[Spieltechnik] Akkord-Picking-Übung

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hier eine kleine selbsterdachte übung meinerseits ;)
eine zumindest für mich blutigen anfänger sehr schwierige aber auch gewinnbringende übung ist folgende:
Metronom an, die gitarre in die hand und es werden taktweise akkorde gegriffen und saiten mit alternate picking angeschlagen. soll heißen: nach jedem takt picke ich eine andere saite und spiele einen anderen akkord.
Beispiel:
ich nehme die Akkorde G-Dur ,D7 und C-Dur. die greifen sich so:

G...D7.C
3...2...0
0...1...1
0...2...0
0...0...2
2...0...3
3...0...0

und dann spiele ich 8tel noten in jedem Takt und wechsle immer die saite und den akkord
G...........D7............C.............G.............D7............C............
3333333|--------------|--------------|--------------|--------------|--------------|
------------|11111111|--------------|--------------|--------------|--------------|
------------|--------------|00000000|--------------|--------------|--------------|
------------|--------------|--------------|00000000|--------------|--------------|
------------|--------------|--------------|--------------|00000000|--------------|
------------|--------------|--------------|--------------|--------------|00000000|
damit es beim zweiten durchlauf variiert, macht es sinn den letzten akkord doppelt zu picken aber trotzdem die saite zu verändern. es schließt sich also an die obere zeile an:

C.............G.............D7............C..............G.............D7..........
00000000|--------------|--------------|--------------|--------------|--------------|
--------------|00000000|--------------|--------------|--------------|--------------|
--------------|--------------|22222222|--------------|--------------|--------------|
--------------|--------------|--------------|22222222|--------------|--------------|
--------------|--------------|--------------|--------------|22222222|--------------|
--------------|--------------|--------------|--------------|--------------|00000000|

und im dritten durchlaufen fange ich wieder von oben an, diesmal mit D7.
das ganze führt sich dan weiter so fort.
achtung: dass sehr viele leere saiten gespielt werden heißt nicht, dass es für die linke hand anspruchslos ist. die akkorde werden trotzdem gegriffen und oft liegt ein finger auf der nachbarsaite der dann die leersaite vom klingen abhält. also sind oft grade die leeren die, die unsauber klingen.

wie mache ich die übung leicher/ komplizierter? wie variiere ich sie sinnvoll?
es gibt im wesentlichen 4 möglichkeiten das zu regulieren.
1. - die bpm: leuchtet ein, je schneller umso schwerer
2. - die notenwerte: variiert doch mal die notenwerte statt 8tel 4tel spielen macht es sicher leichter für euch. andererseits könnt ich auch statt 8tel ganze noten spielen und dafür das tempo anheben. so habt ihr auf jeder saite immer nur einen schlag auf einem akkord. das macht das ganze wesentlich anspruchsvoller. es gibt da verschiedene wege.
3. - die akkorde: leichtere (bzw ähnlichere) akkorde heißt natürlich leichteres spiel.
wenn ich nur zwischen emoll und E wechseln mussist es wesentlich leichter als der wechsel zwischen E und G.
eine interessante variante ist auch das spielen von powerchords (eventuell mit dropped D-stimmung). hier trainiert ich weniger das schnelle umgreifen der finger und mehr eine schnelle bewegung der hand auf dem griffbrett zwischen körper und kopfteil.
4. - rhytmisches variieren ist möglich aber auch anspruchsvoll. jedoch kann man mit diesem prinzip auch akkordfolgen von songs einüben und gerade hier ist es sinnvoll auch den rhythmus des songs direkt mitzuübernehmen. jedoch trotzdem immer am takt orientieren und genau wissen auf welcher zählzeit geschlagen wird!


WICHTIG:
-auf keinen fall das metronom vergessen, sonst bringt es quasi garnichts fürs picken
-nicht nur die einzelnen Töne greifen, sondern immer die ganze akkorde.
-mit langsamen Tempo beginnen und dann immer schneller werden. ich spiele seit 3 wochen und muss mit etwa 60bpm anfangen um klar zu kommen (das sind da wir 8tel spielen ja auch eigentlich schon 120bpm...)
-auf eine sauberen klang der töne achten und immer im rhythmus bleiben. wenn man raus kommt ruhig versuchen wieder reinzukommen anstatt einfach von vorne anzufangen. wenn ihr irgendwann in einer band spielt und vllt einen auftritt habt, kann auch nicht jeder song wegen einem falsch gegriffenen akkord neu angefangen werden.
-immer mal die akkorde variieren. je unterschiedlicher eure übungen sind umso mehr bringen sie euch
-natürlich macht es keinen spaß diese übung eine stunde am stück durchzupowern. also lieber immer mal wieder zwischendurch. und wenn ich euch denkt "alter der ganze mist klingt so scheiße ich muss unbedingt mal wieder was für meine spieltechnik machen" dann ist es genau die richtige motivation um so eine übung in angriff zu nehmen (zumindest geht es mir immer so
-die übung macht nur in der geschwindigkeit sinn, in der man auch fähig ist die akkorde zu greifen!
-hängt man beim akkord-greifen, ist es wichtig trotzdem gleichmäßig weißter durchzupicken.
-am besten metronom direkt mit kopfhörer ins ohr und vllt sogar jede 8tel hören lassen. sonst geht er unter der (e-)gitarre unter. so hat man immer gleich die kontrolle und merkt jede kleinste abweichung vom takt

warum grade diese übung, warum genau so?
1. die übung trainiert nicht nur die rechte hand, sondern auch die linke in geschwindigkeit (schneller akkordwechsel, schnelles picken ABER im takt)
2. durch die kombination aus dem greifen von akkorden und anschlagen einzelner töne merkt ihr genau welcher ton bei jedem einzelnen akkord noch unsauber gegriffen ist.
3. durch variation der geschwindigkeit für einsteiger und fortgeschrittene geeignet. selbst gute gitarristen können mal teste wie gut sie mit variation 2 zurecht kommen ;)
4. beim einüben bestimmter lieder kann man deren akkordfolgenmit diesem prinzip sehr intensiv einüben.

dann wünsche ich euch viel spaß damit beim üben.
gerne höre ich auch meinungen und verbesserungsvorschläge.

mfg h3llyeah
 
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