Nützliche Gitarrenschaltung - Craig Anderton Transient Tamer

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ChriString

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Craig Anderton Transient Tamer

Diese Schaltung ist extrem simpel und effektiv...(aber nicht wirklich hörbar)

Was es ist:
Es sind lediglich 2 rote LEDs die "...back-to-back red LEDs across the output’s hot and ground connections" angeschlossen werden > siehe Grafik auf der Website dann wird's klarer. Einfach zwei LEDs "gegenüber" > linker Fuss 1 nach rechter Fuss 2 zwischen Output und Ground einbauen.

Was es macht:
Es gibt E-Gitarren/Pickups (und Audio Interfaces) die übersteuern selbst dann, wenn der Gain am Hi-Z Input auf 0 ist. Man muss also vorher den Output irgendwie reduzieren (z.b Volume Poti an der Gitarre...was aber auch anders klingt) sonst kommt es zu clipping was zu unschönen Störgeräuschen führt. Und selbst wenn nicht... so muss man dennoch diese extrem hohen aber kurzen Spitzen beim einpegeln berücksichtigen.

Die beiden LEDs bewirken, DASS und NUR genau dieser Bereich beschnitten wird (hard oder soft limiting?) Ansonsten geht das Signal unverfälscht durch. 99% des Klangs gehen also unverfälscht durch und nur diese extrem kurzen und extrem lauten(!) Spitzen werden beschnitten. Dies komplett transparent / nicht hörbar. Das ist was anders als ein normaler Kompressor.

Man kann dadurch High Output Pickups problemlos nutzen und (generell) die E-Gitarre* besser/lauter einpegeln.

Die Wirkung ist gleichzeitig sehr subtil aber effektiv. Viele Gitarren/Pickup benötigen sowas nicht (und dort hätten die LEDs auch gar keine Wirkung) aber wenn man es benötigt ist es sehr hilfreich!

Man könnte es wie Craig in ein Spezialkabel, statt direkt in die Gitarre einbauen oder mit einem kleinen Schalter falls gewünscht.

Bessere Erklärung und Soundbeispiele hier beim Erfinder:
https://craiganderton.org/transient-tamer-diy-project/
 
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...coole Idee.
Ist sozusagen ein radikales Limiting.
Könnte ich mal ausprobieren, denn als ausgemachter Fan von (Achtung eigene Wortschöpfung😆😉) "Close Pickuping" (ich liebe den Sound von Pickups die sehr nah an den Saiten sind) muss ich ganz genau den Punkt treffen bevor die Pickps bei Anschlag der tiefen E-Saite dieses brasselnde "Furzgeräusch" (sorry, der Ausdruck passt aber gut) bekommen.
PUs reagieren da unterschiedlich und mit meinen aktuellen in verschiedenen Gitarren (Kinmans, Duesenberg Grand Vintage, Wilkinson P90 HB und Fleor Klingen HB) gibt's keine Probleme...doch der SD Jeff Beck der ne Zeit lang mein Favorit war "furzte" furchtbar wenn ich ihn für mein klangliches Empfinden nah genug hatte...was auch teilweise mit fetter Zerre - je nach Riff - schon als disharmonischer Unterton zu hören war und zB bei Aufnahmen störte.
Sollte ich bei einer neuen Konstellation das Problem haben werde ich das probieren...danke für den Tipp👍😉
Gruß,
Bernie
 
  • Ersteller
  • #3
Es ist primär relevant für digital Gear, Audio Interfaces und Pickups mit High Output... bei richtigen Tube Amps glaube ich gibt es da keine Probleme...aber ich denke auch nicht, dass man was gewinnt wenn man diesen Transient Tamer ausschalten würde.

Der Artikel von ihm ist sehr gut geschrieben.

Ich habe wegen genau diesem Problem eine separate Palmer PAN 02 DI Box vor dem Audio Interface (Focusrite* Saffire Pro 24) das hilft....aber (> Nazgul 7 Saiter Bridge Pickup) auch nicht immer.

Ich muss die Schaltung wieder mal aufbauen, das ist in einer anderen Gitarre verbaut die ich momentan nicht hier habe...vielleicht auch als Spezialkabel das ist ja recht praktisch.

Ich glaube so ganz normale rote LED (die etwas grösseren, 3mm oder so) funktionieren ganz gut.

@OldRocker Fleor Pickups im allgemeinen: Ganz gut? Oder was denkst du? Hab auch welche, die gleichen Single Coil size klingen Humbucker als auch ein Single Coil Set und normale noch nicht verbaute Humbucker....hab aber in die Richtung wenig Erfahrung und Vergleiche...daher klingen die für mich einfach wie normale, unspektakuläre und sauber funktionierende Pickups (?)
 
Floer....mal so mal so.
Der Telecaster-Klingen-Steghumbucker in meiner paranormal Tele klingt richtig gut, der Vintage Tele Halspickup ist soweit gut aber eher standard, der Strat Klingen-StegHB in ner anderen Gitarre klingt gut nach Modifikation, 2 Vintage HB warten noch auf Einbau in ne HH-Telecaster.
 
Hmmm...
Rote LEDs werden ja auch als Clipping-Dioden u.a. in der Turbo-Ratte verwendet, wobei da aber auch der Op-Amp mit zum Clipping beiträgt.

Rote LEDs schalten bei ungefähr 1,4V durch, und begrenzen somit die Amplitude (Spannung) am Ausgang der Gitarre auf ca. +/-1,4V.
Wegen der exponentiellen Strom-Spannungskennlinie von Dioden ist es nicht exakt ein hartes Clipping; die Diode schaltet sozusagen gleitend oder allmählich durch, je größer die Amplitude (Spannung) wird.

Die Dioden wirken quasi wie ein spannungs-gesteuerter Widerstand: Je höher die Spannung, desto (ungefähr exponentiell) geringer der wirksame Widerstand der Diode, desto stärker die Signal-Abschwächung.
Sehr laute Pickups können im Moment des (harten) Anschlags Spannungs-Spitzen bis etwa 1,5V erreichen.

Die roten LEDs reduzieren den Ausgangspegel also entsprechend dem Pegel, der vom Pickup kommt, und zwar umso stärker, je größer der Pegel vom Pickup ist.
(Das erzeugt prinzipiell etwas Verzerrungen, die aber subjektiv praktisch nicht wahrnehmbar sein können - im Gegensatz zur "harten" Übersteuerung eines Interface-Eingangs.)
Eine gute Idee.
 
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  • #6
@Burkie Danke für deinen wertvolle Beitrag und die Zahlen dazu!

Ich weiss nicht ob man diesbezüglich das sinnvoll berechnen kann (oder muss?) um dann gezielt genau passende LEDs finden/suchen kann?

Bei mir hat es jedenfalls genau so wie angedacht funktioniert: (Vollständigkeitshalber hier die Gerätschaften)
- problematisches Audio Interface: Focusrite* Saffire Pro 24 Hi-Z Input mode
- Pickups: Seymour Duncan Jeff Beck & Jazz Humbucker (SH-4,SH-2N)
- LEDs: einfach normale rote LEDs(?) wie viele Effektpedale nutzen ca. 7mm hoch und 4mm Durchmesser
 
@Burkie Danke für deinen wertvolle Beitrag und die Zahlen dazu!

Ich weiss nicht ob man diesbezüglich das sinnvoll berechnen kann (oder muss?) um dann gezielt genau passende LEDs finden/suchen kann?
Hallo,

du kannst solche Schaltungen mit dem kostenlosen LTSpice für Windows simulieren.
Dazu zeichnest du dir in LTSpice den Schaltplan ein - hier also zwei rote LEDs - und gibst als Quelle (Pickup) eine Spannungsquelle an.
Als Signal kannst du ein Wave-File (z.B. ein Riff auf deiner Gitarre gespielt) eingeben, und die Ausgangsspannung in ein Wave-File exportieren lassen.

Dann kannst du sowohl in der Simulation (LTSpice) Spannungen und Ströme "virtuell" durchmessen, als auch anhören (über das Wave-Export-File), wie es klingen würde.

Der "Trick" dieser LED-Schaltung besteht darin, dass die sog. Flussspannung roter LEDs bei ca. 1,4V liegt. Das ist die Spannung, bei der der Strom durch die Diode merklich ansteigt (exponentielle Kennlinie). Die Ausgangsspannung sehr "lauter" Pickups kann beim harten Anschlag kurzzeitig bis um die 1,5V oder vielleicht sogar etwas mehr gehen - im "Normalfall" liegt sie aber darunter.
Für diese Fälle - kurzzeitige Spannungsspitzen - greift diese LED-Schaltung und kappt die Spanungsspitzen "etwas sanft" (exponentielle Kennlinie) bei um die 1,4V. Sodass nachgeschaltete Interfaces nicht in harte Übersteuerung (hartes Clipping) getrieben werden (sollen).

Die bekannte Turbo-Ratte verwendet aber ebenfalls rote LEDs als Verzerrer-Clipping-Dioden.
Der Unterschied ist, dass in der Turbo-Ratte vor den roten Clipping-LEDs noch eine Verstärkerstufe (Op-Amp mit einstellbarer Verstärkung, Distortion-Regler) sitzt, die das Pickupsignal für ordentlich Verzerrung auf bis zu fast 4V verstärken kann - es werden dann nicht nur kurzzeitige Spannungsspitzen "geclippt", sondern praktisch das gesamte Signal - und das führt dann zu der beliebten fetten Verzerrung.
(Außerdem wird bei der Turbo-Ratte bei aufgedrehtem Distortion-Regler die Verstärkerstufe selber - ein Op-Amp - auch schon in die Übersteuerung getrieben, was ebenfalls Verzerrungen erzeugt, und zum Gesamtsound beiträgt.)

Daran erkennt man einmal mehr, dass der erzielte Sound - hier fette Verzerrungen, dort eher "sanfte" Pegelspitzen-Begrenzung - nicht (hauptsächlich) von speziellen Bauteilen abhängt, sondern wie sie in der Schaltung verwendet werden, und wie sie betrieben werden.

Die Flussspannung von LEDs hängt hauptsächlich von der Farbe ab.
Rote LEDs für niedrigen Strom für Anzeige-Zwecke (wie sie in Effekt-Pedalen sind, um anzuzeigen, ob sie eingeschalten oder auf By-Pass geschalten sind) sollten für diese Zwecke gut funktionieren.

Wenn man es sehr genau machen will, kann man die Schaltung mit LTSpice für bestimmte Diodentypen simulieren.
 
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