Sänger: Üben (Spaß haben) mit Effektgerät?

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anorak73

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Hallo,

die Sängerin unserer Band ist noch Anfängerin (seit ca. 3 Jahren Unterricht) und übt so weit ich das verstanden habe zu Hause nur "Acapella".

Vor einer Weile hat sie uns gefragt, ob jemand eine "Boombox", also einen Tragbaren Lautsprecher hat, da ihr Mann ihr ein ausrangiertes USB-Mikrofon vom PC zum üben gegeben hat und weiß nicht, ob man das dort an die USB-Buchse anschließen könnte. Das ganze hat mich Maximal verwirrt muß ich gestehen. Ich dachte, wenn man singen will, dann investiert man mal ein wenig Geld in ein wenig Equipment.
In der Band hat sie ein kleines Effektgerät vom Bandleader (Ich glaube ein Boss VE 5), welches sie aber nur Oberflächlich bedienen kann.

Letztens habe ich mal erwähnt, warum sie sich nicht ein feines Effektgerät und Mikrofon besorgt. Da hat sie mich blöde angeguckt und gefragt "Wofür?". Und ich meinte, für zu Hause zum üben und Spaß haben, weil das halt doch wieder was ganz anderes ist, wenn das richtig klingt und man auch mal lernt mit so einem Effektgerät richtig umzugehen. Da hat sie mir zornig gesagt, dass sie kein Effektgerät braucht zum üben, dass da nur ihre Stimme zählt.
Ich habe das Thema dann beendet. Natürlich, wenn man richtige Übungen macht, ist ein Effektgerät natürlich Sinnlos, aber wenn man z.B. Lieder für die Band übt, oder einfach nur so singen will, kann doch so ein Effektgerät was mit der Stimme und damit auch für einen selbst machen (ich meine natürlich nicht Autotune, sondern Hall, Harmonizer, Doubler usw).

Auch habe ich mir mal vor einiger Zeit ein "Tonhöhenerkennungsgerät" von Korg* besorgt (glaube 30 Euro oder so) und ihr gezeigt, weil ich denke, dass es eine gute Hilfe wäre "ihre" Stimmhöhe zu analysieren, wenn es darum geht die Tonart eines neuen Songs neu zu bestimmen, weil es für sie die falsche Tonhöhe hat. Als ich dann noch sagte, dass man damit auch ganz gut erkennen kann, wie weit man eigentlich von dem Entfernt ist, wo man hin sollte, war sie natürlich wieder beleidigt.
Als ich mir das damals gekauft habe, hat es mir unheimlich geholfen bei einem Lied erstmal den ersten Ton richtig "einzustellen". Danach läuft es dann ja oft.
Später hat sie sich das dann einige Wochen ausgeliehen, bis ich es mal zurückgefordert habe. Das Ding kostet jetzt ja kein Vermögen und ist ja schon mal eine erste Hilfe.

Aber wie würdet ihr das sehen, als Sänger/Sängerin? Probt ihr nur ohne alles, oder findet ihr es auch wichtig mal mit Effektgerät und "Just for fun" zu singen und zu üben?
 
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...dass sie kein Effektgerät braucht zum üben, dass da nur ihre Stimme zählt.
Da hat sie meiner Meinung nach recht.

Ich hab Teile dieser Reise, die du beschrieben hast, hinter mir, damals mit einem "Digitech Vocalist Live".
Als es kaputt ging habe ich beschlossen, es nicht zu ersetzen und vermisse es auch nicht.

Zur Analyse des Tonumfangs gibt es genug andere, einfache Methoden und das macht man normalerweise einmal.
Auch die Tonart eines Liedes lässt sich einfach bestimmen.

Wenn eure Sängerin trocken sauber singt, bringen die klassischen Mikrofoneffekte "on Stage" sicher einen zusätzlichen Schub, trocken Üben ist meiner Meinung nach differenzierter - meine "Gesang Experience" hat davon zumindest profitiert.
 
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Hallo,

Probt ihr nur ohne alles, oder findet ihr es auch wichtig mal mit Effektgerät und "Just for fun" zu singen und zu üben?

Ich hatte bereits drei verschiedene Multi-Bodentreter für Gesang. BOSS VE20, TC Helicon Voice Live Play GTX und Digitec vt400. Zwischendurch auch noch einen Boss Looper. Alle wieder verscherbelt. Ich vermisse sie auch nicht.

Mit dem Boss VE-20 bzw dem TC Helicon wollte ich meine Solo-Auftritte mit ein paar Loops und mehrstimmigen Passagen aufpimpen. Das hat auch gut geklappt, mich aber vom Publikum abgelenkt, was auf Kosten der Spontaneität und Interaktion ging. Dann besser nur einstimmig aber voll bei den Leuten als ständig darauf zu achten, zum genau richtigen Moment den richtigen Knopf zu treten.

Zum Üben sind sie unnötig. Vielleicht sogar eher ein Nachteil, weil man sich schnell an den guten Sound gewöhnt, vor allem über Kopfhörer. Die Proberaum- und Bühnenrealität ist ja meist eher ernüchternd.

Aber klar, Reverb und ggf. Kompressor sollte im Proberaum schon vorhanden sein. Müsste das VE-5 aber abdecken. Schon kleinere Mixer haben sowas ansonsten auch eingebaut.

übt so weit ich das verstanden habe zu Hause nur "Acapella".

A capella üben ist okay. Aber eure Songs dollte sie schon zu einem Backingtrack oder so üben.

...
 
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Kleiner Nachtrag:

die Sängerin unserer Band ist noch Anfängerin (seit ca. 3 Jahren Unterricht)

Mit drei Jahren Unterricht plus Band-Praxis ist man in meiner Welt eigentlich keine Anfängerin mehr.

---
 
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Das Sänger eine andere Einstellung zu Equipment und Technik haben als andere Instrumentalisten ist bekannt.
Aber meiner Meinung nach sollte jeder Sänger/Sängerin in einer Band sein Mikro und alles was damit zu tun hat (Gesangsanlage, Monitore ( Aufstellung…), Hall, Klangregelung, Kompressor,…) kennen, verstehen und beherrschen.
Gerade das Mikro ist integraler Bestandteil des Instrument Stimme. Wer grundsätzlich ohne Mikro/Verstärkung übt, wird im Probenraum / auf der Bühne nicht optimal vorbereitet sein.
Vokal Effekte können „spassig“ sein und auch Defizite der Stimme zum gewissen Teil ausgleichen. Man handelt sich in einer Band aber damit auch Probleme ein, weil durch das Übersprechen z.b. von Gitarre in das Gesangsmikro, die Gitarre mit Dobbler/Harmonizer aus den Boxen kommt. Das kann recht irritierend klingen.
 
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Letztens habe ich mal erwähnt, warum sie sich nicht ein feines Effektgerät und Mikrofon besorgt. Da hat sie mich blöde angeguckt und gefragt "Wofür?". Und ich meinte, für zu Hause zum üben und Spaß haben, weil das halt doch wieder was ganz anderes ist, wenn das richtig klingt und man auch mal lernt mit so einem Effektgerät richtig umzugehen. Da hat sie mir zornig gesagt, dass sie kein Effektgerät braucht zum üben, dass da nur ihre Stimme zählt.
Wenn sie „blöd“ schaut und „zornig“ spricht, vermute ich da schon ein ziemliches Missverständnis.

Ich übe auch singen (ohne Sänger zu sein) und benutze dafür manchmal die (IPad-)App „TE Tuner“; hilft mir sehr.
 
Ich halte die Frage "Wie sollte sie üben?", für falsch gestellt. Jeder Mensch kann nur durch eigene Erkenntnis handeln und sich verbessern.
Es geht ja letztlich um die Bandfähigkeit, also die Fähigkeit, im Team die eigene, soziale und musikalische Position einzunehmen.
M.E. gehört für eine Sängerin das Wissen dazu, dass ein Klavier 88 Tasten hat und eine Gitarre 6 Saiten. Obwohl das nichts mit dem Timbre der Stimme zu tun hat. Sie sollte ein Metronom besitzen und benutzen und unbedingt ein Instrument spielen können. Sei es Tambourin oder Mundharmonika.
Sinnbildlich: Musizieren ist wie Radfahren. Jeder muss sich in Form bringen. Sonst klappt die Tour über 100 km nicht. Dann fährt man halt nur 10 km, rund um den Kindergarten. In etwa, wie gesagt, sinnbildlich.
 
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Aber wie würdet ihr das sehen, als Sänger/Sängerin? Probt ihr nur ohne alles, oder findet ihr es auch wichtig mal mit Effektgerät und "Just for fun" zu singen und zu üben?
Ich hab den Vorteil, dass ich mich mit der Gitarre begleiten kann. Wenn ich diese Möglichkeit nicht hätte, würde ich mit Backingtrack üben.
Und zuhause übe ich ohne Mikro und Effekte. Das kommt dann in der Bandprobe.
Und ja, jeder Sänger sollte ein eigenes Mikro besitzen.
 
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Wer grundsätzlich ohne Mikro/Verstärkung übt, wird im Probenraum / auf der Bühne nicht optimal vorbereitet sein.

Die Realität sieht aber eher so aus:
  • Wer nicht im Eigenheim auf dem Land wohnt, muss zwangsläufig ohne Mikro üben, weil er sonst den gesamten Block unterhält und gegen sich aufbringt
  • Oder man dreht es so leise, dass es null Lerneffekt hat
  • Oder man verwendet Kopfhörer, was wiederum auch nicht im Entferntesten einer Bühnen- oder Proberaumsituation entspricht

Das Sänger eine andere Einstellung zu Equipment und Technik haben als andere Instrumentalisten ist bekannt.

Was übrigens oft gar nicht mal an den Sängern liegt.Aber diese Diskussion wurde schon sehr, sehr oft geführt.
 
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  • #10
  • Oder man verwendet Kopfhörer, was wiederum auch nicht im Entferntesten einer Bühnen- oder Proberaumsituation entspricht
Einspruch Euer Ehren!
Wer z.B. in einer Band IEM macht, hat dann auch zuhause ziemlich genau die gleiche Situation. Die "Grundtechnik" Lautstärkekontrolle/Mikrophonabstand/-Winkel/... kann man auch (klar, mit gewissen Einschränkungen) - IMO - via KH üben.

Als Gitarrist übe ich zuhause auch zu 99% mit Kopfhörer, wo sich natürlich auch nicht die gleiche Rückmeldung/Feel&Hear ergibt, wie auf der Bühne oder im Probenraum, aber es ist immer noch tausendmal besser, als ganz ohne elektrische Verstärkung zu üben.
 
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  • #11
Ich halte die Frage "Wie sollte sie üben?", für falsch gestellt. Jeder Mensch kann nur durch eigene Erkenntnis handeln und sich verbessern.
Was man von Bandkollegen "verlangen" kann, ist tatsächlich eine "taktisch" unkluge Frage/Argumentation.
Nichtsdestotrotz, stellt sich in jeder Band auch die Frage, was an Können, Wissen, Engagement, Teamfähigkeit,... notwendig ist, damit eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich ist bzw. was daran optimiert werden kann.
Da ist die Stimme, halt so schön "naturgegebener" Teil des Sänger/Sängerin, der apriori, keine externe "Technik" braucht. Was aber IMO eben zu kurz gesprungen ist. Wer sich dieser Erkenntnis komplett verweigert, ist in einer Band ein "Problemkind". Da angemessen und konstruktiv Überzeugungsarbeit zu leisten, kann helfen.
 
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  • #12
Wer z.B. in einer Band IEM macht, hat dann auch zuhause ziemlich genau die gleiche Situation.

Das stimmt. Das ist die Ausnahme. Ich habe keine Ahnung, wie verbreitet IEM-im Hobbybereich mittlerweile ist, aber bei mir ist es nie angkommen. Ich war schon zu alt.

...
 
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  • #13
Wenn ich mir den Eingangspost, sowie einige der darauf folgenden Kommentare durchlese, merke ich, wie komplex und kompliziert doch diese Welt geworden ist.

Zurückblickend auf meine Zeiten als Anfänger im schulischen Musikunterricht und der damaligen Gründung der ersten Schülerband, habe ich, wenn es ums reine Üben ging zu Hause ohne technischen Aufwand zu betreiben, einfach nur gesungen. Im Rahmen des Musikunterrichts, von Musikprojekten an der Schule, sowie der Bandprobe, kam dann das Singen mit Mikrofone hinzu.

Das hat damals auch irgendwie funktioniert...

Wenn Leute verkopft an das Thema Musik herangehen, geht leider sehr viel verloren.
 
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  • #14
Das hat damals auch irgendwie funktioniert...

Genau. Und so machen es hoffentlich auch noch immer die meisten. Ich glaube zumindest daran. Man darf nicht vergessen: Das Musikerboard ist am Ende auch nur ein Mikrokosmos, in dem Gear und Know-How eine große Rolle spielt. Es ist nicht zwingend exemplarisch für die Musikerrealiltät.
 
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  • #15
Also ich glaube, das kommt mal wieder so darauf an, worum es denn konkret geht.

Falls es um etwas aus einem enstprechenden Dunstkreis geht, kann es sinnvoll sein zu verstehen, dass jede/r Instrumentalist/in irgendwann Methoden entdeckt, um sich besser aussehen zu lassen. Sehr häufig ist das das Master-Volume am Amp oder das noch mehr Draufhauen bei den Drums. Die Möglichkeiten hat man beim Gesang nicht, spätestens beim Feedback-Pfeifen ist Schluss. Soll heißen, die Lead-Stimme ist auf eine ganz andere Art und Weise "angreifbar" als die anderen Instrumente.

Eine solide Lead-Stimme zu entwickeln und als Person zu vertreten ist viel Aufwand. Und es kann je nach Persönlichkeit dauern, bis man die eigene Stimme (also sozusagen sich selbst) soweit gebracht hat, dass man dann auch mit genug Selbstbewusstsein mit Kritik umgehen oder diese anhand anderer professioneller Veröfentlichungen relativieren bzw. zurückweisen kann.

Ich finde, man muss die Lead-Stimme so machen lassen wie die Lead-Stimme ist. Außer man macht Persiflage, Komödie, Theater, Coverband oder hat sich vorgenommen eine andere Band so perfekt wie möglich zu kopieren.

---

Anderer Punkt: Es gibt einen Unterschied zwischen relativ leise zu Hause an der Stimme arbeiten und dem sehr viel lauteren Mithalten mit einer Band. Da funktioniert nicht nur die Stimme etwas anders, sondern da wird dann auch der Umgang mit dem Mikrofon wichtiger. Aber wer hat schon die Möglichkeit, in Bandlautstärke mit Mikrofon und Gesangsanlage zuhause an der eigenen Stimme zu arbeiten? Und - das können die anderen Instrumente ja auch nicht.

---

Noch ein Punkt: Wenn man sich zum Backingtrack selbst aufnehmen kann - das kann ein Sprung sein. Weil da niemand zuhört wenn's peinlich wird, aber trotzdem gnadenlos erkennbar wird wenn's hakt aber auch wenn es besser geworden ist. Gut, aber Recording ist viel Technik und das muss man wollen und lernen und wäre vielleicht im Augenblick zuviel. Aber vielleicht ja auch nicht?

'ne gute Stimme ohne Effekte ist ... und 'ne nicht so gute Stimme mit Effekten ist ...
 
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  • #16
Zurückblickend auf meine Zeiten als Anfänger im schulischen Musikunterricht und der damaligen Gründung der ersten Schülerband, habe ich, wenn es ums reine Üben ging zu Hause ohne technischen Aufwand zu betreiben, einfach nur gesungen. Im Rahmen des Musikunterrichts, von Musikprojekten an der Schule, sowie der Bandprobe, kam dann das Singen mit Mikrofone hinzu.

Das hat damals auch irgendwie funktioniert...
Es hat niemand gesagt, dass Grundschulen und Kindergärten mit Mikrophonen, Gesangsanlagen und Probenräumen ausgerüstet werden sollen, damit man „richtig“ singen lernt.
Wenn man sich jedoch dazu entscheidet, sich einer Band anzuschließen, ist das nun mal „next Level“. Da sind andere Techniken und Anforderungen zu meistern. Dem muss sich niemand stellen! Allerdings wird man dann schwerlich das ganze Potenzial heben können.
Das finde ich überhaupt nicht „verkopft“, sondern das ist schlicht gemachte Erfahrung in über 20 Jahren Bandpraxis.
Sänger, die keine Ahnung haben, wie man ein Mikrophon richtig benutzt, sind ein Problem für die Band: (….alles pfeift und koppelt… „…aber ich hör mich nicht…“, „….dann halt das Mikro mal vor den Mund statt vors Kinn und gib mal Gas!“, „Oh, ist das laut, mach mal leiser…“ :bang: )
 
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  • #17
Naja, also die klassische Auseinandersetzung zwischen Gitarre und Leadgesang braucht man vielleicht nicht, oder? Vielleicht ist die eigentliche Frage ja, ob man miteinander zufrieden ist. Ist das eigentlich Kooperation oder Konkurrenz in der Band? Und falls man die Auswahl hat oder lieber eine Instrumentalband werden möchte, dann braucht man nur so laut zu spielen, dass der Leadgesang sich nicht mehr hören kann. Dann muss man dem Leadgesang eigenlich nur noch das Gefühl geben, dass er nichts taugt und auch nichts mitzubestimmen hat und darauf warten, dass die Stimme wegen zu hoher Lautstärke kapputt geht. Und dann hat man endlich wieder eine Band ohne Gesang. Toll!

Dem muss sich niemand stellen!
Genau.
 
  • #18
Vielleicht ist die eigentliche Frage ja

Die eigentliche Frage ist ja recht klar formuliert. Der TE wundert sich, dass die Sängerin keinen Spaß mit und nur wenig Interesse an GEAR hat und fragt deshalb, ob das bei anderen SängerInnen auch der Fall ist. Mangelnde Mikrofon-Handhabung wurde bisher bei ihr nicht angesprochen, nur mangelnde Begeisterung für Equipment.

Sänger, die keine Ahnung haben, wie man ein Mikrophon richtig benutzt, sind ein Problem für die Band: (….alles pfeift und koppelt… „…aber ich hör mich nicht…“, „….dann halt das Mikro mal vor den Mund statt vors Kinn und gib mal Gas!“, „Oh, ist das laut, mach mal leiser…“ :bang: )

Das Singen in ein Mikro ist ja nun keine Raketentechnik, für das man einen Lehrgang absolvieren muss. Die von dir geschilderten Beispiele gibt es zugegeben – passieren aber normal nur mit absoluten Newbies oder in suboptimal aufgestellten, engen Proberäumen. Wer regelmäßig im Proberaum singt, lernt ganz automatisch sehr schnell, wie sich ein Mikro wann verhält.

...
 
  • #19
Stimmt, etwas vom Topic abgekommen, sorry. Ich hatte in dem ersten Beitrag dieses Threads eine unterstützende Motivation und Verwunderung über die Reaktion darauf wahrgenommen. Und irgendwie schien mir, dass das die eigentliche Frage sei.

Aber wie würdet ihr das sehen, als Sänger/Sängerin? Probt ihr nur ohne alles, oder findet ihr es auch wichtig mal mit Effektgerät und "Just for fun" zu singen und zu üben?

Ich kenne verschiedene Übungssituationen. Soweit es das Trainieren von Körperhaltung, Reinigen und Öffnen des Stimmapparates und die Erweiterung des Stimmumfanges geht, hat aus meiner Sicht die Sängerin recht:

... dass sie kein Effektgerät braucht zum üben, dass da nur ihre Stimme zählt.

Ich hab' früher gerne im Auto mitgesungen, geschrien und gebrüllt. Das war ohne alles und (mehr oder weniger) "Just for fun".

Im Proberaum eigenes Mikrofon und Wedges (diese schrägen Bühnenmonitore), aber keine Effekte. Oder auch mal so in den Proberaum und ohne alles Gesangslinien aus den Songs geübt. Also ohne Mikro mal nur mit der eigenen Stimme bei der für mich optimalen Lautstärke herumprobieren.

Im Recording auch nur Mikrofonierung. Früher hab' ich im Mixing noch Kunsthall und andere "Aufwertungen" probiert. Im Laufe der Zeit hab' ich aber für mich entschieden auf echte Raumakustik zu setzen. Also gar keine Effekte mehr auf dem Gesang, soviel Authentizität wie möglich, nur noch Level-Anpassung. Für mich ist es so, dass Effekte zwar Klang machen können, aber von dem Ausdruck der Person, die sich da bemüht, ablenken.

Also zusammengefasst: "mit Effektgerät" - nein, "Just for fun" - unbedingt und "ohne alles" - kommt auf die Situation an, aber auf kurz oder lang geht es für mich nicht ohne ein eigenes (echtes Gesangs-)Mikro und eigenes Monitoring.
 
  • #20
Ich selbst übe zu Hause überwiegend zum Backingtrack, verwende aber sonst keine Geräte. Immer wieder mal nehme ich mich aber beim Singen auf, um zu kontrollieren wie das eigentlich klingt. Das finde ich wichtiger als in meinen Augen Klamauk wie Effektgeräte. Wohl gemerkt - fürs Üben.
Mit dem Mikrofon hantieren und natürlich das Zusammenspiel übe ich in der Probe.
Für Effekte ist aber der FOH zuständig, weil nur der beurteilen kann welcher Hall, welcher Kompressor, welches EQ zu seiner Halle passt.

Sonst gibt's bei meiner Band die Besonderheit, dass wir mit IEM zum Clicktrack spielen. Da laufen auch MIDI Befehle mit, die nicht nur die Gitarreneffekte umschalten, sondern auch meine Gesangseffekte wie ein Chorus aufn Refrain. Das gefällt uns richtig gut, weil wir uns nicht aufs Umschalten konzentrieren müssen, sondern eine bessere Show liefern können und Kontakt zum Publikum aufbauen können.

Ansonsten möchte ich auch noch warnen - weil das im Einganspost etwas mitschwingt - du bist kein Sänger, oder? Dann hör bitte auf sie ungefragt zu mansplainen. Danke! Mit 3 Jahren ist sie in meinen Augen auch keine Anfängerin mehr. Ungefragte Tipps von Nicht-Sängern wie ich singen, üben, mein Kabel einstecken soll, finde ich einfach nur nervtötend. Unqualifizierte Tipps zu deinem Instrument willst du doch auch nicht hören, oder? Wenn sie nach Tipps fragt oder hilflos erscheint, dann kannst du deine Tipps geben. Ansonsten könntest du höchstens mal sagen, dass du gehört hast dass andere Sänger das so und so machen und was sie denn davon hält, also du kannst Fragen stellen. Dann ist sie vielleicht auch weniger beleidigt, wenn du sie als Musikerin mehr ernst nehmen würdest.
 
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