Schluss mit der Intransparenz bei „,Jugend musiziert"!

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FairesExpress

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Hallo,

auf openPetition ist eine Petition, die dich interessieren könnte:


Viele Grüße
 

Da du dich auschließlich zum Posten dieser Petition hier im Forum angemeldet hast, wäre es eine anständige Geste, kurz zu schreiben, worum es hierbei eigentlich geht, und dich einmal kurz vorzustellen und zu erläutern, in welchen Zusammenhang du zu dieser Petition stehst.
 
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  • #3
Hallo zusammen,

ich möchte gerne eure Erfahrungen mit dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ hören.

Mein Sohn hat sich in der Kategorie Gitarre Pop über den Regionalwettbewerb (24 Punkte) und den Landeswettbewerb NRW (25 Punkte, Höchstwertung) für den Bundeswettbewerb 2026 qualifiziert. Die Rückmeldungen der Landesjury hat er sehr ernst genommen und sein Programm gezielt weiterentwickelt. Nach Einschätzung verschiedener Fachleute sowie seiner Lehrer war seine Leistung beim Bundeswettbewerb sogar stärker als beim Landeswettbewerb.

Umso schwerer nachvollziehbar war für uns die anschließende Bewertung mit 23 Punkten und einem 2. Preis. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, einzelne Juroren anzugreifen oder eine Sonderbehandlung zu fordern.

Vielmehr beschäftigt mich die grundsätzliche Frage, wie transparent und nachvollziehbar die Bewertungsverfahren bei „Jugend musiziert“ sind. Welche Kriterien werden wie gewichtet? Warum gibt es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Wettbewerbsebenen? Und warum erhalten Teilnehmende häufig keine schriftlichen Rückmeldungen, aus denen konkrete Stärken, Schwächen und Gründe für Punktabzüge hervorgehen?

Aus diesen Überlegungen heraus habe ich eine Petition für mehr Transparenz, nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe und standardisierte Feedbackbögen bei „Jugend musiziert“ gestartet.

Mich würde interessieren:

  • Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
  • Wie transparent empfindet ihr die Bewertungen?
  • Würdet ihr schriftliche Feedbackbögen begrüßen?
  • Welche Verbesserungen haltet ihr für sinnvoll?
Ich freue mich auf einen sachlichen Austausch und eure Erfahrungen.

Viele Grüße

Alexander Matrosov
 
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Hättest Du die Petition auch gestartet, wenn dein Junior gewonnen hätte?
 
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  • #6
Ich finde deine Frage sehr gut. Die Petition wird meinem Sohn eher nicht helfen. Anliegen, den Kindern, die es später machen werden.

Daher denke ich nicht in Konjuktiv
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich finde deine Frage sehr gut. Die Petition wird meinem Sohn eher nicht helfen. Anliegen, den Kindern, die es später machen werden.

Daher denke ich nicht in Konjuktiv
 
Umso schwerer nachvollziehbar war für uns die anschließende Bewertung mit 23 Punkten und einem 2. Preis.
Typischer Vater eines C-oder D-Jugendspielers am Fußballplatz. Nur weil irgendjemand irgendwann gemeint hat, "aus dem wird mal was" muss das nicht jeder und jede Jury so sehen.
 
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Erstmal möchte ich voranstellen, dass ich es absolut verstehe, dass die Bewertung des eigenen Kinds bei einem solchen Wettbewerb einen großen emotionalen Anteil mit sich bringt.

Bundeswettbewerb 2026
Mein Gedanke hierzu ist: Kann es nicht sein, dass die Bewertung auf Bundesebene einfach noch etwas strenger/kritischer ist? Immerhin kommen dort die besten Kandidatinnen und Kandidaten aus den Landeswettbewerben zusammen. Würden alle Teilnehmer 25 Punkte bekommen, wäre es kein richtiger Wettbewerb mehr...

Hättest Du die Petition auch gestartet, wenn dein Junior gewonnen hätte?
Das finde ich ein auf den Punkt gebrachtes Gedankenexperiment, welches auf jeden Fall vor dem Initiieren einer solchen Petition durchgespielt werden sollte.

eine Petition für mehr Transparenz, nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe und standardisierte Feedbackbögen bei „Jugend musiziert“
Die Bewertungsmaßstäbe sind m.E. schon nachvollziehbar und standardisiert.
Allerdings öffnet sich hier ein Problem von künstlerischen Disziplinen: Eine vollständig objektive Bewertung ist hier grundsätzlich nicht möglich, da es immer einen gewissen Grad künstlerischer Freiheit gibt und die Bewertung auch immer von den Charakteren der Jury-Mitglieder abhängt. Musikqualität lässt sich ja nicht physikalisch messen.

Ein zweiter Preis bei einem Bundes(!)wettbewerb ist meiner Meinung nach ein riesig großer Erfolgt, den die meisten Musiker niemals erleben werden. Daher würde ich tatsächlich empfehlen, diesen tollen Erfolg ausgiebig zu feiern, anstatt sich in eine Rabbithole zu manövrieren 😉
 
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  • Ersteller
  • #9
Danke für eure tolle Beiträge. Bin selbst mehrfach mit Grand Prix oder 1. Preis ausgezeichnet worden. Ich würde tatsächlich eine realitätsnahe Bewertung respektieren. Hier geht es mehr um die Kriterien, nach welchen man junge Leute bewertet.
PS. Die absoluten Kenner der C und DJugend möchte ich bitten an solcher Petition nicht teilzunehmen.
 
  • #10
Es ist doch ganz einfach: "Die Bewertung erfolgt für die Wertungskategorien und Altersgruppen gemäß den Leistungsvorstellungen der jeweiligen Wettbewerbsebene (Region, Land, Bund)."
Und es wird niemals gelingen, dass diese zu 100% die gleichen Maßstäbe anlegen (können).
Und:
"Die Beratungsgespräche für Teilnehmende sind ein wichtiger Bestandteil des Wettbewerbs und werden angeboten, wenn die Rahmenbedingungen es ermöglichen"
Jetzt noch allen tausend Teilnehmenden zu erklären, welches Detail ein Pünktchen gekostet hat - und das natürlich auch noch auszudiskutieren - dafür fehlen sicher nicht nur die Zeit, sondern auch die Nerven!
 
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  • #11
@FairesExpress
Ich vermute, die meistens sind weit weniger in der Thematik drin als du und tun sich von daher schwer, die Art der Bewertung zu bewerten.

Willst du kurz für Laien wie mich erklären, wie die Bewertung funktioniert? Kriegt dein Sohn da einfach einen Wert von 23 ohne detaillierte Aufschlüsselung wie es dazu kommts? Oder welche Art von Rückmeldung und Erklärung erhält man als Teilnehmer?
 
  • Ersteller
  • #12
beim Beratungsgespräch wurde nur noch gelobt und zwar in höchsten Tönen. Daher wäre für mich die Frage für meinen Sohn, mich und seine Lehrkraft, was dann nicht gereicht hat? Andererseits in der gleichen Altersgruppe reichte einer Teilnehmerin das deutlich weniger technisch Anspruchsvolles Programm für die gleichen Punkte.
Wie gesagt, zu verstehen ist, was wofür vergeben wird.
 
  • #13
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  • #14
Die Rückmeldungen, die ich aus den Landeswettbewerben zu Ensembleleistungen kenne (beim BuWe war ich nicht), haben in der Exaktheit etwa die Qualität der Bewertung von Deutschaufsätzen "Mein schönstes Ferienerlebnis". Das bedeutet nicht, dass sie keinen Sinn machen, aber ein genaues Mapping von Leistung zu Eindruck zu Punktzahl sehe ich so nicht. Das wäre auch zu viel erwartet.
reichte einer Teilnehmerin das deutlich weniger technisch Anspruchsvolles Programm für die gleichen Punkte
DAS zumindest ist klar, es geht nicht alleine nach der "Technik".

Die verbalen Rückmeldungen fand ich aber ok. Dasselbe Problem gibt es bei textuellen Beurteilungen vs. Benotungen.
 
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  • #15
gleiches thema gibt es beim turmspringen, rhytmischen sportgymnastik und alle bewertungssysteme, wo emotionen mitspielen.

anders beim 100m sprinten, da gibt es eine ojektive uhr und die zählt.

ist immer schwierig solche dinge.
 
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  • #16
Mal eine andere Sichtweise:
Ich bin ja Musiklehrer und natürlich entstehen bei mir im Unterricht auch des Öfteren mal künstlerische, kreative Werke oder Stücke werden eingeübt und vorgespielt.
Irgendwie soll das dann (Schule natürlich) in einer Bewertung münden.
Was halt nahezu unmöglich ist. Wer bekommt die bessere Note? Die Person, die das Stück technisch einwandfrei vorgetragen hat, aber wie ein Roboter klingt oder die Person, die zwar ein paar Fehler macht aber dafür mehr Emotionen transportiert und vielleicht mehr Interpretation einbringt?
Es gibt einfach keine objektiven Maßstäbe.
Genauso ist es ja auch später: Es ist massenhaft super einfache, konstruierte Musik in den Charts erfolgreich, wohingegen musikalische Überflieger oft kaum über die Runden kommen.
Wer bestimmt welche Musik jetzt hier "besser" ist?

Ich persönlich bin (und war auch schon als Kind nicht) einfach überhaupt kein Freund davon Musik als Wettbewerb zu betrachten und mag deshalb auch solche System wie "Jugend Musiziert" einfach grundsätzlich überhaupt nicht. Für mich widerspricht das dem Geist des freien künstlerischen Entfaltung, weil auch immer das eingeübt wird, was die Juroren mögen, es erzeugt böses Blut (wie jetzt hier im Thread), Enttäuschung bei allen nicht-Gewinnern und niemand gewinnt dabei wirklich, außer die Leute, die finanziell hinterher davon profitieren (die gewinnenden Teilnehmer) aber auch die Juroren durch Prestige und Machtfaktor.
Für mich steht einfach Spaß und Gemeinsamkeit im Vordergrund und ich bevorzuge einfach Musiker, die ihre Idee umsetzen und sich nicht darum scheren, ob das nun durch die Jury bei Jugend Musiziert honoriert wird oder eben nicht.
Zu viele irrationale und subjektive Faktoren, die hier reinspielen. Das geht mir allerdings bei vielen Dingen so, dass ich mich frage "wer hat dich eigentlich hier zum Richter ernannt?" oder "von welcher Position heraus, maßt du dir eigentlich an, das zu bewerten?".
Und das sehe ich eben auch in meinem Unterricht so: Ich muss mich vor den Kids so profilieren, dass meine Bewertung hinterher nachvollziehbar ist. Diese Stellung ist nicht gottgegeben oder durch Staatsdienertum ernannt, sondern ich verdiene mir den Respekt indem ich den Kids klar sage, was die objektiv bewertbaren Punkte sind und versuche die subjektiven Faktoren möglichst klein zu halten. Oder diese an die Kids selbst weiter zu reichen.

Zur Petition hier: Es gibt da einen großen Punkt, den ich gerne unterschreiben würde. Denn da steht auf dem Plakat: "Für die psychische Gesundheit unserer Kinder".
Ja. Nehmt nicht an solchen Wettbewerben teil mit dem Ziel "nur gewinnen ist akzeptabel". Entweder man macht das aus Spaß oder weil man glaubt da etwas lernen zu können oder man lässt es einfach. Zwanghaftes "ich muss besser werden" führt nicht dazu, dass die Kinder glücklich sind. Wenn die Eltern dann noch solchen Druck erzeugen (wie ich das hier aus dem Subtext herauslese), dann ist so ein Wettbewerb das Gegenteil von dem, was ich unseren Kindern wünsche.

Und hier sehe ich übrigens auch eine sehr scharfe grenze zu sportlichen Wettkämpfen. Fußball ist darauf ausgelegt, dass es einen Gewinner des Spiels gibt. Beim Stabhochsprung kann man messen, wer an dem Tag die höchste Leistung erbracht hat.
Musik ist inhärent einfach keine vergleichbare Disziplin. Da wird ein Wettbewerb künstlich drauf gepfropft und wie beim ESC mit künstlichem Hype und jeder Menge Geld künstlich gepusht um der Media-Maschine Futter zu geben. Kann man ein Fan von sein. Ich bin es nicht.

Die Petition hier möchte ich auch nicht unterschreiben.
Wer an solchen Wettbewerben teilnimmt, dem sollte von Anfang an klar sein, dass es da keine objektive Bewertung geben kann. Insofern macht es auch keinerlei Sinn hier standardisierte Bewertungsbögen zu fordern.
 
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  • #17
Für mich Ausdruck eines übersteigerten Leistungsgedankens, bei dem für zweite Plätze kein Platz mehr ist.

Dein Job als Vater wäre in meinen Augen, deinem Sohn zu vermitteln, dass der zweite Platz eine Auszeichnung ist und kein Grund zum Hadern. Es gibt kein Recht auf erste Plätze.

Mit solchen Aktionen trägst du nur dazu bei, dass Kinder eine immer geringere Frustrationstoleranz entwickeln. Ich vermute allerdings, dass auch du schon so erzogen wurdest und es nicht anders kennst.
 
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  • #18
In der Musikwelt ist es ein geflügeltes Wort, dass genau NICHT die Gewinner eigentlich die besseren Künstler sind.
Die Erstplatzierten bilden nur den kleinsten gemeinsamen Nenner der Jury ab.

Historisch wird das oft durch prominente Beispiele belegt, wie den berühmten Chopin-Wettbewerb 1980, bei dem Ivo Pogorelich früh ausschied, aber Weltkarriere machte.
Martha Argerich verließ aus Protest die Jury in dem Fall.
 
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  • #19
Bleiben wir doch einfach dabei, dass ein objektives Messen von physikalischen Aspekten einer Musikaufführung nicht nur nicht möglich ist (welche Stoppuhr, welches Oszilloskop oder was weiß ich sollte aussagekräftige Werte liefern?), sondern dass alles, was objektiv messbar ist, zu keinem gerechteren Ergebnis führen würde als eine Bewertung durch Menschen, wie auch immer die qualifiziert sein mögen (vergleiche auch Jurys von Casting-Shows und dem ESC, einschließlich dem Zuschauer-Voting, dessen Ergebnis von sooo vielen Aspekten abhängt). Entweder akzeptiert man die subjektive Bewertung durch Menschen, oder man ist bei solchen Wettbewerben fehl am Platz.

Ein zweiter Preis bei einem Bundes(!)wettbewerb ist meiner Meinung nach ein riesig großer Erfolgt, den die meisten Musiker niemals erleben werden. Daher würde ich tatsächlich empfehlen, diesen tollen Erfolg ausgiebig zu feiern
und Deinem Sohn zu vermitteln, welch tolle Leistung er erbracht hat. Was hat die Erziehung Deines Sohnes für ein Ziel, was willst Du ihm vorleben? Meinen Kindern habe ich versucht beizubringen, dass das höchste Ziel im Leben ist, glücklich zu sein (gerade, weil ich sehr leistungsorientiert erzogen wurde). Und man staune, sie sind dabei auch als Menschen, beruflich, privat, intellektuell und emotional sehr erfolgreich geworden. Sie freu(t)en sich über erste Plätze, auch wenn andere sie erreich(t)en.

Bin selbst mehrfach mit Grand Prix oder 1. Preis ausgezeichnet worden.
Und das ist jetzt das Maß der Dinge für Deinen Sohn (der ja BTW ebenfalls extrem erfolgreich ist)? Ich will mal gar nicht überlegen, was alles dazu beigetragen haben mag, damit Du Deine Erfolge erreicht hast und was Deine unterlegenen Mitteilnehmer an den Entscheidungen zu monieren hatten.

Sorry, wenn das jetzt alles etwas schroff klingt, aber menschliches Urteil lässt sich nie eichen und geeichte Methoden sind bei der Beurteilung von Musik unbrauchbar, was Deine Themenfrage so klar erkennbar unnötig macht, dass sie einfach nur den Eindruck einer persönlichen Verletztheit schürt.
 
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