Restaurierung Sturzschaden Hohner Verdi II N: Wie Beschriftung entfernen?

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chriskorn
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Hallo,
ich bin an der Restoration meine mittlerweile über 50 Jahre alten Verdi II N.
Eigentlich ist sie in einem guten Zustand. Es muss auch nicht viel nach gestimmt werden. Das Stimmgerät zeigt nur wenige "Ausreißer".
Leider hat das Instrument vor vielen Jahren einen Sturzschaden. An Bassteil entstand ein Riss am Korpus und das Celluloid hat sich gelöst. Leider wurde damals der Schaden nicht sorgfältig repariert.
Jetzt möchte ich dies vernünftig ausbessern.
Ich werde die Stelle aber nicht mit Celluloid reparieren sondern lackieren.
Kann mir jemand mitteilen wie die Buchstaben befestigt sind und zu entfernen gehen?
 

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Hallo,

diese Buchstaben sind original auf der Rückseite beschichtet und wurden somit ab Werk in einem Aceton/Wasser-Mix "angefeuchtet" und dann aufgebracht/verklebt.
Die Anfeuchtung hat dann das Celluloid ganz leicht aufgeweicht/angeätzt und die Verklebung hat dann die Buchstaben sehr gut fixiert.

Für das Entfernen kann man z.B. mit einem Teppichmesser seitlich unter den Buchstaben gehen und diesen anheben, dann kann er eventl. gleich wegspringen, oder er hält etwas besser und man muß mit der Klinge etwas weiter nachhelfen...

Am Gehäuse werden auf dem Celluloid entweder noch die Reste vom "Zwischenmaterial" (Beschichtung von der Rückseite des Buchstabens) verbleiben, oder diese ist mit dem Buchstaben mit abgehen.
Dann würde nur das etwas matte (angeätzte) Celluloid noch sichtbar sein...

Zum Wiederaufbringen der Buchstaben ist es nicht so wichtig, ob noch von der Zwischenmasse etwas am Buchstaben vorhanden wäre, sondern man könnte es auch mit z.B. einem "gezielten" Tropfen Sekundenkleber ebenfalls wieder verkleben... aber vorsicht, dann hat man nur einen Versuch, darf und kann da nichts mehr verrücken/ausgleichen und es darf auch nichts an Kleber seitlich herausquellen, sonst wird die Oberfläche sofort an den Stellen matt und unansehnlich....
Falls man einen Buchstaben hätte, bei dem die Beschichtung noch recht vollständig auf der Rückseite vorhanden wäre, kann man diesen natürlich auch wieder in einem Aceto/Wasser-Mix kurz legen und danach wieder auf das Celluloid aufbringen... aber deswegen hat man auch nur einen (!) gezielten Versuch für die Positionierung ;-)

Beste Grüße, REDO
 
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Danke für die ausführliche Beschreibung.
Die Buchstaben sind herunten.
Ich hatte Angst das sie eventuell verstiftet sein könnten.

Lg
Christian
 

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Ist mir bewusst. Das Celluloid ist schon wieder fest und die noch vorhandenen Spalten sorgfältig verschlossen. Die komplette Ecke ist das erste Mal grundiert um mögliche Unebenheiten zu erkennen. Jetzt muss es erst Mal ordentlich durchtrocknen bevor weitergearbeitet wird.
Die Buchstaben kann ich nun auch ausbessern und neu lackieren, besonders beim E war die Farbe schon abgeplatzt.
 
Wie hast den Riss stabilisiert? Die Schrift kannst nach Bearbeitung mit einer Übertragungsfolie sauber auf einen Schlag übertragen. Mit Sekundenkleber wird das nix weil der viel zu schnell anzieht. Das geht bei einzelnen Buchstaben aber nicht bei allen gleichzeitig.
 
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Hallo,
der Riss ist stabilisiert, und wartet auf die 2K Lackierung.
Das mit einer Trägerfolie ist eine gute Idee. Die Schwierigkeit ist m.M. nach die richtige Menge Klebstoff so das keiner über die Buchstaben herausläuft.
Zuvor muss ich aber noch das E vergolden da ist die Farbe abgeplatzt.
Wenn ich fertig bin werde ich ein Foto Posten.
 
Wie Riss stabilisiert? Geleimt? Für die Buchstaben reicht ein thixotroper, klar auftrocknender Epoxidharzkleber aus. Wenn Buchstaben innen geschäumt sind zuerst auffüllen, trocknen lassen und dann kleben. Da reichen geringste Mengen und nix quillt raus. Muss halt ein paar Stunden ruhen.
 
Hallo,
ja der Holz Korpus gekeimt und das Celluloit mit 2K Epoxy geklebt und mit 2K Spachtel verschiffen u. grundiert.
 
Dann hoffen wir mal das sich das verleimte nicht abzeichnet. Vom Leimen bin ich aus Erfahrung weg.
 
mrairbrush
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