Schallschutz der (WG-) Zimmertür verbessern

Zergio
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Hallo Forum,

ich ziehe bald in eine andere WG um und mache mir etwas Gedanken über die Lautstärke beim Gitarre spielen. Generell habe ich mir natürlich tolerante Mitbewohner gesucht, und mir reicht es auch den Amp nur auf "Sprechlautstärke" zu stellen (evtl. noch ein Tick lauter). Aber nach kurzen Tests ist mir aufgefallen, dass die Wände zwar schön massiv sind (wahrscheinlich Beton), aber die Türen so klapprig dass sie durch den Flur alles durchlassen. Jetzt stellt sich mir die Frage was man da machen kann, ohne die Tür auszutauschen, falls es eines Tages dann doch Stress geben sollte. Solche Probleme löse ich gerne schon bevor sie entstehen.

Als erstes denke ich da an so einen dicker Schallschutz Vorhang, das habe ich irgendwo schon mal gesehen. Oder vielleicht eine zugeschnittene Schallschutz Platte, die ich in den Türrahmen klemme? :gruebel: mit dem Thema habe ich jedenfalls keinerlei Erfahrung, daher wende ich mich an euch. :)
Habe ihr ne Idee?


Beste Grüße,
Zergio
 
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Schwierig, eine Tür wirklich schalldicht zu bekommen. Am besten, aber auch nicht 100% funktioniert eine Doppeltür, die entsprechend gedämmt ist. Ich probe zur Zeit ja in Mietproberäumen, die stundenweise zu haben sind. Da ist sowas installiert und trotzdem hört man viel raus.
Schallschutzplatte oder ähnliches kann helfen - wichtig ist, dass keine Spalten da sind, durch die die Musik rausdringen kann.
 
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Falls es die Zarge zulässt, ein zweites Türblatt mit Scharnieren auf der anderen Seite anbringen und Luftspalten an der Unterkante Türblätter abdichten (passendes gibts im Baumarkt).

PS: stoffl.s war schneller....
 
Was ich festgestellt habe (Studiotür/Proberaumtür):

  • Jeder noch so kleine Luftspalt macht richtig Lautstärke
  • ein Schallschutz, der eine "feste" mechanische Verbindung hat, bringt nicht viel
  • die Resonanz der Tür muss gedämpft werden

was ich gemacht habe:
  • innen die Tür mit Soniflex (das Zeug benutzt man auch im Karosseriebau) beklebt um die Schwingneigung der Tür selbst zu bremsen
  • eine Schicht Pyramidenschaum auf das komplette Türblatt - innen und außen (geht auch mit doppelseitigem Klebeband)
  • Gummidichtlippen in den Türrahmen (überall - auch unten)

Gemessener Unterschied innen zu außen: 25dB Dämpfung - wobei bei mir die umgebenden Mauern 60cm dick sind (war mal ne Außenmauer).
 
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Wenn die Arbeit nicht sauber ausgeführt wird, ist sie vergebens. Neben dem Türblatt übertragt auch der Rahmen (Zarge) den Schall. Eigentlich ist eine Doppelung der Tür mit einer schweren zweiten Tür das beste wenn man das wirklich dicht bekommt. Problem wie schon Bass Fan sagte: Die Zarge muss das aushalten. Alternativ geht auch eine Platte als Schallschutz, da macht es ebenfalls die Masse. Auf Press einbauen/auslegen mit Polsterdämmung an den Seiten. Idealerweise steht diese Platte im Bereich der Zarge noch über. Problem hier: Das Ding wird richtig, richtig schwer und ist kaum zu händeln (etwa gedoppelte Rigipsplatte) und trotz Ummantelung recht empfindlich. Schlaufen o.ä. zum Rumtragen/Händeln nicht vergessen.

Oder netstalkers Vorschlag wenn Du die Tür verändern darfst. (Frage ist ob die Angeln das aushalten)

Das einfachste und flexibelste dürfte Bühnenmolton sein, dessen Länge mindestens das Dreifache der Türbreite sein sollte, damit man den Stoff gut in Falten legen kann. Der Effekt ist dann da, aber geringer als du glaubst weil die tieferen Frequenzen kaum gedämmt werden. Mehr für den Anfang dazu hier

Daneben die bestehende Tür abdichten.

Andererseits: Wenn die (Innen-)Türen wirklich nur Pappteile sind wie oft, ist das besser als nichts.
 
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... wichtig ist, dass keine Spalten da sind, durch die die Musik rausdringen kann.

Das wurde hier schon mehrfach gesagt, aber ich will es auch noch einmal bestätigen: Falls Deine Tür (wie viele andere auch in Altbauten) unten einen ordentlichen Spalt hat, dann lege z.B. eine Stoffrolle davor - die gibt es ganz lustig geformt und gefärbt in vielen Baumärkten für wirklich kleines Geld (deutlich unter 10 EUR). Bei unserer Wohnungstür (!) hat das jedenfalls sehr viel bewirkt.
 
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Hi,
vielleicht bringt sowas etwas:
https://www.amazon.de/Noppenschaums...=1521804857&sr=8-1&keywords=schallschutzmatte
Kann man zurechtschneiden, an die Tür kleben (wenn man darf) oder anders befestigen, muss man gucken :)
Ansonsten, hab ich hier auch gelesen, würde ich des auch mal mit einer Art "Vorhang" versuchen, damit der Schall vor der Tür geschluckt wird. Es gibt dazu auch günstige Klemmstangen (Ich glaube, die sind normalerweise für Nasszellen), die du ggf zwischen die Zargen klemmen kannst, um den Vorhang zu befestigen.
 
Danke schon mal für die Antworten!

Als erstes werde ich auf jeden Fall mal die Tür überall mit Schaumstoff Streifen abdichten. Daran habe ich gar nicht gedacht, ist wohl die simpelste und günstigste Maßnahme. :great: Je nachdem wie viel das bringt muss ich dann weiterschauen... Eine zweite Tür werde ich wahrscheinlich nicht einzubauen dürfen, zumal die Türrahmen (wenn ich mich recht erinnere) auch recht fragil waren. Zwei Löcher bohren für die Stange eines Schallschutz Vorhangs sollte aber sicher machbar sein.

Alternativ geht auch eine Platte als Schallschutz, da macht es ebenfalls die Masse. Auf Press einbauen/auslegen mit Polsterdämmung an den Seiten. Idealerweise steht diese Platte im Bereich der Zarge noch über. Problem hier: Das Ding wird richtig, richtig schwer und ist kaum zu händeln (etwa gedoppelte Rigipsplatte) und trotz Ummantelung recht empfindlich. Schlaufen o.ä. zum Rumtragen/Händeln nicht vergessen.

Ich stelle mir gerade eine Art Sarkophag für die ganze Tür vor. :D Eine Platte die jeweils 10cm hinausragt mit Verbindungsstücken zur Wand hin ("U" Form, da die Türklinke nach innen rausragt). Alle Kanten auch noch mit Schaumstoff Streifen abdichten und hoffen dass es durchs Eigengewicht steht und gut an der Wand anliegt. Soviel wie ich über Schalldämmung weiß ist, dass einfache Masse immer noch das effektivste ist. Wenn das wirklich gut funktionieren würde, wäre es mir der Aufwand wert. Was meint ihr? Und habt ihr neben Rigipsplatten auch andere Vorschläge? Am besten etwas robustes, das Teil muss ja immer hin- und her geschoben werden. Vielleicht dicke MDF Platten (~8cm?)? Oder 2 Materialien kombinieren?
 
Um den Aufwand zu vermeiden, wäre das Spielen über Kopfhörer keine Option?
 
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BTW: Rigips in der Größe einer Tür schwingt mit und nimmt nicht viel Schwingung auf - IMHO nicht wirklich brauchbar.
 
Um den Aufwand zu vermeiden, wäre das Spielen über Kopfhörer keine Option?

Es wäre eine unschöne Option, ich mag das überhaupt nicht. Falls sich das Schallschutz Thema als nicht sinnvoll herausstellt greife ich natürlich darauf zurück. Falls doch nehme ich den Aufwand gerne ich kauf.
 
5 Minuten bevor ist diesen Thread heir entdeckt habe ... hat ein Kumpel dieses bei Facebook gepostet ...

1 x Lachen zwischendurch, dann weiter den Raum leise machen ;)

Schallschutz.jpg


P.S. ich spiele auch nicht gerne über Kopfhörer ...

Gruß
Martin
 
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das ist doppelt lustig, weil es Bose ist. :D
 
Über Kopfhörer hab ich lang gespielt - bin ich froh, dass ich das nicht mehr mache. Auch wenn es bedeutet, dass ich nachts nicht mehr spielen kann, weil ich sonst das ganze Haus aufwecken würde.
Ich seh aber auch nicht das große Problem bei Zimmerlautstärke, wenn @Zergio die Tür halbwegs schalldicht bekommt. Wie gesagt, wichtig ist, dass es keine Lücken gibt - und eventuell hilft schon innen an der Tür eine Schalldämmung. Es wird wohl sowieso nicht zu verhindern sein, dass die Mitbewohner was mitbekommen vom Spiel.
 
Eigentlich ist eine Doppelung der Tür mit einer schweren zweiten Tür das beste wenn man das wirklich dicht bekommt. Problem wie schon Bass Fan sagte: Die Zarge muss das aushalten. Alternativ geht auch eine Platte als Schallschutz, da macht es ebenfalls die Masse.
Neben der Zarge muss das natürlich auch der Vermieter mitmachen ;). Aber sonst schliesse ich mich dieser Aussage voll an :).

Zu überlegen wäre wegen dieses "Zugeständnisses"
Falls doch nehme ich den Aufwand gerne ich kauf.
zusätzlich zur Zargenabdichtung eventuell auch ein Schallschutztürblatt statt des vorhandenen Türblatts, wenn es sich dabei um ein DIN-Format handelt. So etwas findet man gebraucht auch in Kleinanzeigen (jede Praxis hat diese Türen oder auch Ämter - vielleicht mal die jeweiligen Hausmeister fragen, ob so etwas dort noch im Keller rumsteht seit der letzten Renovierung).

Grundsätzlich ist aber eben Masse erforderlich und das ist zugleich auch meistens von den Voraussetzungen her (Mietobjekt, Zargenauslegung, Rückbaufähigkeit, Aufwand etc.) der begrenzende Faktor. Noppenschaum, Eierkartons und ähnliche Werkstoffe können höchstens dämpfend bzw. Klang-/Reflexion optimierend wirken, in den seltensten Fällen (eigentlich gar nicht bis kaum) dämmend.

Vielleicht gönnst Du Dir ja auch einen kleinen, informativen Blick zum Thema Türdämmung in meiner Signatur ;). Daneben gibt es im PA- oder REC-Sub Unterforen, die u.a. genau das Thema der Dämmung und Dämpfung speziell(er) behandeln:

https://www.musiker-board.de/forum/raumakustik.373/
https://www.musiker-board.de/forum/proberaum.761/

Moderativ: Ich überlege, dieses Thema in den Biergarten zu verschieben, weil es erstens nicht wirklich mit Zubehör/Pflege zu tun hat, und sich zweitens dort evtl. mehr User mit bereits ähnlichen Überlegungen/Erfahrungen generieren liessen. Spricht aus Deiner Sicht was dagegen @Zergio ?

LG Lenny
 
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Spiele doch erst mal und schaue ob sich überhaupt jemand beschwert, bevor du dir Stress machst
 
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ob sich überhaupt jemand beschwert

Und bis dahin hat sich bei den Mitbewohnern soviel Groll angestaut, dass keine bezahlbaren Maßnahmen mehr helfen. Von daher finde ich gut, sich vorher Gedanken zu machen und den anderen zeigen zu können, dass man an sie gedacht hat und sich proaktiv bemüht hat. :)
Man kann ja anbieten gelegentlich auf Wunsch auch mal die Tür offen zu lassen, wenn man gerade keine Etüden dudelt. :-D
 
Und bis dahin hat sich bei den Mitbewohnern soviel Groll angestaut, dass keine bezahlbaren Maßnahmen mehr helfen. Von daher finde ich gut, sich vorher Gedanken zu machen und den anderen zeigen zu können, dass man an sie gedacht hat und sich proaktiv bemüht hat. :)
Man kann ja anbieten gelegentlich auf Wunsch auch mal die Tür offen zu lassen, wenn man gerade keine Etüden dudelt. :-D
Ich hätte natürlich ein "wenns stört sagt Bescheid" vorausgeschickt.

Stopf ne Matratze in die Tür :)
 
Und bis dahin hat sich bei den Mitbewohnern soviel Groll angestaut, dass keine bezahlbaren Maßnahmen mehr helfen. Von daher finde ich gut, sich vorher Gedanken zu machen und den anderen zeigen zu können, dass man an sie gedacht hat und sich proaktiv bemüht hat. :)

Ganz genau! :great: wenn sich einer beschwert ist es meistens schon zu spät. Es gibt halt oft Menschen die es lange gutmütig tolerieren, und ab der ersten Beschwerde dann schon 1 Mucks reicht um genervt zu sein. Und ich will ja mit bestem Gewissen zur Gitarre greifen können.

Dann bedanke ich mich mal für sämtliche Antworten!

War viel dabei was ich noch nicht wusste. Dass alleine das Abdichten so viel bringen kann, hätte ich nicht gedacht. :rolleyes: das werde ich dann bei sämtlichen Zimmertüren machen. Falls das nicht reicht werde ich dann mit Schaumstoff arbeiten. Ich weiß dass es keine direkte Schalldämmung verspricht, aber vielleicht hilft das bisschen gegen hohe Frequenzen und dem Hall (der Raum ist recht groß). Wenn ich dann immer noch kein gutes Gewissen habe, werde ich mir das mit der Schallschutztür überlegen... Ich denke meine Hauptmieterin wird damit kein Problem haben, sofern die alte Tür problemlos rückbaubar bleibt.


Moderativ: Ich überlege, dieses Thema in den Biergarten zu verschieben, weil es erstens nicht wirklich mit Zubehör/Pflege zu tun hat, und sich zweitens dort evtl. mehr User mit bereits ähnlichen Überlegungen/Erfahrungen generieren liessen. Spricht aus Deiner Sicht was dagegen @Zergio ?

Nein, gar nicht. :) kann auch gerne ins Raumakustik Forum.
 
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