Rohs - Und die Frage, ob wir darunter leiden

von Mr.Randy_Rhoads, 07.11.06.

  1. Mr.Randy_Rhoads

    Mr.Randy_Rhoads Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #1
    Hallo Leute !

    Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach dem Dunlop Slash Signature Cry Baby. War in einigen Läden, und auch in so vielen Online-Shops gibt es alle verfügbaren wahs.

    Nur das von Slash nicht. So fragte ich heute in 'nem Gitarrenladen nach und mir wurde schlimmes erzählt: Der Fehler heißt RoHS

    Rohs ist ein Gesetz welches in Kraft getreten ist am 1. Juli. 2006

    Rohs bedeutet:
    Restriction of the use of certain hazardous substances in electrical and electronic equipment.

    zu deutsch:
    Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten

    und schreibt unter anderem vor:
    (1) Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass ab dem 1. Juli 2006 neu in Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronikgeräte kein Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, polybromiertes Biphenyl (PBB) bzw. polybromierten Diphenylether (PBDE) enthalten. Einzelstaatliche Rechtsvorschriften, mit denen die Verwendung dieser Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt oder untersagt wird und die im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht vor der Annahme dieser Richtlinie erlassen wurden, können bis zum 1. Juli 2006 beibehalten werden. (zu den mitgliedstaaten gehört die EU)


    so kommt es, dass auch kein Van Halen Flanger europaweit zu haben ist. Denn Dunlop bzw. jede hier präsente Firma muss nun andere Platinen entwickeln und anderen Lötzinn verwenden.

    Das wäre denn nun halb so wild, denn ich könnte ja noch warten, oder ein anderes Cry baby kaufen, wenn ich ein anderes haben muss.

    Nun wäre es auch nicht schlimm, wenn z.B. in Fernsehgeräten andere Komponenten verwendet werden. Diese stehen fest auf ihrem Platz, werden ein und ausgeschaltet.

    Ein Amp dagegen:
    hier gibt es Röhren, die nicht nur ein und ausgeschaltet werden, sondern Röhren die oft stundenlang mehrere 100 °C heiß sind. Auch bleiben viele (vor allem hochwertige Röhrenamps von professionellen Spielern) Amps nicht nur in einem gleichwarmen Raum stehen, sondern die gehen mit auf Tour. dort werden sie für mehrere Stunden richtig gebraten, sie können feucht werden, unter der Riesenhitze Stößen ausgesetzt sein usw.

    Wie sehen also neue Röhrenamps in 50 Jahren aus ?
    Möglicherweise müssen nun in 5 Jahren die Lötstellen erneuert werden ?
    Es können wohl kaum langzeittests existieren, denn es gibt ja noch keine ''lange Zeit''
    Es bestünde sogar die Möglichkeit, dass der neue Lötzinn (oder was es dann halt wäre) nicht mehr hitzeresistent ist und somit die Röhren aussterben.

    Doch es könnte auch sein, dass keine geeigneten Platinen aufzutreiben sind und die Elektronik wird wieder von Punkt zu Punkt verlötet wie vor 50 Jahren.

    Eure Meinungen dazu bitte
     
  2. carl_nase

    carl_nase Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #2
    hi,

    nur weil einige dunlop pedale (mehr als die beiden?) diese stoffe verbaut hatten und zurückgerufen werden mussten, bzw. gar nicht erst auf den markt kamen, heißt das doch nicht, dass dieses material auch in verstärkern verbaut ist.

    und wenn dem so wäre, dann halte ich es für unwahrscheinlich, dass das die röhrentechnik eingemottet wird. es lassen sich sich bestimmt materialien finden, die einen adäquaten ersatz darstellen.

    außerdem verstehe ich deine transport-problematik nicht. warum sollte es die situation für die verstärker verschlimmern, wenn sie transportiert werden?

    gruß,
    carl_nase
     
  3. Mr.Randy_Rhoads

    Mr.Randy_Rhoads Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #3
    Es ist nicht das Problem, dass dort einige Teile drin sind, die nciht drin sein dürfen. Das problem ist, dass die Platine gelötet ist mit Lötzinn, der Blei enthält. Blei ist ein giftiger Stoff und will vermieden werden. Die geräte, die also nach dem 1. Juli nach Europa kommen enthalten entweder kein Blei bzw. absolut garkeine giftigen Stoffe oder sie bleiben ''draussen''.

    Beim transportieren ist der amp bzw. die Elktronik oft starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sowie grossen Belastungen im allgemeinen (Feuchtigkeit,...)
     
  4. edeltoaster

    edeltoaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #4
    das allerallerallerschlimmste:

    DER MARSHALL JMP-1 WIRD NICHT MEHR GEBAUT.
    kein scheiss
     
  5. Threep

    Threep Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #5
    afaik und des wissens eines Elektroverkäufers:
    Bleizinn ist für den Heimbedarf und Hobbybastler erlaubt, aber nicht mehr für Firmen. Die meisten Firmen haben aber schon lange umgestellt, da das ja eigentlich schon ein alter Hut ist.
    Also du musst dir denke ich keine Sorgen machen, dass das schädlich für dich ist, wenn auf der Platine Lötzinn mit Blei drauf ist...es geht da eher um das verschrotten und recyceln.

    Es sei denn du zershredderst dir die platine und mischt sie in dein Müsli rein............;):D:great:
     
  6. Mr.Randy_Rhoads

    Mr.Randy_Rhoads Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #6
    Das es unschädlich ist auf einer Platine istmir schon bewusst.
    Und in den Müsli raspeln wollte ich es mir auch nicht...Ich mag Müsli nicht. :eek::screwy:

    Dieses Gesetz erlaubt allerdings, dass Lötzinn mit Blei bzw. überhaupt giftige Materialien dürfen verwendet werden, wenn es zur Reparatur älterer Geräte nötig ist.
     
  7. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.11.06   #7
    Die RoHs Richtlinien sollen nur verhindern dass weiter mit diesen Stoffen gearabeitet wird da beispielsweise industrielles Löten nicht gesund für Arbeiter ist etc.

    Es ist überhaupt kein Problem Zinne ohne Blei (Pb) zu verwenden. Deren Siedetemperatur liegt damit lediglich ein Stück höher.
    Das hat allerdings keinen Einfluss auf Qualität o.ä..

    Und richtig, als Privatmann oder als Service kannst du immernoch Bleihaltige Lote nehmen. Lediglich die Lote in Neuware ist Stoffmäßig restriktiert.
     
  8. Fischi

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    Erstellt: 08.11.06   #8
    stimmt schon, aber:

    die zu verlötenden bauteile müssen diese höhere Temperatur auch aushalten können. Einige können das nicht und wenn es keinen brauchbaren ersatz gibt, wars das halt.
     
  9. edeltoaster

    edeltoaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.06   #9
    siehe jmp-1...traurig traurig!einer der besten preamps
     
  10. skinny

    skinny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.06   #10
    Außerdem besitzt Blei bereits bei Raumtemperatur eine hohe Zähigkeit und Elastizität, was die Lötstellen resistenter gegen Bruch durch Vibrationen etc gemacht hat.
     
  11. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.11.06   #11
    Das wird auch noch das eine oder andere Produkt treffen... zwar nicht ganz unvorbereitet, aber naja.

    Schauen wir einfach mal welche Substituionsprodukte dafuer auf den Markt kommen, denn da wird sich auch sicherlich was tun.
     
  12. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.11.06   #12
    Ist imo sehr unwarscheinlich dass es Teile gibt die das nicht aushalten. Es gibt gute Lote die lediglich 10-15° Höher Sieden.
     
  13. Fischi

    Fischi Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 09.11.06   #13
    les dir mal den Jim Dunlop Bericht in der aktuellen G&B durch. laut eigener aussage mussten sie bereits einige geräte ausphasen
     
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