salz-ausblühungen in potentiellem übungslokal

von Sermeter, 24.05.06.

  1. Sermeter

    Sermeter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.06   #1
    ich bin mit meiner band schon länger auf der suche nach einem geeigneten übungslokal. nun haben wir in guter lage einen kellerraum gefunden, denn wir auch sehr günstig benützen könnten.
    nun habe ich aber einige bedenken wegen der schalldämmung und der luftfeuchtigkeit.
    die luftfeuchtigkeit beträgt dort momentan gegen 70%, was für elektronik und instrumente sicher nicht optimal ist. diesen wert könnten wir aber mit einem luftentfeuchter problemlos senken. der raum wirkt auch nicht in dem sinne "feucht" und riecht auch nicht danach. an einer wand sieht man, dass vor einiger zeit mal feuchtigkeit eingedrungen ist, dieses "leck" wurde allerdings, wie mir scheint, ziemlich sauber mit beton verschlossen und die stelle ist nun völlig trocken. es ist etwas anderes, das mir sorgen bereitet: an allen wänden, die direkt "an die erde grenzen" sowie auch zum teil am fussboden bilden sich diese salz-ausblühungen. das mauerwerk macht dort einen ziemlich mitgenommenen eindruck und ist weich und porös. wie gesagt, befinden sich auch auf dem fussboden solche ausblühungen. wenn man diese stellen berührt, machen sie aber keinen feuchten eindruck.
    nun frage ich mich, ob es für uns verantwortbar ist, dort unser übungslokal einzurichten. die luftfeuchtigkeit würden wir mit einem luftentfeuchter auf ein geeignetes mass senken.wir müssten aber zwecks schalldämmung auf jeden fall alle wände mit teppich behängen (ev. mit dachlatten als abstandshalter dazwischen). laufen wir dabei trotz luftentfeuchter gefahr, dass sich die feuchtigkeit hinter den teppichen ansammelt und sich dort schimmel und ähnliches bildet? oder können wir mit dem entfeuchter alle feuchtigkeit, die eindringt, "abfangen? wie viel feuchtigkeit dringt bei solchen stellen überhaupt in den raum ein? es ha ja nirgends irgendwelche kalkablagerungen, pilze oder ähnliches.
     
  2. Styg

    Styg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.06   #2
    Die Luftfeuchtigkeit in einem bewohnten und normal klimatisierten Raum in Mitteleuropa liegt bei etwa 60-70%. Da ist euer Keller also halb so wild. Übertreiben solltet ihr also die Entfeuchtung nicht nicht - 40% oder darunter ist eher schon staubtrocken, das passiert im Winter oft durch Heizungswärme. Das ist dann schon wieder eher ungesund, für euch und für die Instrumente.
    Holz bekommt Risse nur dann, wenn es zu trocken ist.
    Wenn ihr eine einigermaßen konstante Raumteperatur bei der ihr euch wohlfühlt habt, dürfte dem Probelokal nichts im Wege stehen. Das bedeutet, ihr sollte nach schweißtreibenden Proben (mit schnell 30°C! ) unbedingt Lüften können um wieder auf ein unschädliches Raumklima zu kommen, z.B. mit'nem Ventilator. Und sei's nur auf einen Gang, wenn ihr kein Fenster habt.

    Ein Luftentfeuchter kann nur zirkulierende Luft (die bei ihm "vorbeikommt") entfeuchten, d.h. ihr solltet die Schalldämmung auf keinen Fall "luftdicht" machen.
    Wenn ihr Teppiche, Matrazen oder ähnliches nicht direkt an der Wand befestigt sondern wie geschrieben eine Lattung (nicht horizontal, sondern vertikal) drunter macht, dürfte der Raum nutzbar sein. Kontakt zur Wand mit saugfähigen Materialien solltet ihr vermeiden, sonst kann sich Schimmel bilden.
    Es würde wahrscheinlich reichen, oben an der Decke oder unten am Fußboden einen kleinen Spalt mit wenigen Zentimetern zu lassen. Dann könnt ihr auch zwischendurch mal hinter die Kullissen schauen. :)

    Salzausblühungen sind ein Indikator für Feuchtigkeit im Raum, diese Ablagerungen bleiben nämlich zurück, wenn der Raum wieder trocken ist, Feuchtigkeit sich also zurückgezogen hat. Problem ist, dass Salze Feuchtigkeit binden können und das Problem damit u.U. verschlimmern können.
    Es ist jetzt schwer zu sagen, ob dass das Relikt eines in der Vergangenheit aufgetretenen Problems war, oder ob das eventuell zyklisch wiederkehrt, z.B. durch Druckwasser durch die Bodenplatte oder untere Schichten des Mauerwerks bei leicht erhöhtem Grundwasserspiegel durch einen nahegelegenen Fluß bei Tauwetter im Frühjahr - das hatten wir mal in einem Raum! Die Bausubstanz des Kellers wird etwas marode sein (wie bei tausenden andere Proberäumen auch :D ), durch die Kapilarwirkung kleiner Risse im angegammelten Mauerkerk saugt sich dann Wasser durch die Bodenplatte oder die Wände. Gut ist aber auf jeden Fall, dass ihr keinen Schimmel habt. Das wäre wohl definitiv der Fall, wenn der Raum ständig sehr feucht wäre. Wenn's ein Altbau ist, würde ich das weniger schlimm finden wie bei einem Neubau, der erst 20 Jahre auf'm Buckel hat.

    Wenn ihr auf den Raum angewiesen seid bzw. ihn günstig kriegt, dann würde ich persönlich ihn nehmen. Und einfach jeden Monat mal hinter die Issolation gucken :great:
     
  3. Sermeter

    Sermeter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.06   #3
    @Styg: danke für die ausführliche antwort! das ist auf jeden fall mal ein anhaltspunkt für uns.
    wir würden die schalldämmenden massnahmen auf jedenfall so konstruieren, dass wir auch ab und zu einen teil davon runterreissen können, um einen blick dahinter zu werfen.

    @all: gibt es weitere meinungen/tipps?
     
  4. Sermeter

    Sermeter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.05.06   #4
    wirklich nicht?
     
  5. AngeloBatio

    AngeloBatio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.06   #5
    Hat der Raum irgentwelche Tapeten an der Wand? Wenn ja reiß mal runter und schau ob flecken darunter sind. Flecken hast du ja schon gefunden oder?

    Hat der Raum keinen Boden? so wie ich das jetzt gedeutet hab steht ihr und euer Equiptment im Dreck?

    Wenn der Raum einen Boden hat, wie kommen die Ausblühungen hervor? Risse im Boden?

    Habt ihr wertvolles Equiptment?

    Ist der Raum teuer?

    Wenn du jetzt mehrere Fragen mit ja beantwortet hast würde ich es lassen. Beobachte den Raum ein wenig. Klebe mit Gaffa Papiertaschentücher an Wäne und Boden, lass sie eine woche und schau sie dir dan wieder an. Du wirst dann sehen ob der Raum wirklich trocken ist.
     
  6. Sermeter

    Sermeter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.06   #6
    nein, der raum hat keine tapeten. ist einfach eine normal gestrichene wand. viele "feuchtigkeits-flecken" gibt es nicht. nur diesen einen, den ich beschrieben habe. aber der sollte ja kein problem mehr darstellen, weil die undichte stelle im mauerwerk repariert wurde.

    doch, der raum hat einen betonboden, der ebenfals gestrichen ist.

    ja, unter dem salz sind wohl kleine risschen.

    bisher haben wir sehr wenig eigenes equipment, weil wir noch im bandraum der schule proben. wir würden uns also ein kleines mischpult, kleine pa, mics, kabel und alles was es sonst noch so braucht anschaffen. dies wird sich aber im eher kleineren rahmen bewegen.
    an instrumenten würden dann mein drumset und eine hammond-orgel im raum dauerhaft stehen bleiben. auch die amps für gitarre, bass und hammond blieben dort.
    in welcher art könnte denn das equipment schaden nehmen?

    nein, wir würden ihn mehr oder weniger umsonst erhalten.

    etwas in dieser art werde ich mal probieren.
    für mich ist die zentrale frage, ob wir den raum unter diesen umständen vernünftig isolieren können, ohne dass uns die teppiche und anderen materialien an boden und wänden davonfaulen. die feuchtigkeit im raum selber sollte ja kein problem sein. wie gesagt würden wir sie falls nötig mit einem luftentfeuchter vermindern.
    oder siehst du noch andere probleme?
     
  7. Sermeter

    Sermeter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.06.06   #7
    So, aus unserem neuen Probelokal scheint wirklich etwas zu werden.
    Unsere Massnahmen zur Schalldämmung und verbesserung der Akkustik habe ich mir folgendermassen vorgestellt:

    An die Wand Dachlatten montieren. Darüber Teppiche spannen.
    Auch an die Decke Dachlatten. Darauf eine Lage Holz und auf das Holz auch Teppich.
    Auf den Boden natürlich auch einen Teppich.
    Für Fenster und Türe müssen wir natürlich noch zusätzliche Massnahmen ergreifen.

    Nun habe ich dazu einige Fragen:

    Wäre es sinnvoll, die Teppiche an der Wand nicht bis ganz unten zu spannen, sondern dort noch eine kleine Lücke offen zu lassen, damit die Luft dahinter zirkulieren kann?
    Ist die Sache mit dem Holz überhaupt eine gute Idee? Den Hohlraum dahinter sollten wir wohl noch mit Dämmungsmaterieal (Steinwolle?) füllen, oder?
     
  8. Ganty

    Ganty Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.06   #8
    Die Wände würde ich mit alten Gardinen oder Vorhangstoffen auf Lattung abhängen, aber so das die Luft dahinter zirkulieren kann. Zusätzliche Dämmung würde ich weglassen! Wenn da die Feuchtigkeit reinzieht wirds erst richtig muffig.
    Mein Haus ist einhundert Jahre alt und ich habe auch diese Salpeterausblühungen im Keller. Ist nichts wirklich Schlimmes.
     
  9. Sermeter

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    Erstellt: 10.06.06   #9
    Meinst du damit die Dämmung an der Decke?
    Die wär nämlich schon ziemlich wichtig, damit wir das Lokal vielleicht auch mal benützen können, solange noch jemand anderes im Haus ist... :D
     
  10. Ganty

    Ganty Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.06   #10
    Nein, die Dämmung an den Wänden zwischen den Latten. Die Decke kann man auf jeden Fall mit Stoffen oder ähnlichem abhängen. Wichtig ist eben nur dass zwischen Wand und Stoff (oder Teppich) die Luft zirkulieren kann, gerade wenn der Verdacht besteht dass die Wände feucht sein könnten.
     
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