Reamping sinnvoll?

von gyni, 11.02.17.

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  1. gyni

    gyni Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.17   #1
    Hallo!
    Ich spiele zur Zeit mit dem Gedanken mir irgendwas zu reampen zu besorgen und da hab ich mich gefragt ob das überhaupt soviel mehr Sinn macht als sofort mit dem Mikro abzunehmen. Mein Gedanke war, dass man, oder zumindest ich, jeden Amp irgendwie anders spielt. Beim einen gräbt man tief in die Saiten, beim nem anderen halt nicht. Jeder spricht ja anders an und fühlt sich auch anders an. Noch dazu sind manche Amps verzeihlicher als andere, oder dynamischer oder was weiß ich was alles. Wenn man also ne DI aufnimmt und Amp A, oder eine Amp-Sim parallel dazu laufen hat, nimm man doch mit dem "Feeling" von zb Amp A auf. Wenn man das dann durch Amp B jagt, macht sich das doch bemerkbar oder? Mit Amp B würde ich ja ganz anders spielen.
    Ihr habt doch bestimmt alle Erfahrun damitg, klärt mich mal auf
     
  2. fko56

    fko56 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.17   #2
    Hallo!
    Wenn Du was per DI aufgenommen hast wird es exakt so wie Du es gespielt hast am Amp wiedergegeben. Aber NUR das was Du mit den Fingern "erzeugt" hast.

    Anschlagstärke, Tonhöhe usw. sind natürlich gleich aber wie der Amp drauf reagiert hängt eben von diesem ab.
    Ich glaube nicht, daß dabei starke Unterschiede beim Spielen selbst entstehen.
    Jeder hat so seine Art wie er auf dem Griffbrett herumturnt. Meiner Meinung nach hat das mit dem Verstärker eher weniger zu tun.
     
  3. 901

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    Erstellt: 11.02.17   #3
    Ich erinnere mich, mal vor vielen Jahren in einem Interview mit Slash gelesen zu haben, dass er im Studio im Kontrollraum einspielte und dort einen sehr high-gainig eingestellten Boogie stehen hatte, um das entsprechende Feedback zu bekommen, aber das gesplittete Signal auf seinen Lieblings-Marshall im Aufnahme-Raum ausspielte, der mikrofoniert wurde und das eigentliche Signal erzeugte. Ist zwar kein Reamping im engeren Sinn, aber ein gutes Beispiel für das Ausnutzen der Wechselwirkung Spieler<->Amp.
     
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  4. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.17   #4
    Hallo,
    die Frage, die sich mir stellt ist: was erhoffst Du Dir von Re-Amping?
    Wenn es nicht nötig ist, hat es mMn nicht viel Sinn.
    Nötig wäre es, wenn Du zB
    - zuhause aufnehmen möchtest und die Spuren dann in eine Studio geben willst
    - Du noch nicht Dein Super-Equipment hast und hoffst in naher Zukunft dann die DI-Spuren durch Deinen Traumamp zu jagen
    - In Passagen, die sehr sehr präzise gespielt sein müssen, auf jedes kleinste Detail achten möchtest
    - Du noch nicht so recht weisst, was Dein Gitarrensound sein soll
    - ...

    Interessante Variante finde ich den Laney IRT Studio. Der schickt via USB ein DI-Signal und eines, dass durch den Amp ging an den Rechner. Wenn man/frau den Sound mag, eine nette Sache.
    Eine Ecke kleiner, der Laney IRT Pulse, ähnliches Ergebnis.
     
  5. tylerhb

    tylerhb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.17   #5
    Reamping ist immer dann sinnvoll, wenn man einen anderen Gitarrensound möchte als man beim Tracking aufgenommen hat. Grundsätzlich IMMER sinnvoll ist es, sich die Option des Reampings offen zu halten, indem man grundsätzlich eine DI Spur zusätzlich aufnimmt. Hierfür braucht man auch keinen Reamper, sondern nur eine halbwegs brauchbare DI Box. Falls man dann wirklich reampen möchte kann man ja immer noch auf diverse Optionen zurückgreifen. Entweder über einen hochwertigen Reamper mit entsprechender Impedanzwandlung, einem Software Amp oder über eine digitale Schnittstelle wie beim Kemper.
     
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  6. gyni

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    Erstellt: 12.02.17   #6
    Slash spielt also nen Marshall mit Boogie Feeling ein. Das ist genau das, was ich meine. Lässt sich ja auch aufs reampen übertragen.


    Ich habe das Luxusproblem, dass ich mehrere Amps habe. Vom Reamping erhoff ich mir mehr Flexibilität, also einmal eine DI aufnehmen und dann den entsprechenden Amp auswählen. Ich will quasi nicht mit jedem Verstärker einzeln aufnehmen müssen.
    Ich weiß quasi wirklich nicht, was am Schluss der Gitarrensound sein soll. Kennt ja jeder, dass einem am nächsten Tag sein Gitarrensound nicht gefällt.
    Meine Frage war eher in die Richtung, ob es am Ende doch sinnvoller ist, mit jedem Amp einzeln einzuspielen wegen der Wechselwirkung zwischen Spieler und Verstärker.
    Hat nun jemand schon praktische Erfahrung damit oder nicht? Tritt der Effekt nun auf und wenn ja, ist er erheblich? Oben wurde ja angedeutet, dass Slash dies ausnutze, vielleicht weil er bei seinem Marshall einfach nicht das richtige Gefühl beim spielen hatte. Dann wurde aber gesagt, dass das alles wenig mit dem Amp zu tun hat, was aber bei mir überhaupt nicht stimmt. Vielleicht ist es ja bei jemanden anders so, ich hab keine Ahnung...
     
  7. mjmueller

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    Erstellt: 12.02.17   #7
    Hallo,
    ich bin mir nicht sicher, ob Herr Slash den Amp aus dem von Dir genannten Grund im Regieraum hatte. Vielleicht mag er einfach nicht gerne mit Kopfhörer spielen und brauchte einen Amp, der auch relative leise gut klingt :nix:
    Die Interaktion Mensch/Gitarre und Amp ist sicher gegeben, vielleicht überschätzt Du die auch etwas. Denn Du wirst vermutlich doch eher ähnliche Gitarrensounds kreieren für den jeweiligen Song. Um es etwas krass zu formulieren: Ein DropDown Geschredder als DI, wirst Du wohl kaum mit einem Hiwatt superclean reampen.
    Von daher würde ich sagen: Den Effekt kannst du vermutlich in 9 von 10 Fällen vernachlässigen (bei HiGain sowieso)
    Sonst wäre ja auch die Idee von Re-Amping im Grunde obsolet.
    Viel stärker spielen Box, Mikrofon und Mikrofonpostion in den Sound.
    Hier ein paar wirklich interessante Soundbeispiele vom DarkLord.
    Grüße
     
  8. tylerhb

    tylerhb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.17   #8
    Auf jeden Fall wirkt sich die Einstellung des Amps auf das Spielgefühl aus. Bei normalen Powerchords ist das noch nichtmal so krass, beispielsweise aber Hammer Ons, Pull Offs, Legato und 16tel brauchen einfach ein gewisses Maß an Gain, damit man beim Tracking nicht zu sehr "kleben" bleibt. Arbeitet man hier im Studio dann mit Dopplungen und Quad Tracking hat man hier in der Summe dann aber sehr schnell zu viel Gain. Hier ist Reamping wirklich eine super Möglichkeit, nachträglich das Finetuning zu machen. Zum fetten Mesa Recto passt z.B. dann super ein crunchiger JCM800, der dann zusätzlich Definition und Transparenz bringt. Allein gespielt würde sich das vielleicht total dünn anhören aber in der Summe passt es eben.
     
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    Erstellt: 12.02.17   #9
    Also in dem Beispiel zu Slash ging es eigentlich darum, dass er wohl mit dem Feedback aus dem High Gain Amp spielen wollte. Also um mehr Sustain aus den Noten zu bekommen. Da wird ja richtig die Saite angeregt und schwingt anders.

    Ich hab selbst schon ziemlich viel mit Reamping experimentiert. Ich mach es nur, wenn ich glaube, dass ich in dem Moment nicht schnell genug den passenden Sound finde.

    - Alles zwischen Gitarre und Amp beeinflusst den Sound. Auch die besten Buffer und Splitter. Ist vielleicht nicht viel, aber eben doch nicht ganz das selbe.
    - Ich finde auch, dass man anders spielt (siehe oben)
    - Man gibt sich vllt nicht ganz so viel Mühe mit dem Amp im ersten Schritt und setzt sich nicht so damit auseinander, wie man es klingen haben möchte, weil man ja später noch dran schrauben will
    - ist vllt mein persönliches Problem, aber ich habe oft genug beim Mixdown keine Lust mehr, Amps, Effekte, Mikrofone, usw. aufzubauen und einzustellen und nehme dann doch die Orginal-Spur. Software-Amps machen mich idR nicht glücklich.
     
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  10. gyni

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    Erstellt: 12.02.17   #10
    Ich glaub schon, dass das auch bei High Gain was ausmacht und dass man in nem Studio wo Slash aufnimmt mit Kopfhörer spielen muss, wage ich zu bezweifeln... Egal, ich probiers selbst aus
     
  11. mjmueller

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    Erstellt: 12.02.17   #11
    Auf jeden Fall der richtige Weg :great:
    Und wenn ich noch einen kleinen Tipp dazu geben darf? Auch mal Unbeteiligte reinhören lassen - am besten natürlich solche, die selbst Gitarre spielen oder überhaupt Musik machen. Es ist immer wieder eine extreme Erfahrung für mich, wie unterschiedlich wahrgenommen wird.
    Grüße
     
  12. thejone

    thejone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #12
    Re-Amping ist immer eine gute Idee.
    Gerade wenn man die Möglichkeit hat es zusätzlich zu machen. Etwas weglöschen kann man ja immer. Wenn aber die mühsam aufgenommene Spur doch nicht so gut in den Mix passt ist guter Rat ohne Reamping teuer. Ich nehme im Moment alles mit Re-Amping auf. Beim einspielen monitore ich mich mit dem DI-Signal damit alles möglichst sauber ist. Dann höre ich mir die Spur mit einem Plug-In an(Amplitube 4) damit ich höre, ob irgendwelche Nebengeräusche zu laut sind. Manchmal kann es sein, dass von anderen Saiten aus versehen Flageolettes mitklingen. Anschließend re-ampe ich die Spur mit zwei verschiedenen Amps und verteile sie im Mix auf zwei unterschiedlichen Positionen auf einer Seite im Raum. Für die andere Seite spiele ich eine seperate Spur und mache das dann genau so. Wenn mir der Klang nicht gefällt kann ich nach einer guten Aufnahme immer noch die Mic-Position und die Amp-Settings ändern. Meiner Meinung nach erreicht man damit sehr gute Resultate.
    Zum anderen wohne ich in einer Mietwohnung, da muss ich leider sparsam Gebrauch meiner Verstärker machen. So brauchen die Amps nur 1 Stunde zu laufen für einen 6min Song und alles ist gedoppelt eingespielt. Das sind schnell mal 10 Spuren oder so.
    Reamping ist dabei garnicht mal teuer. Wenn du ein Interface hast braucht du nur noch eine DAW, einen Amp und eine Re-Amping-Box wie z.B. diese http://www.palmer-germany.com/mi/de/DACCAPO-Re-Amplification-Box-PDACCAPO.htm. Die benutze ich auch.
    Für die Möglichkeiten die man damit hat finde ich es sehr günstig.

    Beste Grüße und let's rock!

    J
     
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