Rollerbridge ----> Sustainverlust?

von Rockin'Daddy, 20.11.05.

  1. Rockin'Daddy

    Rockin'Daddy Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.11.05   #1
    Hallo Männers!

    In der SuFu waren schon einige Beiträge darüber zu finden, aber wirklich hilfreich war es nicht.
    Ich habe auf meiner Epi '56 Gold Top eine Göldo-Rollerbridge montiert (da Düsenberg D-7 bestückt) und es war rein akustisch eigentlich nicht wirklich ein Sustainverlust festzustellen.
    Da ich für meine Musikrichtung recht viel Vibrato einsetzen muß und ich bei meiner Epi-295 schon öfters das Problem hatte, das die durch das Vibrato "gelockerten" Saiten nicht mehr in ihre ursprüngliche Stimmung zurückfinden, war die Rollenbrücke eigentlich meine große Hoffnung.
    Die eigentlich montierte Tun-o-matic Brücke in Verbindung mit den P-90 war einfach sagenhaft in punkto Druck,Twäng und Sustain, herrlich agressiv und bissig.
    Gestern also die erste Probe mit dem Göldo. Und?
    :(
    Aus der einst so bissigen Gitte ist ein lahmer Gaul georden!
    Statt einem dreckigen "Peng" ist es nunmehr nur noch ein lasches "Buuuääähhnng", das da aus meinem Amp süppt.
    Klingt mehr nach dickbauchiger Jazzklampfe mit 13-56er Flatwounds, als LP mit P-90 und 10-46ern.

    Mir war bewußt, das die Brücke die Charakteristik beeinträchtigt, aber daß das so extrem wird...
    Der Saitenwinkel ist schon extrem steil und der Druck auf den Steg sollte allemal reichen. (Läßt sich am Bigsby eh nicht ändern)
    Liegt es jetzt daran, daß die Saiten auf dem Rollensteg mehr Auflagefläche haben und die beweglichen Teile viel schlucken?
    Läßt sich dieser Verlust irgendwie kompensieren?

    Das tremolieren an sich läuft nämlich mit der Rollerbridge bedeutend weicher und ist auch stimmstabiler.
    Gibt es irgendwelche Tricks und Kniffe, um zumindest wieder ansatzweise zum alten Ton zurückzufinden?
    Ich verlange ja nicht, die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen, aber, verdammt noch mal, da muß es doch eine Möglichkeit geben!

    Mit verzweifelten Grüßen
     
  2. MeatMuffin

    MeatMuffin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.05   #2
    Also dass die größere Auflagefläche und die beweglichen Teile das Sustain killen können, ist klar. Allerdings ist mir im Web noch niemals ein Fall über den Weg gelaufen, wo sich das scheinbar so stark äußert, wie bei dir.
    Bist du dir 100%ig sicher, dass der Klang wegen der Rollerbridge so ist? Vielleicht Tagesform, jeder hört sein Setup mal anders? Andere technische Veränderungen? Dass der Twang fehlt hätte dir doch auch eigentlich zu Hause schon auffallen müssen.
    Ich bin mir auch nicht sicher, ob man da so sonderlich viel machen kann, weil die besagten zwei ausschlaggebenden Gründe ja essentiell für die Bridge sind.
     
  3. Rockin'Daddy

    Rockin'Daddy Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.11.05   #3
    Also!
    Ich habe jetzt zum Vergleich nochmal die alte Brücke aufgebaut und tatsächlich ist akustisch ein deutlicher Unterschied zu hören.
    Als ich die Rollerbridge in der Hand hielt, fiel mir ein leicht schmieriger Film auf dem Nickel auf. Zuerst dachte ich, das wäre gegen die Korrosion.
    Allerdings roch das Zeug extrem scharf.
    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Mein Gitarrenbauer hat mir das Ding unverpackt aus der Werkstatt auf den Tresen gelegt und meinte es wohl zu gut. Er hat die Brücke mit Nähmaschinenöl oder ähnlichem behandelt. Wohl, damit die Rollen auf den Achsen verschleißfrei laufen.
    Da ich nun Kfz-Meister bin und ich um die Bedeutung von Schmierstoffen weiß, fiel mir der Vergleich zu Pleuel-Kolbenbolzen-Kurbelwellenlagern ein.
    Öl verhindert den Kontakt zweier Oberflächen aufeinander, bildet also ein "Polster".
    Da die Rollenachsen somit auf dem Ölpolster schwimmen (zugegeben nur vielleicht
    3-5/100 mm) wird ein Teil der Schwingungen der Saiten in genau diesem Polster aufgefangen und somit nicht durch die eigentliche Brücke und den Buchsen in den Korpus geleitet.

    So dachte ich mir das, also nahm ich die Rollerbridge und habe sie ausgiebig mit Bremsenreiniger und Silikonentferner behandelt. (Spülmittel hätte es wohl auch getan)

    Nachdem wirklich jede Spur des Öls entfernt wurde, wieder aufgebaut, gestimmt.
    Und?

    DEUTLICH BESSER!!!!!!

    Kein Witz! Klingt komisch, ist aber Tatsache!
    Die Gitte ist nach wie vor nicht mehr ganz so lebendig wie zu Anfang mit der Tune-o-matic Brücke. Aber man erkennt wieder den Biß und es macht auch wieder Fetz, darauf zu spielen.

    Also Männers! Wenn Ihr meint, Eure Rollenbrücke schmieren zu müssen, dann tut Euch einen Gefallen und nehmt Graphit!!!
    (Eigentlich selten dämlich bei der kaum wahrnehmbaren Bewegung der Roller auf der Achse)

    erleichtert und gutgelaunt grüßt Euch
    der Olli
     
  4. MeatMuffin

    MeatMuffin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.05   #4
    Na dann. Ist ja auch ein seltenes Problem, aber ich werd mir das mal merken... :D
     
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