Reformation des Wahlsystems?

von C. Nomicon, 01.04.08.

  1. C. Nomicon

    C. Nomicon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #1
    Ich habe diesen Teil mal aus dem Thread "Ist der Islam gewaltätig?" herausgekoppelt, weil die Diskussion dort OT lief. Also hier bitte weiter diskutieren.

    Zum einen sind das aber zwei verschiedene Punkte.
    Eine Elite kann etwas besser wissen und trotzdem ihre Macht missbrauchen.

    Zum anderen können natürlich auch nicht-elitäre Volksvertreter ihre Macht egoistisch missbrauchen. Und das tun sie ja auch ständig.


    Also, das hab ich zwar früher auch immer gedacht, aber so langsam komme ich wirklich davon ab.

    Was soll daran auch nur ansatzweise erstrebenswert sein, dass Leute eine Regierung wählen, die nicht einmal wissen, WEN sie da eigentlich wählen? Die jemanden wählen, weil er so schicke Anzüge trägt? Oder die jemanden wählen, weil der Freibier für alle verspricht?
    (Meine Oma hat immer die CDU-Politiker gewählt, die am besten aussahen. "So ein stattlicher Mann!")

    Wie sollen Leute eine vernünftige Wahlentscheidung treffen, die nicht einmal ansatzweise wissen, für was eine Partei oder ein Politiker eigentlich steht? (Na gut, das wissen die Politiker und Parteien ja selbst schon nicht mehr, also, was soll's.)

    Aber wenn ich z.B. an die diversen Erstwählerchecks denke, bei denen junge Leute nach ihrem politischen Wissen befragt wurden, kommt mir nur das Grausen.
    Wie sollen denn Menschen vernünftig wählen, die auf das Bild von Hitler zeigen und meinen, der sei doch in der CDU. Oder die Angela Merkel für eine Talk-Show-Moderatorin halten.

    Man sollte mindestens einen Wahl-Führerschein einführen. Wählen darf nur, wer zumindest mal ein paar politische Grundkenntnisse hat und weiß, WEN er da eigentlich wählen soll.
    Alles andere ist doch einfach "Blinde Kuh mit Kreuzchen malen."

    Lieber wäre mir inzwischen aber tatsächlich eine ECHTE Elitenregierung. Eine Regierung der hellsten Köpfe des Landes, durch unzählige Prüfungen und ausgefeilte Tests ermittelt.
    Die können dann von mir aus auch so ein brutales Schweinegeld verdienen, dass sich Machtmissbrauch gar nicht mehr lohnt.

    Wäre immer noch billiger, als Hunderte von unfähigen Schwachmaten (aka Parlamentarier) durchzufüttern, die auch nichts anderes machen, als sich ihre Wahlpfründe zu sichern.

    Tatsächlich ist es doch längst so, dass wir ÜBERHAUPT nicht mehr regiert werden. Das aber von unheimlich vielen Leuten.
     
  2. Limbo

    Limbo Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #2
    Dafür plädiere ich auch schon seit Jahren.

    Elitenregierungen bestehen auch nur aus Menschen, und Menschen streben immer nach Macht. Einigen Leuten reicht es dass es in ihrem privaten Umfeld so läuft wie sie es gerne hätten, und andere wollen über ganze Staaten bestimmen. Außerdem gibt es in jeder Gesellschaftsschicht Fanatiker, und fanatischen Elitemitgliedern ist Macht sicher wichtiger als Geld, zumal man sich mit genug Macht sowieso nach Lust und Laune bereichern kann. Im Prinzip gebe ich dir recht dass so eine Regierung besser wäre als die aktuelle, aber nur unter der Voraussetzung dass diese Leute im Sinne der Bevölkerung regieren, und dies halte ich für Träumerei, weshalb ich eine Elitenregierung ablehne. Ich würde sowas nur befürworten wenn ich selbst ein Teil davon wäre. :o
     
  3. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 02.04.08   #3
    EIne sicherlich intelligente forderung....

    DAs widerspricht zwar (werden die kritiker sicherlich empört von sich geben) den demokratischen grundprinzipien, allerdings muss ich doch sagen:
    "Na und?" Wenn Menschen darüber entscheiden wer ein Land führt die nichtmal wissen wofür sie sich da gerade entscheiden, dann ist das auch nicht mehr demokratisch....

    So gesehen: klares Pro!

    Ich würde das in Form eines "Kulturtüvs" umsetzen:

    eventuell, vereinfacht gesagt:

    100 Fragen zum Thema: Politik, Geschichte und wenn es denn sein muss auch wirtschaft

    NUr wer einen solches Test besteht (es muss ja meinetwegen nichtmal mit 100% sein, kann im grunde auch nur in ansätzen beurteilen welche ausmaße die wahl des einen oder anderen hat!

    Daraus ergäbe sich nämlich zusätzlich ein immenser vorteil:

    Der Druck unter dem die Politik steht, nämlich, dass sie grundsätzlich populäre politik machen MUSS weil sie sonst maximal 4 jahre regieren kann (was für reformen sicherlich eher ne kurze zeit ist) würde verringert werden. Denn ist einem solchen system könnte man sogar der mehrzahl der wählerschaft ein langfristiges und nachhaltiges denken unterstellen....

    Alles in allem: nötig! Anders kann leider kaum noch politik gemacht werden.
    ICh möchte (und das ist lang lang her, seitdem ists sicherlich eher schlimmer als besser geworden) mal daran erinnern, dass in zeiten von Innenstadtsmok, somit eines hochgradig gefärdenden klimas, gefärdend für natur, kinder und vollidioten ein Automobilclub titelte "freie fahrt für freie bürger". Jeder halbwegs intelligente mensch hätte sich empört... aber sowas ist leider die minderheit...


    Das wäre dann ja ein ähnliches Prinzip wie es Platon "damals" in der "Politeia" vorgeschlagen hat. Ein System mit Reiz! Sicherlich eine überlegung wert.

    Es ist immer ein Mittelweg zu suchen zwischen einer 1-Mann Diktatur, die sicherlich das optimale system darfstellt wenn es um reformen, veränderungen und schnelle entscheidungen geht

    und der "solidität" der Demokratie, die am wenigsten Anfällig für Machtmissbrauch der Politik ist.


    Leider hat in den letzten Jahrzehnten ein neuer Faktor in diese "gleichgewichtsidee" einzug erhalten:

    Der Finanz/Devisen/Aktienmarkt.

    Heute ist es möglich quasi unabhängig von einem politischen System eine ganz Volkswirtschaft lahmzulegen, ohne dass die politik großartig etwas dagegen tun kann. Politiker sind nicht nur bestechbar sondern regelrecht ERPRESSBAR geworden...

    Auch hier findet machtmissbrauch völlig abseits politischer bühnen statt...


    daher ist es an der zeit nocheinmal zu prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, das risiko des machtmissbrauch dann doch lieber wieder in die hände von politikern zu legen und wenigstens dann doch einen positiven effekt daraus zu ziehen, nämlich den, den ich oben bereits beschrieben habe...


    haben wir uns hier irgendwie OT bewegt?
     
  4. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #4
    Vieles ist nur eine Frage des Geldes....

    Wenn ein Staat z.B. über riesige Bodenschätze (Erdöl, Gold, Uran oder sonstwas) verfügt, die staatlich gefördert werden, dann kann es sich so ein Staat z.B. leisten keine Steuern zu erheben, kostenlose Schulen und Universitäten zu betreiben, ein kostenloses Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen etc. etc. In einem solchen Staat mit einem Monarchen an der Spitze, geht es den Leuten vermutlich besser als in einer "typisch westlichen" Demokratie, sofern Dinge wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und überhaupt die Menschenrechte geachtet werden.

    Ein großer Faktor für das entstehen von extremen Gruppierungen ist vielfach Armut und geringe Bildung.

    Ein Staat wird nicht dadurch "besser", daß man die Demokratie einführt, wenn man nicht gleichzeitig die Armut senkt und die Bildung erhöht.
    Aber das Senken von Armut und das Erhöhen von Bildung sind keine Sache, die exklusiv nur in einer Demokratie möglich sind.
     
  5. Localgroover

    Localgroover Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #5
    Interessante Sichtweise. Sehe ich anders. Denn damals z. B. hielt die Mehrheit der Deutschen Hitler für keinen extremen Irrtum und konnte ihn auch nicht eliminieren, um mal bei der Wortwahl zu bleiben. Jeder weiss was z. B. George Double-U in den letzten Jahren mit Hilfe des Militärs etc. kaputtgemacht hat und kein Mensch ist da um ihm Einhalt zu gebieten. Ich halte Deine Aussage für grundweg gefährlich was Legitimation duch Masse (die Vielzahl der Individuen) angeht.

    lg
     
  6. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #6
    Der Kulturtüv ist die dümmste Idee, von der ich in letzter Zeit gehört hab.

    Die Leute, die das hier vorschlagen gehen natürlich selbstverständlich davon aus dass sie zu denen gehören, die garantiert nicht durchfallen und man nur die dummen anderen aussortiert, die es nicht verdient haben zu wählen. Wahrscheinlich ist auch geplant, politisches Auswendiglernwissen abzufragen, vielleicht sogar noch Deutschkenntnisse und Wissen über das, was hier an Gymnasien allgemein als Kultur gehandelt wird.

    Ich sag aber nun: wir sind eine Wirtschaftnation, unser Standbein ist Wissen, Export hoch von hochqualitativer Technik und Arbeitskraft. Wie kann jemand Entscheidungen treffen, der keine dafür keinen Sinn hat, nicht mal Grundkenntnisse besitzt? Ok, bauen wir in den Test doch eine kleine praktische Übung rein zum technischen Verständnis, ein paar Logikaufgaben und vielleicht noch eine einfache Differenzialgleichung ein, und mindestens die Hälfte der Leute die den Tüv fordern wäre plötzlich selber der verachtenswerte Bodensatz dem man mit gutem Gewissen die Grundrechte entsagen darf.

    Der Rat der entscheidet wer wählen darf und wer nicht bekommt zu viel Macht. Man stelle sich ein Gebilde vom Schlage der GEZ vor, nur dass sie die höchste Macht im Lande darstellt. Gar keine gute Idee.
    Und eine Regierungelite zu bestimmen, die nach schulischen Maßstäben (Test usw.) die besten darstellen ist da noch kritischer.
     
  7. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 02.04.08   #7
    Schade!

    Ehh nein! ich würde gerade im geschichtlichen teil momentan HOFFENTLICH durchfallen, sonst wäre das nicht "schwierig" genug!

    Ich halte deutschkenntnisse für nicht relevant für wahlberehctigung...
    Auswendiglernen wissen und bildung sind nicht in 100% der fälle trennbar. Jemand der sehr viel weiß kann sich auch eine meinung bilden...


    Ich stelle die systemfrage....

    Finde ich nicht sinnvoll, aber gäbe es diese fragen hätte ich sicherlich weniger probleme zu bestehen....

    Zum Thema Grundrecht:
    RECHT geht auch mit PFLICHT einher...
    das ist meine meinung, ich finde, ich kann von einem system nur rechte fordern wenn ich auch gewisse pflichten wahrnehme.
    Zu diesen Pflichten gehört imho auch einfach das system zu verstehen und die geschehnisse drumrum zu kennen...


    Ja, dass das riskant ist sehe ich ein! Wenn das jemand zu riskant findet, habe ich vollstes verständnis dafür

    Auch da stimm ich dir zu....

    kritisch ja!




    Ich denke was sich Nomicon da vorstellt ist so eine art philosophische Links-diktatur mit einer art "hohem Rat"..

    auch wenn diktatur kein schönes wort ist :)
     
  8. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #8
    Würde mir genauso gehen, aber darum geht es eigentlich nicht. Ich wollte nur drauf aufmerksam machen, dass es deutlich verschiedene Ansichten von wichtigem Wissen gibt. Wenn man sowas einrichten würde, dann würde das ein verstaubter Beamtenhaufen entscheiden.
    Und viele Leute, die sich für absolut gebildet halten haben riesengroße Wissenlücken, sind nur zu beschränkt es zu merken.

    Selbstverständlich. Aber ich fände es geschickter, das Geld was man für die Test aufwenden würde einfach in die Bildung zu stecken. Deine Idee ist es alle auszusortieren die einem irgendwie definierten Standard nicht genügen, ich fände es besser die Leute so weit zu bilden, dass nur noch ein kleinerer Teil keine Ahnung hat.
    Sowas kann nur über Freiwilligkeit funktionieren.


    Ich halte es für eine schreckliche Idee, eine Elite (und wenn es nur der Wählerteil ist, der über Wissensabfragen gefiltert wird) über das dumme Volk entscheiden zu lassen, das hat immer zu einer bemerkenswert großen Anzahl von Toten geführt. Das Experiment wurde schon ziemlich oft durchgeführt, jedenfalls oft genug um mich davon zu überzeugen, dass man es nicht noch mal durchführen muss.
     
  9. C. Nomicon

    C. Nomicon Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #9
    Wie kommst du denn auf das schmale Brett? :confused:

    Mir persönlich ist wichtig, dass das Land vernünftig regiert wird. Aber doch nicht, dass ich und meine unendliche Weisheit dabei unbedingt in irgendeiner Form mitmachen muss. Ts, was für eine alberne Idee...

    Ganz im Gegenteil: Wenn ich bei so einem Test tatsächlich aussortiert werden würde, weil mein Wissen für das Bestehen des Test nicht ausreichen würde, wäre ich sogar gleich doppelt beruhigt. Das würde doch bedeuten, dass tatsächlich nur Leute entscheiden, die wirklich was auf der Pfanne haben. Sogar noch mehr als ich. Wow! :impressed:

    :D


    Immer noch besser jemand wählt Angela Merkel, nachdem er mühsam auswendig gelernt hat, wer die Dame eigentlich ist, als einfach nur die Augen zu zu machen, den Stift kreisen zu lassen und irgendwo ein Kreuz zu malen, weil da grad Platz ist.

    Aber nach meinen Vorstellungen müsste so ein Test natürlich schon ein bisschen differenzierter sein. So differenziert wie möglich.
    Am besten so weit, dass meine bescheidene Wenigkeit bei dem Test auch gleich noch aussortiert wird! :D

    Ja, guter Vorschlag! Unterschreib ich! :)
    (Bis auf die Polemik mit den Grundrechten, natürlich. Wenn du bis jetzt der Ansicht warst, dass Grundrechte immer schrankenlos gelten, fällst du allerdings auch durch den Test. ;) )

    Aha? Na gut. Werden wir eben einfach weiter von Leuten nicht-regiert, die von gar nichts eine Ahnung haben, die auch überhaupt kein Interesse daran haben, irgendwas zu bewegen, denen es einzig und allein um ihren persönlichen Machterhalt geht und das mit jedem Mittel.
     
  10. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 02.04.08   #10
    Tja, da kannst Du in beiden Fällen sehen, was passiert, wenn man eine sachliche und offene politische Diskussion unterdrückt.


    So, und was soll bitte die Alternative sein? Ein Rat aus Politikstudenten? Ich halte es für noch viel gefährlicher, dem Volk pauschal Dummheit zu unterstellen und dann irgendjemanden verfügen zu lassen, dass alle Autos nur 2 Zylinder brauchen (außer das des Parteivorsitzenden und dass Gurken wie Bananen schmecken, weil das Volk eh dumm ist - einzig der Parteivorsitzende - dem stehen natürlich Bananen zu...

    Das Modell, dass wenige klug und uneigennützig zum Vorteil der Algemeinheit gehandelt hätten, hat NOCH NIE!!! funktioniert. Oder kennst Du ein Beispiel?
     
  11. C. Nomicon

    C. Nomicon Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #11
    Hmm, nee, eigentlich nicht.

    Von dem links-rechts-Gedöns halte ich sowieso schon mal gar nichts. Ich unterscheide eher zwischen vernünftig und unvernünftig. Machbar und nicht machbar. Erstrebenswert und nicht erstrebenswert.

    Ich stelle mir so eine Regierung eher wie eine Art Firmenleitung vor. Ein Gremium von Leuten, nicht allzu vielen, die für einen bestimmten Zeitraum von einer Art Prüfungskommission eingesetzt werden und vielleicht noch von einer Art Aufsichtsrat kontrolliert werden.

    Das Testverfahren sollte öffentlich sein. Und dieses Testverfahren kann gar nicht differenziert und umfangreich genug sein: Es sollte keinesfalls nur reines Wissen abgefragt werden, sondern auch Intelligenz, emotionale Intelligenz und es sollten Psychotests gemacht werden.
    Damit könnte man so reine Macht-Psychopathen schon mal ausschließen.

    Übrigens etwas, was man zum jetzigen Zeitpunkt ja gerade nicht kann. Nach dem derzeitigen Verfahren kommen nur Leute in die Position, Regierungsentscheidungen treffen zu können, die den ausgeprägtesten Machinstinkt haben und die sich am besten nach oben intrigieren und kungeln können. Gewählt werden dann diejenigen, die am besten lügen können ohne rot zu werden.
    Auf irgendwelche anderen Fähigkeiten kommt es bei uns derzeit gar nicht an.

    Man könnte das Verfahren aber natürlich auch demokratisieren, indem man mittels dieser ausgeklügelten Tests nur die Kandidaten herausfiltert, unter denen das Volk dann wählen darf. Dann ist es nämlich auch egal, ob die Leute einfach mal blind irgendwo ihr Kreuz machen. Qualifiziert für den Job wären ja alle Kandidaten.
     
  12. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #12
    Wenn mir jemand sagen würde: Du bist zu blöde um an dem Staat, der für alle geschaffen wurde nicht mitzureden, deswegen werden wir jetzt für dich entscheiden, dann wäre ich alles andere als glücklich. Ich wäre sogar stinksauer.


    Und was genau würde sich denn ändern, wenn man sagen wir mal 40% der Wähler aussortiert? Werden dann plötzlich alle Politiker edel und gut?
    Entscheidungsträger machen das immer nur zu ihrem Vorteil und wegen der Macht, der kleine (meist wirklich gefährliche) Anteil an Idiologen mal ausgenommen. Deswegen baut man ja Systeme, in denen der einzelne nicht zuviel Macht bekommt. Das ändert sich werder wenn man die Demokratie einschränkt noch wenn man Regierungeliten bestimmt. Im Gegenteil, es macht es sogar noch schlimmer.


    Aber mal ganz allgemein, diese ganze Tüv-Idee läuft meinem Verständnis eines modernen Staates völlig zuwieder. Es würde wohl hinhauen, wenn man den Staat als gegeben ansieht und es eine kleine Nebenaufgabe von ihm wäre, über ein bischen Volk zu regieren. Aber er ist doch nur eine Instanz, die "das Volk" sich geschaffen hat um besser miteinander auszukommen. Regierung ist für die Einwohner, nicht umgekehrt. Also hat auch jeder das Recht, diesen Staat zu formen.
    Sonst findet sich hier die Regierung bald in der Situation wie die Führungspitze am Ende der DDR: Das System war super, nur hatte man das falsche Volk.
     
  13. Localgroover

    Localgroover Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #13
    Das Volk ist und war dazu angehalten "dumm zu werden/sein"... da spielen u. a. unser Wirtschaftssystem, Bildungssystem und die Medienwirtschaft herein.... man kann es nicht so pauschal formulieren wie in Deinem Posting... denn die "scharzen ungebildeten Südstaatler mit christlichem Glauben" haben George Double-U zur Präsidentschaft verholfen.... obwohl sie ihm hätten in den Arsch treten sollen... ist eine GROSSE Frage, die im Forum eh "nur mal angerissen" werden kann. Greetings to A-Burg :)


    lg
     
  14. C. Nomicon

    C. Nomicon Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #14
    Echt? Also, mir fällt kein einziges Beispiel dafür ein. :confused:
     
  15. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 02.04.08   #15
    Nein, daran krankt auch unsere real existierende demokratie, wo wir die macht an "wenige" delegieren.
    Betrachtet man die älteren demokratien, sieht man, dass durch das wahlsystem "der pöbel" weitgehend von der macht und dem damit verbundenen wohlstand ausgeschlossen wurde. Demokratie im "bürgerlichen" sinne ist nicht für alle da, die "volksdemokratie" mit "2- und mehrzylindern" und bananen für bezugsberechtigte auch nicht.
     
  16. C. Nomicon

    C. Nomicon Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #16
    Warum das denn?

    Ist es dir tatsächlich wichtiger, dein persönliches Ego zu streicheln, als gut regiert zu werden?

    Also, da bin ich dann wirklich anders. Wenn ich weiß, dass ich etwas nicht kann, dann hole ich mir dafür einen Fachmann.
    Wenn meine Waschmaschine kaputt ist, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, da selbst dran rumzuschrauben. Ich bin doch nicht bescheuert. Ich hole mir einen, der sich damit wirklich auskennt. Das Ergebnis zählt doch, nicht die Frage, ob ich daran jetzt beteiligt war oder nicht.


    Das ist das Problem. Deshalb hätte ich ja lieber eine Elitenregierung als die Wahl zwischen Angehörigen dieser verkommenenen Politikerkaste.

    Siehe Posting oben: Vielleicht auch einfach nur eine Vorauswahl von Kandidaten aufgrund umfangreicher Wissens-, Intelligenz- und Psychotests.
    Das ginge auch.

    Was zu beweisen wäre...


    Was kann man denn bei dem jetzigen System noch formen?

    Wie du doch selbst sagst, hat man nur die Möglichkeit, alle paar Jahre ein Kreuz zu machen, mit dem man zwischen Pest, Cholera, Krebs und Vogelgrippe wählen darf.
    Tolle Wurst!

    Aber selbst wenn es noch was Gescheites zu wählen gäbe:
    Diese ständigen Wahlen machen das Land doch komplett reformunfähig. Irgendwo ist immer Wahlkampf und das heißt: Wieder mal Zeit für Freibier für alle, bloß nichts Unpopuläres entscheiden.
    Das Problem ist nur, dass uns so langsam das Bier ausgeht.

    Aber du hast schon Recht: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.
    Wir wollen halt eine, die Freibier verteilt. Alles für alle und für mich das meiste. Und wenn das Bier mal komplett alle ist, wird das Geschrei zwar groß sein, aber was soll's: Das Volk hat's eben nicht anders gewollt. Pech, Schicksal, Kismet.
     
  17. Sam Razr

    Sam Razr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #17
    Nach diesem Post verlasse ich den thread, nur noch eines:

    Das hier zeigt von einer abgrundtiefen Idiotie, die ihr den Demokratiefeindlichen Muslimen vorwerft:

    Überleg mal was du da sagst.

    So schüss, diskutiert schön weiter, aber ich komem hier eh nicht an!

    Sam
     
  18. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    LOL auch schön: du zitierst mich, machst alles FETT was dir gerade so passt, blendest den rest aber aus....

    lies es komplett: (werden die kritiker sicherlich empört von sich geben) <--- wichtig! nicht alles überlesen was in klammern steht!


    Aber danke: ich überlege was ich sage...

    und weißt du was: ich reflektiere es sogar!
     
  19. Günter Sch.

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    Der reiz einer diskussion liegt darin, andere meinungen kennenzulernen, meine eigene ist mir nichts neues. Wer wünscht sich denn, dass ein haufen clones von einem selbst herumlaufen, ein horror!
    Gerade konträre meinungen werden intensiv gelesen, lassen nachdenken, erzeugen kopfschütteln oder beifälliges nicken. Leider fehlt es oft am eingehen auf überzeugende argumente, eher wird auf (vermeintliche) schwachstellen eingehauen, talk-runden sind kein vorbild. Wie schön, wenn man nach austausch zumindest in großen zügen zu einem konsens käme, wir müssen und wollen ja miteinander leben.
    Dann man fröhlich weiter und besser statt lauter ! Das florett ist eine elegantere waffe als eine keule.
     
  20. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #20
    Kann aber genauso tödlich sein.