So klingt's: Billig-Mikro ohne/mit Pre-Amp

von Harry, 11.12.07.

  1. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 11.12.07   #1
    In letzter Zeit hab ich das ein oder andere Mail bekommen mit fast besorgt klingenden Fragen von Newbies/Unerfahrenen (nicht negativ gemeint), ob man Großmembraner-Mikros für 100 Euro wirklich einsetzen kann. Angesichts der Tatsache, dass man für Neumann & Co. einen deutlich vierstelligen Betrag auf den Tisch legen muss scheint diese Frage sogar eine gewisse Berechtigung zu haben.
    Nun denn - ans Werk, hab ich mir gestern gedacht und bin schnurstracks in den Proberaum marschiert. Ich selbst besitze 2 billige Großmembraner im 100 Euro-Bereich - und zwar von Hitec Audio die FAT ONE. Das ist die Hausmarke von MP und diese Mikros sind die typischen China-Produktionen. Speziell dieses FAT ONE-Modell gibts nicht mehr. Ich kann euch daher leider keinen Link geben. Es sieht jedoch aus wie eben so ein typisches Großmembraner aussieht - eher wie so ein Neumann U-87.
    Es sollte jedoch stellvertretend für die anderen China-Produktionen in diesem Preisbereich stehen.

    Aufgenommen hab ich auf einen Fostex Multitracker
    Der sollte stellvertretend sein für alles was ihr so an digitalem Aufnahme-Equipment selber habt - also z.B. auch: Mischpültchen, einigermaßen ordentliche (!!) Soundkarte, PC/Laptop.
    Zunächst mal den Refrain einfach direkt auf den Fostex draufgesungen. Ihr sollt nicht hören WIE es gesungen ist, sondern uns interessiert die Technik an und für sich - o.k.? Wenn einer lästert, dem zieh ich sofort 100 Karmapunkte ab. :D ;)
    Aufnahme ohne Preamp

    Desweiteren bin ich im Besitz des SM Pro Audio TC-01 Preamps.

    Ein Gerät mit Phantomspeisung, Möglichkeit der Phasenumkehr, integrierter Röhre und integriertem Kompressor. Das hab ich zwischen Mikrofon und Multitracker gestöpselt und dann nochmal aufgenommen:
    Aufnahme mit Preamp

    Ich hab bei beiden Aufnahmen den Gesang etwas lauter gedreht, damit man es etwas besser hört.
    So - jetzt bildet euch selbst ein Urteil ob man so Billig-Equipment verwenden kann oder nicht.

    Eines noch: es macht KEINEN Sinn, den Vergleich der beiden Hörproben über Notebook- oder billige PC-Lautsprecher zu machen. Ziemlich deutlich hörte ich den Unterschied bereits über unsere Proberaum-Anlage mit dem Yamaha Powermischer und den HK Boxen. Über eine HiFi-Anlage sollte es wohl am deutlichsten sein.
    Zuhause hab ich den "Hausfrauen-Test" gemacht und über meinen PC und die aktiven kleinen Behringer-Boxen meine Frau hören lassen. Sie hat SOFORT gemeint, dass die Aufnahme mit Pre-Amp sehr viel abgerundeter und professioneller klingt. Ohne dass sie jetzt wusste was ich da genau gemacht habe.

    Die Einstellungen am Pre-Amp waren wie folgt:
    Gain stand auf 6
    Compress stand auf 6
    Attack stand auf 5
    Release stand auf 1

    Noch Fragen? - Gerne.....
     
  2. rumbaclave

    rumbaclave Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.07   #2
    Tja - wie ist jetzt das Fazit?
    Dass man durchaus auch mit billigen Mikrofonen arbeiten kann, wenn man das Signal entsprechend bearbeitet?
    Würde man eine vergleichbare Signalbearbeitung aber nicht auch bei einem teuren Mikrofon machen?

    mfg
     
  3. Harry

    Harry Threadersteller Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 11.12.07   #3
    öhh ja - genau, eventuell sogar ohne Signalbearbeitung

    natürlich, wahrscheinlich eine noch viel aufwändigere
    eigentlich gings mir darum - weil eben genau das in den allermeisten Fällen nicht zur Verfügung steht

    Guck mal in die Posts rein - meist gehts halt um Mikros in diesem Preissegment. Da kommen dann immer theoretische Abhandlungen "könnte gehen, ist ja nicht schlecht, pipapo".
    Aber was reinstellen tun halt die wenigsten (keiner?). Und ich bin jetzt halt mal über meinen Schatten gesprungen.
     
  4. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 11.12.07   #4
    Danke Harry :great: (Bewertung folgt in der nächsten Zeit)

    Was etwas verwirrend auf mich wirkt, ist:

    Aufnahme ohne PreAmp
    Aufnahme mit PreAmp

    An sich bist du beim Multitracker doch auch in den Mikrofon-Eingang, der somit auch über einen PreAmp verfügt. Daher sind ja vom Prinzip beide Aufnahmen mit PreAmp, nur halt bei der letzten Aufnahme mit externen PreAmp mit Dynamikbearbeitung. Oder bist du tatsächlich (was ich mir nicht vorstellen kann, da es wegen Vorverstärkung und Phantomstrom nicht geht) in den Line Eingang vom Fostex ?

    Auf jedenfall war das mal recht Interessant und man hört einen guten Unterschied.

    Bye :great:
     
  5. Harry

    Harry Threadersteller Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 11.12.07   #5
    Rischdisch - bei der Aufnahme mit dem SM Pro gings mir auch nicht um die Vorverstärkung sondern um den "Effekt" der roten Kiste. Also sprich: Röhre und Kompressor im Signalweg.
    Wenn das Mikrofon erst in den SM Pro wandert und danach nochmal in den Pre-Amp des Multitrackers dann gibt das natürlich einen Mords-Gain den man erst mal kräftig zurückregeln muss - oder die PAD-Taste am SM Pro drücken. Die senkt das Signal um -20db ab.
     
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