[Spieltechnik] Akkordaufbau in den Kirchentonleitern

von eulenspiegel, 04.04.05.

  1. eulenspiegel

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    Erstellt: 04.04.05   #1
    Akkordaufbau in den Kirchentonleitern
    Ich möchte hier auf die Akkordbildung in der ersten Tonleiter eingehen. Hier bilden sich
    Dur, Moll, Dominantsept, Mollsept und Major7 Akkorde.

    Die Intervalle der ersten Tonleiter:
    Mit den Intervallen werden die Abstände der Töne zueinander gemessen.

    1 Prim
    b2 kl. Secunde
    2 gr. Secunde
    b3 kl. Terz
    3 gr.Terz
    4 reine Quarte
    #4 ? b5 übermäßige Quarte / verminderte Quinte
    5 reine Quinte
    #5 ? b6 übermäßige Quinte / verminderte Sexte
    6 gr.Sexte
    7 kl. Septime
    j7 gr. Septime
    8 Oktave
    Der kleinen Septime geht zur Verminderung kein b voraus.


    In den Kirchentonarten gibt es zwei reine Tonleitern.
    Die reine Dur Tonleiter = ionisch. Sie bildet sich auf der ersten Stufe.
    Die reine Moll Tonleiter = aeolisch. Sie bildet sich auf der sechsten Stufe
    Von diesen zwei reinen Tonleitern werden die anderen abgeleitet. Der dadurch entstehende Unterschied zu den reinen Tonleitern bestimmt den Klangcharakter der jeweiligen Tonleiter.

    Die erste Tonleiter in den Kirchentonarten ist die reine Dur Tonleiter. Sie besteht aus sieben verschiedenen Tönen und der Oktave.
    Ihre Halbtonschritte liegen zwischen dem 3-4 und 7-8 Ton. Die anderen Schritte sind Ganztonschritte.
    (Als Halbtonschritt bezeichnet man z.B. das spielen des 1. und 2. Bundes auf einer Saite.
    Als Ganztonschritt bezeichnet man das spielen des 1. und 3. Bundes auf einer Saite.)


    Gt = Ganztonschritt Ht = Halbtonschritt

    Eine reine Dur Tonleiter mit dem Grundton C:

    Bsp.
    Gt Gt Ht Gt Gt Gt Ht
    C D E ? F G A H - C
    Intervalle 1 2 3 4 5 6 j7 8

    Da diese Tonleiter aus sieben verschieden Tönen besteht, lassen sich von diesen Tönen auch sieben verschiedene Tonleitern bilden.
    Jede Tonleiter dieses Systems beginnt mit dem Intervall 1.
    Der Unterschied zwischen einer Dur und einer Moll Tonleiter bestimmen die Terzen.
    Verfügt eine Tonleiter über eine kl.Terz, ist ihr Tongeschlecht Moll.
    Verfügt sie über eine gr.Terz, ist ihr Tongeschlecht Dur.



    Ionisch
    1 2 3-4 5 6 j7-8 reine Dur Tonleiter
    C D E-F G A H-C

    Dorisch
    1 2-b3 4 5 6-7 8 Moll Tonleiter mit gr.Sexte
    D E-F G A H-C D

    Phrygisch
    1-b2 b3 4 5-b6 7 8 Moll Tonleiter mit kl. Secunde
    E-F G A H-C D E

    Lydisch
    1 2 3 #4-5 6 j7-8 Dur Tonleiter mit überm. Quarte
    F G A H-C D E-F

    Mixolydisch
    1 2 3-4 5 6-7 8 Dur Tonleiter mit kl. Septime
    G A H-C D E-F G

    Aeolisch
    1 2-b3 4 5-6 7 8 reine Moll Tonleiter
    A H-C D E-F G A

    Lokrisch
    1-b2 b3 4-5 6 7 8 Moll Tonleiter mit kl. Secunde, verm.
    H-C D E-F G A H Quinte und kl. Septime

    Terzschichtung für den Akkordaufbau
    In den Tonleitern wird jetzt von Grundton ausgehend in Terzen die Töne für die Akkorde zusammengefügt.

    Ionisch 1 3 5 j7 = C ? Dur / Cj7
    Aus den Intervallen 1 3 5 bildet sich ein Dur Dreiklang. Fügt man die j7 hinzu, ergibt sich ein Major7 Vierklang.

    Dorisch 1 b3 5 7 = Dm / Dm7
    Aus den Intervallen 1 b3 5 bildet sich ein Moll Dreiklang. Fügt man die 7 hinzu, ergibt sich ein Mollsept Vierklang

    Phrygisch 1 b3 5 7 = Em / Em7
    Aus den Intervallen 1 b3 5 bildet sich ein Moll Dreiklang. Fügt man die 7 hinzu, ergibt sich ein Mollsept Vierklang.

    Lydisch 1 3 5 j7 = F ? Dur / Fj7
    Aus den Intervallen 1 3 5 bildet sich ein Dur Dreiklang. Fügt man die j7 hinzu, ergibt sich ein
    Major7 Vierklang

    Mixolydisch 1 3 5 7 = G / G7
    Aus den Intervallen 1 3 5 bildet sich ein Dur Dreiklang. Fügt man die 7 hinzu, ergibt sich ein
    Dominantsept Vierklang

    Aeolisch 1 b3 5 7 = Am / Am7
    Aus den Intervallen 1 b3 5 bildet sich ein Moll Dreiklang. Fügt man die 7 hinzu, ergibt sich ein Mollsept Vierklang

    Lokrisch 1 b3 b5 b7 = Hm o / Hm o7
    Aus den Intervallen 1 b3 b5 bildet sich ein verminderter Moll Dreiklang . Fügt man die 7 hinzu, ergibt sich ein verminderter Vierklang mit kl. Septime.
     
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