Privatisierung der Deutschen Bahn stoppen !!

von Hanfeld, 31.07.07.

  1. Hanfeld

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    Erstellt: 31.07.07   #1
    Die Bundesregierung will die Deutsche Bahn für einen Schleuderpreis verramschen
    und auf Mitspracherechte verzichten.
    Es drohen Streckenstillegungen, ausgedünnte Fahrpläne und höhere Fahrpreise.

    Beteiligen Sie sich bitte an der eMail-Aktion
    an die Verkehrsminister der Länder:

    http://www.fahrplanretter.de


    Selten haben sich Lobbyisten so dreist durchgesetzt wie letzte Woche (24.07.2007)
    beim Beschluss des Bundeskabinetts zur Bahnprivatisierung.
    Der Bund will alle Mitspracherechte über die Verwendung von Milliarden Steuergeldern
    an Kapitalinvestoren abgeben.

    Bei einem Wert von über 180 Milliarden Euro soll die Hälfte der Deutschen Bahn AG
    für knapp 10 Milliarden Euro verramscht werden.
    Hier wird öffentliches Eigentum geplündert.

    Weitere Strecken drohen stillgelegt, Fahrpläne ausgedünnt
    und Fahrpreise angehoben zu werden.

    So werden nicht mehr Menschen vom Auto oder Flugzeug auf die klimafreundliche Bahn umsteigen.


    REGIERUNGonline - Kabinett beschließt Bahnreform:
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2007/07/2007-07-24-kabinett-bahn-privatisierung.html

    REGIERUNGonline - Bundeskabinett:
    http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundeskabinett/bundeskabinett.html
     
  2. Micha303

    Micha303 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #2
    nicht zu vergessen wären die Mitarbeiter, gekürzte Löhne, länger Arbeiten.
     
  3. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.07   #3

    Belege und Quelle bitte
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 01.08.07   #4
    In der kriminalistik heißt es "cherchez la femme!"

    Bei derlei aktionen sollte man fragen "cui bono" oder "wer profitiert davon", "wer sind die aktionäre"? Etwa identisch mit denen, die solche entscheidungen fällen? Unsere demokratie ist ja sooooooo transparent.
     
  5. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #5
    ich geniesse diesen thread ja mit vorsicht, immerhin ist der startpost einfach nur ein aufruf und keine diskussionsgrundlage.

    trotzdem, privatisierung der bahn - ich finds toll!

    von mir aus soll der staat das ding verschenken, hauptsache, es tut sich endlich was, das preise bei einer gesunden konkurrenz steigen, hat sich in der vergangenheit nicht bewahrheitet, man siehe sich den flugverkehr an. entlassungen bei der bahn, nun - da trifft es nicht die falschen und das schienennetz kann dünner kaum noch werden.

    der beweis, wie gut es funktionieren kann, sind die von der bahn als unwirtschlaftlich stillgelegten strecken, die dann von privaten investoren gekauft und betrieben wurden - plötzlich gings und das auch noch mit gewinn. ein gutes bespiel dafür ist weser/ems bahn, aber es gibt noch viele mehr...

    und alle die drücken dann in das langstreckenmonopol der bahn, die schon vor jahrzehnten verlernt hat, witschaftlich, kundenorientiert und serviceorientiert zu arbeiten. wenn sie es je konnte.....

    ich bin in england großgeworden, habe lange in australien und den USA gelebt, alles länder mit privaten bahngesellschaften. super! es gibt luxuszüge, die einen für teuer geld in rekordzeit durchs land schiessen und es gibt sparangebote und billig-züge. wenn man mit den leistungen einer gesellschaft nicht zufrieden ist, nimmt man eben eine andere.

    natürlich spielen in den USA und Australien züge eine nicht wirklich ernstzunehmende rolle im personenverkehr...
     
  6. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 01.08.07   #6
    Folgen der privatisierung der post? Ich benutze sie kaum noch, wird es mit der bahn anders? Wo ist da eine "gesunde" konkurrenz (außer bei wenigen nebenlinien) in sicht? Und die trennung von schienennetz und bahnbetrieb ist äußerst fragwürdig.
     
  7. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #7
    nun, ich hoffe, du nutzt da dann aber die angebote der konkurrenz und bringst nicht jedes päckchen selbst zum empfänger. so wird es bei der bahn auch, du fährst zwar noch bahn aber nicht DB sondern, virgin-line, TGV oder berlin-bahn....

    die trennung von schienennetz und betrieb halte ich für wichtig, nur das erlaubt einen gesunden konkurrenzkampf. sonst wird es wie im schienengüterverkehr, in dem die bahn sich bessere und günstigere konkurrenz vom gleis hält, in dem sie fantasiepreise für die nutzung verlangt.
     
  8. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.07   #8
    Ich finde gerade die Ternnunge essentiell wichtig.
    Der Staate sollte imho schauen, dass er die Infrastruktur unter seiner eigenen Kontrolle hält. Leider hat er dies bei Telekommunikation und Energie bereits versäumt.

    Nur so kann auch eine gleiche Grundlage für alle Bahnbetriebe gewährleistet werden. Ansonsten privatisierst du wie bei der Telekom erstmal ein Monopol.
     
  9. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #9
    Ich wohne direkt an der Lahn Strecke der Bahn zwischen Koblenz und Limburg. Hier ist seit einigen Jahren nicht die Bahn, sondern das Unternehmen "Vectus" aktiv. Es gab moderne Triebwagen, welche absolut pünktlich fuhren (okay, am Anfang hatten sie einige Probleme damit), die Tarife der Bahn blieben weitestgehend gleich. Die Züge sind mittlerweile durch den Schülerverkehr sehr heruntergekommen, aber pünktlich fahren sie immer noch. ..

    Ein schlechtes Beispiel von privatisiertem Zugverkehr hingegen: England.
     
  10. Hanfeld

    Hanfeld Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #10
    Morgen (2. Aug) wird im Ersten Programm der ARD
    die Sendung Monitor ausgestrahlt (21:45 - 22:15 Uhr).

    Ein Thema wird die Privatisierung der Bahn sein:

    Bahn unterm Hammer: Wem nützt die Privatisierung der Bahn?

    Die vollständigen Beiträge findet man ab 3. August (ca. 16 Uhr)
    im Video- und Textformat unter:
    http://www.monitor.de
     
  11. Hanfeld

    Hanfeld Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #11
    Wer detaillierte Informationen haben möchte, z.B. über den
    geschätzten Vermögenswert der Bahn, findet sie hier:
    http://www.DeineBahn.de
     
  12. Micha303

    Micha303 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #12
    Was für Belege, hast du die letzten 10 Jahre verpasst? Warum sollte es diesmal anders werden?

    Wir haben in Deutschland die Löhne der 90er Jahre und die Preise von 2007.
    Wenn ich es richtig im Kopf habe 0,6% weniger Lohn als 1996

    Privatisierung heißt immer Einschnitte für die Beschäftigten. Den Mitarbeitern geht es dannach nicht besser. Die Arbeitsplätze werden unsicher, die Löhne sinken, die Daumenschrauben werden angezogen. Ein Privater Investor will mit der Bahn Geld verdienen, auf Kosten der Mitarbeiter.

    Die Firmen haben nur noch den Provit in den Augen.
    Der Aktienkurs muss stimmen, gehts der Firma schlecht werden Mitarbeiter entlassen.
    Die Firmen schrumpfen sich gesund auf Kosten der Sozialkassen.
    Von einer Privatisierung hat noch kein kleiner Arbeiter provitiert.
     
  13. Gunkl

    Gunkl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.07   #13
    Na immerhin wurde im Anfangspost nicht geschrieben

    "Stoppt die Privatisierung. Es drohen unmotivierts Personal, ungepflege Bahnhofe und verspätete züge" ;)
     
  14. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.07   #14
    Sorry aber auf unreflektierte Platitüden geh ich nicht ein. Entweder du hast Zahlen die deine Behauptungen belegen oder es bleiben platte Behauptungen die keine Diskussionsgrundlage sind.
     
  15. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.07   #15
    Wie die Bahn privitisiert wurde bzw. wird, darüber lässt sich sicher streiten. Aber dass die Privatisierung an sich mehr positive als negative Seiten hat steht für mich fest.


    Warum können denn kleine private Bahnlinien in modernen Zügen mit motivierten Mitarbeitern zuverlässig und pünklich arbeiten auf Strecken, die die Bahn mit ein paar gammeligen Schrottzügen befahren hat und es sich trotzdem nicht rentierte.
    Ach ja, weil die Privaten natürlich ihre Mitarbeiter ausnutzen und die Bahn ihre Leute mit Reichtum überschüttet, weil sie ja schon immer nie den reinen Profit im Auge hatte...:rolleyes:

    Monopole sind immer schlecht und hebeln den selbständigen Markt aus, der eigentlich immer optimale Lösungen schafft. Die Bahn muss in private Hände, darf aber auf keinen Fall ihr Monopol behalten. Vielleicht kann sie sich gegen die Konkurrenz behaupten, vielleicht auch nicht und sie trifft das gleiche Schicksal, das auch wohl der Telekom droht. Aber was ist daran so schlimm? Die Angestellten der Bahn kommen dann auch bei der Konkurrenz unter. Also, was solls? Wenn ich dafür billiger, schneller und besser an mein Ziel komme, dann finde zumindest ich das gut.


    Ich fände vollgendes System gut: Das Bahnnetz bleibt in Staatsbesitz (oder in einer Art Stiftung, die in der Lage ist, wirklich langfristige Entscheidungen zu treffen). Diese "versteigern" bestimmte Nutzungsrechte an Bahnabschnitte an die einzelnen Unternehmen. Für rentable Strecken wird viel geboten werden, und so werden da moderne Züge fahren. Die kleinen Nebenstrecken sind eher uninteressant, aber vielleicht kann sie ja ein Unternehmen mit älteren Zügen und ein paar durchdachten Konzepten doch noch rentabel befahren. Es muss dann ja mangels Interesse an der Strecke auch wenig bezahlen.
    Das hätte natürlich Nachteile in der Streckenkoordination, aber ich bin mir sicher, dass es auf relativ schnell bestimmte planerische Absprachen geben wird. In der Art: die Betreiber kleiner Anschlussstrecken verpflichten sich, auf die Züge des Unternehmens zu warten, dass eine bestimmte Langstrecke betreibt und bekommen für Wartezeiten Ausgleichszahlungen.
     
  16. Kfir

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    Erstellt: 07.08.07   #16
    @Matthias:

    Deine Eindrücke decken sich mit meinen eigenen.
    Gerade die letzten Tage wieder erlebt, bei einer Fahrt quer durch die Republik.

    Ich finde es erschreckend, wie stark das technische und personelle Niveau bei der Bahn im Vergleich zur "Konkurrenz" beim Regionalverkehr in den Keller gesunken ist. Oder vielleicht sollte man eher sagen, wie weit die "Privatbahnen" inzwischen die Nase vorn haben.

    Und für dieses Plus zahle ich dann durchaus auch gerne ein, zwei Euro mehr. Wenn ich dafür solide Leistung in Form ausreichender Fahrtendichte/Verbindungen und Pünktlichkeit bekomme.
     
  17. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 07.08.07   #17
    Privatisierung macht nur dann Sinn wenn es echte Konkurrenz gibt, das ist im Fall der DB nicht wirklich der Fall. Deutschland hatte einmal eines der dichtesten Schienennetze, seitdem die DB richtung Privatisierung gelenkt wird, d.h. seit der "Wende" wird zurückgebaut und stillgelegt, nur profitable Strecken, da wird investiert, mit vielen Steuergeldern. Vor einigen Jahren ging noch durch die Presse wie die DB gezielt alte Lokomotiven und Wagen, die noch ein paar Jahre Tüv hatten und wunderbar für Privatbahnen geeignet wären ( und komplett mit Steuergeld bezahlt wurden) verschrotten lässt, statt sie gewinnbringend im Inland zu verkaufen, mit wohl nur einem Ziel: Es der Konkurrenz schwer machen. Heutige dt. Privatbahnen fahren ebenfalls außerhalb der Konkurrenz, fast nur auf Strecken wo weder DB noch andere überregionale Unternehmen aktiv sind.
    Die USA sind da im übrigen ein nicht erwähnenswertes Vorbild, dort haben von anfang an Private Unternehmen das Schienennetz aufgebaut, die Züge bezahlt. England passt da schon eher, wohin dort die Privatisierung geführt hat durften wir alle in den Nachrichten verfolgen.

    Eine vernünftige Lösung wäre das aufsplitten der DB oder/und das per Gesetz verankern von sämtlichen Freiräumen für andere private Unternehmen. D.h. das eine Hochgeschwindigkeitsstrecke inklusive Bahnhöfen ebenso von der Konkurrenz benutzt werden darf oder sogar muss, das "DB Bahnhöfe" ebenfalls allen Mitbewerbern offen stehen. Was wir heute haben ist ein Monopol, das fleissig daran arbeitet es auch dann nicht zu verlieren wenn die Profite an Aktionäre fließen.