Riss in der Kopfplatte, wie reparieren?

von Andreaz, 13.07.16.

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  1. Andreaz

    Andreaz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.16   #1
    Hallo liebe Bastelwütigen :),

    habe mir einen Explorerkorpus in den Kleinanzeigen von der Bucht gekauft, diesen habe ich von Lack befreit und nass abgeschliffen.
    Nach dem Trocknen ist mir aufgefallen, dass an der Kopfplatte ein Riss ist der sich komplett rum zieht.
    Wenn ich von der Griffbrettseite aus Drücke tut sich fast gar nichts, drücke ich allerdings von der anderen Seite zieht sich der Spalt von den Mechaniken aus auseinander.

    Die Frage ist nun wie repariere ich das am besten?

    Abbrechen und kleben, schein mir das sinnvollste, allerdings läuft der Riss fast vertikal was ein kleben unter Druck erheblich erschwert.
    Hätte auch noch Polyharz und Glasfasermatten rumliegen, davon würde ich aber gerne keinen Gebrauch machen, weil ich das ganze gern natura halten möchte.

    Danke schonmal für eure Vorschläge!

    Greetz Andreaz

    IMG_1615.JPG IMG_1616.JPG Ohne Drücken Mit Drücken IMG_1619.JPG IMG_1620.JPG IMG_1622.JPG IMG_1623.JPG
     
  2. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 13.07.16   #2
    Ich kann Dir nur sagen, wie ICH es reparieren würde: Von der Seite einige Löcher bohren, die im fast rechten Winkel durch den Riss gehen. (Ich nehme da 3mm Holzbohrer mit Zenmtrierspitze.) 3mm Rundhölzer bereit legen, die Löcher mit Kaltleim (Ponal) füllen so gut es geht (zur Not eine Spritze verwenden, ohne Kanüle) den Riss ein wenig!! auseinander drücken und die Rundhölzer mit leichten Schlägen reinschlagen. Wirkt wie ein Kolben! Dann sollte der Leim aus allen Fugen kommen! Die Rissstelle nun zusammen pressen. Nach aushärten vom Leim, die überstehenden Enden der Rundhölzer absägen und die Stellen glätten. Das ist optisch nicht der Hammer, hat aber bisher immer gehalten. Zusätzlich wäre es möglich, noch ein Furnier aufzuleimen. Wer nicht gut mit einem Bohrer umgehen kann, sollte die Finger aber davon lassen!
     
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  3. aspenD28

    aspenD28 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.16   #3
    Und eventuell mit PU-Haltigem Titebond II arbeiten da wasserfest statt mit wasser ziehendem Ponal. Oder sogar mit Epoxydharz.
     
  4. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 13.07.16   #4

    Mit Titebond habe ich bei anderen Arbeiten keine guten Erfahrungen gemacht - und Epox kann mit solchen "Kolben" nicht in die Risse gedrückt werden. Etwas zu dickflüssig, bzw. zu klebrig. Habe ich auch schon versucht - ist daneben gegangen... Der TE soll sich ruhig andere Vorschläge anhören..
     
  5. Slideblues

    Slideblues Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.16   #5
    Mir sieht das fast schon wie ein (fast) durch gehender Riss / Bruch aus... Ich, aber das ist nicht Jedermanns Sache, würde den Bruch "vollenden" und das Ganze dann mit Ponal (blau) oder Bindan Propellerleim wieder zusammen fügen.. An der Stelle wird es dann nicht mehr brechen...

    Plan "B" wäre alternativ die eingangs beschriebene Methode mit den Holzdübeln..
     
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  6. Andreaz

    Andreaz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.16   #6
    @murle1 Du meinst so, oder steh ich da aufm Schlauch?!
    Bohrungen.jpg
     
  7. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 15.07.16   #7
    Also ganz ehrlich.... wenn ich das reparieren müsste, würde ich das abbrechen und neu ankleben. Das sieht am Besten aus und man hat eine wirklich 100%ige Verleimung.

    Ich hab nur ein Mal den Fehler gemacht, dass der Kunde bei der Reparatur zusehen durfte und ihm damit das Herz gebrochen :D - aber am Ende war alles wieder schön.
     
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  8. Slideblues

    Slideblues Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #8
    Ganz meine Worte... :great:
     
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  9. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #9
    Durchbrechen und neu verkleben ist OK, allerdings können da ein paar Problemchen entstehen.
    An so einer Bruchstelle (recht unkontrollierter Verlauf) ist es nicht einfach bündig anzusetzen um eine ordentliche Verklebung zu erreichen.
    Das Ansetzen von Zwingen an so einer Stelle ist auch nicht gerade einfach, am besten einer Vorrichtung zum einspannen bauen.
    Durch den Seitenzug wirken ja auch einige Kilos...

    Alternative: Material an den Oberflächen oben und unten (jeweils 1/3 der Materialstärke - 1/3 in der Mitte bleibt stehen!) sehr breit über die Bruchstelle wegstemmen und zwei Hölzer mit Übermaß einsetzen, verkleben und plan schleifen (wie ein Sandwich).
     
  10. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 15.07.16   #10
    Deshalb würde ich Epoxid nehmen und die Bruchstelle so vorbereiten, dass die Teile locker zusammenpassen. Den Saitenzug hält das locker.

    Auch sehr schöne Variante...
     
  11. Günter47

    Günter47 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #11
    Die Variante halte ich nicht für optimal.
    Die Flächen müssen dafür plan sein um eine vernünftige Verbindung zu garantieren und bei einer transparenten Lackiererung würde man die Reparatur sehen.
     
  12. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 15.07.16   #12
    Nein.... nicht mit einer Epoxydverklebung. Die ist spaltbrückend.

    Das bleibt eigentlich bei keiner Reparaturmethode aus, wenn man nicht komplett plan schleift und neu aufeinanderklebt.
     
  13. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #13
    Gerade bei transparenter Lackierung finde ich die Variante optimal da sie einen schönen optischen Akzent ermöglicht...
    Natürlich muss dabei Material und Verarbeitung stimmig sein. Sorry, ich sehe es aus Schreinersicht, vielleicht ist es zu hochgegriffen...
    Ich habe ähnliches schon gemacht (nicht im Gitarrenbereich). Auf einer CNC kann ich das Teil perfekt plan ausfräsen, auch würde ich die Vorrichtung zum Einspannen auf der CNC-Maschine hinbekommen ohne das mir das Material um die Ohren fliegt.

    Und wenn ich kein Schreiner wäre, könnte ich immer noch in einer guten Schreinerei hereinspazieren und mir die Ausfräsung machen lassen...
     
  14. Günter47

    Günter47 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #14
    Ok...wenn man das auf einer Fräse bearbeiten kann, wäre das natürlich eine Möglichkeit.
     
  15. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 15.07.16   #15
    Sorry, war nicht anwesend... So ähnlich, nur ein etwas anderer Winkel...Aber wenn ich mir die Bilder öfter anschaue.... wäre es ggf. doch besser ganz zu brechen und mit Epox zu verbinden, zusätzlich dann noch auf oder unter die Kopfplatte eine Verstärkung kleben. Entweder Kunststoff wie bei Paulas, oder dünnes Holz von einer Akustikgitarrendecke = 2-3mm. Falls die Kopfplatte dadurch zu dick wird, etwas abhobeln oder abfräsen...Oder oben so wie unten zwei Furniere verleimen. Es gibt also mehrere Möglichkeiten. Wer also was machen kann - hängt ab von den Fähigkeiten und vorhandenen Werkzeugen.
     
  16. Frittentheke

    Frittentheke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #16
    Tipp: lass es von jemandem machen der das schon mal gemacht hat. Das ist nicht ganz trivial und man benötigt geeignetes Material und Werkzeug.

    Grüße
     
  17. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 15.07.16   #17
    naja also nen Stück Holz abbrechen und wieder ankleben sollte man noch hinbekommen :D - man muss es sich nur trauen und sollte handwerklich vielleicht ein bissl versiert sein. Mehr ist da nicht nötig. Meist mangelt es nur an Mut....
     
  18. Andreaz

    Andreaz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.16   #18
    Ich danke euch allen für die zahlreichen Vorschläge :). Da kommt wohl noch einiges an gebastl auf mich zu und einfach wird das egal mit welcher Methode auch nicht...(soviel zum Thema mal eben in 1 1/2 Wochen eine Gitarre lackieren und zusammenbauen :rofl:)

    Gut erkannt @smartin, ich trau mich nicht wirklich das Ding endgültig zu zerstören, ich weiß ja nicht wie es bricht, außerdem stellt sich mir noch das Problem des Zusammenpressens beim Trocken des Klebers.
    Wenn der Bruch senkrecht zur Oberfläche verläuft, was ich fast befürchte, wird das Pressen schwierig. Sobald er aber leicht schräg läuft ist das fast kein Problem.
    Aber wie sagt man schon so schön: "No risk, No fun" :).

    @Frittentheke Das wäre mir am liebsten, aber das ist mir der Korpus ganz ehrlich nicht wert. Ist nur ein DiY-Kit von Rockinger ö.Ä, außerdem dient das ganze ja auch dem Erfahrungsgewinn um eben solche Schäden selber reparieren zu können.
    Wollte mal selber erfahren wie es so ist als "Gitarrenbauer".

    Ich denke ich riskiere es einfach mal, "kaputt" ist es eh schon. Wenns nichts wird fällt das wohl in die Kategorie Lehrgeld.

    Danke nochmal an alle die sich hier beteiligt haben :great:.

    Greetz Andreaz
     
  19. Frittentheke

    Frittentheke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.16   #19
    Also ich kann nur sagen, dass ich handwerklich wirklich nicht unbegabt bin, aber meine erste Halsreparatur war – sagen wir es mal so – suboptimal. :D Hat zwar funktioniert und hält bis heute, ist aber optisch nicht sehr schön geworden. War allerdings auch eine 100 DM Klampfe. Wobei das für mich damals trotzdem sehr sehr sehr viel Geld war. Aber das richten durch einen Gitarrenbauer hätte ca. 50-60 DM gekostet. Und das Geld hatte ich nicht. Insofern – selbst ist der junge Mann. ;) Und da es damals noch kein Internet gab, konnte ich mir leider auch nicht so einfach Infos beschaffen wie man das denn am besten macht.

    D.h. wenn es keine besonders teure Gitarre ist und Du ggf. ein suboptimmales Ergebnis verschmerzen kannst – machen. Besser kann man nicht lernen. ;)

    Mein Appell richtete sich eher an diejenigen die eine höherwertige Gitarre haben und die auf jeden Fall optisch ein wirklich gutes und dauerhaftes Ergebnis möchten. Da würde ich immer empfehlen das jemanden machen zu lassen, der das schon mal gemacht hat.

    Grüße & viel Erfolg!
     
  20. smartin

    smartin HCA-Gitarrenbau HCA

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    Erstellt: 18.07.16   #20
    Mit Epoxid als Kleber brauchst Du es nicht verpressen, sondern nur fixieren. Dafür geht bei einer flachen Fläche beidseitig eine Holzleiste auflegen und mit Spannzwingen fixieren. Wie eine Schiene sozusagen. Die Klebt dann zwar mit fest im Bereich des Bruchs, lässt sich aber sehr leicht wegschleifen.

    Man kann die Auflageseite der Leiste auch mit Kerzenwachs einreiben, dann klebt sie nur sehr wenig bis gar nicht mit fest.
     
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