Skalenzugehörigkeit : Verminderte Akkorde

von SuiMizu, 17.06.06.

  1. SuiMizu

    SuiMizu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #1
    Halli Hallöchen ihr kompetenten Köpfe da draußen. Ich brauch mal wieder eure wertvolle Hilfe! :)

    Mein Vater und ich sind zur Zeit am Jammen. Dabei haben wir nur ein Problem. Wir wissen nicht, was für einen Modus, bzw. Skalenart, wir für einen verminderten Akkord nehmen sollen.

    Die Folge geht folgend (haha *g*) :

    Dm7, Gm7, Cmaj7, F-Dur, B verdmindert, E-Dur, a-moll und A-Dur.

    Bei den restlichen Akkorden kann man recht einfache Skalen benutzen. Aber wie gesagt, wissen wir nicht, was wir bei B dim spielen sollen. :confused:

    Schon mal danke im Vorraus. Sui.:great:
     
  2. jaZoo

    jaZoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #2
    Also du meinst, dass du bei Dm7 in D-Moll improvisierst, bei F-Dur in F-Dur usw.?

    Dann würde B dim bei internationaler Schreibweise zu C-Dur/A-Moll bzw. bei deutscher Schreibweise zu H-Dur/G#-Moll gehören.

    Willst du B als Grundton der Tonart behalten, dann ginge folgendes (internationale Schreibweise, deutsche Schreibweise entsprechend um einen Halbton nach unten transponiert):
    Pentatonischer Blues in B: B - D - E - F - F# - A - B
    B-Lokrisch: B - C - D - E - F - G - A
    Oktatonisch (H-G) in B: B - C - D - D# - F - F# - G# - A - B (Wenn du es übertreiben willst, bzw. der Vorteil liegt hier, dass man gut von F-Dur reinkommt, was allerdings auch bei Lokrisch gegeben ist.)
    Oktatonisch (G-H) in B: B - C# - D - E - F - G - G# - A# - B

    Es gibt noch eine ganze Reihe ethnischer Skalen, die B dim als Stufenakkord kennen, nur machen diese wohl weniger Sinn. Deine Wahl sollte also vom Genre abhängen, das ihr spielt. Blues für - klar - Blues, Jazz und Rock aller Arten und Lokrisch für den Rest.
     
  3. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 17.06.06   #3
    [Ich gehe mal von B international aus]
    Zuerst mal eine Kurzanalyse:
    Bei der Folge handelt es sich um eine Quintfallsequenz, in der von D-Moll nach C-Dur/A-Moll und wieder zurück nach D-Moll moduliert wird:
    Dm7 und Gm7 sind t7 und s7 in D-Moll, normal müsste es mit C7 (dP7) weitergehen, stattdessen wird nach C-Dur gewechselt und ein Cmaj7 gespielt. F-Dur und B dim sind weitere Stufenakkorde in C-Dur (S und D7 ohne Grundton), E ist die verdurte Dominante in a-Moll, Am die Tonika, und A die verdurte Dominante in D-Moll, so dass sich der Kreis schließt.

    An Modi schlage ich vor:
    Dm7: D-Äolisch
    Gm7: G-Dorisch
    Cmaj7: C-Ionisch
    F: F-Lydisch
    B dim: B-Lokrisch / B-Lokrisch 6 (= Lokrisch mit großer 6, auch HM2)
    E: E-HM5 bzw. E-Phrygisch Dominant
    Am: A-Moll Rein / Harmonisch / Melodisch
    A: A-HM5 bzw. A-Phrygisch Dominant
     
  4. Phoibos

    Phoibos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #4
    trotzdem ist das alles zu umständlich ;-)
    improvisiert doch über ein bluesschema o.ä. und bleibt dann in einem modus.
    da macht fdas jammen und improvisieren mehr spaß, wie wenn man 5 versch. modi anwenden, obwohl das über deiner akkordfolge bstimmt auch schon ist, aber umständlich ;-))


    Gruß Tobi
     
  5. SuiMizu

    SuiMizu Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #5
    Danke, Danke!

    Danke für eure klasse Antworten. :) Ich werd mir mal die einzelnen Skalen zusammensuchen und mir was basteln. :)

    (Ich wusste es doch, kompetente Antworten :D)
     
  6. SuiMizu

    SuiMizu Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #6

    Ja, ich weiß, es ist verdammt umständlich, aber ich will mich ein wenig ausprobieren und mal wieder auf neue Grenzen stoßen. (Eigentlich : schon wieder :D)
    Wir haben schon etliche Male über Bluesschemata improvisiert. Außerdem kenn ich den Blues, dank meinem Vater, schon seit meiner Geburt und bin damit groß geworden. Irgendwann will man doch irgendwie einfach mal was Neues ausprobieren.
     
  7. Phoibos

    Phoibos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.06.06   #7
    Da hast du recht. viel spaß:great:
     
  8. Hans_3

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    Erstellt: 18.06.06   #8
    Ich mach' da mal einen Gegenvorschlag, da es sich ja hier ganz offensichtlich um den Ablauf von Gary Moores "Still Got The Blues handelt". Das g-moll passt harmonisch nicht recht in den Ablauf und macht ihn unrund und nicht schön bespielbar. Ersetze hier mal probeweise G7 und die Sache sieht schon viel runder aus - denn jetzt haben wir fast alle Stufenakkorde von C-Dur/A-Moll drin.

    Mit Ausnahme von Bdim, E und A-Dur geht nun komplett das Tonmaterial von C-Dur/A-Moll drüber, was den schön bluesmäßigen Gebrauch der C-Dur/Am-Penta mit einschließt.

    Über Bdim und E wechselst Du auf A-Moll-harmonisch - wobei sich ja praktischerweise nur das G zum G# ändert.

    A-Dur* bespielst Du dann mit A-mixolxdisch (also den Tönen aus der D-Dur/B-Moll Leiter), wobei G (=Septime) und C# (=gr. Terz) die auffälligsten Töne sind.

    Noch ein Tipp: Die Töne von Harmonisch Moll enthalten automatisch auch die Möglichkeit, eine verminderte Skala zu spielen, die sich hier über Bdim und auch über E7 schön einsetzen lässt:

    -------------------4---7---4----------------
    -----------3---6---------------6-------------
    -------4----------------------------7---4------
    3--6-----------------------------------------6----


    * A-Dur ist im Origininal-Song net drin. Ist aber irgendwie eine nette Variante. Ich würde vielleicht abwechselnd A-Moll und A-Dur als Abschlussakkord der sich wiederholenden Chorusse nehmen, das bringt zusätzlich etwas Spannung.
     
  9. HëllRÆZØR

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    Erstellt: 18.06.06   #9
    Naja, es handelt sich um eine Quintsequenz, da gibt es natürlich unzählige Stücke mit ähnlicher Akkordfolge.

    Stimmt, das bb im Gm und das b im Cmaj7 erzeugen eine gewisse Reibung. Alternativ dazu kann man auch den Cmaj7 durch einen C-Dur oder C7 austauschen und (zumindest im zweiten Fall) Mixolydisch darüber spielen. Ist natürlich Geschmackssache.
     
  10. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 20.06.06   #10
    Einspruch, Euer Ehren :D Im Gegensatz zum Bb von G liegt das B/H vom Cmaj7 genau richtig. Ein reines C wäre hier langweilig und fehl am Platz, weil es zwingend die kleine Septime fordert. Das wäre Bb, was aber in der Logik der vorhandenen Harmonisation (basierend auf C-Dur/A-Moll) nicht drin ist. Ein C7 würde das noch schlimmer machen, weil es das Bb (und damit einen unmotivierten Ausstieg) regelrecht fordert.

    Theoretisch lässt sich das zwar alles irgendwie hinbiegen, aber musikalisch entscheidet letztlich das gesamte Feel einer Akkordfolge.
     
  11. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.06.06   #11
    Wär es eigentlich möglich, dass das Gm7 in Wirklichkeit ein G7#9 ist? ;)
     
  12. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 23.06.06   #12
    Dann wärs wohl ein Gm7##9 :D
     
  13. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 23.06.06   #13
    Das nenn' ich mal Kompromisslösung ^^

    @S.O.D: Dann doch lieber Gm7b11
    [man stelle sich das Notenbild vor, bei dem die ##2 optisch unter der b3 liegt :D :screwy: ]
     
  14. SuiMizu

    SuiMizu Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.06   #14
    Danke noch mal für eure wertvolle Hilfe! Wirklich toll, dass ihr euch so eingebunden habt. :)
    Bei der Gelegenheit möchte ich auch gern den gesperrten User CUDO danken, der mir per eMail einige sehr wichtige und wertvolle Instruktionen zu den Skalen, deren Gebrauch und dem Finden gegeben hat.:cool:
     
  15. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.07.06   #15
    :great:

    Auch ein Cudo Fan bin. :D
    Er hat hier im Forum wohl immer sehr gute hilfe geleistet.

    Gruß
     
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