Recording - Klassische Musik

von Keoma, 20.09.05.

  1. Keoma

    Keoma Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.05   #1
    Hallo an Alle,

    ich habe die Möglichkeit, in Kürze ein Trio mit klassischer Musik, bestehend aus Gitarre, Violine und Klarinette aufzunehmen... Hmmm nun komme ich ja mehr aus dem Rock-Bereich und habe diese Instrumentierung noch nie gehabt (mal abgesehen von der Gitarre).

    Aufnehmen möchte ich das Trio in einem "Guß". Bin mir aber etwas unsicher, wie ich die Herrschaften positionieren soll/muss um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

    Wäre als Stereoaufnahmetechnik AB oder ORTF vorzuziehen?

    Vielleicht hat ja jemand schon mal mit ähnlichen Sachen gearbeitet und diesbezüglich Erfahrung gesammelt.

    Vielen Dank für eure Tipps!

    Keo
     
  2. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.05   #2
    am allerbesten suchst du dir eine schöne kirche aus (mit einem schönen hall) und stellst das trio auf (so wies halt am besten passt fürs stereobild (ich würde warscheinlich gitarre L, klarinette M, violine R kommt aber bei einem trio nicht ganz so draufan))

    ich persönlich würde eine AB aufnahme machen mit kleinmembran kondensator miks (neumann KM184)....mit dem abstand der beiden miks kann man auch ev. noch varieren (stereobild und hall länge) das ist bei ORTF nicht ganz so einfach...
     
  3. Keoma

    Keoma Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.09.05   #3
    Erstmal danke...

    ich werde den örtlichen Kantor fragen ob er mir seine Kirche mal für nen halben Tag ausborgt... :)

    Nein im Ernst. Wir sind schon an die Studioräume gebunden und meine Frage bezog sich ja auch auf die Anordnung der Instr. im Stereoabbild. Insofern ist diese Frage durchaus beantwortet. Am besten ich mach mit den Herrschaften Stühlerücken bis es gut ist :)

    AB hatte ich eigentlich auch favorisiert.

    Aber vielleicht hat ja der ein oder andere noch ne Variante an die keiner denkt...

    So long

    Keo
     
  4. amateur

    amateur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.05   #4

    ich würde auf keinen Fall eine Kirche oder einen sonstigen halligen Raum für eine Aufnahme nehmen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Besonders bei schnellen Stücken wirkt die Aufnahme oft verwaschen, breiig. Hall kann man bei der Bearbeitung immer noch beliebig hinzufügen, aber rausnehmen geht kaum.
     
  5. scheissPi-ber[]

    scheissPi-ber[] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.05   #5
    du musst nicht irgend ein überhalligen raum nehmen sondern ein gebäude mit schönem hall und glaub mir es kommt viel schöner (hör mal die testaufnahmen von Neumann an) - oder hast du genügend geld dir ein hallgerät für 2000€ zu kaufen (du musst auch nicht im nachhinein viel abmischen gehen... das ist keine rockmusik sondern klassische musik von natürlichen klassischen instrumenten)

    aber wie gesagt...der threadsteller möchte sich sowieso mit den studioräumen begnügen...von dem her ist diese konversation nicht sehr hilfreich
     
  6. Erdie

    Erdie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.05   #6
    Klassische Musik nimmt man i. d. R. immer mit echter Akustik auf. Kein Hallgerät auf dieser Welt kann (bis jetzt) die Akustik eines realen Raumen authentisch simulieren. Das liegt schon allein daran, daß einzelne Instrumente verschieden positioniert sind und sich die Reflextionen für jedes Instument individuell ausbreiten. Dazu kommt noch die natürliche Richtcharakteristik und ihre Wechselwirkung mit der Raumakustik. Ich denke, das grenzt schon an Chaostheorie. Soweit sind wir softwaremäßig noch nicht. Ich kann nur empfehlen, unter realistischen akustischen Bedingungen aufzunehmen.

    Gruß
    Erdie
     
  7. Keoma

    Keoma Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.09.05   #7
    Danke für die Antworten!

    @Erdie:

    ich werde definitiv keinen künstlichen Hall verwenden sondern die Raumakustik nutzen.

    Ich bin mir nur noch nicht schlüssig darüber, wie die Instrumente am sinnvollsten im Stereoabbild/Raum positioniert werden sollen. Von "scheissPi-ber[]" kam der Vorschlag, Gitarre links, Klarinette Mitte und Violine rechts. Ich werde es auf jeden Fall probieren aber vielleicht hat ja der ein oder andere schon ähnliche Sachen aufgenommen und noch andere Ideen umgesetzt. Aber wahrscheinlich gilt hier auch wie so oft: Versuch macht kluch... :rolleyes:

    Gruß Keo
     
  8. scheissPi-ber[]

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    Erstellt: 25.09.05   #8
    ich würde entweder das lauteste instument (ich glaube hier die klarinette) oder noch besser das melodieinstrument 1. stimme) in die mitte nehmen
     
  9. Moes

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    Erstellt: 04.10.05   #9
    Ein "bischen" theoretisches Grundwissen zum Thema Stereomikrofonie. Hat mir in der Anfangszeit extremst geholfen.

    www.sengpielaudio.com
     
  10. Erdie

    Erdie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.05   #10
    Eines wollte ich noch hinzufügen: Wenn Du eine AB Aufnahme machst, dann nehme doch nach Möglichkeit gleich Mikrofone mit Kugelcharakteristik. Die haben auf jeden Fall ein besseres Übertragungsverhalten als Nieren. Und bei AB brauchst Du keine Richtwirkung. Bitte lese bei www.sengpielaudio.com nach, wie Du die Mikrofonbasis einstellen mußt und welcher Zusammenhang mit dem Aufnahmebereich besteht. Ich persönlich würde ein EBS System nehmen, das ist sowsa ähnliches wie ORTF nur mit 25cm Mikrofonabstand. Reines AB ist schon von der Lokalisation etwa schammig und wenn Du keine Stützmikrofone verwendest, wirkt sich das besonders aus. Äquivalenzstereofonie ist da ein guter Kompromiss. Schau die bei Sengpielaudio auch mal die Artikel zum AB Zumischmikronfonsystem an. Das ist wirklich ein interessante Sache - geht nur bei großen Räumen und guter Akustik.

    Erdie
     
  11. Keoma

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    Erstellt: 18.10.05   #11
    So nun ist es passiert und das Trio ist aufgenommen.

    Für alle die es interessiert wie es klingt ist hier mal ein Link mit einem kurzen Stück von Beethoven:

    Beethoven

    Mich würde eure Meinung sehr interessieren...

    Gruß Keo
     
  12. Erdie

    Erdie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.10.05   #12
    Hallo Keoma,

    ich konnte es jetzt nur mit Kopfhörer anhören, was natürlich wenig aussagekräftig ist. Insgesamt klingt es sehr trocken aber dafür sehr durchhörig. Es ist bei allem, was ich vorher geschrieben habe, nicht verboten auch ein wenig mit guten künstilichen Hall zu arbeiten. Also so ganz dezent wie ein prise Salz könnte das Raumgefühl verbessern. Dieses ist ein Experiment wert. Kann es sein, daß Du mit ORTF aufgenommen hast?

    Erdie
     
  13. Keoma

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    Erstellt: 18.10.05   #13
    Hallo Erdie, danke für die Antwort. Ja es ist mit ORTF aufgenommen. Wobei das nur Violine und Klarinette betrifft. AB klang mir in dem Fall zu verwaschen. Zusätzlich für jeweils beide Instrumente noch ein Kleinmembran um noch ein wenig mit dem Direktsignal arbeiten zu können. Die Gitarre habe ich in einem separaten Raum mit einem Großmembran aufgenommen.

    Das mit dem Hall werde ich noch probieren wobei ich bis jetzt mit dem aufgenommenen Raum ohnehin sehr sparsam war.

    Gruß Keo
     
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