Seifenoper

von LynxKitten, 19.01.20.

  1. LynxKitten

    LynxKitten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.20   #1
    Hallo,

    hier mal ein neuer Text von mir, der aber noch sehr unvollständig ist. Inhaltlich Material habe ich genug, auch eine grobe Struktur, bin mir nur nicht sicher, ob es wirklich das auf den Punkt bringt, worauf ich hinaus will. Und auch am überlegen, aus welcher Blickrichtung ich die Strophen schreiben soll. Über Feedback wie der Text wirkt und aus welcher Sichtweise ihr das schreiben würdet freue ich mich. Werde versuchen möglichst zeitnah zu antworten, ist im Moment aber etwas tagesformabhängig, deswegen geht das vielleicht nicht immer sofort.

    Hintergrundgeschichte: So Anfang der 90er kamen ja massiv diese Seifenopern ins deutsche Fernsehen. Die Mädels aus meiner Klasse waren da auch ganz wild drauf, ich konnte aus diversen Gründen nicht wirklich was damit anfangen. Neben anderen Gründen, hielt ich sie vor allem auch für unrealistisch, war aber anderen Leuten distanziert gegenüber, so dass ich es auch einfach nur nicht mitgekriegt habe. Ich habe mir immer gedacht, was für ein Zeug schlucken Drehbuchautoren, dass sie auf solche Ideen kommen? Vor ein paar Jahren dann, bin ich an einer Geschichte nah dran gewesen, wo Leute die ich so auch nie eingeschätzt hätte, dann doch sehr seifenoperesk benahmen (die Geschichte werde ihm Text aber nicht verwenden). Fand ich damals sehr schockierend, feststellen zu müssen, dass vielleicht gar nicht die Autoren zu viel Fantasie haben, sondern einfach nur aufschreiben, was sie so von Leuten tatsächlich mitbekommen. Das habe ich versucht in einen Text zu verwandeln.

    Offene Fragen:

    Die Strophe 1 habe ich perspektivisch (bis auf die letzten Zeilen) aus "Ich-Sicht" einer der Beteiligten Personen geschrieben. Das ich schlecht zwei Mal Ich für verschiedene Personen nehmen kann (am Ende eher mein Blick auf die Beteilgten) klar, nur äwre es im Zuge von "Stroytelling" sprachlicher Gestaltung überhaupt ok / gut, da aus Sicht von anderen Leuten zu schreiben, wo es doch eigentlich eher das ist wie man selber die Leute von außen wahrgenommen hat. Hoffe es ist verständlich was ich meine.

    Da es mir vor allem auch darum geht, diesen Schockmoment / Erkenntnis das vielleicht nicht die Seifenopern falsch liegen, sondern ich falsch lag, dass sich Leute eben doch so benehmen, weiß ich nicht, ob das richtig rüber kommt, wenn ich da in den Strophen Geschichten erzähle, die man so hören und sehen kann, oder eben doch eher auf mein Verhältnis zu diesen Geschichten, warum ich das anders eingeschätzt habe. Prinzipiell finde ich es schon gut, wenn man Aussagen wie ist echt / nicht echt mit Beispielen belegt, als einfach nur zu sagen ist so oder so.

    Refrain und Tiefpunkt bzw. den Moment der Erkenntnis den ich im letzteren unterbringen will, finde ich irgendwie noch zu nahe beieinander inhaltlich, habe aber noch keine Idee wie abgrenzen

    Strophe 1

    Ich habe das noch nie gemacht und ich verstehe kein Wort davon
    Das Leben ist hart auf Hörsaalbänken
    Suche mir die richtige Entourage, dann pack ich das schon.
    Wer erklärt es mir? Sonnt sich dafür -
    in meinem lässigen Licht?
    Ihr seid mir aufgefallen im Seminar durch glänzendes Wissen.
    Seit ihr zwei dabei?
    Es will nur die eine. Deswegen lässt die eine die andere alleine.
    Trugt euch durchs Studium die ersten Wochen,
    dann habt ihr euch verloren
    Die Sonne ging unter sie konnte es nicht schaffen,
    lies zurück die Lakaien-Affen.
    (Ich sah euch kurz in größerer Nähe).

    Pre-Pre-Chorus

    Cliffhanger für zwei – werdet ihr wieder Freunde sein?
    Pre-Chorus

    Pünklichst schalten wir heute ein.
    Sind live dabei
    wenn es heißt
    Refrain

    Was bringt die Seifenoper heute?
    Was ich niemals glauben wollte!
    Wer denkt sich die Geschichten aus?
    Es sind die Zuschauer selber
    Autoren schreiben es nur auf
    Strophe 2

    Lass ich hier erst Mal weg. Weiß noch nicht welche Geschichte ich hier genau nehmen will. Hatte dabei aber die selbe Überlegung in Bezug auf die Perspektive, es in Ich-Form aber aus "Sicht" anderer geschrieben

    Pre-Pre-Chorus

    Cliffhanger für zwei – wer wird die eine sein?
    Pre-Chorus

    Pünklichst schalten wir heute ein.
    Sind live dabei
    wenn es heißt
    Refrain

    Was bringt die Seifenoper heute?
    Was ich niemals glauben wollte!
    Wer denkt sich die Geschichten aus?
    Es sind die Zuschauer selber
    Autoren schreiben es nur auf
    Tiefpunkt

    Las die Plots in der (Fernseh)Zeitung
    Und konnte es nicht verstehen!
    Wieso schaut ihr das, wieso glaubt ihr das?
    Jahre verstrichen – ich stand oft daneben
    Bekam es nicht mit – angekommen mitten im Leben (bis eben)
    (Verstand ich dann – es ist real – so ist das eben) – Fotos beweisen – so ist das eben

    danach dann noch mal Pre-Chorus / Chorus als Outro. Das mit den Pre-Pre-Chorus ist mehr ein Gag, werde diese Zeilen ggf. noch an die Strophen angliedern. Pre-Chorusse gefallen mir nur oft besonders gut in Liedern, deswegen dachte ich, ich hänge noch einen mehr dran.

    Gruß
    LynxKitten
     
  2. MamaMuuht

    MamaMuuht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.20   #2
    @LynxKitten

    Also, hilfreich wäre vielleicht, was hast du für eine musikalische Idee dazu? Für mich drängt sich da nichts auf, am ehesten Hiphop, aber auch nicht wirklich.
    Metrisch jedenfalls eine Herausforderung beim Singen.
    Auch einzelne Worte wie zum Beispiel pünktlichst sind nicht ganz ohne beim Singen. Und eine Steigerung, die ja auch nicht so recht Sinn ergibt.
    Der Inhalt ist auf jeden Fall für mich eine gute Idee. Kommt bisher nur für mich noch nicht so recht rüber. Pointierter wäre möglicherweise hilfreich, auch bildhafter wäre vielleicht stärker bzw. eindrücklicher..
    Soweit erstmal.
     
  3. chick guevara

    chick guevara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.20   #3
    Ich mag Strophe 2

    Mag experimentelle Ansätze

    ;-)
     
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 20.01.20   #4
    Finde ich auch. Hat mich neugierig gemacht.


    Geht mir ähnlich.

    Im Pre-Chorus/Refrain/Tiefpunkt ist klar, worauf du hinaus willst, entspricht im Prinzip den Worten aus deiner Einleitung.

    Nur die Strophe kriege ich absolut nicht auf die Reihe. Und ja, ich gestehe, ich habe eine Zeit lang täglich Daily-Soaps gesehen.

    Was genau passiert da? Spannt eine besonders coole, bitchige, aber etwas faule Studentin einer anderen den smarten Kommilitonen aus, um sich mittels seiner Dienste besser durchs Studium zu mogeln? Falls ja, braucht es schon ziemlich viel Fantasie, um dahinter zu kommen.

    Vielleicht bringt Strophe 2 ja Erhellung.
     
  5. LynxKitten

    LynxKitten Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.01.20   #5
    Hiphop ist jetzt eher nicht mein Ding, vereinzelt mag ich das zwar auch, obwohl ich öfters dabei lande das ich mir Texte auch eher gesprochen vorstellen kann. Prinzipiell stelle ich mir von meinem Geschmack immer erst Mal Rockmusik vor, könnte mir in dem Fall aber vorstellen das man es halt auch in Richtung Seifenopertitel-melodie versucht umzusetzen.

    Da ich mich da mit Melodietauglichkeit und rundfeilen ganz allgemein schwer tue, bin ich auch am überlegen meine Texte zukünftig erst nur mal bis zu einem einigermaßen schlüssigen Konzept, interessantem Inhalt zu feilen und dann die Feinarbeit / Melodietauglichkeit Leuten zu überlassen die das besser umgesetzt kriegen. Das Problem habe ich nämlich bei diversen Textansätzen, die bei mir in der Warteschleife hängen. Ich spreche auch abseits der Musik eher unbetont, gleichmäßig, kriege ich oft genug gesagt, ist beim Schlagzeug mitzählen praktisch, aber dafür offenbar eher nicht.

    Auch der Text ist ja nur ein Rohentwurf, bei dem es mir erst Mal um die grundlegende Idee und inhaltliche Umsetzung geht, auf solche Dinge wie das dann musikalisch umsetzen habe ich da noch gar nicht geschaut, obwohl das vielleicht auch ein Ansatzfehler ist.

    War irgendwie zu erwarten, dass das Wort auf und raus fällt. Das es natürlich gerade beim Singen eher sperrig ist, kann ich mir denken. Würde es trotzdem gerne irgendwie mit rein bringen.

    Geschichte dazu: Im Skilager 7te Klasse, so die Hauptphase der Seifenopermanie meiner Klassenkameradinnen, war Fernsehverbot. Offenbar gab / gibt es da in der Folgewoche eine Zusammenfassung der Vorwoche bei Seifenopern. Nachdem sie die eine Woche nicht gucken durften, war dann halt die Aussage einer Mitschülerin, dass sie dann eben nächsten Montag für den Rückblick "pünktlichst" vor dem Fernseher sitzen müssen.


    Das dies klar ist wohin ich damit will, ist ja schon mal was. War mir da nicht sicher, ob es nicht zu knapp ist. Wobei ich kurz auf den Punkt eigentlich gut finde, dann aber immer das Gefühl habe ist vielleicht nicht verständlich.

    Bei der bin ich mir eben auch nicht sicher, ob da einfach Geschichten zu erzählen die ich miterlebt habe zielführend ist. Daher hatte ich den Text so schon eingestellt, ob das Konzept für den Text passt. Kriegt man das mit, dass es sich in den Strophen um reale Geschichten handelt, also quasi als Hinweis, dass es eben nicht nur Fernsehsendungen sind, die das so darstellen? Oder bräuchte es da noch eine Überleitung, die das deutlich macht zum Refrain. Und schreibe ich die Strophen eher aus Ich-Form der Beteiligten / Schauspieler, oder aus meiner Ich-Form als Zuschauer (dort, so wie vor dem Fernseher)? Prinzipiell finde ich es auch spannender da dann ein Beispiel zu bringen, als sich darüber auszulassen wo da die Diskrepanz zwischen mir und anderen war (das wäre auch relativ klar Alternativ-Rock)



    Hatte eigentlich vor in der zweiten Strophe eine andere Geschichte zu erzählen, aber wenn da noch Details fehlen und die erste Strophe aber eigentlich schon recht lang ist, könnte ich es auf zwei Strophen ausdehnen. Dann ist es vielleicht inhaltlich auch übersichtlicher. Die zweite Strophe als praktisch nächste Episode der ersten.

    Jedem das seine. Ich gucke gerne Simpsons, da habe ich auch schon gehört, dass andere damit nichts anfangen können und die auch gar nicht witzig sind.

    Inzwischen hab ich auch gemerkt, dass das spannend sein kann. Hatte grade wieder so eine Geschichte mitgekriegt, bin jetzt aber draußen aus der Situation, so dass das für mich mit dem Cliffhanger geendet hat. Dabei hätte es mich da schon interesst wie es weiter geht.

    @MamaMuuht , @antipasti:

    Aber es ist ja schon mal gut, dass die Idee und Konzept an sich interessant sind. Da werde ich dann noch weiter dran feilen.

    Da habe ich noch mehr auf Lager
     
  6. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 20.01.20   #6

    Meine vorübergehende Affinität für Daily-Soaps hatten weniger etwas mit einem konkreten Interesse zu tun, sondern mit einem durch nicht-selbstständige Lohnarbeit aufgezungenen Tagesrhythmus.


    Die Simpons gucke ich natürlich sehr viele lieber. Auch heute noch. Sie haben irgendwann die Soaps ersetzt.
     
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