    Bindebogen über zwei gleichen Noten: die Note wird einfach nur für die Dauer beider Notenwerte gehalten. Bindebogen über verschiedenen Noten: es wird betont Legato gespielt. Gar kein Bogen bedeutet, dass zwar Legato gespielt wird, die Noten aber nicht so flüssig gespielt werden wie bei einem "echten" Legato.
     
  6. emanuel

    emanuel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #6
    @ newbie123

    sehrwarscheinlich handelt es sich um einen Phrasierungsbogen. (kenne diesen Lehrband nicht.)

    Du musst dir das so vorstellen: Ein Satz in einem Text besitzt Komma's sowie einen Punkt. Der Phrasierungsbogen teilt das Lied in kleine Abschnitte die unbedingt zusammen hängen müssen, wie von Komma zu Komma.
    Siehe in einem Gedicht, dort sind auch Abschnitte, in der Musik heissen diese Phrasen. Dadurch der Name Phrasierungsbogen.

    MfG Emanuel
     
  7. gregor1

    gregor1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #7
    Super Erklärungen, vor allem die mit Veranschaulichung mit den Kommavergleich in Sätzen. Aber wie kann ich Phrasierungsbogen und Legatobogen unterscheiden? Sehen doch eigentlich gleich aus?! Das heißt, woher weiß ich ob ich die Noten nun "nur" gebunden spielen muss oder ob es sich um einen besonders zu betonenden Abschnitt handelt?
     
  8. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 21.12.07   #8
    Es ist doch schön, wenn du etwas selbst ent- oder unterscheiden darfst! Eine zusammenhängende phrase wird man auch "in einem atem" legato spielen.
    Eine mit bogen markierter abschnitt muss nicht besonders betont werden, zwischen zwei phrasen könnte ein atemzeichen stehen, das auch wie ein komma aussieht und die gleiche funktion hat, hände weg von den tasten und neu einsetzen mit einem kleinen akzent. Das macht musik lebendig, ich spiele auch klassische musik gern "gegen den strich".
     
  9. dkoschuch

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    Erstellt: 29.12.07   #9
    Beim Klavier spielt das keine Rolle.
    Der Legato-Bogen ist nur für Streicher entscheidend, weil er hier bedeutet, dass für die Dauer eines L-Bogens kein Richtungswechsel des Geigenbogens stattfinden darf.
    In der Klavierliteratur wird der L-Bogen nur der Einheitlichkeit halber eingezeichnet.
     
  10. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.08   #10
    ....können dabei aber -blau angelaufen- auch mal leicht vom Klavierschemel kippen :D
     
  11. Günter Sch.

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    Erstellt: 02.01.08   #11
    @dkoschuch
    Natürlich hat der legatobogen auch für klavier eine berechtigung: er zeigt an, dass legato gespielt werden soll! :rolleyes:
    @pille
    Ich hoffe, du holst wie ich bei längeren stücken, etwa Schubert-sonaten, mal zwischendurch luft. :great:
     
  12. dkoschuch

    dkoschuch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.08   #12
    Es muss, wie der TE schon richtig schrieb, auch ohne diesen Bogen legato gespielt werden (wenn sonst nichts angegeben ist).
     
  13. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.08   #13
    Ich dachte immer, wenn nix angegeben wird, dann wird non-legato gespielt, während legato, tenuto, portato, staccato explizit angegeben werden.
     
  14. Günter Sch.

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    Erstellt: 02.01.08   #14
    Es gab/gibt komponisten, die sehr penibel notier(t)en, andere aber nicht. Vielfach haben herausgeber sich darüber hergemacht, aber seht euch urtext-ausgaben an!
    Wenn nix dasteht, muss man selbst entscheiden, automatisch legato ist nicht, aber - - andere lehrer, andere sitten.
    Ich habe schon Bach'sche gesangslinien neckisch hüpfend gehört.
     
  15. dkoschuch

    dkoschuch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.08   #15
    Na prima.
    Dann sind ja jetzt alle Klarheiten beseitigt....
     
  16. Günter Sch.

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    Erstellt: 03.01.08   #16
    Das schaffen wir meistens :)
     
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