psychoakustische wahrnehmung von bpm

von paulsn, 19.12.07.

  1. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #1
    hallo zusammen!

    ich tu mir etwas schwer meine frage sinnig zu formulieren, deswegen hole ich einfach mal aus.

    folgendes: euch ist bestimmt mal aufgefallen, dass viele produktionen etwas schiefe bpm zahlen haben... so scheinen 96 oder 108 beispielsweise recht beliebt zu sein. mir stellt sich nun die frage: warum?

    ich hab irgendwo mal aufgeschnappt, dass es anscheinend eine frage der wahrnehmung is und bestimmte bpm banal ausgedrückt "besser" und "schlechter" sind, bzw nahe beieinander liegende tempi als gleich schnell wahrgenommen werden...
    google gibt nicht viel her ausser dieser seite, die irgendwas von oktavierten grundtönen erzählt und ins esoterische abgleitet... da bin ich noch nicht ganz durch gestiegen und glaube auch nicht, dass es konkret etwas damit zu tun hat.

    frage an euch: weiss da jemand was genaueres?

    lg, paulsn
     
  2. UranusEXP

    UranusEXP Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 19.12.07   #2
    Hi,

    soweit ich mich an meine Lektüre des Buches "Das wohltemperierte Gehirn" erinnern kann, gibt es wohl zahlreiche Thesen (naheliegend z.B. Korrelation zu gewissen Pulsraten verschiedener Gefühlszustände, etc.) aber keine hat scheinbar bisher wirklich standgehalten. So stand es zumindest in dem ganz interessanten Buch, wenn ich mich recht erinnere.

    Hier noch zwei Links:

    http://www.stephenjay.com/articles/hr.html

    und

    http://www.musikmagieundmedizin.de/standard_seiten/notenzahl.html

    Beste Grüße,

    Uranus
     
  3. foxytom

    foxytom Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.12.07   #3
    hallo,
    ich hab irgendwas im Hinterkopf, dass bestimmte Geschwindigkeiten besonders gut tanzbar sind/sein sollen. Diese Erklärung könnte auf z.B. Disco Musik der 70er gut passen. Da hatte man oft gleiche oder ähnliche Bpm.
    ... ein vielfaches des Ruhepulses könnte auch damit zusammenhängen...

    ... warum ist bei Cubase gerade 120 Bpm voreingestellt???? vielleicht sollte man mal bei Steinberg nachfragen?:rolleyes:
     
  4. Wolf-107

    Wolf-107 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #4
    Das ist bei FL-Studio auch so.
    Ich denke dass man einfach eine gerade Zahl mit der sich gut rechnen lassen kann als Ausgangssituation haben will.
    Weil: 1 Takt in 120bpm entsprechen genau 2sekunden.
     
  5. UranusEXP

    UranusEXP Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 19.12.07   #5
    Weiterer Faktor gerade im Dancebereich ist die Mix-Kompatibilität...aber da muss sich mal ein DJ zu Wort melden...Das hamm'er gleich...*PM an DJNameless*

    Es gibt mit Sicherheit gewisse Zusammenhänge gerade zwischen Tonart und Tempo, auch wenn da Viele wie Du sagst "ins Esoterische" abgleiten. Jeder Ton hat ja in gewisser Weise ein in Tempo in sich. Frequenz bezeichnet man ja nichts als die Anzahl von Ereignissen in einem gewissen Zeitraum.

    Auch wenn das logisch und leicht verständlich ist, ich bin immer für veranschaulichende Experimente: Man gehe her und programmiere eine Bassdrum, in durchgehenden 64tel. Die lässt man im Loop laufen und fängt bei geringem Tempo an, sagen wir 10 BPM. Dann dreht man langsam das Tempo hoch. 'Ich hab da mal was vorbereitet:

    MP3

    Es ist wie beschrieben eine 64tel BD. Das Tempo beginnt mit 10, fährt dann langsam hoch bis 300 und stagniert dort.

    Beste Grüße,

    Uranus
     
  6. Dieter B.

    Dieter B. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #6
    Also wenn ich mit den zu aufnehmenden Personen mehr Zeit habe, probieren wir auch mit "unüblichen" bpm-Zahlen rum, bis es eben richtig groovt.

    Ich mach das aber auch nur nach Gefühl und wüsste gerne mehr drüber!

    Ich hab mal im Musikunterricht(Wirklich guter Musikunterricht an der Schule... ein Wunder!) gelernt, dass viertel bei 60bpm der Ruhepuls sind und 120bpm zwar als schnell, aber trotzdem entspannend wirken. Also perfekt zum "lockeren" grooven. Leicht darunter wirds "chillig und Öde", also perfekt für beruhigende musik, darüber fängts an zu rennen und zu "stressen", perfekt für musik, die "pushen" soll.
    Das gilt natürlich nur, wenn alles im bum tschak bum tschak gespielte 4/4 sind, sonst muss man das natürlich umrechnen.
     
  7. DJ Nameless

    DJ Nameless Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #7
    Im Dance-Bereich ist es tatsächlich so, dass ab Ende der 90er diese Mixing-Geschichten immer beliebter wurden. Anfang bis Mitte der 90er war das noch nicht in Mode, und da hatten tatsächlich die einzelnen Titel noch extreme Unterschiede, selbst in derselben Musikrichtung. Damals fehlten auch meist die beatlastigen Intros, es wurde einfach wie im Radio eine Platte raus- und die nächste reingefadet.
    Als ab Ende der 90er der Mixing-Trend aufkam, pendelten sich die typischen Geschwindigkeiten für die einzelnen Untergenres ein: House irgendwo bei 120-135 BPM, dann Dance / Techno / Trance zwischen 135 und 145, usw.

    Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass Tracks ab ca. 120 BPM als "groovend", tanzbar wirken und darunter eher als "ruhig".

    DJ Nameless
     
  8. Perfect Drug

    Perfect Drug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.07   #8
    Kommt auf den Takt an... ;)
     
  9. lax_flow

    lax_flow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.07   #9
    Man liest ja auch des öfteren, dass man in Lernsituationen Musik hören sollte, die einer ruhigen Pulsfrequenz entspricht. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber Bach mit seinen oft rund 60 bpm soll da sehr gut sein. Hat bei mir auch deutlich besser funktioniert als z.B. Carmina Burana und Konsorten *g*
     
  10. JayT

    JayT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.12.07   #10
    Hi,

    Ich persönlich glaube weniger an die "esoterischen" Zusammenhänge mit Gefühlszuständen, Puls oder ähnlichem.

    Es macht aber sehr wohl Sinn, das Tempo um einzelne bpm anzupassen.
    Hat definitiv Einfluss auf
    - Groove (speziell Shuffle kommt bei verschiedenen Tempi verschieden rüber)
    - Spielbarkeit (einzelne bpm runter können schon was ausmachen)
    - Genauigkeit (speziell Schlagzeuger, aber auch alle anderen haben bei den jeweiligen
    Pattern oder Riffs ihr "Ideal-Tempo". Wenn das nicht genau passt werden (die etwas
    ungeübteren) schnell ungenau.
    - Track-Dauer (Für Soundtrack oder Werbungen)

    lg. JayT
     
  11. Deltafox

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    Erstellt: 21.12.07   #11
    ich finde auch vor allem sehr komplexe (bzw. wirre) Songs können durch eine geringe BPM-Verniedrigung schon deutlich mehr an Übersicht gewinnen und weniger gehetzt wirken
     
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