[Review] Ortofon Concorde Scratch vs. Shure M 44-7

von benemaster, 13.11.05.

  1. benemaster

    benemaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.05   #1
    Hallöchen,
    da ich leidenschaftlicher Scratcher bin, kommt es mir auf das System an.
    Auf Empfehlung von Membern hier habe ich mir im Frühjahr des Jahres die Shure M 44-7 zugelegt.
    Allerdings weckte auch diem Ortofon Concorde Scratch reges Interesse in mir, weshalb ich mich kürzlich entschied, mir eine zu kaufen.
    Nun ist es soweit, ich habe die beiden getestet und bin zu einem Urteil gekommen.

    Um euch besser klarzumachen, warum ich mich so entschieden habe, muss ich erklären:
    Ich bin DJ in einer Punkrock/Metalband, daher wird von mir verlangt,
    dass ich oft "aggressive", das heißt schnelle und harte Scratches anwende. Hierbei kommt es sehr oft zum Nadelskipping, was heißt das ich mehr Auflagegewicht verwenden muss.
    Allerdings sollte der Plattenverschleiß in Grenzen bleiben.


    Als Basis für meinen Test habe ich gewählt:
    - Stanton STR8-150
    - Stanton Headshell incl. 2g Extraauflagegewicht (für das Shure-System)


    Hier nun die Kandidaten:

    Ortofon Concorde Scratch

    [​IMG]


    Aussehen :

    Das Rosa ist megastylish, was bei Kollegen und Bandmembers einige neidische Blicke hervorruft.
    Auch das allgemeine Design des Schlangenförmigen Systems sieht genial aus.
    Aber genug vom Design, entweder Desing oder nicht sein.

    [x] [x] [x] [x] [ ]
    4 von 5 Punkten fürs Design


    Verpackung und Aufbau :
    Eingepackt in einem Karton mit Fensterchen, darunter ein schwarzer Karton in dem das System in einem Loch befestigt ist.
    Nicht unbedingt das Wahre, ich kann mir vorstellen dass das System schon beim Transport was abgekriegt hat.
    Das SME-fertige Design macht den Aufbau ganz einfach - Plug and Play !
    Nun aber zu dem wirklich wichtigen.

    [x] [x] [x] [ ] [ ]
    3 von 5 Punkten für Verpackung und Aufbau


    Klang :
    Ich bin überrascht, der Klang ist in allen Bereich eindeutig und sehr Sauber - kein kratzen,
    kaum rauschen wenn man das Signal auch noch so sehr aufzieht - sehr gut.
    Als Clubbing-Nadel würde sie sich wohl recht gut eignen.
    Leider ist der Output nicht sooo umwerfend, sodass ich ein bisschen mehr Gain gebraucht hatte.

    [x] [x] [x] [x] [ ]
    4 von 5 Punkten für die Klangeigenschaften


    SCRATCHEIGENSCHAFTEN :
    Die Königsdisziplin - wer hier versagt, der hat schon fast verloren.
    Und das tut die Concorde Scratch leider jämmerlich. Mit dem empfohlenem Auflagegewicht springt die Nadel
    (zumindest bei schnellen Babys und leichten Scribbles) sofort - Extrem zu meinem Leidwesen.
    Ist aber nicht so schlimm, ich habe ja noch massig Gewicht übrig, das ich noch drauflegen kann.
    Pro Gramm Auflagegewicht senkt sich die Anzahl der Skipper - ist zwar selbstverständlich, aber trotzdem positiv.
    Als ich das Auflagegewicht auf ein für mich zum Arbeiten reichendes Minimum gestellt habe,
    habe ich gemerkt, dass meine Platte sofort nach dem Bürsten wieder voller kleiner Staubpartikel war.
    Ich habe mich getäuscht, die Wahrheit war dass die Nadel einfach meine Platte eingekratzt hatte
    und Plastikspäne produzierte - böse Geschichte. Schon beim normalen hören mit dem entsprechenden Auflagegewicht
    zum Scratchen kratze sie mir eine Rille in die Rille. Nicht auszudenken, was.

    [x] [x] [ ] [ ] [ ]
    2 von 5 Punkten für die Scratcheigenschaften


    ----------------------------------------------------------------------------


    Shure M 44-7

    [​IMG]

    Aussehen :
    Die 44-7 erscheint optisch nicht ganz so toll wie die Concorde Scratch,
    eher klassisch wie eben ein normales System.
    Zwar langweilig, aber schlussendlich egal.

    [x] [x] [ ] [ ] [ ]
    2 von 5 Punkten fürs Design


    Verpackung und Aufbau :
    Anders als die Condorde Scratch haben sich die Entwickler der Verpackung der 44-7 etwas gedacht.
    Das System kommt in einer Plastikröhre, der Tube (Englisch, sprich "tjuub" ;) ),
    worin es mit Hilfe einer Pappkonstruktion sicher befestigt ist - perfekt.
    Schrauben, Kabel und ein Mini-Schraubenzieher werden mitgeliefert, also wird der Aufbau fast so einfach wie bei der Concorde Scratch - fast.
    Mit ein bisschen Zeit ist aber auch das geschafft.

    [x] [x] [x] [x] [ ]
    4 von 5 Punkten für Verpackung und Aufbau


    Klang :
    Der geniale Output von 9mV erspart einem das Hochdrehen des Gain - gut gemacht Shure.
    Klanglich ist das System auf HipHop eingestellt, es ist sehr basslastig.
    Aber auch die Höhen und Mitten kommen nicht zu kurz - fast wie bei der Concorde.
    Auch bei diesem System kein Kratzen und kein Rauschen zu hören.

    [x] [x] [x] [x] [ ]
    4 von 5 Punkten für die Klangeigenschaften


    SCRATCHEIGENSCHAFTEN :
    Hier gewinnt das Shure-System eindeutig.
    Schon beim empfohlenen Auflagegewicht ist die Nadel recht schwer zum Skippen zu bringen.
    Da ich sie aber trotzdem manchmal zum skippen gekriegt habe, habe ich wieder etwas mehr Gewicht draufgelegt.
    Zu meiner Überraschung konnte ich feststellen, dass keinerlei Verschleiss auftrat, selbst bei übermäßig viel Gewicht,
    wie ich es wahrscheinlich nie wieder einstellen werde, habe ich keine neue Rille gebrannt bekommen. Sehr positiv.
    Zudem lässt sich das System bei mir kaum noch zum Skippen zwingen.
    Ich krieg die Nadel nur noch ab, wenn ich sie mit dem Tonarm wieder auf ihre Halterung zurücklege :D .
    Das hat mich insgesamt überzeugt.

    [x] [x] [x] [x] [x]
    5 von 5 Punkten für die Scratcheigenschaften


    ----------------------------------------------------------------------------


    Endpunktestand :
    Concorde Scratch 13[20] / 15[20] Shure M 44-7


    Fazit :

    Für mich ist die Shure M 44-7 eindeutig Testsieger, sie hat mich vollkommen überzeugt. Schlussendlich werde ich mein Ortofonsystem wieder über eBay versteigern, da es nutzlos für mich ist. Vielleicht werde ich mir mal das neue Ortofon Q-Bert System zulegen, das scheint mir ein echter Konkurrent zum Shure zu werden. Aber noch ist das Brot nicht gegessen.

    An alle, die etwas Konstruktives beizutragen haben:
    Ich bitte um euere konstruktive Kritik.

    An alle, die von Ortofon bezahlt werden oder Etwas gegen mich haben:
    Ruhe bitte !

    Ich hoffe ich habe euch ein bisschen mit meinem Post geholfen, hat mich ne Menge Arbeit gekostet.
    Und ich finde es schade, dass man auf DMC-Meisterschaften nur noch Ortofon Systeme benutzen darf.
    Vielleicht hört mich ja ein heiliges DMC-Mitglied, aber lieber Back 2 Life

    Mfg bene
     
  2. D-STaaR

    D-STaaR Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.05   #2
    Ich kann mich deinem Ergebnis nur aschliessen, ich benutze die M44-7 seit ca. 1 Jahr an meinen RP 400 M3D und bin sehr zufrieden.
     
  3. ehemaliger_005

    ehemaliger_005 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.05   #3
    @staar: reloop-deck + shure-nadel = perlen vor die säue :D

    @bene: gutes review! was ein wenig für die ortofon-nadel spricht: sie ist besser zu droppen, man kann eindeutig besser zielen als mit der shure.
    aber was das skipping betrifft, kann ich mich nur anschließen. bin gespannt auf die ortofon q-bert, vielleicht skippt sie ja nicht so übel...

    ich meine, wenn q-bert seinen namen an die jungs verkauft...
     
  4. Alca

    Alca Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.05   #4
    Auf jeden Fall gutes Review. Es wär vielleicht noch interessant zu wissen, wieviel das jeweilig empfohlene Auflagegewicht war und bei wieviel Gramm die Nadeln nicht mehr gesprungen sind.

    Ich persönlich betreibe ein Shure M44-7 an einem Technics 1210 mk2 mit 3g. Mehr geht allerdings ohne Gewichtsplättchen an der Headshell auch nicht. Darauf kann ich aber verzichten da die Nadel höchstens bei verbogenen Platten oder zu großen Innenlöchern springt. Ich bin sehr zufrieden mit dem System.
    Ein Kumpel von mir hat an seinem 1210er eine Concord Scratch, da hatte ich eigentlich auch keine Probleme mit Skipping. Ich weiß aber nicht wieviel Gramm er drauf hat, den Wert werde ich noch nachreichen.
     
  5. koNe!

    koNe! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.05   #5
    habe zwar 2 ortofon scratch muss dir aber absolut recht geben, bene.
    ein kumepl von mir hat die shurez an seinen decks und die springen ja mal gar nicht!
    hättte ich geld, würde ich mir die sofort zu legen.
    finde den output auch besser als bei mir zu hause.
    Das soll jetzt nich heissen dass es die ortofon nicht bringen, aber als turntablist würde ich mir aufjeden fall die shurez kaufn.
    der einzige nachteil an den shurez is das design, was das rillen treffen klar schwerer macht als bei den ortofonz.
    aber daran dürfte man sich auch schnell gewöhnen!
     
  6. benemaster

    benemaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.05   #6
    Sooodann,
    ich habe meine Ortofon Concorde wieder verkauft.
    Ich hatte sie für 32 € gekauft und jetzt läppische 19 € wiedergekriegt (dank eBay).
    Hätte ich sie bloß nach Afrika gespendet, dann wäre ich bestimmt glücklicher, die Kinder dort vielleicht auch und ich hätte niemanden glücklich gemacht, der es vielleicht nicht verdient hat...

    Naja, life is hard. 13 € hat mich dieser Testbericht gekostet ... schnüff ...
    Dafür habe ich jetzt aber auch eine supertiefe Rille in meiner Platte und einiges mehr an Erfahrung ;)
    Mfg bene
     
  7. ehemaliger_005

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    Erstellt: 24.11.05   #7
    aufruf @alle: zusammenschmeissen für bene! :great:
     
  8. benemaster

    benemaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.05   #8
    lol, so war das nun nicht gemeint :D :D :D ...
    auf die paar Euro kann ich auch verzichten.

    Obwohl ... wenn ich schon so soviel Mitleid bekomme,
    richte ich mir ein Spendenkonto ein ;)

    Mfg Bene
     
  9. R J-M D

    R J-M D Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.12.05   #9
    Nicht zu vergessen, das die Ortofon Scratch ein wesentlich höheres Auflagegewicht braucht, um mit der Auflagekraft einer Shure mitzuhalten.

    Höheres Auflagegewicht = schnellerer und höherer Plattenverschleiss = schlechte Klangqualität

    Zudem ist die Ortofon starr, man kann sie nicht individuell im Überhang einstellen, wo doch die meissten Scratcher ihre lieblingseinstellungen haben. Somit ist man mit der Shure auch in dem Punkt besser beraten. Ob nun aligned oder mit 23 Grad Winkel für Straight Emulation, das kann man nur mit Unterdecksystemen wie Shure. Ortofon ist durch die SME Concorde Bauweise an einen bestimmten Winkel gebunden. Also quasi Einsteiger System

    Weiterer Pluspunkt: Shure hat hohen Output, somit kann man auch aus schwachen PA oder HiFi Anlagen eine Menge Lautstärke bei schwachem Gain rausholen.

    Shure ist einfach die bessere Wahl. Auch wenn man keine Ahnung davon hat, einfach die Standard Einstellung laut Anleitung nehmen. damit kann man auch gute Ergebnisse erzielen. Nach einiger Zeit kann man das seine Einstellungen individuell gestalten.
     
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