Personenschutz-Adapter löste nicht aus

von NeMsY, 18.05.16.

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  1. NeMsY

    NeMsY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.16   #1
    Hallo Leute

    Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich hier eine Frage stelle, die nix mit Bühne usw. zu tun hat. Aber ich bin sonst in keinem Elektro-Forum angemeldet. :o

    Ein Kumpel von mir hat sich eine Werkstatt in einer Mietgarage eingerichtet. Da er schon mal einen Kurzschluß verursacht hat und dabei der FI für alle Garagen fliegt und sich noch dazu der FI in einem Nebengebäude befindet, wo nur der Vermieter reinkommt, hat er sich von Brennenstuhl den Personenschutz-Adapter BDI-A 30 besorgt. Die Garage hat nur eine einzige Steckdose. Da ist der Schutzadapter angesteckt und danach kommen seine Werkzeuge usw.

    Heute haben wir es geschafft, einen Erdschluss zu fabrizieren. Und wieder fiel der FI von der gesamten Garagenanlage. Jetzt stellen wir uns natürlich die Frage, warum der Schutzadapter nicht ausgelöst hat.

    Ich habe dazu 2 Theorien. Entweder ist dieser Adapter zu langsam oder es liegt daran, dass der Adapter nur 2-polig und nicht 3-polig abschaltet.
    Kann mich ein richtiger Elektrotechniker hier aufklären? Und zwar so, dass es ein Informatiker wie ich es bin, auch versteht? :D

    Und nochmal. Sorry, dass ich das Thema hier poste und nicht in einem Eletrotechnik-Forum. Aber ich wollte mich für diese eine Frage nicht extra woanders anmelden.

    Regards, Nemsy
     
  2. HenrySalayne

    HenrySalayne Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.16   #2
    Wenn du zwei gleiche Glühbirnen in Reihe schaltest, welche brennt dann durch, wenn du die Spannung immer höher schraubst? Diejenige, die näher bei dir ist?
    Ein FI ist genauso wie dieser "Personenschutz-Adapter" ein Fehlstrom-Schutzschalter. Der fließende Strom auf beiden Leitern ist in einem geschlossenen System immer identisch. Sollte das System nicht mehr geschlossen sein (bspw. durch einen Erdschluss über eine Person) unterscheiden sich die beiden Ströme. Je nach Schwellwert (bei den meisten FIs bzw. diesem "Personenschutzadapter" sind das 30 mA) löst der Schutzschalter aus und trennt Leitung auf.
    Bei zwei gleichartigen Schutzschaltern (um jetzt auf die Glühbirnen zurück zu kommen) die den gleichen Auslösewert haben (also quasi identisch sind) wird einer von beiden immer zuerst auslösen. Das kann mal der eine, mal der andere sein; oder eben der minimalst empfindlichere immer. Es gibt zwei Möglichkeiten um das zu umschiffen: Entweder nimmt man einen Schutzschalter mit einem noch kleineren Schwellwert, als der im Haus oder man nutzt einen Trenntrafo.
     
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  3. NeMsY

    NeMsY Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.16   #3
    Super! Dann ist mir alles klar. Nachdem der Fehler einfach schlampiges durchmessen vor dem Inbetriebnehmen war, würde mir dann der Fehler mit einem Trenntrafo nicht auffallen und mir später in der Wohnung den FI schießen.
    Wir werden uns am besten nach einem empfindlicheren Schutzschalter umsehen.

    Vielen Dank für deine Antwort
     
  4. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.16   #4
    Nun, eigentlich sollte der FI ja nicht bei einen (Leiter-) Kurzschluss sondern bei einem Fehlerstrom auslösen.

    Wäre vielleicht mal interessant, die genauen Kenndaten der Absicherungskonzeptes der Garagenanlage zu erfahren. Wie alt / neu ist die gesamte Elektroinstallation?
    Benötigt ihr eine selektive Fehlerstromabsicherung, eine selektive Überstromabsicherung oder beides?

    Wenn alle Garagen an einem RCD hängen, so addieren sich ja prinzipiell auch alle optionalen Fehlerströme, so dass es schwierig werden könnte, einen eigenen selektiven FI-Schalter einzubauen.
     
  5. NeMsY

    NeMsY Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.16   #5
    Wir haben gestern einen alten Spieleautomaten in Betrieb nehmen wollen. Da ist dann der FI geflogen. Nachher haben wir nachgemessen. Es war beim Einschalten direkt Phase auf Erdung. Es ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit der Ein/Auschschalter kaputt.
    Das wäre doch ein Fehlerstrom, oder?

    Die Garagenanlage ist vielleicht 10 Jahre alt und wurde komplett neu errichtet. Die Elektrik ist also ziemlich am Stand der Zeit. Aber kompliziert wird es wahrscheinlich nicht aufgebaut sein. Vielleicht ein FI- und dann zwei, drei LS-Schalter. Aber das ist nur eine Vermutung. Genaueres kann mir aber der Vermieter sicher sagen.

    Am besten wäre natürlich beides. Überstrom sowohl Fehlerstrom. Uns geht es einfach darum, dass wir den Vermieter nicht wegen jedem Blödsinn anrufen müssen. Denn gestern mussten wir ihn um 22.30 Uhr aus dem Bett läuten, weil wir wegen dem Stromausfall nicht mal mehr vom Grundstück kamen (-> elektrisches Einfahrtstor)

    Die Garagensiedlung ist ziemlich neu. Vielleicht 10 Jahre alt. Es sind, glaub ich, 60 Garagen. In jeder Garage gibt es ein Deckenlicht (vermutlich 25W Glühbirne) mit Taster und Zeitschalter und eine Steckdose. Dementsprechend auf diesem Stand ist auch die Elektrik. Mehr kann ich derweil nicht sagen. Aber wir kennen ja den Besitzer. Der muss ja jedes Mal den FI wieder reindrücken :o
    Gottseidank aber nicht immer wegen uns
     
  6. chris_kah

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    Erstellt: 19.05.16   #6
    Nochmals, Post 2 von @HenrySalayne ist absolut richtig. Der empfindlichere oder schnellere löst aus, bevor es der 2. tut. Bei einem größeren Fehlerstrom kann es immer noch der schnellere sein, obwohl der andere empfindlicher wäre.
    Ich mache regelmäßig eine Demo, wo LS und FI in ihrer Wirkungsweise gezeigt werden. Beim FI drehen wir den Fehlerstrom langsam über einen Testadapter hoch. Bei einer Neuinstallation im Raum war es so, dass zuerst der FI im Sicherungskasten ausgelöst hatte, bevor der Testkandidat dazu kam. Ist inzwischen durch andere Verdrahtung behoben. Der Demo Aufbau hängt nicht mehr an einem FI.

    Hier habe ich noch mehr drüber geschrieben.

    Gruß
    Christoph
     
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  7. Tonsortierer

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    Erstellt: 19.05.16   #7
    Ihr habt da einen satten kurzschluss Zwischen Erde und Phase verursacht. Hab ich auch schon geschafft. Der RCD(FI) erkennt einen fehler Strom von x ampere und löst aus, je nach sicherung löst diese schneller oder zeitgleich aus. Ich hab bei mir damals(vor etlichen Jahren) einen FI samt 2 automaten geschossen. B6A und einen L20.
    (War auch zu Demo Zwecken, ging etwas schief...;))

    Im Idealfall wäre der Gesamt FI vom Vermieter selektiv, aber... Offenbar nicht.

    In eurem Fall würde ich für soetwas einen trenntrafo nehmen.
    Allerdings muss bei dem eine sicherung eingebaut sein, wenn ihr wieder einen kurzschluss habt, N/L dann fackelt euch das ding ab. Die sicherung der Garage kann erst später auslösen.

    Inwiefern der FI hinter dem trenntrafo Sinn macht... Sollen andere klären.
    Ich meine( Achtung Meinung später abend) der Macht keinen großen sinn, weil bei einem trenn trafo ein Netz ohne PE aufgebaut wird.

    Laut dem Europa Fachbuch Elektrotechnik darf kein Gerät mit Schutzerde angeschlossen werden. (Auflage 29 Seite 348)
    Es darf auch nur ein gerät betrieben werden!

    Eurer FI Adapter ist löblich, aber wenn wirklich alles an einem FI hängt( was sehr komisch installiert wäre) dann kann der schon fallen, wenn bei euch nur ein ganz geringer Fehler Strom fließt. Alle F. Ströme addieren sich. Deshalb setzt man nur eine begrenzte Zahl an Verbrauchern hintern einen RCD und macht mehrere Kreise.

    Sprecht dochmal mit dem Vermieter, wenn ihr sowas öfter plant, ob der Elektriker mehrere FI Kreise machen kann, sollte bei einer aktuellen Installation nicht so viel Aufwand sein.
     
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