Richtige Anwendung des Pedals

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mszongott

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Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei mich der richtigen Anwendung des Pedals erstmalig zu widmen und habe das Problem, dass zwei Lehrer etwas Unterschiedliches sagen, was mich wirklich extrem verwundert. Denn ich war eig der Ansicht und bin eig der Hoffnung, dass es hier nur einen richtigen Weg gibt und nicht zwei.

Ein Lehrer sagt: Man drückt das Pedal gleichzeitig mit dem Anschlag des Tones.
Der andere Lehrer sagt: Man schlägt zuerst den Ton an und drückt danach das Pedal (bevor man den Ton wieder auslässt, das ist mir klar :ROFLMAO:).

Ich hoffe nun, es gibt hier im Forum darüber Einigkeit, was richtig bzw. besser ist.

Danke :)
LG Martin
 

Ich unterrichte das immer so: die Pedalbewegung ist gegenläufig zum Finger. Wenn der Finger runter geht, geht der Fuß hoch. Das besondere am Pedal ist nicht, dass es gedrückt, sondern losgelassen wird und danach sofort wieder runter muss … das Loslassen ist also ‚in time‘.

Viele Grüße vom HammondToby
 
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Interessante Frage. Bin mir jetzt gar nicht ganz sicher, ob ich das im Klavierunterricht, als Neunjähriger oder so, vielleicht irgendwann mal richtig „gelernt“ habe, aber nach Jahrzehnten Klavierspielen ist das ausschließlich intuitiv geworden bei mir. Das könnte ich auch aus dem Stand niemandem erklären, wie ich das so mache. Aber ich behaupte mal, ich setze es selten ganz falsch ein. 😅
 
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So wie Toby schreibt, ist es grundsätzlich richtig. So kenne ich es auch.
Frag nochmal genau beim Lehrer nach, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die das verschieden erklären. Das sind absolute Grundlagen.

Habt Ihr denn mal besprochen, warum man das Pedal nimmt? Legatospiel und Klang? Aus dem gewünschten Klangbild ergibt sich dann eigentlich auch die Anwendung.

Probier's mal aus, wenn das Pedal schon unten ist oder gleichzeitig mit der Taste geht, dann sind alle Saiten ungedämpft, wenn der Hammer auf die eine Saite trifft. Das klingt sehr "offen" und ist eher ein Effekt. Üblich ist es, die Taste zu spielen und kurz danach kommt das Pedal und öffnet 1. den Klang und gibt Dir 2. die Möglichkeit, legato zu anderen Töne zu spielen, wo es sonst nicht möglich ist (Akkorde, mehrstimmige Stücke).

Praktisch läuft der Pedalwechsel dann so, wie @HammondToby das erklärt - Taste wird gedrückt, in dem Moment geht die Fußspitze hoch, und ist die Taste unten geht das Pedal wieder runter. Und immer drauf achten, dass der Klang nicht verschwimmt - viele Anfänger nehmen zu viel Pedal.

Bei Bach zB scheiden sich die Geister. Puristen spielen ohne Pedal, die meisten nutzen es sparsam nur zum Legato, andere dann auch mehr für den Klang, was dann u.U. etwas "romantischer" klingen kann. Es ist also immer auch etwas Interpretationsfrage, wieviel Pedal man nimmt. Und dann viel Übung, bis es sich automatisiert.
 
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Der andere Lehrer sagt: Man schlägt zuerst den Ton an und drückt danach das Pedal
Das ist die Erklärung, wie ich sie kenne. Aber es ist eine flüssige und schnelle Bewegung, die man sich am besten ansieht und praktisch übt, nachdem man sie verstanden hat.
1781725410654.webp


Das Sehen vermittelt das Verständnis recht einfach, hier bei Ashley Young. Aus ihrem Video habe ich die Anwendung des Pedals gelernt und fand jeden ihrer Tips im Video sehr hilfreich. Es ist relativ kurz, aber gepackt mit Informationen, also ggf. mehrfach gucken und stückweise umsetzen.
Falls dir ihr Englisch zu schnell gesprochen vorkommt, kannst Du auch deutsche Untertitel einschalten, deshalb habe ich sie im Foto eingeblendet.


View: https://www.youtube.com/watch?v=WGlArW9hkC0

Gruß Claus
 
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Michael Scratch
  • Gelöscht von Claus
  • Grund: Bitte keine Metadiskussion
Hier siehst Du es ganz deutlich nochmal klarer gezeigt und auf deutsch

Richtige Anwendung des Pedals beim Klavier

Ich habe gleich auf 6:00 verlinkt, so bis 10:00 erklärt er, wie es geht und die möglichen Fehler.

Das würde ich mal üben, nur nicht so mit dem Ein-Finger-Suchsystem (damit zeigt er nur das Prinzip) sondern rechts mit ordentlicher Handhaltung Einzeltöne.

Wenn Du das ein paar Tage machst, automatisiert sich das.
 
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Für manche ist es auch einfacher, es aufgeschrieben zu sehen. Denjenigen gebe ich oft diese Übung: die linke Hand mit dem rechten Fuß koordinieren und den Positionswechsel kaschieren. Danach erkläre ich beide Schreibweisen (Ped und * bzw. „Linie mit Spitze“). Der Sinn dahinter ist, klangliche Löcher durch den Positionswechsel zu vermeiden, aber auch das Verschwimmen der Töne sofort wahrzunehmen, wenn der Fuß nicht rechtzeitig reagiert. Deshalb auch die Akkorde und keine Einzeltöne: die Dissonanz ist dadurch deutlich höher. Hat bislang immer funktioniert.

IMG_8801.webp


Viele Grüße vom HammondToby
 
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Es wurde m.E. schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Auch ich habe gelernt, dass das Pedal kurz nach dem Anschlag zu wechseln sei. Und wie @opa_albin schreibt, könnten wesentlich mehr Unsauberkeiten entstehen, wenn direkt beim Anschlag schon alle Dämpfer offen sind: eher ein Effekt als das üblicherweise gewollte Klangbild (es schwingen dann ja alle Saiten ein wenig mit).
 
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Das würde ich mal üben, nur nicht so mit dem Ein-Finger-Suchsystem (damit zeigt er nur das Prinzip)...
Wohl war, zur Einführung in die Pedalbenutzung gefällt mir als deutschsprachiges Video auch das von Franz Titscher sehr gut. Er hat sich offenbar einige Gedanken zur Vermittlung gemacht und kommt ebenfalls auf Stolpersteine zu spechen.
Wir sehen am Anfang wieder die Ein-Finger-Technik, vermutlich damit sich Anfänger keine Gedanken zum Fingersatz machen müssen, wenn sie vom reinen Kennenlernen der Funktion des Dämpfer-Pedals zu ersten musikalischen Übungen übergehen.


View: https://www.youtube.com/watch?v=ro3tsjfF0Kw

Eine musikalische Anwendung des Pedals wird im Video zum erwähnten Bach/Marcello Adagio detailliert erläutert.
Transkript mit Fingersatz bei IMSPL

Gruß Claus
 
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  • #10
Hallo in die Runde :)

ich danke euch allen vielmals! Übermorgen am Sonntag ist der erste Tag in dieser Woche, an dem ich genug freie Zeit und Ruhe habe mir das mit all den Videos genau anzusehen. ;-) Ich melde mich danach anschließend sehr gerne wieder hier.

Das einzige was ich jetzt schon kommentieren kann ist:

Das besondere am Pedal ist nicht, dass es gedrückt, sondern losgelassen wird und danach sofort wieder runter muss … das Loslassen ist also ‚in time‘.

Das Pedal wird nach losgelassen ja nicht immer gleich sofort wieder gedrückt. Manchmal spielt man auch Töne ohne Pedal danach.

Liebe Grüße,
Martin
 
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  • #12
Oh okay. Ja, ich gebe zu mich in der Regel wie als einziger Anfänger hier zu fühlen. 😅
 
  • #13
Ironie im Forum ist ein bisschen problematisch. Ich hoffe, du hast verstanden, dass @opa_albin eine milde Kritik anbringen wollte an deinem Kommentar zu @HammondToby s Beschreibung. Letzterer hat sehr wohl einen wesentlichen Punkt angesprochen: Der Pedalwechsel (kurz loslassen und sofort wieder treten) ist durchaus der Normalfall, der vor allem geübt werden muss. Je nach Musikstil hast du einzelne Passagen oder ganze Stücke lang immer wieder Pedal zu verwenden.
 
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  • Ersteller
  • #14
Ironie im Netz bei mir ganz schlecht. 😂 Habe da null Gespür dafür.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wenn es das Stück verlangt weiß ich, dass man das schnell tun muss ja. ;-) Trotzdem danke Toby! :)
 
  • #15
War humorvoll gemeint - aber @FZiegler Du hast natürlich recht, ohne Mimik und Tonfall kann das missverständlich sein.
Ich kenne es so, dass man als Anfänger erstmal längere Zeit (kann gut ein Jahr sein oder länger) ohne Pedal spielt. Es gibt auch so schon genügend Dinge, auf die man sich konzentrieren müsste, es aber gar nicht schafft, das ist eine ordentliche Pedaltechnik nicht drin.
Viele Anfänger spielen dann auch mit viel zu viel Pedal und kriegen das nicht wieder raus. Es spricht natürlich nichts dagegen, aber dann muss man die anderen Dinge reduzieren. Ich nenne das im Unterricht "rotierende Aufmerksamkeit" und fahre damit auch beim Üben recht gut. Also immer auf eine Sache konzentrieren und die versuchen möglichst gut zu machen, egal was bei den anderen Teilaspekten passiert. Und dann das nächste (zB exakter Rhythmus, schöne Melodiebögen, Lautstärkeverhältnisse, und dann auch einmal Pedaltechnik.)

Also Pedal ist schon wichtig und toll für den Klang, aber überfordere Dich nicht, indem Du alles auf einmal üben willst.
 
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  • #16
Also bin ich doch der einzige Anfänger hier. 😂
 
  • #17
Jetzt hast Du zu Deinen zwei Klavierlehrern noch zehn Mentoren, da kann ja nichts mehr schiefgehen ;)
 
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  • #18
Wenn es das Stück verlangt weiß ich, dass man das schnell tun muss ja. ;-) Trotzdem danke Toby! :)
Es gehört sich eigentlich nicht, dass ich für andere spreche. Aber Toby hat sich ja bereits echt Mühe gegeben: Nicht nur erklärt, sondern auch gemalt. Und das ist bis ins Detail hinein so gemeint: Du hältst einen Akkord mit dem Pedal, kannst dann ja die Tasten loslassen, schlägst dann den nächsten Akkord an (oder lass es ein paar aufeinanderfolgende Töne sein, die zusammengenommen eine Harmonie, also einen gebrochenen Akkord ergeben) - und in genau dem Moment des Anschlagens des ersten neuen Tons lässt du das Pedal kurz frei, so dass sofort der Klang sich erstmal nur auf die neuen Töne konzentriert; ob du dann sehr schnell oder nur zügig das Pedal wieder trittst, um die harmonischen Obertöne mitschwingen zu lassen, ist zunächst vielleicht gar nicht so wichtig. Klar ist jedenfalls, dass das Treten des Pedals für den neuen Klang damit automatisch _nach_ dem Anschlagen des Klangs kommt: Weil du vorher ja noch den vorigen Klang loslassen musst.

Wer weiß, ob das nicht auch einer deiner Lehrer so gemeint hat und du ihn nur missverstanden hast, als ob zeitgleich mit dem Anschlag des neuen Klangs das Pedal getreten werden soll - vielleicht hat er ja gesagt: Mit dem Anschlag soll das Pedal betätigt werden (und zwar erstmal loslassen)... Wer weiß.
 
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  • #19
als ob zeitgleich mit dem Anschlag des neuen Klangs das Pedal getreten werden soll - vielleicht hat er ja gesagt: Mit dem Anschlag soll das Pedal betätigt werden (und zwar erstmal loslassen)... Wer weiß.
Du hast den Pedalwechsel ja gut beschrieben.
Wenn man das Pedal "mit dem Anschlag" treten wöllte, müsste man es ja vorher loslassen, das kann ich mir vom Klang her und auch vom legato nicht vorstellen. Das kann eigentlich nur ein Missverständnis sein.
 
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  • #20
..zeitgleich mit dem Anschlag des neuen Klangs das Pedal getreten werden soll

Das wurde von HammondToby so anschaulich formuliert, wie es nur geht:
Wenn der Finger runter geht, geht der Fuß hoch... losgelassen wird und danach sofort wieder runter...
(y) Es verhindert bei harmonischen Änderungen unschöne Mischklänge bzw. ansonsten eine unerwünschte Unterbrechung des Legato.

Gruß Claus
 
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