Resümee SZ520QM

von Strangefruit, 15.05.04.

  1. Strangefruit

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    Erstellt: 15.05.04   #1
    Hallo liebe Gemeinde!

    So, nachdem ich die Ibanez SZ520QM jetzt seit drei Wochen mein Eigen nenne, möchte ich auch mal ein paar Sätze über das Brett schreiben.

    Mein Problem bei dieser Gitarre war das Gleiche wie bei vielen anderen Gitarristen auch: "Made in Korea", brrrr, da schüttelt's einen doch erstmal, oder? Trotzdem habe ich mir zur Angewohnheit gemacht erst zu testen, dann zu urteilen.

    Und was soll ich sagen, das Brett kommt gar nicht schlecht weg.

    Fange ich mal beim Handling an. Schwer ist sie, unüblich schwer für eine Ibanez, aber sehr gut ausbalanchiert. Man hat niemals (wie bei einer Les Paul) das Gefühl das nach mehrstündigem Bühneneinsatz die Schulter dringend orthopädischer Hilfe bedarf.
    Durch das Stratocaster ähnliche Shaping liegt sie gut am Körper und drückt auch bei denen die ihre Bretter gerne etwas höher tragen nicht auf die Rippen.
    Leider sind meiner Meinung nach die Potis etwas ungünstig angeordnet. Das Volume für den Bridge TA ist schlecht zu erreichen.
    Wenn ich schon bei den Kritikpunkten bin, leider war bei dieser Ibanez auch die Bundabrichtung nicht ganz exakt. Genauer stand der 16. Bund etwas höher und machte dadurch ein starkes Bending ab dem 14. Bund ohne absterben des Tons unmöglich.
    Weiterhin hat es Ibanez mit dem Output des Bridge TA's m. E. etwas zu gut gemeint. Cleane Sounds sind ohne Rücknahme der TA Lautstärke fast nicht möglich.

    Ansonsten gib es aber nix zu meckern, die Verarbeitung ist (bis auf den Bund) hervoragend. Trotz der langen Mensur ist eine gute bis sehr gute Saitenlage möglich (10er Satz - 12ter Bund, tiefe E ca. 1.8mm). Die Mechaniken laufen leicht und die Stimmung wird auch bei starker Beanspruchung gehalten. Besonders gelungen finde ich die neue "Gibraltar" Bridge, keinerlei Kanten und Ecken. Strat-geschädigte werden wissen wovon ich rede.

    Lange war ich am überlegen ob ich etwas zum Hals und seiner Bespielbarkeit und zum Sound der Gitarre schreiben soll. Sowas ist halt sehr schlecht zu übermitteln. Aber ich versuch's mal.

    Ich vergleiche den Hals mal mit einem Wizard von Ibanez, weil ich denke diese schmalen Flitzehälse hat jeder schon einmal in der Hand gehabt. Eher als eine 68'er Strat oder eine 59'er Les Paul!

    Der Hals der SZ520 ist um einiges kräftiger und weißt ein stärkeres D-Profil auf, ist aber auch für Gitarristen mit kurzen Fingern gut zu bedienen. Ich selber bin bekennender Flitzehalsliebhaber, man hat es halt gern bequem, komme aber mit diesem Hals super gut klar.
    Wer also mit seiner Klampfe kämpfen möchte oder auf baumstammartige Hälse steht, der ist mit dieser Gitarre schlecht bedient.
    Ausserdem gilt: Beschreiben kann ich das nicht, jeder fühlt da anders. Also in die Hand nehmen und testen!

    Der Sound, tja...da gilt eigentlich das was ich im vorhergehenden Satz schon schrieb, ich versuch' es trotzdem mal.
    Trocken angespielt fällt erst einmal der satte klare Sound und die direkte Ansprache auf. Und Sustaiiiiiin!
    Richtig gut wird's dann aber mit Amp. Über beide TA's kommt ein sehr durchsetzungsfähiger, ausgewogener, moderner Sound. Also Gott sei Dank nicht schon wieder der Versuch einer Gibson PAF Kopie.
    Das Brett klingt einfach gut. Einziger Kritikpunkt der hintere TA (wie oben schon beschrieben), aber auch das ist Geschmackssache.
    Allerdings geht erst bei crunchigen oder verzerrten Sounds richtig die Sonne auf, obertonreich mit Tonnen an Sustain ausgestattet kann man auch schon mal eine halbe Stunde einen Ton stehen lassen. Diese Gitarre singt, es ist schon fast unglaublich. :rolleyes:

    Interessant ist auch das Ibanez die beiden Hamburger in der Mittelstellung gesplittet hat. Also Schalter in der Mittelstellung=zwei mal Single Coil.

    Alles in allem sieht mein Resümee so aus:

    Eine wirklich klasse Gitarre für €450,- (soviel habe ich gegeben), vielleicht auch noch für 490,- aber mehr sollte sie nicht kosten. Alles über 500,- wäre aufgrund der oben genannten Kleinigkeiten meiner Meinung nach nicht in Ordnung.
    Und nur gut aussehen, was sie zweifelslos tut, reicht eben nicht!

    Das ich trotzdem mit der SZ520 hochzufrieden bin mag daran liegen das ich sie ein wenig modifiziert habe.
    Am Steg versieht jetzt ein Seymour Duncan "Jeff Beck" seinen Dienst und das original Ton Poti wurde durch ein Push-Pull Poti ersetzt um die Hums zu spliten. Und nachdem auch der Bund gerichtet wurde, besteht die Gefahr das die SZ meine Hauptfrau, äh quatsch, Hauptgitarre wird.

    Einen schönen Tach auch,

    The Womorr
     
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