Zuhause, ausgeschlafen und am abarbeiten meiner mitgebrachten Eindrücke ...
Bevor wir zu einzelnen Gesprächen und Interviews kommen, vielleicht erst mal der Gesamteindruck und die Begründung, warum so eine Veranstaltung geil ist und das Preisschild rechtfertigt. In Wien ist für Europa was wirklich Neues passiert, denn mit solcher Besetzung und über ganze 4 Tage gibt es nix vergleichbares. In den USA hingegen schon und dort bekam das Team auch seine Inspiration.
Das offizielle Programm vor Ort beginnt täglich um 10:00 Uhr und endet nach dem abendlichen Jam gegen 23:00 Uhr. Da aber Studenten und Professoren eh im gleichen Hotel sitzen, findet auch abseits der Classes einiges an guten Gesprächen statt. Keiner zieht sich raus! Weder beim Frühstück, noch beim Bierchen am Abend. Damit bieten diese 4 Tage eine unheimliche Nähe zu den Artist - eine Nähe, die man auch mit VIP Ticket beim Konzert NIE erreichen wird. Ebenso eine Intensität, die auch auf den Masterclasses der Summit nicht erreichbar ist. Und damit relativiert sich auch das Preisschild ein wenig. Ein solches Aufgebot an Künstlern, die aufgewendete Zeit, die persönliche Nähe, die Intensität und die Möglichkeit am nächsten Tag noch mal nachzufragen ... ist definitiv "Next Level"!
Jedes neue Format braucht ein wenig Anlauf ... daher finde ich es auch sehr wichtig euch davon zu berichten und darauf zu hoffen, euch im nächsten Jahr auch persönlich vor Ort zu treffen. Also ... ich baue auf euch!
Hier ein Bild des geballten Wissen, auf das wir zugreifen konnten ... Der Herr im Rollstuhl ist einer der Teilnehmer und wie selbstverständlich haben auch die Stars ihm bei allen "normalen" Dingen immer wieder geholfen. Wer grade in der Nähe war ... hat es getan! Fand ich super! Keine Berührungsängste ...
Der Vormittag sah dann jeweils 2 Sessions vor, die an der Tür vom großen Saal ausgehängt waren. Wie ihr erkennen könnt, gab es immer 6 Optionen aus denen man wählen konnte. Andere Dinge (Podium Diskussion, Jam Konzert) waren dann gemeinsam im großen Saal. Die Schulungsräume konnten in der Zwischenzeit genutzt werden, um für sich selbst noch ein wenig zu üben. In jedem Raum 1-2 Verstärker.
Bei jeder Session war genug Zeit um auch Fragen zu platzieren und auch mal einen Themendrift kurz laufen zu lassen. Spannend zu sehen war, das die Artist sich auch sehr häufig bei den anderen Referenten als Gasthörer reingesetzt haben. So Andy Timmons versucht bei Frank Gambale ein wenig die Idee aufzusaugen, mit nur einer Note pro Saite das Plektrum ohne großartig die Richtung ändern zu müssen durch die Tonleiter zu ziehen. Jede Bewegung hat eine "Payload", also einen gespielten Ton. Im Konzert am Abend waren folgerichtig ein paar Lines bereits drin und wurden verwendet. (Ok, die Lernkurve hätte ich auch gerne) ...
Ich hatte mir Andy Timmons um 10 Uhr ausgesucht und fand seine Aussage => "Ich entwickle meine Solo Stücke von der Melodie hin zu den Kontext gebenden Akkorden" sehr spannend. In der Nachbetrachtung macht dies aber durchaus Sinn, denn die Melodie soll und darf in diesen Stücke weitestgehend frei gestellt sein, bis der Zuhörer wieder eine Referenz braucht, um sich in der Navigation des Stückes zurecht zu finden. Wenn ihr vor diesem Hintergrund mal seine Beatles Sachen und Bohemian Rhapsody anhört, werdet ich den Ansatz nachvollziehen können.
Um 11 dann Herman Li, der basierend auf den Bitten der anwesenden Schüler auf "Jam Tipps" gewechselt ist. Am Abend vorher durften bereits alle mit den Lehrern auf der Bühne stehen und daraus ergaben sich natürlich Fragen. Also durfte jeder mal zu einem Track spielen und es gab Live Tipps. "Nimm etwas weniger Material, setze dafür an allen Endpunkten ein Vibrato" hat aus einer etwas unsicheren Linie einen Hinhörer gemacht. Toller Input in Verbindung mit der wirklich freundlichen und sehr motivierenden Art von Herman. Klasse !!!
Am Nachmittag - nach kleinem Snack, etwas Frischluft und ein wenig Jam mit den Teilnehmern im leeren "Klassenzimmer" - dann die Session mit Kee Marcello. Da ist im Spiel und der Person noch ziemlich viel Rock drin! Aus der Lehrerschaft zwar knapp nicht der älteste Musiker (Kee 1960 - Frank Gambale 1958), aber derjenige, der definitiv noch am nächsten an den Roots verankert ist.
P.S. Unterwegs mit 2 Valley Arts Strat Derivaten mit sensationellem Hals ...
Direkt nach dem Workshop haben wir uns noch zu einem Getränk an der Bar verabredet ... und den dort getätigten Chat gleich mal auf Video gebannt. Und damit lasse ich euch für heute erst mal Runde 1 verdauen

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View: https://youtu.be/UbT9SslKWxw
Gruß
Martin