Olympia-Sprinter mit Prothese

von Mr. Mojo Paule, 28.05.08.

  1. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.04.08
    Zuletzt hier:
    19.07.16
    Beiträge:
    594
    Ort:
    Bremen, Germany
    Zustimmungen:
    126
    Kekse:
    32.404
    Erstellt: 28.05.08   #1
    Oscar Pistorius (* 22. November 1986 in Sandton, Johannesburg, auch bekannt als „fastest thing on no legs“, ist ein südafrikanischer Sprinter und Weltrekordhalter, dem von Geburt an durch einen Gendefekt die Wadenbeine fehlten. Im Alter von 11 Monaten wurden ihm die Beine knieabwärts amputiert.

    Durch speziell für ihn angefertigte Prothesen aus Karbon ist er in der Lage zu laufen. Zur Zeit (2007) studiert der Sportler, der sich selbst nicht als behindert, sondern nur als „ohne Beine“ bezeichnet, Betriebswirtschaftslehre. Bei den Paralympischen Spielen gewann er mehrmals Gold.

    Die IAAF entschied auf Grundlage eines Gutachtens, das Biomechanik-Professor Gert-Peter Brüggemann von der Sporthochschule Köln angefertigt hatte, dass Pistorius an den Olympischen Spielen 2008 in Peking nicht teilnehmen dürfe. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob jedoch am 16. Mai 2008 die Entscheidung auf. Oscar Pistorius ist für alle Rennen uneingeschränkt startberechtigt, muss aber für die 400-Meter-Strecke die Olympianorm des Weltverbandes (45,95 Sekunden) erfüllen.

     
  2. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    18.05.04
    Zuletzt hier:
    5.07.14
    Beiträge:
    2.225
    Zustimmungen:
    27
    Kekse:
    16.975
    Erstellt: 28.05.08   #2
    Und, worüber soll jetzt hier diskutiert werden? Wenn du hier schon laufend Themen reinwürfst, wäre es vielleicht nett, wenn du auch was zur Diskussion beiträgst. Und wäre dieses Thema hier nicht besser in Sportbereich aufgehoben oder versteh ich nur nicht, worauf du hinaus willst?
     
  3. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.04.08
    Zuletzt hier:
    19.07.16
    Beiträge:
    594
    Ort:
    Bremen, Germany
    Zustimmungen:
    126
    Kekse:
    32.404
    Erstellt: 28.05.08   #3
    Es ist ein sozial- und wirtschaftspolitisches Thema. Beim Sport wäre es aus diesem Grund deplatziert. Oscar Pistorius ist von Geburt an ein körperbehinderter Mensch. Er selbst bezeichnet sich nicht als behindert, sondern als Mensch ohne Beine. Mit seiner Sportprothese vollbringt er im Leistungssport Resultate, die nicht körperbehinderten Spitzensportlern in starke Bedrängnis bringen. Pistorius ist eine starke Konkurrenz für den Markt Leistungssport und der Olympiade in seiner Disziplin.

    Mit einem Gutachten wurde der Versuch unternommen ihm nicht zur Olympiade zu zulassen. Das Argument lautete, technische Hilfsmittel sind nicht erlaubt! Ich frage mich nur wie er ohne Hilfsmittel an einem 400 m Lauf teilnehmen soll. Ein weiteres Argument war die Technik seiner Sportprothese. Sie funktioniert nicht wie die Beine eines Spitzensportlers. Er kann mit der Sportprothese Leistungen erbringen, die ein nicht Behinderter Spitzensportler in der Hinsicht Tempo und Ausdauer nicht so ohne weiteres bringen kann. Diese Argumente wurden vom internationalen Sportgericht über Bord geworfen. Er kann teilnehmen, wenn er die Olympianorm beim 400 m Lauf von 45.95 Sekunden erfüllt.

    Warum wurde das Olympiaverbot von Pistorius aufgehoben?

    Gibt es zu Doping und der Hightech-Technologie einer Sportprothese einen Zusammenhang?
     
  4. cAuL

    cAuL Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.06.07
    Zuletzt hier:
    3.12.16
    Beiträge:
    397
    Ort:
    Österreich
    Zustimmungen:
    31
    Kekse:
    1.161
    Erstellt: 28.05.08   #4
    Natürlich ist es tragisch, dass jemand der für den Sport der Lebensinhalt darstellt nicht an der "normalen" Olympiade teilnehmen kann.
    Aber ich finde es durchaus verständlich, dass man ihn auf Grund dieses Vorteils nicht am Wettbewerb teilnehmen lässt.
    Denn Vorteil ist, wie wir einmal in einem extra Physikkurs (Vorbereitung für European Science Olympiade) ausgerechnet haben, nicht unbeträchtlich, ich glaube er glaube die Umsetzung der Muskelkraft ist um ca 50% höher als die Umsetzungskraft eines durchtrainierten Sportlers. Das heißt das er selbst mit weniger Training eine bessere Umsetzung der Energie/Muskelkraft stattfindet. Aus diesem Grund finde ich dass zum Schutz der "normalen" Sportler ein Ausschluss verständlich ist. Schließlich gibt es die Special Olympics bei denen andere Beinamputierte Sportler mit ähnlichen Prothesen ein faireren Vergleich der sportlichen Fähigkeiten darstellen dürften.
     
  5. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.04.08
    Zuletzt hier:
    19.07.16
    Beiträge:
    594
    Ort:
    Bremen, Germany
    Zustimmungen:
    126
    Kekse:
    32.404
    Erstellt: 28.05.08   #5
    Ich habe doch mitgeteilt, dass er unter der Voraussetzung, dass er die Olympianorm sprintet, zur Olympiade zugelassen wird. Als körperbehinderter Spitzensportler ist er nicht der erste, der an einer Olympiade teilnehmen darf. Es gab eine Spitzensportlerin die sich für das Bogenschießen qualifizierte und ein Spitzensportler im Weitsprung.

    Die Para-Olympics haben lange nicht die Anerkennung wie die „normale“ Olympiade. Und das große Geld fließt eben bei den nicht behinderten Spitzensportlern. Den körperbehinderten Sprinter auszuschließen ist eine Diskriminierung gegenüber den „normalen“ Spitzensportlern. Er betrachtet sich nicht einmal als behindert, sondern als Mensch ohne Beine. Zum behinderten Mensch wird er gemacht! Ist das fair?
     
  6. cAuL

    cAuL Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.06.07
    Zuletzt hier:
    3.12.16
    Beiträge:
    397
    Ort:
    Österreich
    Zustimmungen:
    31
    Kekse:
    1.161
    Erstellt: 28.05.08   #6
    Das tragisch war auch darauf bezogen, wenn er nicht teilnehmen könnte. Der Grund warum ich der Meinung bin dass eine Teilnahme seinerseits unfair wäre ist ja nicht das er behindert ist. Im Gegenteil, finde ich es sehr bewundernswert wenn Leute, denen nicht Steine sondern richtige Felsen in den Weg geworfen werden, sich nicht von ihrem Ziel abbringen lassen.
    Der Grund warum ich gegen eine Teilnahme ist, dass seine Prothesen physikalisch gesehen unbestreitbar eine bessere Umsetzung der Muskelkraft ermöglichen.

    Dass die Paralympics keine so große Anerkennung wie die „normale“ Olympiade erhält ist traurig und wahr.
    Ich verstehe auch dass er sich nicht als behindert ansieht, da er ja keine "Hinderung" hat sondern seine Beinprothesen je nach Bereich bessere (zb Kraftumsetzung) und in anderen Bereichen schlechter (ich könnte zB Feinmotorik vermuten) sind. Das ändert jedoch nichts daran dass sie ihm beim Laufen einen Vorteil gegenüber anderen bieten, da seine Beine nicht ersetzt, sondern in den für Laufen interessanten Bereichen auch optimiert wurden.
    mfg
     
  7. Meathook

    Meathook Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.10.06
    Zuletzt hier:
    9.05.11
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    152
    Erstellt: 02.06.08   #7
    "Ich seh mich nicht als behindert an, sondern nur als Mensch ohne Ausdauer. Deswegen finde ich es eine Unverschämtheit, dass ich nicht mit meinen ganzen Dopingmitteln nicht zur Olympiade zugelassen werde."
    Schwachfug.
     
  8. Mogadischu

    Mogadischu Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.01.04
    Beiträge:
    1.444
    Ort:
    D:\Sachsen\Leipzig
    Zustimmungen:
    323
    Kekse:
    4.392
    Erstellt: 03.06.08   #8
    Super, wieder ein sinnentleerter Beitrag ohne Begründung. Prima!
     
  9. Meathook

    Meathook Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.10.06
    Zuletzt hier:
    9.05.11
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    152
    Erstellt: 03.06.08   #9
    Okay, dann eben etwas ausführlicher. Was ich damit sagen wollte ist, dass der Mann zwar nichts dafür kann, dass er keine Beine hat, aber das in meinen Augen trotzdem keine Rechtfertigung dafür ist, gleich von Diskriminierung zu sprechen, weil man ihm verbietet, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, weil er sich eben einen unfairen Vorteil durch seine Prothesen verschafft. Oder sollen wir las nächstes auch Leute auf Motorrädern beim Sprint zulassen, weil das ihre "Prothesen" sind und sie sich eben nur als "Menschen ohne Beine" sehen?