[Review] Flyht Pro WP Safe Box, Modell 3, 4 und 8

mix4munich

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Immer mal wieder mache ich als Tontechniker die sog. Kofferjobs - also Jobs, zu denen man ohne eigenes Equipment aufschlägt, wo man also maximal ein Köfferchen mit dem bevorzugten Kopfhörer, einer Rolle Gaffa, Beschriftungsband fürs Pult, was zu schreiben, vielleicht noch ein Talkback-Mikro mit kurzem Kabel und ein wenig Klein(st)kram mitbringt. Hierfür habe ich mir erstmalig kurz vor dem ersten Lockdown ein Flyht Pro WP Safe Box 4 gekauft, ein Koffercase in Form und Größe eines handelsüblichen Aktenkoffers - vielleicht ein wenig dicker. Es folgten zwei weitere WP 4, dann ein Rollcase WP 8 und zuletzt ein kleineres Koffercase WP 3. Von diesen dreien kann ich berichten.

Screenshot_Flyht_Pro_WP4.png

Die Cases werden aus robustem Polypropylen hergestellt und sind im Inneren ein wenig verstrebt; damit ist diese Kofferserie federleicht, dennoch sehr robust und auch gut verarbeitet. Vielleicht kein Peli-Case, aber für den selbst transportierenden Rockstar in spe oder den arbeitsamen Kleinbeschaller reicht es locker. Thomann* selbst bezeichnet das Zielpublikum dieser Cases als "Musiker, die keine Welttourneen machen." Das würde ich so unterschreiben. Allerdings macht es diesen Cases auch nichts aus, wenn sie mal etwas weiter unten im Transporter landen und sich eine Menge anderes Zeug darauf auftürmt. Also wirklich robust.

Es gibt eine Gummidichtung und ein einstellbares Ventil für den Druckausgleich (wobei ich letzteres noch nie benutzt habe). Damit hat diese Kofferserie die Spritzschutzklasse IP 65, ist also gegen Staub und leichtes Spritzwasser geschützt, nicht jedoch vollständig wasserdicht. Ich habe meine Flyht Pro Cases in den letzten Jahren schon mehrfach durch Regen transportieren müssen, und es kam kein Tropfen durch, auch bei den Cases, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Dichtung scheint also auch nicht übermäßig schnell zu altern.

Der eingelegte Würfelschaumstoff ist vorgestanzt, so dass man leicht etwas davon herausnehmen kann, um passende Aussparungen für sein Equipment zu schaffen. Und das habe ich bei den verschiedenen Koffercases dann auch reichlich getan. Für mich sind die Koffer damit perfekt. Im Deckel ist Noppenschaumstoff eingelegt, der die Gerätschaften im Case ausreichend gut abfedert. Die Schnappverschlüsse gingen bei einigen der Koffer anfangs etwas schwierig, aber nach drei-, viermal öffnen und schließen läuft das nun einwandfrei. Eventuell muss man sich auch mal genauer ansehen, wie das Schnappsystem funktioniert, mit roher Gewalt kommt man eher nicht zum Ziel, eher zu einem gebrochenen Plastikteil. Was ich an diesen Cases wirklich mag, ist die Tatsache, dass es sich nicht nur um bloße Koffer handelt, sondern um ein ganzes System, mit vielfältig konfigurierbaren Inlays. Beim großen T sind (Stand März 2026) vier Rollcases und fünf Koffercases aus dieser Serie lieferbar, von wirklich winzigen 210 x 165 x 90 mm bis zur großen WP 8 mit 625 x 420 x 340 mm.

Screenshot_Flyht_Pro_Inlay.png


Mit den Inlays organisiert man sein Kleinzeug - was vorher lose im Case herumflog, und zwar immer (!) ganz unten (es scheint sich hierbei um ein universelles Gesetz zu handeln), hat nun seinen festen Platz und befindet sich nun im direkten Zugriff des geneigten Anwenders. Und wenn man noch kleineres Zubehör mit sich herumschleppt, Adapter, Ladegeräte und -kabel, USB-Sticks, eine Computermaus, ein paar Batterien etc., dann gibt es zumindest für die vier Rollcases die sogenannten Lid-Organizer - Neugermanisch für "Stauraum für den Kleinstkram, den man an der Innenseite des Deckels anbringt". Klingt halt nicht so cool, ist aber eine wirklich gute Sache.

Screenshot_Flyht_Pro_Lid_Organizer.png


Die Koffer WP 3 und WP 4 sind regelmäßig mit mir unterwegs, aber das Rollcase WP 8 beinhaltet das Zubehör für mein Pult und meinen FOH-Platz, und es gibt wirklich kaum einen Mixjob, den ich ohne es mache. Mein Laptop im WP 8 ist sicher geschützt und wird gut gepolstert transportiert. Die Rollen und der ausziehbare Griff des WP 8 - letzterer ist zum Ziehen da, nicht zum Tragen, dafür gibt es oben und seitlich zwei Klappgriffe - sind wirklich ein Geschenk der Götter. Worauf man vielleicht auch hinweisen sollte, auch wenn das absolut kein Makel dieser Koffer ist - die Teile, insbesondere das WP 4, haben inzwischen eine gewisse Verbreitung, zumindest in meinem Umfeld. Jedenfalls habe ich mein Case gleich bei seinem allerersten Einsatz mit dem Koffer meines Auftraggebers verwechselt. Also sollte man seine eigenen Cases gut sichtbar markieren, was ich inzwischen erledigt habe. Die Koffer sind einigermassen günstig zu haben, die Rollcases dagegen etwas teurer, insbesondere wenn man Inlay und Lid Organizer dazu kauft. Sie sind den Preis jedoch absolut wert. Würde mir eins dieser Cases abhanden kommen, würde ich es sofort wieder nachkaufen. Und sollten sich passende Anwendungen dafür finden, werde ich ohne zu zögern noch weitere Zubehörcases von Flyht Pro beschaffen. Ich bin mit diesem Casesystem, dem leichten Handling und seiner Robustheit, jedenfalls sehr zufrieden und kann es weiterempfehlen.

EDIT: Wer Lust hat, diese Cases mal auszuprobieren:
WP 3 - https://www.thomann.de/de/flyht_pro_wp_safe_box_3_ip65.htm*
WP 4 - https://www.thomann.de/de/flyht_pro_wp_safe_box_4_ip65.htm*
WP 8 - https://www.thomann.de/de/flyht_pro_wp_safe_box_8_ip65.htm*
Zugehöriges Inlay - https://www.thomann.de/de/flyht_pro_flex_inlay_wp_safe_box_8.htm*
Und der Lid-Organizer - https://www.thomann.de/de/flyht_pro_safe_box_lid_organizer_8.htm*
 
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Mein Beauty-Case ist tatsächlich ein noch günstigerer Vertreter der Peli-Case-Kopien, nicht vom Thomann* sondern bei Jeff auf Amaz*n gekauft:
HMF Outdoor-Trolley, ODK400, Fotokoffer mit Rasterschaumstoff | 56 x 34,5 x 23 cm | Schwarz
Mein Innenleben-Trennsystem ist eigentlich eine Fototasche, bei der ich den Deckel abgetrennt und das ganze wieder händisch zusammengenäht habe.
HMF 18442-02 Kameratasche, Kamerakoffer individuelle Trennwände, Spiegelreflex, 44 x 28 x 18 cm, schwarz

Sie füllt den Koffer auch nicht ganz aus - man sieht im Bild, daß links und rechts noch Platz ist, aber eben dann ungepolstert. Würde ich es wieder so machen? Nein, die Flyht-Sachen vom Thomann* sehen besser aus und das Trennsystem ist 100%ig passend zu deren Koffern. Im Deckel habe ich übrigens den Lid-Organizer von Flyht drin🙂
peli.webp

Und was habe ich da so drin - von links nach rechts:
Arbeitshandschuhe, iPad, Fischer IEM-Stick, Kabeltester, Netztester, Taschenlampe, Leatherman, Iso-Tape, Öffner für Schaltschränke, IEM-Hörer, Messmikrofon, Bluetooth-Empfänger, billige Funkstrecke (Alto irgendwas), TP-Link-WiFi-Router, Batterien, Messmikro-Kalibrator, USB-Netzteile, Audio-Interface, Line-Isolator, Klinke-auf-XLR Kabel 2x beide Richtungen, Z-Kabel (XLR M-M-F-F), 2x Gravity Mikroklemmen (1x Tischklemme, 1x Stativklemme)

Im Deckel: Gehörschutz, Klein-Adapter (Klinke, Cinch, 3/8"-5/8" Gewinde), Feuchttücher, Kopfschmerztabletten, Pflaster, USB-Kabel, Folienschreiber, Edding, Kugelschreiber

Nicht im Bild - liegt sonst quer auf den Fächern drüber:
Windows-Netbook und ein Samsung Android-Tablet mit Mixing-Station


So, jetzt zeigt mal euers her🤓
 
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Zwei Erfahrungen mit solchen Cases von Flyth.
1) man muss schon etwas aufpassen, dass da nicht zu schweres Zeug rein kommt. Ich hatte ein Modell 5 und das als Kabelcase benutzt, das allerdings nicht wirklich gedrängt voll, aber doch schon reichlich Kabel drin. Und da ist mir dann irgendwann der Griff auf einer Seite abgebrochen.
2) Meiner Meinung nach sind die Cases nur dafür gedacht, dass man ausschließlich selbst damit hantiert. Den bei einem anderen Modell 5 hat mir einen die Verschlüsse ruiniert weil er beim Verschließen mit maximaler Gewalt auf den Teil, auf dem "Pull" steht gedrückt hat und so das Gelenk kaputt ging:
1774975937499.webp

Ok, lesen müsste man können, aber das kannst du auf einer Open Air Bühne in der Nacht, nach dem Konzert nicht verlangen dass da einer da auch nur annähernd auf die Idee kommt, dass da etwas drauf steht und was genau das ist.

Sonst wären die Kisten gar nicht mal so übel.
 
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Probier mal die Koffer von HMF.
Die liegen preislich in etwa bei denen vom Thomann*, machen aber (zumindest für mich) den hochwertigere Eindruck. Gerade die Verschlüsse von HMF kommen mir besser vor.
 
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Zwei Erfahrungen mit solchen Cases von Flyth.
1) man muss schon etwas aufpassen, dass da nicht zu schweres Zeug rein kommt...
2) Meiner Meinung nach sind die Cases nur dafür gedacht, dass man ausschließlich selbst damit hantiert. Den bei einem anderen Modell 5 hat mir einen die Verschlüsse ruiniert weil er beim Verschließen mit maximaler Gewalt auf den Teil, auf dem "Pull" steht gedrückt hat und so das Gelenk kaputt ging:...

Kabel können schon recht schwer werden, wenn ein paar zusammenkommen. Allerdings trage ich mein WP 8 (das größte aller Cases von Flyht Pro) auch oft an den beiden Griffen, wenn ich es ins Auto hebe oder raushole. Und in meinem Case ist schon schweres Zeig drin, 30 Meter Netzwerkkabel auf einer kleinen Trommel und vor allen Dingen eine Gummimatte von ca. 200 * 30 cm von einem Millimeter Dicke, um besagtes Kabel abzudecken, zwei Akku-Lampen, etc. Früher hatte ich sogar zwei dieser Gummimatten darin, und hatte nie den Eindruck, dass die Griffe brechen könnten. Aber gut, vielleicht kommt nach "fest" ja irgendwann ganz plötzlich "ab" - das ist man dann erst hinterher schlauer.

Und die Sache mit den Verschlüssen - ja, die sind trickreich. Das meinte ich mit dem Satz "Eventuell muss man sich auch mal genauer ansehen, wie das Schnappsystem funktioniert, mit roher Gewalt kommt man eher nicht zum Ziel, eher zu einem gebrochenen Plastikteil".
 
Kabel kommen bei mir in normale Kunststoffstapelboxen. Die gibt's ja auch in allen Größen und bei Bedarf mit Deckel.
 
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  • #7
Kabel kommen bei mir in normale Kunststoffstapelboxen...

Dito. Bei mir kommen die meist in die Euro-Stapelboxen, da kann man dann auch mit Kollegen kombinieren (deren Boxen zum Glück anders aussehen, so dass da keine Verwechslungsgefahr besteht). Früher habe ich oft die hohen Euroboxen gekauft, aber da Kabel wirklich schwer sind, steige ich für den Transport zunehmend auf die halbhohen Boxen um.
 
Kabel kommen bei mir in normale Kunststoffstapelboxen.
Grundsätzlich bei mir auch aber es gibt Gelegenheiten, da denk ich mir, da reise ich doch lieber mit leichterem Gepäck. Und dann habe ich noch so vorgefertigte Sets, wie z.B die Verkabelung meiner PA Boxen, die ich dann lieber getrennt von den anderen Kabeln habe.
Eine Zeit Lang hatte ich in so einer Flyth Kiste die Stromkabeln basierend auf True1 drin, also die Kabeln und ein paar dieser Stromverteiler*. Die haben auch gleich ein paar Gramm mehr auf der Waage. Die sind inzwischen auch in einer Eurobox gelandet, zumal ich immer mehr von den True1 Kabeln benutze, z.B für Licht und auch meine neuen Monitore.
 
  • Ersteller
  • #9
Inzwischen hat sich ein WP 5 dazu gesellt, die etwas größere Variante von WP 3 und WP 4. Bruchschwer, das Teil! Über 4,5 kg, damit anderthalb mal so schwer wie der WP 4 und über zweieinhalb mal so schwer wie der WP 3. Ansonsten mit allen bekannten Vor- und Nachteilen dieser Serie, also derselbe etwas frickelige Verschluss, wo man ziehen muss, wenn man eigentlich drücken möchte. Ist aber stabil, und der Griff liegt sehr gut in der Hand. Der Deckel ist mit ungewöhnlich dickem Noppenschaumstoff gefüttert, ansonsten alles wie bekannt. Kein schlechtes Teil.
 
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