Orchestrieren lernen

von josicx, 14.10.16.

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  1. josicx

    josicx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #1
    Hallo liebe Community,...

    ich muss für eine fachpraktische Arbeit eine Sinfonie komponieren. Die Grundstruktur wie Harmonien, Melodien, ect.. habe ich schon fertig. Nun muss das ganze jedoch orchestriert werden (ich benutze MuseScore). Ganz grundlegende Dinge wie Ambitus, Dynamik, Akkordaufteilung ect weiß ich schon. Allerdings wäre ich dankbar, wenn es ein paar grundsätzliche Ratschläge über das Zusammenspiel der Instrumentengruppen gäbe und darüber, wie bestimmte Instrumente zusammen klingen und wann man diese einsetzt.

    Viele Grüße,

    J. Köhler
     
  2. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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  3. hmmueller

    hmmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #3
    Ohne das je selbst getan zu haben (aber seit einem Jahr arbeite ich drauf hin, dass ich's irgendwann tue und ein wenig kann):

    * Nimm ein möglichst kleines Orchester, max (aber wirklich) 2, 2, 0, 2 – 2, 0, 0, 0, timp, str. (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzschrift_Orchesterbesetzung)
    * Mach nicht zu viel Theorie - lieber ein paar Sounds vorstellen (reine Streicher; Streicher mit par. Fl, mit par.Kl; Holzbläserklang [Harmoniemusik]; Tutti) und damit alles zusammenbauen.

    Ich zumindest würde als Anfänger/bei Erstversuchen hier so extrem vorsichtig/minimalistisch sein.

    H.M.
     
  4. drowo

    drowo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.16   #4
    Der Link zu northernsounds ist sehr gut und führt auf eine Webpublikation des Buches "PRINCIPLES OF ORCHESTRATION by Nikolay Rimsky-Korsakov". Wenn du ohnehin mit MuseScore arbeitest hast du zusätzlich die Möglichkeit mit "try and error" zu arbeiten bzw. die Umsetzung der Theorie praktisch auszuprobieren. Die Sounds in MuseScore sind zwar nicht soooo dolle (verglichen mit einer teuren Orchester Library), aber um zu beuteilen ob eine Orchestrierung vernünftig klingen würde ist das schon mal nicht schlecht. Solche Feinheiten wie Anzahl der 1. und 2 Violinen, Celli etc kann man damit natürlich nicht beurteilen, aber ob eine Melodie mit Hörnern besser klingt oder doch besser von den Streichern schon.
     
  5. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.10.16   #5
    Wenn man sich noch gar nicht auskennt ist eine "Sinfonie" ja schon ne große Hausnummer. Wie kommt es denn dazu, dass man so eine Aufgabe bekommt?

    Ansonstengaaanz grundlegend: halte die besetzung klassich. Wie oben schon beschrieben: 2 Flöten, 2 Oboen, (2 Klarinetten in Bb) 2 Fagott, Hörner, Trompeten, Posaunen sollten auch drin sein und der Streicherapparat.

    Taktisch vorgehen würde ich so, dass man
    1) erstmal alles komplett für die Streicher arrangiert - die können nämlich alles und passen meistens zu allem.
    2) Da wo es laut werden soll kommt Blech dazu
    3) Holzbläser gehen schnell unter wenn sich der Streicherapparat nicht zurückhält. Die Holzis kommen also erstmal dahin wo man leise sein kann.
    3.a.) Beware the Oboe! Die wird (je nach Register) wohl immer rauszuhören sein.

    Dann hast Du schonmal eine gute Grundlage - bei den meisten Nachwuchsarrangeuren ist das Problem, dass sie viel zu viel schreiben. Versuch es ersteinmal ganz grob mit so wenig wie möglich Tönen hinzubekommen.

    Dann musst Du Dir Gedanken darüber machen wo der Klang verschmelzen soll und wo man eine Stimme raushören können soll. Oboen eignen sich wie oben beschrieben nicht zur Verschmelzung... dafür umso mehr für Soloparts.
    Scheue dich nicht, wenn es leise werden soll auch soloparts für die Streicher festzulegen. Und generell: Mut zur Lücke!

    Der beste und häufig ignorierte Tip ist natürlich sich Partituren zu besorgen und von den Großen zu lernen. Anfänger lernen am besten bei Mozart danach bei Beethoven. Dann erst in die Romantik gehen, da muss man nämlich schon ganz gut wissen was man tut.
     
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