OpenCoreBody – eine offene Korpusplattform auf Basis der klassischen ST-Ergonomie?

wo1823

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Hallo zusammen,

Ich war hier vor gut zehn Jahren aktiv und habe insgesamt durchaus meine 2-3 Beiträge geschrieben – allerdings überwiegend im Akustikbereich. Danach ist es sehr lange still um mich geworden. Nun melde ich mich ausgerechnet mit einem Thema aus der E-Gitarren- und CAD-Ecke zurück. Ausgehend von den aktuellen Diskussionen um den Schutz klassischer Gitarrenkorpusformen beschäftigt mich seit einiger Zeit eine grundsätzliche Frage:

Könnte man eine offen dokumentierte und frei nutzbare Korpusform entwickeln, die die bewährte Ergonomie und technische Kompatibilität einer ST-Style-Gitarre beibehält, gestalterisch aber auf eigenen Beinen steht?

Meine Idee heißt vorläufig OpenCoreBody. Gedacht ist das nicht als Marke und auch nicht als kommerzielles Produkt, sondern als offenes Designprojekt für Selbstbauer, kleine Gitarrenbauer, CNC-Anwender und alle, die daran mitarbeiten möchten.

Die wesentlichen Ziele wären:
  • eigenständige, wiedererkennbare Außenkontur
  • vertraute Ergonomie und Spielposition
  • Nutzung gängiger Hälse, Bridges, Pickups und Elektronik
  • sinnvolle Varianten für unterschiedliche Fräsungen und Bestückungen ((idealerweise auch reuse z.B. für pre-wired ST pickguards)
  • offen verfügbare und bearbeitbare CAD-Daten
  • transparente Dokumentation der Entwicklung
Ausgangspunkt war zunächst eine klassische ST-Geometrie, aus der schrittweise eine eigenständigere Form entwickelt werden soll. Das erste Bild ist ein erster visueller Zielentwurf. Konturierung, Übergänge und Fräsungen sind noch nicht final – genau deshalb stelle ich die Idee bereits jetzt zur Diskussion. Die Gegenüberstellung ist KI generiert, und hat sicher einige Ungereimtheiten. Um das Konzept zu verdeutlichen, sollte es denoch reichen.

Mich würde vor allem interessieren:
  1. Haltet ihr eine solche offene Korpusplattform grundsätzlich für sinnvoll?
  2. Ist im Zielentwurf schon eine eigenständige Form erkennbar, oder hängt er optisch noch zu stark am bekannten Vorbild?
  3. Welche Maße und Schnittstellen müssten unbedingt standardisiert bleiben?
  4. Sollte es einen festen Referenzkörper geben oder besser mehrere kompatible Varianten (solange das Ökosystem weiter nutzbar bleibt) ?
  5. Hätte jemand Interesse, sich später mit CAD, CNC, Prototypenbau oder Praxistests zu beteiligen?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, hier bereits ein fertiges oder rechtlich abschließend bewertetes Konzept zu präsentieren. Ich möchte zunächst herausfinden, ob die Grundidee trägt und ob daraus eventuell ein gemeinschaftliches Open-Design-Projekt entstehen kann.

Kritik ist ausdrücklich erwünscht – gerade auch von Gitarrenbauern und Leuten, die praktische Erfahrung mit CAD, CNC oder Schutzrechten haben. Was ich allerdings nicht gebrauchen kann sind reine Bedenkenträger deren Beitrag sich darauf beschränkt der Welt zu erklären, warum das alles nicht funktioniert. Bitte nutzt die gleiche Energie und erklärt uns wie man das Projekt gestalten muss, dass es praktikabel und rechtssicher wird.

Was meint ihr: sinnvoller Ansatz oder Lösung für ein Problem, das eigentlich keines ist?

Target Design - Ver 1.0.webpOpenCoreBody_Inspiration.webp
 
Grund: Bilder eingebunden
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Ich finde, Deine Idee hat viele verschiedene Aspekte:
+ DIY
- CNC = maschinelle Fertigung
+ CNC: jede/r könnte sich aus ihrem/seinem Stück Holz, oder was auch immer, einen Body fräsen lassen
- Strat (sorry, ich mag set-neck)
+ Vergleiche könnten interessant werden, wer sich was wie auf solcher Basis gebaut hat (ein bischen wie beim Auto-Modding, boah, geile Felgen, super Spoiler, ... :hi5:)
...

Wenn das darauf abzielt, dass eine Person für sich selbst ein Einzelstück anfertigt, ist dann die originale Form rechtlich überhaupt ein Problem? Ich könnte mir vorstellen, dass dann sogar ein etwaiger Dienstleister (CNC-Fräser, Tischler, ...) keine Probleme bekommen würde, sofern eindeutig die Dienstleistung (also z.B. die Fräsarbeit, oder auch das Bereitstellen des Holzes) verkauft wird und nicht das Endprodukt?
 
Ich könnte mir vorstellen, dass dann sogar ein etwaiger Dienstleister (CNC-Fräser, Tischler, ...)
Kein Tischler wird seine CNC für einen Body bereitstellen. Da kostet das einrichten der Maschine schon zuviel.

Die Idee finde ich interessant. Diese Griffmulde wirkt jedoch deplatziert und mir erschließt sich der Sinn nicht.

Schwierig könnte es sein, da F ja auch Firmen angemahnt hat, die die ST Form modifiziert haben (siehe PRS*) und genau das ist dein Body. Eine Modifikation.

So lange, wie oben schon erwähnt, kein Geld mit dem fertigen Body sondern mit der Herstellung verdient wird, könnte das Konzept funktionieren. Bedeutet aber auch, dass das Produkt so nicht beworben werden kann (vermute ich).
 

Ich find's ein cooles Konzept und mag fast alles an der Idee daran. Deshalb will ich eher sagen, wo man noch verbessern könnte.

Was mir nicht gefällt:
- Die "Armmulde" (was n Wort...) finde ich nutzlos. Im Gegenteil: Könnte sogar weh tun beim längeren Arm auflegen?
- Badewanne: Mit ner Wanne kannst Du völlig frei (dank Pickguard) bestücken. 3 Single Coils? 2 Humbucker? HSH? Irgendwas dazwischen? Kack egal, hat ne Badewannenfräsung. Auf dem 2. Bild steht ja was zu den Fräsungen. Aber die auch gleich in die "roher Body" Konzeptbilder integrieren.
- Mir gefällt die Form des Pickguards nicht so. Das wird so "bubbly" und klobig. Pickguard an sich ist für den "Mod"-Gedanken aber defintiv die richtige Wahl.

Generell würde ich vielleicht das "obere Horn" weglassen (a la Tele) um noch ein wenig "sicherer" bezüglich Rechtsstreitigkeiten zu sein? Vielleicht mal ein schneller Sketch bei dem das obere Horn (also das zum Körper hin) verrundet ist in Richtung Tele bzw. Single Cut? Das könnte noch den entscheidenden Kick geben in Richtung Eigenständigkeit und wäre vllt sogar origineller. Das Pickguard könnte dann in Richtung dieser Rundung gehen und hätte noch ein wenig mehr "Distanz" zum Fender* Original. ABER: Ich hab keine Zeichenprogramme und kann es mir grad nur vorstellen. Könnte auch total bescheuert aussehen.

Weitermachen, ich lese weiter mit!
 
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Könnte man eine offen dokumentierte und frei nutzbare Korpusform entwickeln, die ...
Warum denn nicht? Die meisten "Gitarrenbauer" bauen korpusmäßig etwas in Richtung Stratocaster, mehr oder weniger abgewandelt. Das einzig Neue Deiner Idee wäre "frei nutzbar".
offenes Designprojekt für Selbstbauer, kleine Gitarrenbauer, CNC-Anwender
Der Gedanke ist grundsätzlich okay - aber ich vermute, dass nicht allzu viele Selbstbauer Zugang zu und Erfahrung mit CNC haben. Und kleine Gitarrenbauer wollen (soweit ich das überblicke) gerne ein "eigenes Design", keinen Standardkorpus.
Ist im Zielentwurf schon eine eigenständige Form erkennbar ...?
Für mich nicht. Ich sehe eine Strat mit Dellen, deren Sinn und Funktion ich nicht nachvollziehen kann. Optisch würden die "Mulden" mich (persönliche Meinung!) stören. Ob die Ausgangsbuchse klassisch auf der Korpusoberseite oder wie hier in der Zarge untergebracht ist, wäre mir grundsätzlich egal, Hauptsache, sie funktioniert. Aber diese Abflachung um die Buchse sieht für mich so aus, als hätte die CNC-Fräse einen Schluckauf gehabt - oder der Holzblock ist an dieser Stelle ungünstig abgerissen ... ;)
Kritik ist ausdrücklich erwünscht - ....Was ich allerdings nicht gebrauchen kann ...
Also möchtest Du Zuspruch und Unterstützung, kein "Aber". Na gut ...
 
Coole Idee!!!

Ich würde allerdings nicht am Body, sondern am Hals (Mensur, Setneck, Schraubneck, Halstaschenbreite, Halsmaße/Profile, Kopfplatte einseitig/beidseitig/links/rechts ), der Hardware (Trem, Tom, String thru, Mechaniken), den Pickup-Fräsungen (SSS, HSS, HSH, HH, SS) einen Standard vereinbahren. Das sind die Teile, die nicht jeder selbst bauen kann.

Die Form des Bodies, der Kopfplatte, ist dann die eigentliche Designarbeit bzw. Geschmacksache bzw der DIY-Part , die jeder selbst für sein Projekt um die vorgegebenen standardisierten Grundelemente herumbauen kann.

Das würde aber dann auf eine Open-Core-Electric-Guitar hinauslaufen.

Auswahl als Menue, Online bestellbar, Fertigung der Holzteile nach Auswahl, Lieferung aus Europa (am Besten aus Deutschland nach Deutschland).
 
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  • #7
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Genau solche Einwände helfen, die Idee vom ersten Rendering zu einem brauchbaren Konzept weiterzuentwickeln. Ein paar Punkte möchte ich aber präzisieren.

Es geht nicht primär um private Einzelstücke​

Mein Ziel ist gerade nicht, dass jemand mit einem Brett aus dem Baumarkt beim Tischler nebenan auftaucht und sich einmalig eine Gitarre fräsen lässt. Gemeint ist eine offen dokumentierte Plattform, die auch ein kleiner oder mittelgroßer Hersteller ohne ständige Angst vor Abmahnungen in Kleinserie fertigen und kommerziell anbieten kann.

Auf die Unterscheidung „Man verkauft nicht den Body, sondern nur die Fräsdienstleistung“ würde ich mich rechtlich nicht verlassen. Das Urheberrecht erfasst bereits die Herstellung eines Vervielfältigungsstücks. Zwar erlaubt § 53 UrhG unter bestimmten Voraussetzungen einzelne private Kopien durch natürliche Personen. Lässt man die Kopie aber durch einen anderen herstellen, ist das grundsätzlich nur privilegiert, wenn dies unentgeltlich geschieht. Die Sonderregel für bezahlte Dienstleistungen betrifft im Wesentlichen Papierkopien und vergleichbare Verfahren, nicht ohne Weiteres einen CNC-gefrästen Gitarrenkorpus. Ein gewerblicher Fräsdienst wird also nicht allein dadurch unangreifbar, dass auf der Rechnung „Dienstleistung“ statt „Gitarrenkorpus“ steht. (Gesetze im Internet)

Genau deshalb soll ein eigenständiges Referenzdesign entstehen und nicht bloß eine Anleitung, wie man eine Strat privat nachbaut.

Das Neue ist nicht nur „frei nutzbar“​

Natürlich existieren bereits zahllose mehr oder weniger eigenständige Double-Cut-Formen. Die Besonderheit soll aber die Kombination aus zwei Dingen sein:

eine offene Korpusgestaltung plus größtmögliche Kompatibilität zum vorhandenen S-Style-Ökosystem.

Ein Hersteller soll nicht gleichzeitig neue Hälse, Brücken, Tremolos, Pickupformate und Elektroniksysteme entwickeln müssen. Vorhandene Komponenten und möglichst auch vorhandene Produktionsvorrichtungen sollen weiterverwendbar bleiben.

Der Vorschlag, eigentlich einen Open Core Electric Guitar Standard zu definieren, trifft deshalb einen wichtigen Punkt. Denkbar wäre eine klare Trennung:
  • Der Compatibility Core definiert Mensur, Halsaufnahme, Brückenreferenz, Tremolo-Varianten, Pickupzonen und Elektronikraum.
  • Der Reference Body OCB-1 ist nur die erste offene Korpusgestaltung darum herum.
  • Andere können daraus OCB-Forks mit Single-Cut, Set-Neck, Hardtail, anderer Mensur oder völlig anderer Außenform entwickeln.
Der Körper wäre also eine Referenzimplementierung, nicht die einzige erlaubte Form.

Badewannenfräsung, Pickguard und Griffmulde​

Die Anregung zur universellen „Badewannenfräsung“ nehme ich auf. Gerade bei einem Rohkorpus sollte sichtbar sein, dass SSS, HSS, HSH, HH oder experimentelle Bestückungen ohne neuen Korpus möglich sind. Das gehört in die nächste Konzeptdarstellung.

Auch das Schlagbrett ist noch nicht fertig. Es soll groß genug bleiben, um Elektronik und unterschiedliche Pickupkonfigurationen aufzunehmen, darf dabei aber weniger bauchig und klobig wirken. Besonders interessant finde ich weiterhin die Möglichkeit, ein vorhandenes vollständig verdrahtetes (Strat-) Schlagbrett auf einen kompakten Elektronikkern zurückzuschneiden und diesen wie ein Puzzlestück in ein neues Außenschlagbrett (also mit neuen Außen-Konturen) einzusetzen.

Die sogenannte „Armmulde“ ist übrigens keine Armauflage. Gedacht war sie als geschlossene Griffmulde zum Anheben und Handhaben der Gitarre, ohne die äußere Korpuskante zu durchbrechen. Sie ist aber kein Glaubensartikel, wie schon eingangs gesagt bin ich eher der Akustiker. Und wenn's stört, bei einem offenen System kann sie:
  • Bestandteil einer Variante sein,
  • verkleinert oder anders positioniert werden,
  • oder vollständig entfallen.
Falls sie sich im realen Prototyp als ergonomisch nutzlos oder optisch störend erweist, fliegt sie aus dem Referenzdesign. Genau dafür baut man Prototypen.

Wie weit muss sich die Form entfernen?​

Das Düsseldorfer Versäumnisurteil sagt nicht einfach: „Jeder Double-Cut gehört Fender*.“ Das Gericht leitete den angenommenen Schutz aus einer ganz bestimmten Kombination gestalterischer Elemente ab:
  • kantenlose, weiche Rundungen;
  • zwei ungleich verlaufende S-Linien;
  • das deutlich längere und gestreckte obere Horn;
  • der Eindruck einer seitlich geneigten „Tänzerin“;
  • eine bestimmte dreidimensionale Abflachung auf der Vorderseite und eine schmalere Rückseitenkontur;
  • ein Schlagbrett, das die Korpuskurven versetzt wiederholt;
  • sowie die dazu passend angeordnete frontseitige Kabelbuchse. (Justiz NRW)
Bei der dort beanstandeten Gitarre waren nicht nur einzelne Details ähnlich. Nach den Feststellungen des Gerichts wurden Außenform, Schlagbrett, Buchse, Proportionen und sogar die Maße sowie eine rückseitige Abflachung nahezu identisch übernommen.

Für ein Open-Core-Design bedeutet das: Es genügt wahrscheinlich nicht, nur ein Horn etwas zu kürzen und eine Mulde hinzuzufügen. Die wiedererkennbar beanspruchte Kombination muss aufgelöst werden. Dazu gehören insbesondere:
  • ein anderes Verhältnis der Hörner;
  • keine zwei langen, Strat-typischen S-Kurven;
  • eine eigenständige Taille und Unterkörperlinie;
  • eine eigene dreidimensionale Konturierung;
  • ein neues Schlagbrett;
  • und eine andere Buchsenanordnung.
Der geschraubte Hals, die Mensur, Standard-Pickupformate, Brückenpositionen oder das technische Prinzip einer Tremolokammer wurden in diesem Urteil dagegen nicht als die schöpferischen Kernelemente beschrieben. Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes Maß ungeprüft übernommen werden kann; es zeigt aber, wo das Gericht die beanspruchte kreative Gestaltung gesehen hat.

Dabei darf man den Prozess-Hintergrund nicht vergessen: Es handelt sich um ein Versäumnisurteil. Die Beklagte hatte sich nicht verteidigt, weshalb der tatsächliche Vortrag Fenders als zugestanden behandelt wurde. Die neuen Verfahren mit verteidigten und wirtschaftlich starken Gegnern können deshalb noch zu einer wesentlich differenzierteren Bewertung führen.

Der vorgeschlagene hornlose beziehungsweise Single-Cut-Entwurf wäre auf jeden Fall einen eigenen Sketch wert. Er wäre aber eher ein möglicher Fork als die ursprüngliche Aufgabenstellung, denn die Idee war gerade, eine eigenständige Double-Cut-Alternative mit vertrautem Spielgefühl zu schaffen.

Und zu dem Einwand, ich wolle angeblich nur Zustimmung: Nein, ich habe ausdrücklich um Kritik gebeten. Den Unterschied zwischen konstruktiver Kritik und bloßem Nörgeln kennen sicherlich die meisten hier.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Achso, noch vergessen zum „Tischler um die Ecke“: Eine STEP-Datei enthält nur die Geometrie, kein fertiges CNC-Programm.

Jede Werkstatt muss sie prüfen und für ihre eigene Maschine, Aufspannung, Fräser, Vorschübe, Drehzahlen, Bearbeitungsrichtungen und Nullpunkte eigene Werkzeugwege und G-Code erzeugen. Sie wird das Modell also nicht zwingend neu zeichnen, aber niemals fremde Daten ungeprüft auf die Maschine schicken. Veröffentlicht werden deshalb neutrale STEP-/DXF-Daten und Maße – kein angeblich universelles CNC-Programm.

Das ist nicht nur technisch vernünftig, sondern auch ein wichtiger Sicherheits- und Haftungspunkt. Genau deshalb richtet sich das Konzept nicht an jemanden, der irgendeine Datei beim nächstbesten Tischler abgibt, sondern an Gitarrenbauer und CNC-Betriebe, die aus einer offenen, nachvollziehbaren Geometrie eine zu ihrem Maschinenpark passende Fertigung ableiten können.
 
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Ich würde mal nicht so sehr nach dem Urteil schielen. Sondern einfach die Idee einer FOS(S) Gitarre in die Welt setzen, das reicht. Die Dinge wurden schon genannt, hier noch kleinigkeiten:

- Die Buchse sieht nicht gut aus und da hat Ibanez* elegantere Lösungen mit der Buchse nach oben, über den Gurt hinweg. Sehr geil und total hilfreich.

- Badewannen fräsung wurde schon gesagt. Mindestens würde ich 2 Varianten anbieten - falls Leute nicht so viel wegfräsen wollen.

- Beim Horn hat sich ergeben, dass der 12. Bund schon gut für oben ist und ich würde hier auch Ibanez* folgen und die Hörner eher länger als kleiner und stubbeliger machen.

- Pickguard ist sinnvoll, würde ich aber der endgültigen Form folgen lassen, nicht so eine eigene.

- Kontur für den rechten Arm ist wichtig, ebenso für den Bierbauch. Und am Besten - wie bei PRS auch bei den Hörnern. Wenn eine Fräse das kann, würde ich nicht sparen. Oder direkt ein gewölbter Body.

- Die Griffmulde kann weg. Wenn die Hörner greifbar sind, greift man da. Dass Steve Vai da einen schönen Witz gemacht hat, geschenkt.
 
Ist im Zielentwurf schon eine eigenständige Form erkennbar, oder hängt er optisch noch zu stark am bekannten Vorbild?
Für mich ist das Vorbild nach wie vor in den prägenden Zügen enthalten. Wenn Fender also mit den Klagen durchkommen würde, wäre das gleich das nächste abzumahnende Verletzungsobjekt. Dass Fender Recht bekommt halte ich allerdings für wenig wahrscheinlich (bin Patentanwalt mit durchaus fachlichem "Hintergrund", aber es ist nur meine Meinung).

Aber, warum die X-1000ste Strat-Variante (vielleicht gab/gibt es auch Varianten identisch oder ähnlich zu Deinen Ideen mit vielleicht eigenständigem Schutz???) statt wirklich eine eigenständige neue Form, vor allem wenn man eh etwas Neues machen will?

Da hier keine Rechtsberatung erfolgt, ist nichts von meinen Darstellungen eine Empfehlung oder ein Abraten! Gerade bei geplanter gewerblicher Nutzung empfehle ich aber schon eine verlässliche Rechtsberatung.
 
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  • #10
Schöner Ansatz. Ich fände es aber interessanter klar zu spezifizieren, bezüglich welcher Designmerkmale man wie weit und in welche Richtung vom Fender Stratocaster Design wegbleiben muss, um sich keinen Ärger einzufangen. Dann hat jeder noch seine gestalterische Freiheit. Ein Open Source Design, kann natürlich trotzdem gerade für DIY Hobbyisten interessant sein.

Gruß,
glombi
 
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  • #11
Ich verstehe die Idee dahinter nicht. Hobbybastler, die für sich selbst bauen, können nachbauen was sie wollen, egal ob das Design geschützt ist oder nicht. Und wer kommerziell baut, wird sich niemals mit so etwas abgeben. Der macht etwas komplett Eigenes oder baut (sofern erlaubt) die Klassiker nach.
Meiner Meinung nach ist die Idee eine Totgeburt. Sozusagen eine Lösung für ein nicht existierendes Problem.
 
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  • Ersteller
  • #12
Und wer kommerziell baut, wird sich niemals mit so etwas abgeben. ...... Meiner Meinung nach ist die Idee eine Totgeburt. Sozusagen eine Lösung für ein nicht existierendes Problem.

Wenn die Strat-Form und das dazugehörige Ökosystem völlig egal wären, würde nicht seit Jahrzehnten die halbe Branche darauf aufbauen. Die Hersteller tun das nicht aus Einfallslosigkeit allein, sondern weil Kunden Spielgefühl, Ergonomie, Ersatzteilversorgung und Modifizierbarkeit schätzen.

Damit wird für mich der "Open Core" zum eigentlichen Projekt. Nicht eine einzige neue Korpusform soll zum nächsten "Standard" werden, sondern eine offen dokumentierte technische Plattform:
  • 25,5"-Mensur,
  • definierte Schraubhals- und Halstaschenvarianten,
  • Referenzpositionen für Tremolo, Hardtail und gegebenenfalls TOM,
  • SSS, HSS, HSH und HH,
  • kleine und große Universalfräsung,
  • standardisierte Bereiche für Schalter, Potis und Buchse,
  • Kompatibilität mit möglichst vielen vorhandenen Hälsen, Brücken, Tremolos, Pickups und vorverdrahteten Elektronikeinheiten.

Für mich ist das Vorbild nach wie vor in den prägenden Zügen enthalten. Wenn Fender also mit den Klagen durchkommen würde, wäre das gleich das nächste abzumahnende Verletzungsobjekt. Dass Fender Recht bekommt halte ich allerdings für wenig wahrscheinlich (bin Patentanwalt mit durchaus fachlichem "Hintergrund", aber es ist nur meine Meinung).

Das ist eine wertvolle Einschätzung, genau deswegen kann jeder seine eigene - rechtskonforme - Korpusform entwickeln. Der Open-Core-Body wäre nur eine Referenzimplementierung, die zeigt, dass man die technische und wirtschaftliche Kompatibilität erhalten kann, ohne die Strat-Silhouette nachzubauen.

Das ist für mich der Unterschied zu „Dann baut halt einfach etwas völlig Eigenes“: Natürlich kann jeder eine völlig neue Gitarre konstruieren. Aber dann braucht er häufig auch neue Schablonen, andere Hälse, neue Schlagbretter, eigene Ersatzteile und zusätzliche Lagerbestände. Der Open Core soll gerade verhindern, dass wegen einer streitigen Außenform das gesamte über Jahrzehnte entstandene Komponentenökosystem wertlos wird.

Die Form bleibt Designarbeit. Die Schnittstellen werden zum Standard.

Vielleicht kann sich ja auch einer der großen Hersteller damit anfreunden die Community mit "kompatiblen" Bodies für das beschriebene Ökosystem zu versorgen.

StewMac hatte bislang einen vollständigen S-Style-Bausatz im Programm. Dessen Korpus war bereits für Hals, Pickups, Elektronik und Strat-artiges Tremolo gefräst; ein vorverdrahtetes Schlagbrett gehörte dazu. Der Bausatz wird momentan allerdings als nicht mehr verfügbar geführt. Ob das mit der Abmahnerei zusammenhängt, weiß ich nicht.
 
  • #13
Ob das mit der Abmahnerei zusammenhängt, weiß ich nicht.
Was denkst Du denn? Zahlreiche bereits abgemahnte, aber auch bisher noch nicht abgemahnte Hersteller reagieren. Ist übrigens einen Schöne Sache, dass man bei Einstellung des Anbietens auf eine Abmahnung hin, wenn sich letztere als ungerechtfertigt herausstellt, Anspruch auf Schadensersatz für z.B. entgangenen Gewinn hat... "Poor Fender" :D
 
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  • #14
Ist im Zielentwurf schon eine eigenständige Form erkennbar, oder hängt er optisch noch zu stark am bekannten Vorbild?
das wird Ansichtssache von Gutachtern und Richtern sein.

ich finde z.b. die PRS Silversky hat am unteren Horn eine Abschrägung die für mich eien Optisch gravierenden Unterschied darstellt, ebenso das daraus resultierend abweichende Pickguard stellt für mich einen erheblichen unterschied dar.
weiterhin ist der Korpus unten sichtbar runder gestaltet, was optisch ebenfalls gelungener als bei der Stratocaster ist. dennoch hat Fender da scheinbar auch Post gesendet.

mal als beispiel LEGO, die haben vor gericht hinbekommen, dass die Richter, Gutachter oder wer auch immer da in der Entscheidung mit drin ist der ansicht waren dass Qman figuren den gesamteindruck vermitteln eine Lego figur zu sein, ich hätte als Kind die QMAN figuren vorgezogen, aber Lego ist da auch eher auf Status Quo durch gerichte erhalten anstatt auf dem Markt eine Bereicherung zuzulassen. hier der Bericht auf Golem <Klickmich>
und nochmal ein link aufs bild wo diese beiden "nahezu identischen" figuren nebeneinander stehen:

167594-340734-340733_rc.jpg



Einen Versuch ist das schon wert, aber ob das zu nah dran ist wird vermutlich gar nicht so einfach zu beantworten sein
 
  • Ersteller
  • #15
Was denkst Du denn?
Bei StewMac weiß ich es schlicht nicht. Es kann eine normale Sortiments- oder Liefersituation sein. Ebenso denkbar wäre, dass man angesichts der ungeklärten europäischen Rechtslage zunächst abwartet und zugleich die gute Geschäftsbeziehung zu Fender nicht unnötig belastet. Alles Weitere wäre Spekulation.

Der Hinweis auf möglichen Schadensersatz ist natürlich richtig und für Fender durchaus ein Risiko. Bis allerdings rechtskräftig geklärt ist, ob die Verwarnungen unberechtigt waren, können viele Jahre vergehen. Umsatzausfälle und Liquiditätsprobleme entstehen dagegen sofort. Gerade kleinere Anbieter, deren Geschäft stark auf solchen Modellen beruht, könnten bis dahin längst aus dem Markt oder insolvent sein und ihre Ansprüche gar nicht mehr mit dem notwendigen Aufwand verfolgen. Wo kein Kläger, da bekanntlich auch kein Richter – wobei gegebenenfalls natürlich ein Insolvenzverwalter oder Rechtsnachfolger tätig werden könnte.

Genau darin könnte nebenbei der Nutzen eines offenen Kompatibilitätskerns liegen: Hersteller müssten nicht ihr gesamtes System aufgeben, sondern könnten Hälse, Brücken, Tremolos, Pickups, Elektronik und vorhandene Pickguard-Baugruppen weiterverwenden. Auch bereits produzierte "Korpusrohlinge", deren endgültige Silhouette sowie Arm- und Bauchkonturen noch nicht herausgearbeitet wurden, könnten möglicherweise weitergenutzt werden. Aus ihnen ließe sich durch eine definierte neue Kontur von Hörnern, Taille und Unterkörper eine eigenständige Referenzform herstellen.

Bei bereits fertig geformten oder lackierten Strat-Korpussen wäre die Umarbeitung dagegen deutlich aufwendiger und vermutlich nur noch ein Nebenaspekt des Konzepts.

das wird Ansichtssache von Gutachtern und Richtern sein.

ich finde z.b. die PRS Silversky hat am unteren Horn eine Abschrägung die für mich eien Optisch gravierenden Unterschied darstellt, ebenso das daraus resultierend abweichende Pickguard stellt für mich einen erheblichen unterschied dar.
weiterhin ist der Korpus unten sichtbar runder gestaltet, was optisch ebenfalls gelungener als bei der Stratocaster ist. dennoch hat Fender da scheinbar auch Post gesendet.
Ja, und deshalb: Im Zweifel lieber zu wenig Strat-Optik als zu viel.

Der eigentliche Wert des Projekts liegt ja gerade nicht darin, die bekannte Silhouette möglichst knapp außerhalb einer vermuteten Verbotszone nachzuzeichnen. Er liegt im Open Core: Mensur, Halsaufnahme, Brücken- und Tremolopositionen, Pickupformate und Elektronikkompatibilität.

Die Referenzimplementierung darf deshalb ruhig deutlich eigenständiger aussehen als ich das Laienhaft oben konstruiert habe. Sie muss nicht jedem gefallen und auch nicht der neue Universalstandard werden. Sie soll zunächst beweisen, dass man das vorhandene Teile-Ökosystem vollständig erhalten kann, ohne beim Korpus wieder bei der x-ten Strat-Abwandlung zu landen.

Eine vorsichtige Änderung einzelner Details birgt dagegen das schlechteste aus beiden Welten: optisch weiterhin klar als Strat erkennbar, aber trotzdem weniger gefällig als das Original. Dann lieber konsequent eine andere gestalterische Grundidee und die Strat-Verwandtschaft nur noch dort beibehalten, wo sie technisch sinnvoll ist – also etwa bei Halsaufnahme, Fräsungen, Elektronikaufnahme und anderen Bereichen, die im fertigen Instrument ohnehin nicht sichtbar sind.
 
  • #16
Der eigentliche Wert des Projekts liegt ja gerade nicht darin, die bekannte Silhouette möglichst knapp außerhalb einer vermuteten Verbotszone nachzuzeichnen.
Dann verstehe ich deinen Entwurf nicht.

der liegt ja schon sehr nah an der strat. klar ist die Buchse woanders, die einbuchtungen sind auch anders, aber der Gesamteindruck ist aus meiner sicht schon sehr nah an der Strat.

gerad ist mir noch die Pacifica eingefallen, soweit cih richtig informiert bin hat Fender auch hier klage oder Abmahnung eingereicht und die Pacifica ist aus meiner sicht auch drastisch anders, viel eleganter und weniger Klobig.

aus meiner sicht ist dein entwurf nicht drastisch mehr, sondern nur etwas mehr als Silversky und Pacifica von der "ur-Strat" entfernt, aber vielleicht schon weit genug, dass Fender nicht weint
 
  • #17
Um das Thema möglicher Verletzung von Fender-Rechten in diesem Thread abzuschließen (es gibt ja einen eigenen Thread dazu!): Die von Fender beanspruchten Merkmale des Bodys sind bei dem hier betrachteten Body verwirklicht und in der Tat hat Fender auch Formen abgemahnt, die noch ferner liegen. Nur einen Body oder einen separaten Body anzubieten, wäre in jedem Fall, wenn Fender Recht bekäme, zumindest eine mittelbare Verletzung, d.h. einen Body anzubieten, mit dem eine entsprechende Gitarre gebaut werden kann. Lassen wir es doch bitte in diesem Thread damit zur Frage von Rechteverletzungen gut sein.

Das Ziel im Umfang der Themenformulierung verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht ganz. Vielleicht sollte erst mal geklärt werden, was genau

open core body

offene Korpusplattform

klassische Stratocaster-Ergonomie

heißen sollen?

Irgendwie scheint es mir um einen universellen stratähnlichen Body zu gehen, den man mit allen möglichen PU- und Schaltungsversionen komplettieren können soll. Aber was soll das einer Mehrzahl von Herstellern bringen, wie ich auch anzuklingen herauslese? Ein Hersteller hat eine CNC-Fräse mit einem Datensatz und gut ist es. Warum sollte er jetzt noch einen anderen Datensatz brauchen, den andere auch wieder identisch verwenden sollen? Ich bin absolut verwirrt.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Weil das jetzt hier so explizit angesprochen wurde
mal als beispiel LEGO, die haben vor gericht hinbekommen, dass die Richter, Gutachter oder wer auch immer da in der Entscheidung mit drin ist der ansicht waren dass Qman figuren den gesamteindruck vermitteln eine Lego figur zu sein, ich hätte als Kind die QMAN figuren vorgezogen, aber Lego ist da auch eher auf Status Quo durch gerichte erhalten anstatt auf dem Markt eine Bereicherung zuzulassen. hier der Bericht auf Golem <Klickmich>
und nochmal ein link aufs bild wo diese beiden "nahezu identischen" figuren nebeneinander stehen:
Einen Vergleich zu LEGO zu ziehen hinkt in vielerlei Hinsicht. LEGO beruft sich auf aktuelle/sehr junge tatsächliche Rechte. Aus verschiedenen Gründen kann LEGO nicht jedes Figürchen per Geschmacksmuster schützen (die geben schon sehr viel Geld für Schutzrechte aus, aber jedes Figürchen in allen marktrelevanten Ländern würde viel mehr kosten, als überhaupt Umsatz, geschweige denn Gewinn gemacht wird).

Lego investiert auch sehr viel Geld in Entwicklung und Innovation, Wenn andere ohne entsprechende Kosten einfach nachbauen dürfen, wäre LEGO blöd dran: Entwicklungskosten und (mit diesen umgelegt) höhere Stückpreise gegenüber Dritten, die, weil sie keine Entwicklungskosten haben, billiger anbieten können. LEGO müsste also die Entwicklung einstellen. Aber dann kommen eben auch keine Neuigkeiten und Innovationen mehr. Genau dafür gibt es ja Rechte an geistigem Eigentum.

Der Fender-Fall unterscheidet sich auch insofern, als u.a.
1. unklar ist, ob die jetzige Firma überhaupt Inhaberin von Rechten von Leo Fender geworden ist, soweit er an der Formschöpfung beteiligt war,
2. unklar ist, ob die jetzige Firma überhaupt Inhaberin von Rechten von anderen an der Formschöpfung Beteiligten geworden ist,
3. ob die Rechte - egal von wem aber - jedenfalls von der jetzigen Firma (und Rechtsvorgängerfirmen) aufgegeben wurden, weil man jahrzehntelang nichts gegen Nachahmungen unternommen hat,
4. ob der Strat-Body überhaupt die Voraussetzungen für Urheberrecht erfüllt,
5. welche Merkmale ggf. tatsächlich geschützt sein könnten
...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #18
Die Idee gefällt mir auch gut. :great:

Nur gibt es ja vieles davon schon, anderes ist kaum umsetzbar:
- Badewannen-Fräsung: War lange Standard bei Fender Strats.
- PU-Tausch: Es gibt schon einige Gitarren, bei denen man in wenigen Sekunden PUs tauschen kann, etwa die im Gibson-Thread vorgestellte Pickup-Tausch-Gitarre und viele dort vorgestellte Konkurrenzmodelle.
- Halstausch: Heute schon an jeder Schraubhalsgitarre einfach machbar. Probleme gibt es, wenn die Tauschhälse andere Maße bei den Bohrlöchern der Befestigungsschrauben haben.
- Verschiedene Tremolos? Kaum machbar: Die erfordern z.T. unterschiedliche Fräsungen, außerdem liegen die 2 Bolzen (bzw. bei traditionellen Tremolos die 6 Schraublöcher) im Korpus unterschiedlich weit auseinander, ein paar kann man untereinander tauschen, aber längst nicht alle. Außerdem erfordern einige (Floyds etc.) mit Feintunern eine feste Brücke, andere ohne Feinstimmer wären dann nicht mehr zu stimmen.
- Man müsste auch Potis/Widerstände tauschen können. Natürlich könnte man mit komplett belegten Pickguards arbeiten, aber das würde dann richtig teuer. Außerdem dauert der Wechsel seine Zeit (Saiten, div. Schrauben), selbst wenn Du zur Klinkenbuchse hin mit Steckern oder Klemmen arbeiten würdest.

Ein paar dieser Probleme könnte man schon lösen, aber das käme ziemlich teuer. Lassen wir der Phantasie mal freien Lauf:

1. Man hat verschiedene komplett vorgefertigte "Bohlen" vom Hals bis zum Tremolo, insoweit also vormontiert. Also etwa eine komplette Bohle wie Fender mit traditionellem Tremolo, eine stattdessen mit Floyd, eine Headless mit Steinberger-Trem, eine "offenes System" mit angeschraubtem Hals, etc.
2. Diese kann man nach Belieben bestücken mit PUs (einfach einsetzen).
3. An diese Bohle sind Seitenteile mittels Schnellverschluss anklickbar. Von mir aus auch verschiedene Varianten aus verschiedenen Hölzern, damit wir hier was zu diskutieren haben....^^ Es braucht natürlich auch eine elektrische Verbindung zwischen Bohle und unterem Seitenteil
4. Das untere Seitenteil müsste ein Elektrofach mit einfach austauschbaren komplett bestückten Einheiten mit austauschbaren Kondensatoren, Potis und PU-Schaltern enthalten.

5. (Hauptproblem): Das Ganze müsste verschleißfrei funktionieren und gut klingen, dazu noch preiswerter, als sich gleich 2, 3 verschiedene Gitarren zu kaufen.

Ich befürchte fast, dass dann, wenn das alles eher einfach möglich wäre, schon irgendjemand in den letzten 70 Jahren darauf gekommen wäre und das ausprobiert hätte....
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #19
dass dann, wenn das alles eher einfach möglich wäre, schon irgendjemand in den letzten 70 Jahren darauf gekommen wäre und das ausprobiert hätte....
In meinen Augen liegt es eher daran,

dass dann, wenn das genügend Leute haben wollten, schon irgend jemand darauf gekommen wäre, es anzubieten, um damit Geld zu verdienen.

Wie Du schreibst, gibt es das eine oder andere ja, was belegt, dass man sicher schon an alles mögliche gedacht hat und wohl eher im Einzelfall versucht hat, sich auf das zu konzentrieren/beschränken, was man als am Wichtigsten und Praxisrelevantesten ansah.

Man bräuchte ja auch nicht nur einen entsprechenden Body, sondern auch den ganzen anderen Kram in passenden Versionen (vgl. Tausch PUs in der Ausprobier-LP). Alles was es in dieser Art gibt, bietet Teillösungen und sind Inselversionen ohne Marktrelevanz, die wohl auch gar nicht angestrebt war.
 
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Einen Vergleich zu LEGO zu ziehen hinkt in vielerlei Hinsicht.
mein Kommentar, dass ich als kind eher ne Qman genommen hätte war ggf. überflüssig, das mag stimmen, aber es stand ja laut Golem im Urteil:
"der Gesamteindruck liege in allen Fällen zu nahe am markenrechtlich geschützten Lego-Produkt"

aus meiner sicht ist die Qman figur von der Lego figur schon soweit abweichend, dass ich hier keinen gemeinsamen Gesamteindruck sehe, das gericht sieht es aber anders.
ich würde davon ausgehend sagen, dass das bei der oben gezeigten Alternative ähnlich aussehen könnte.

und wenn jetzt deine aufgezählten Punkte zum Thema Fender zu gunsten Fender entschieden werden, dann würde ich aufgrund der Einstufung der Qman figuren zumindest damit rechnen, dass dem oben gezeigte Korpus trotz diverser Unterschiede das gleiche Schicksal ergehen könnte. mehr nicht.

daher auch die Eingangszeile:
das wird Ansichtssache von Gutachtern und Richtern sein.
denn als Laie kann man eher mutmaßen als Verbindliche informationen auszugeben.
 
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