Prioritäten setzen?!?

von macsom, 23.02.08.

  1. macsom

    macsom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.08   #1
    Hallo,

    ich hab im Moment ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen und wollte mal ein paar zusätzliche Meinungen einholen. Die Geschichte könnte etwas länger dauern, also danke schon mal an diejenigen, die sich die Mühe machen, den ganzen Text zu lesen!

    Es geht darum, dass ich mehrere Instrumente spiele und jetzt aus finanziellen Gründen meine Musikstunden kürzen muss. Ich bin 15 und lerne seit 9 Jahren Konzertgitarre, habe 4 Stunden im Monat. Im Gegensatz zu vielen anderen hab ich dieses Instrument beibehalten, weil es mir dank meinem Lehrer immer noch großen Spaß macht (ich spiele in seinem Ensemble mehrmals im Jahr Konzerte).

    Vor ca. 5 Jahren habe ich autodidaktisch mit der E-Gitarre angefangen und auch mit meinem Konzertgitarrenlehrer manchmal darauf gespielt, wobei er eben doch in dieser Hinsicht recht konservativ ist.

    Also nehme ich seit letztem Sommer E-Gitarrenunterricht auch 4 Mal monatlich und bin mittlerweile bei den Mollskalen angekommen. Mein E-Gitarrenlehrer ist sehr kompetent und ich habe wahnsinnig gern Unterricht bei ihm, weil ich jetzt in Riesenschritten vorwärts komme. Seit ich bei ihm Unterricht habe, bin ich außerdem Leadgitarrist in einer Band und wir haben auch mehr oder weniger großen Erfolg *g*.

    Bis vor ca. 5 Jahren habe ich auch im Posaunenchor meiner Stadt Trompete gespielt und dann aus zeitlichen Gründen aufgehört.

    Jetzt zum Problem:

    An meiner Schule gibt es eine recht erfolgreiche Big Band, in der ich schon immer gerne mitspielen wollte.
    Mit der Gitarre hat das leider nicht geklappt, weil mir jemand anderes, der damals besser war als ich, den Posten weggeschnappt hat und ich mich dann auch aus anderen Gründen von der Band distanziert habe.
    Seit der 7. Klasse also geistert diese Big Band immer noch in meinem Kopf herum und vor ein paar Tagen hatte ich die Idee, wieder mit einem Blasinstrument anzufangen, um in der Band einen Platz zu bekommen. Allerdings ist mir das ja keinesfalls garantiert, weil ich auch nur noch 3 Jahre auf der Schule bin (jetzt in Klasse 10).

    Zeitgleich wollen meine Eltern mir die Musikstunden auf 6 im Monat kürzen, wegen Führerschein etc., was mich ziemlich nervt. Ich muss mich also entscheiden, wo ich etwas abzwacken soll. Konzertgitarre macht mir großen Spaß, weil ich mittlerweile ein wichtiges Mitglied im Ensemble und Sologitarrist bin, die E-Gitarre bei meinem Lehrer klappt jetzt besser als je zuvor und mit der Trompete hätte ich evtl. die Möglichkeit, mir meinen Big-Band-Traum zu verwirklichen.

    Gut, ich hätte auch die Möglichkeit, im Posaunenchor kostenlos Unterricht zu nehmen, aber dann würde mir das für die Big Band absolut nichts nützen, weil ja die Trompeten im Posaunenchor einen Halbton tiefer spielen oder so (bin leider nicht mehr so fit in der Richtung ^^) und ich mich dann wieder umstellen müsste.

    Ich hoffe, das hat jetzt überhaupt jemand gelesen, und kann mir ein paar Tips geben, wie ich meine Musikerkarriere am schlauesten fortsetzen kann ;)
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.02.08   #2
    Tja, ich war früher in fast der gleichen Situation - ich wollte Jazz-Schlagzeuger werden, bis ich 18 war. Hab Drum-Set gespielt, Vibraphon, klassische Percussion usw. . Habe parallel auch Posaune im Posaunenchor gespielt (seit ich 11 war) und Klavier (seit ich 15 war) und arrangiert. Meine Eltern haben mir zwei Musikunterrichtsfächer finanziert, bei 3 wäre dann Schluß. Dann war ich mit 17 Jahren auf einer Jazz-Session und lerne einen Posaunisten kennen, der eine Position als 3.Posaune in einer Semi-Pro-BigBand abzugeben hatte. Dadurch bin ich erst richtig ans Posaunespielen gekommen und habe auch nach 2 Jahren heftigem Üben und Spielen die Aufnahmeprüfungen fürs Studium mit Hauptfach Posaune geschafft.

    Trompete wird in der Tat im Posaunenchor in C-Stimmung und in der Big-Band in Bb-Stimmung notiert. Wenn du in Musiktheorie aber fit bist, kannst du beides miteinander vereinbaren - du lernst für jeden Ton dann eben 2 Griffe, je nachdem, aus welchen Noten du spielst. Der Tonhöhenunterschied ist übrigens 1 Ganzton: in C-Stimmung klingt alles wie notiert, in Bb-Stimmung klingt alles ein Ton tiefer als notiert.

    Wenn deine (Privat-?)Lehrer es mitmachen, mache doch 3 Unterrichtsstunden auf E- und 3 auf A-Gitarre. Das sind 6 im Monat, also im Limit. Eine breit angelegte musikalische Ausbildung im Alter von 15 ist Gold wert, du wirst bei den Instrumenten voneinander profitieren (z.B. bei der Improvisation auf der Trompete wirst du von den auf der Git. gelernten Skalen profitieren), von daher macht das schon Sinn, jetzt erst mal viel auszuprobieren und die Spezialisierung auf später zu verschieben. Es sei denn, du spürst irgendwo den Spezialisten für ein bestimmtes musikalisches Fach in dir, aber das lese ich aus deinem Posting nicht heraus.

    Harald
     
  3. macsom

    macsom Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.08   #3
    Danke schonmal für die ausführliche Antwort! :)

    Du meinst also, es ist möglich, auch ohne Lehrer die im Posaunenchor gespielte C-Stimmung mit der Bb-Stimmung zu vereinbaren und sich beides parallel anzutrainieren?
    Ich hab das ja damals schon versucht, und dann aber frühzeitig aufgehört mit der Trompete, weil ich dachte, ich hätte vielleicht mit der Gitarre mehr Erfolg. Naja, so ist das Leben... Was man macht, macht man verkehrt :D

    Ach, und noch eine Frage: Ich würde auch ganz gern Posaune spielen, weil ich dann gleich den Bassschlüssel lernen könnte. Bringt es mir konkret etwas, jetzt wieder mit der Trompete nach 5 Jahren einzusteigen? Habe ich jetzt immer noch Kenntnisse, die ich auf der Posaune nicht hätte?
     
  4. BLA_BLA_BLA

    BLA_BLA_BLA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.08   #4
    Ich hab mir auch vor einiger Zeit die Frage gestellt wieviele Instrumente Sinn machen, weil mir einfach die Zeit ausgegangen ist. Bei mir hat sich das Problem so gelöst: Da ich aus zeitlichen Gründen maximal 2 Instrumente mehr als ne Stunde pro Tag spielen kann, spiel ich auch nur 3, weil es mich aufregt etwas nur unregelmäßig zu machen. Ich will mich auf ein paar Sachen richtig konzentrieren.
    Kommt halt drauf an was du willst: Wenn du dich auf eines oder max. 2 spezialisierst, wirst du da sehr gut. Wenn du mehrere halbwegs gut spielen kannst, wirst du keine Probleme haben Bands zu finden, wie z.B. deine Big-Band.
    Ich hab dann auch nach längerem rumprobieren rausgefunden, dass manche Instrumente für mich einfach Nachteile haben. z.B. Mundharmonika spiel ich nicht gern, weil ich es nicht leiden kann, mit dem Mund zu spielen. Klavier ist mir zu schwer zu transportieren, Gitarre mag ich nicht mehr spielen, weils meinen Körper zu assymetrie zwingt.
    Jetzt sind meine Instrumente: Singen und Percussion.

    An unserer Schule ist auch ne Big-Band, bei der ich aufhören musste, weil ich Gitarrist war. Hat mich zwar extrem genervt, weils sau geil war da zu spielen, aber wenn ich immer nach ner Stunde spielen Rückenschmerzen krieg, taugt mir das Instrument nicht. Ok, bei dir gibts jetzt solche Probleme nicht, aber ich schreib dir das nur, um zu zeigen, dass man alle Aspekte berücksichtigen sollte.

    Hoffe ich konnte dir ein paar Gedankenanstöße geben.
     
  5. HaraldS

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    Erstellt: 25.02.08   #5
    Gern geschehen.

    Klar, wenn du weißt, was du da tust - also von der Theorie her den Überblick behältst. Ich habe einen Schüler, der Trompete und Gitarre spielt - bei Transpositionsaufgaben stellt er sich vor, er würde einen Ton um 2 Bünde auf der Gitarre verschieben. Das entspricht 2 Halbtönen und damit dem 1 Ganzton Unterschied zwischen Bb- und C-Stimmung. Das ist ein Beispiel, wie man bei mehreren Musikinstrumenten von den einzelnen Fächern profitiert.

    Du kannst durchaus Bb- und C-Stimmung gleichzeitig lernen und beherrschen, aber es ist natürlich ein höherer Aufwand als sich erst mal auf ein System zu konzentrieren.

    Wenn du Posaune spielen lernen willst, tu's. In jeder Hobby-Big-Band wirst du mit offenen Armen empfangen, denn Posaune ist ein tendenziell selten geworden. Du hast das Transpositionsproblem nicht und kannst leicht in jedem Ensemble (Posaunenchor, Blasorchester, Sinfonieorchester, Big-Band) mitwirken.

    Falls es dich interessiert: ich finde die CD "trombone groove" von Uli Gutscher sehr gut. Da sind richtig fetzige Arrangements für Gitarre und Posaune (mit Baß und Drums) drauf - nur zu empfehlen.

    Harald
     
  6. macsom

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    Erstellt: 26.02.08   #6
    Im Ernst? Ich muss nicht zwei verschiedene Griffweisen lernen?
    Das wär ja das beste, was mir passieren kann, zumal ich vom Chorleiter, den ich neulich nach dem Wiedereinstieg gefragt habe, erfuhr, dass gerade noch jemand Posaunenunterricht erhält. So kann ich dann wahrscheinlich am Freitag gleich anfangen und freu mich schon wahnsinnig. :)
     
  7. Avantgarde

    Avantgarde Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.08   #7
    und ausserdem kann sich auf da gitarre "fast" alles selber beibringen.

    mfg