Shawn Colvin - steady on

von MVS, 08.09.05.

  1. MVS

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    Erstellt: 08.09.05   #1
    Shawn Colvin sang im Background von Suzanne Vega's größtem Hit Luka, 1989, und machte, weil ihr das so gefiel, gleich selbst eine Platte. Heute wissen wir, dass Colvin eine begnadete Sängerin und Songwriterin ist, doch auf steady on, ihrem ersten Album, kann man ihr großes Talent noch gar nicht so erkennen.

    Das Album von 1989 enthält zehn eher ruhige und gleichmförmige Stücke, und obwohl es einige Perlen hat, ist dieses Album nicht unbedingt eines, das man "Einsteigern" empfehlen würde. Vielmehr kann man dieses Album scheinbar dann genießen, wenn man Colvins Art von Musik bereits kennt.

    Wie üblich hat sie die Songs für dieses Album alleine oder gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner und späteren Produzenten John Leventhal geschrieben. Als Musiker hören wir Colvin, Leventhal, Steve Addabbo (der auch mitproduziert hat, und auch für Vega's Solitude Standing mitverantwortlich ist), T-Bone Wolk (Bass und Gitarren), Michael Blair (Percussion), Stephen Gabory (Keys), Dennis McDermott (Percussion), Bob Riley (Gitarren, Keys, Drums Programming), Soozie Tyrell (Fiddle), Charles Curtis (Cello), Rick Marotta (Drums), Bob Telson (Hammond), Bruce Hornsby (Piano). Als Background singen Suzanne Vega, Lucy Kaplanski und Soozie Tyrell mit.

    Song 1: steady on

    Das Album beginnt mit dem titelgebenden Stück steady on. Aufgrund von Colvins noch nicht so perfekter, etwas vernuschelter Singweise ist der Text stellenweise nicht ganz zu verstehen - dafür gibt es aber den Text im Booklet. Offensichtlich als Song über zu Ende gehende Beziehungen gedacht, scheint die Musik dieses Thema nicht widerzuspiegeln. Trotzdem handelt es sich um ein schön - weil sparsam - arrangiertes Stück mit vielen kleinen "Kinkerlitzchen". Wenn man Colvins spätere Songs kennt, kann man ihren und Leventhals Stil bereits leicht erkennen, auch wenn die beiden hier bei weitem noch nicht die musikalische Perfektion ihrer späteren Arbeit erreichen.

    Song 2: diamond in the rough

    Persönlich halte ich den zweiten Song des Albums für den besten. Wie meist wechseln sich hier schnell gesungene Verse mit langsameren Refrains ab. Wer hier genau hinhört, kann Suzanne Vega und Lucy Kaplanski gegen Ende des Stückes gut hören. Erstaunlich gut gelungen sind in diesem Stück der Bass von T-Bone Wolk und die Vokalparts, obwohl auch der Rest des geschmackvollen Arrangements durchaus überzeugen kann.

    Song 3: shotgun down the avalanche

    Der dritte Song ist schon wesentlich ruhiger und verträumter als die beiden vorangegangenen, und das tut dem Album leider nicht besonders gut. Können sich die beiden ersten durch ihre Individualität und Abwechslung durchsetzen, fällt es dem Album ab hier wesentlich schwerer, zu überzeugen. Ich würde sogar sagen, dass die nächsten paar Songs unnötig sind. Song 4 (stranded) ist zwar sehr schön gesungen, aber das reicht nicht aus, um wirklich zu gefallen. Die Stücke another long one (Colvins eigene Produktion) und cry like an angel sind vielleicht völlig überflüssig.

    Erst

    Song 7: something to believe in

    begeistert wieder einigermaßen - allerdings auch hier wieder vor allem durch Colvins wunderbare Stimme. Und auch

    Song 8: the story

    beweist, dass Colvin durchaus dann am besten sein dürfte, wenn sie etwas mehr strukturierte Drums und mehr Rhythmus einarrangiert, und klingt schon verdächtig nach ihrem dritten Album A few small repairs. Hier erkennt man an diesem Album am besten, welch großartige Musik Colvin und Leventhal noch machen werden. Song 9, richochet in time ist dann nochmal ein Rückfall in das eher laschere musikalische Gefilde, dafür aber endet das Album mit

    Song 10: dead of the night

    mit einem großartigen Schluss, auch wenn man es dem Anfang des Stücks nicht zutrauen würde.

    Fazit

    Alles in Allem beweist Colvin mit ihrem Debütalbum, was in ihr und John Leventhal steckt, und legt damit den Grundstein für viele Jahre wunderbarer Musik. Zwar nicht unbedingt für Einsteiger geeignet, aber für Fans von Colvin durchaus erfreulich.

    4 von 5 Sternen.
     
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